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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5866
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Verfasst am: 24.Okt 2007 17:39 Titel: Eine absolute Horrorvorstellung... |
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... ist für mich die Tatsache, dass man in Deutschland seinen Job kündigen, und sich anschließend hinstellen und Arbeitslosengeld verlangen kann. Und man bekommt es auch noch!"
"Verstehen Sie mich nicht falsch, aber man kann in Deutschland überleben, ohne etwas zu tun - das ist doch nicht normal. Das sei ein geradezu unfassbarer Zustand."
Entspannt sitzt er da, bei seinem Vortrag an der Universität Mannheim. Er nimmt sich viel Zeit zum Nachdenken. Man merkt ihm die innere Ruhe an, die Ruhe eines Mannes, der es niemandem mehr beweisen muss.
Der US-Ökonom Edmund Phelps geht mit der deutschen Wirtschaftspolitik hart ins Gericht.
Der Professor der Columbia University, New York, gilt als der einflussreichste Ökonom der vergangenen 40 Jahre. Seine Arbeiten, für die er den Nobelpreis bekam, beschäftigen sich mit der Funktionsweise des Arbeitsmarktes und dem Phänomen der Arbeitslosigkeit. Nun möchte jedes Land in der Welt von ihm wissen, wie es um die eigene Wirtschaft steht.
Deutschland kennt der Ökonom nicht nur von seinen vielen Untersuchungen. Er war auch drei Mal für jeweils ein Semester als Gastprofessor in Mannheim tätig. Entsprechend detailliert bringt der Professor seine Kritik vor. "Zweieinhalb Prozent nennen Sie einen Aufschwung?" Er zuckt die Achseln. "Vielleicht haben wir einfach unterschiedliche Blickwinkel."
"Ich verstehe nicht, wie Sie in Deutschland jetzt daran denken können, mit Reformen aufzuhören", ereifert er sich, "jetzt, wo es doch eigentlich überhaupt erst Sinn macht, richtig anzufangen."
Auf der anderen Seite des Atlantiks blickt man häufig spöttisch auf den europäischen Sozialstaat. Phelps hingegen ist ein Befürworter des europäischen Modells - zumindest prinzipiell. Die staatliche Krankenversicherung zum Beispiel hält er für vorbildlich. "So wie wir es in den USA machen, funktioniert es einfach nicht", gibt er zu. "Die Honorare der Ärzte sind schlichtweg absurd."
Daraus zu schließen, Phelps könnte sich auch für die deutschen Gewerkschafter begeistern, wäre allerdings falsch - im Gegenteil.
Die Folgen seien in Deutschland an jeder Ecke zu besichtigen, sagt der Gelehrte. Fehlende Motivation und Anspruchsdenken würden jede Eigeninitiative ersticken. Nicht nur Deutschland, in ganz Europa fehle es an Dynamik, an Mut, an Veränderungswillen, an der Freude am Problemlösen, überhaupt an Ehrgeiz. Deutschland? Er zieht die Brauen nach oben. "Mal sehen, wie es mit dem sozialen Ausgleich in 20 Jahren aussieht." Phelps sieht das Land aufgrund der demografischen Entwicklung vor einem "riesigen Problemberg". "Um so mehr wäre es Zeit, jetzt mal richtig durchzustarten und die Dinge anzugehen", findet er.
Seine Rezepte sind bekannt: Weg mit dem öffentlichen Bankensektor, weg mit den Gewerkschaften, die notwendige gesellschaftliche Änderungen blockieren, weg mit Kündigungsschutz und Arbeitslosenversicherung, hin zu einem freien Arbeitsmarkt, der den Preis für Arbeit selbst bestimmt. "Die Extreme kann der Staat dann durch ein Kombilohnmodell ausgleichen. Das ist sozial, weil es Arbeit schafft."
Für europäische Ohren klingt das ziemlich brutal. Phelps scheint schlicht mehr Vertrauen in die Fähigkeiten des Einzelnen zu haben, als man es in Europa gewohnt ist. In Mannheim breitet er seine schöne neue Wirtschaftwelt aus. Mit einer Strickleiter aus den Begriffen Wissen, Glück, Freiheit, Wille und Begeisterung, führt er die Zuhörer zu seinem Lieblingsziel: zu einer funktionierenden Wirtschaft, deren Prozesse im Einklang mit den arbeitenden Menschen ablaufen.
Es ist ein flammendes Plädoyer für Offenheit, Neugierde und für die Freude an der Herausforderung. "Unsere Welt besteht aus Kreativität und Abenteuer", sagt Phelps begeistert. Gerade hier in Europa wirbt er für mehr Vitalität, für Mut zum Risiko, Spaß am Versuchen und am Unternehmen. "Auf der Basis einer Versicherung werden sie nicht glücklich."
Quelle: Jochen Schönmann |
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Maxim Newbie
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 40
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Verfasst am: 26.Okt 2007 9:07 Titel: |
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| Mit Verlaub, aber meiner Meinung nach ist das ein Theoretiker und Dummschwätzer! Soll sich mal in einer amerikanischen Suppenküche für Obdachlose anstellen, damit er wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommt, das Mietmaul der INSM! |
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The Saint Specialist
Anmeldungsdatum: 02.07.2002 Beiträge: 130 Wohnort: Eden
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Verfasst am: 26.Okt 2007 10:27 Titel: |
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| Zitat: |
| Mit Verlaub, aber meiner Meinung nach ist das ein Theoretiker und Dummschwätzer! Soll sich mal in einer amerikanischen Suppenküche für Obdachlose anstellen, damit er wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommt, das Mietmaul der INSM! |
@Maxim,
mit Verlaub, aber ohne Kenntnisse von Volkswirtschaft muß man eine solche Meinung vertreten.
Sicherlich sind nicht alle Thesen des Herrn Prof. vertretbar oder gar richtig (aus unserer Sicht), aber in einigen Punkten hat er durchaus Recht.
So würde ich Gewerkschaften sofort verbieten, wenn diese so handeln wie Verdi oder aktuell die GDL. Aber in bestimmten Bereichen haben diese auch wieder ihre Existenzberechtigung. Sonst würden wir bald wieder im Frühkapitalismus landen (will wohl auch keiner). Eine Entschlackung des Wirtschaftssektor von unnützen Vorschriften und Gebühren sowie schnelleres Handeln würden der deutschen Wirtschaft sehr gut tun. Dann wäre das Wachstum auch bedeutend höher und jeder kann davon profitieren. Auch Arbeitslose indem diese wieder schneller und einfacher Arbeit finden würden.
Statt dessen bekommt man in Berlin schon wieder einen Überflieger und redet von Konjunktur und möchte am liebsten alles gleich wieder nach dem Giesskannenprinzip verteilen. Was brummt denn wirklich in Dtl.? Ist es nicht nur der Export? Was ist mit dem Binnenmarkt? Null, nix. Auch der Binnenmarkt gehört zu einer Volkswirtschaft. Ohne einem ausgeglichenem Wachstum des Binnen- und Exportmarktes funktioniert das Ganze nicht so toll. Sollten die Dämlichkeiten und Herrlichkeiten in Berlin also nicht bald ihren Hintern drehen, gehen hier demnächst die Lichter aus (siehe Beamtenansprüche, Rentenversicherung und andere Altlasten und zukünftige Kostenhammer).
In diesem Sinne bleiben sie stark und bestellen schon mal ein Süppchen
The Saint |
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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 300 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 26.Okt 2007 11:15 Titel: Ebenfalls zu kurz gedacht... |
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| The Saint hat folgendes geschrieben:: |
| Statt dessen bekommt man in Berlin schon wieder einen Überflieger und redet von Konjunktur und möchte am liebsten alles gleich wieder nach dem Giesskannenprinzip verteilen. Was brummt denn wirklich in Dtl.? Ist es nicht nur der Export? Was ist mit dem Binnenmarkt? Null, nix. Auch der Binnenmarkt gehört zu einer Volkswirtschaft. Ohne einem ausgeglichenem Wachstum des Binnen- und Exportmarktes funktioniert das Ganze nicht so toll. Sollten die Dämlichkeiten und Herrlichkeiten in Berlin also nicht bald ihren Hintern drehen, gehen hier demnächst die Lichter aus (siehe Beamtenansprüche, Rentenversicherung und andere Altlasten und zukünftige Kostenhammer). |
Wie funktioniert der Binnenmarkt?
Üblicherweise durch das Wechselspiel zwischen Produktion und Konsum...
Wer bitte soll konsumieren; bei den Hungerlöhnen, die teilweise in der Wirtschaft heute gezahlt werden?
Und was sollen die Damen und Herren in Berlin dazu tun?
Wird versucht, flächendeckende Mindestlohnregelungen einzuführen, jault die gesamte Wirtschaft auf...
Dazu ein Artikel aus einer Tageszeitung:
| Zitat: |
Experten klagen: In Deutschland wird die Armut zementiert...
Berlin. Wenn Christoph Butterwegge im Zusammenhang mit Hartz die Stimme erhebt, sind ihm Widerworte aus der neoliberalen Wissenschafts- und Ökonomie-Gemeinde gewiss. Der Kölner Universitätsprofessor sieht in besagten Sozialreformen für immer mehr Familien und Alleinerziehende eine "Rutsche in die Armut".
Statt weiter auf einen "magersüchtigen Sozialstaat" zu setzen, fordert Butterwegge seit langem das, was jetzt auch in weiten Teilen der Politik immer lauter anklingt: eine Erhöhung der Hartz-Regelsätze, die zum 1. Juli dieses Jahres erstmals seit Beginn der Hartz-Reform von 345 auf 347 Euro angehoben wurden. Zwei Euro mehr - nicht nur Butterwegge hält das für zynisch. Bei Wohlfahrtsverbänden und Kirchen gilt eine Anhebung der Regelsätze um mindestens 20 Prozent "als absolut notwendig".
"Noch vor wenigen Jahren war es angemessen, das Ausgabeverhalten von Personen mit geringen Renten oder Erwerbseinkommen als Maßstab für die Erhöhung der Regelsätze heranzuziehen", sagt das Diakonie-Vorstandsmitglied Bernd Schlüter. "Aufgrund von Lohndumping und prekären Beschäftigungsverhältnissen kann diese Vergleichsgruppe heute aber selbst ihren notwendigen Lebensunterhalt nicht mehr decken. Ohne eine Änderung dieses Systems wird die Armut in Deutschland zementiert. Hartz IV ist schlichtweg nicht existenzsichernd."
"Das größte Problem ist, dass es keine Einmalzahlungen für Kleidung, Haushalt oder Ausstattung für die Schule mehr gibt", ergänzt Dorothea Eichhorn vom Diakonischen Werk. Pro Kind gebe es monatlich 208 Euro Sozialgeld - also 6,80 Euro am Tag für Essen, Kleidung, Schulbücher, für Klassenausflüge oder auch mal den Besuch im Zoo. "Bei der Kalkulation ist man von 2,57 Euro pro Tag für Ernährung und Getränke ausgegangen", sagt Gerda Holz, die am Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik zur Kinderarmut forscht. "Dabei kostet schon allein das Mittagessen in manchen Kitas und Schulen bereits 3,50 Euro." Konsequenz: Arme Kinder könnten oft nicht am Schulessen teilnehmen. Prof. Butterwegge: "Ich halte diese Systematik für skandalös und gefühllos, weil diese Pauschalisierung von den Armen auch noch verlangt, Geld für Sonderausgaben anzusparen, das sie nicht haben."
Nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt lebten im vergangenen Jahr fast zwei Millionen Kinder unter 15 Jahren von Sozialleistungen, im Vergleich zu 2005 stieg die Anzahl um zehn Prozent. 2007 rechnen Experten mit einem erneuten Anstieg. Nicht nur die Jungen litten unter Hartz IV. Binnen eines Jahres seien die Ausgaben der Grundsicherung für alte Menschen um über zehn Prozent gestiegen, weil immer mehr Alte niedrigere Renten haben.
"2003 haben wir vor der neuen Armut gewarnt und sind belächelt worden, heute ist sie da", so ein Awo-Sprecher.
14.08.2007 - Von Dirk Hautkapp / Westfälische Rundschau |
Soviel zu einem funktionierenden Binnenmarkt...
Gruß |
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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1124 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 26.Okt 2007 11:30 Titel: |
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Wie wahr, wie wahr, lieber P ... _________________ Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)
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excabe Specialist
Anmeldungsdatum: 17.11.2005 Beiträge: 166 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 27.Okt 2007 0:09 Titel: |
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| Maxim hat folgendes geschrieben:: |
| Mit Verlaub, aber meiner Meinung nach ist das ein Theoretiker und Dummschwätzer! Soll sich mal in einer amerikanischen Suppenküche für Obdachlose anstellen, damit er wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommt, das Mietmaul der INSM! |
Maxim, ist es nicht ein wenig arrogant und intollerant, einen Nobelpreisträger als Dummschwätzer zu bezeichnen. Warum hast Du noch keinen Nobelpreis bekommen?
excabe |
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The Saint Specialist
Anmeldungsdatum: 02.07.2002 Beiträge: 130 Wohnort: Eden
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Verfasst am: 27.Okt 2007 14:36 Titel: |
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@all,
Einführung neuer Mindestlöhne? Genau das ist eben der falsche Weg, meine Herren. Was die Damen und Herren in Berlin tun können? Nun, wer schraubt denn die Abgabenspirale immer höher und verfaßt immer mehr knebelnde Vorschriften? Weshalb scheut sich ein Unternehmer denn heute so Leute einzustellen, weil er sich damit extrem bindet und gefangen ist in einem Wust von Gesetzen (die übrigens nicht mal mehr alle Beamten durchschauen können, s. Steuergesetze). In unserem Ländle hören demnächst eine Menge guter Ärzte auf und gehen in Ruhestand. Warum gibt es keine Nachfolger? Weil diese alle den bürokratischen Aufwand scheuen. Die Zeit die dafür nötig ist fehlt schon mal bei den Patienten. Und das ist nur ein Beispiel. Bracht es noch mehr davon? Ist mir meine Zeit aber zu schade. Ständig muß man in diesem Land nur noch gegen die "Nehmermentalität" kämpfen gepaart mit einfacher Dummheit und Unkenntnis der Zusammenhänge. Ich bin es langsam leid, aber was will man schon von solch einem desaströsen Bildungssystem erwarten.
The Saint |
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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 300 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 27.Okt 2007 16:40 Titel: |
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Hallo The Saint,
| The Saint hat folgendes geschrieben:: |
@all,
Einführung neuer Mindestlöhne? Genau das ist eben der falsche Weg, meine Herren. |
Was wäre stattdessen der richtige Weg; bezogen auf diesen Punkt?
Wie von Ihnen gestern schon angedeutet, etwa das Abschaffen aller Gewerkschaften und damit dem 'Raubrittertum' der 'Dividendenjäger' und den dieser Gruppe verpflichteten Vorstände noch mehr Möglichkeiten zu eröffnen, demnächst alle Arbeitnehmer für 1 Euro die Stunde arbeiten zu lassen...?
Bevor Missverständnisse aufkommen:
Ich rede hier nicht von Unternehmern im klassischen Sinne. Also solche, die ihren Mitarbeitern gegenüber noch eine soziale Verantwortung haben und nicht ausschließlich der Gewinnhöhe verpflichtet sind.
| Zitat: |
| Was die Damen und Herren in Berlin tun können? Nun, wer schraubt denn die Abgabenspirale immer höher und verfaßt immer mehr knebelnde Vorschriften? Weshalb scheut sich ein Unternehmer denn heute so Leute einzustellen, weil er sich damit extrem bindet und gefangen ist in einem Wust von Gesetzen (die übrigens nicht mal mehr alle Beamten durchschauen können, s. Steuergesetze). |
Warum muß denn die Abgabenspirale immer höher geschraubt werden...?
Ich habe mich zu dieser Thematik gestern genau hier darüber ausgelassen...
Vielleicht lesen Sie mal rein...
Ein Grund für das ständige Anheben der gesamten Abgabenlast ist u.a. der, daß jeder verantwortungslose Unternehmer bei Belieben seine Mitarbeiter auf die Straße setzen kann. Der Staat wird - und muß! - es schon richten.
Gleichzeitig scheut sich der verantwortungslose Unternehmer allerdings nicht, vom Staat wiederum Zuschüsse und Fördermittel entgegenzunehmen, wo immer es auch geht...
| Zitat: |
| In unserem Ländle hören demnächst eine Menge guter Ärzte auf und gehen in Ruhestand. Warum gibt es keine Nachfolger? Weil diese alle den bürokratischen Aufwand scheuen. Die Zeit die dafür nötig ist fehlt schon mal bei den Patienten. Und das ist nur ein Beispiel. Bracht es noch mehr davon? |
Die guten Ärzte hören u.a. deshalb auf, weil für sie teilweise die fetten Jahre vorbei sind. Aufgrund der Auswüchse im Gesundheitswesen hat es hier rigorose Einschnitte und Begrenzungen der abrechenbaren Leistungen gegeben.
Der Staat ist nicht mehr in der Lage, diese Kosten in voller Höhe zu tragen.
Es sollen mehr Leistungen privat abgerechnet werden. So weit, so gut...
Nur wovon soll der Arbeitnehmer, der gerade mehr schlecht als recht über die Runden kommt, das bezahlen?
Auch hier möchte ich betonen, daß ich den Ärzten ein gutes Einkommen gönne und zugestehe. Das ist keine Frage. Aber die oben skizzierten Probleme lassen dem Staat keine andere Wahl.
| Zitat: |
Ist mir meine Zeit aber zu schade. Ständig muß man in diesem Land nur noch gegen die "Nehmermentalität" kämpfen gepaart mit einfacher Dummheit und Unkenntnis der Zusammenhänge. Ich bin es langsam leid, aber was will man schon von solch einem desaströsen Bildungssystem erwarten.
The Saint |
Zur 'Nehmermentalität' äußerte ich mich bereits weiter oben...
Gruß |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5866
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Verfasst am: 17.Dez 2007 7:45 Titel: |
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Gütermärkte und Arbeitsmärkte werden von der Wirtschaftspolitik gerne als institutionell getrennte Veranstaltungen behandelt. Tatsächlich sind sie aber miteinander verwoben.
Dies wird einem sofort deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die Unternehmen mit ihren Angebotsmengen auf den Gütermärkten gleichzeitig auch ihre Nachfrage nach Arbeitskräften bestimmen. Wirtschaftspolitische Eingriffe in einem Markt müssen sich also zwangsläufig auf dem anderen Markt auswirken.
Reichhaltigen Anschauungsunterricht dazu bieten die 70er- und 80er-Jahre, als noch manche Bereiche der Volkswirtschaft als natürliche Monopole interpretiert wurden. Entweder weil sie über Leitungsnetze verfügten oder aus anderen Gründen in staatlicher Hand waren. Unternehmensbereiche wie die Post und die Telekom waren damals gegen Wettbewerb geschützt. Dies erlaubte den Gewerkschaften, für ihre Mitglieder kräftige Lohnerhöhungen durchzusetzen und einen hohen Organisationsgrad zu erreichen.
Die Wirtschaftswissenschaft spricht davon, dass eine intensive Gütermarktregulierung hohe Renten schafft. Eine dichte Arbeitsmarktregulierung mit der Folge starker gewerkschaftlicher Organisation läuft darauf hinaus, dass diese Renten zu einem beachtlichen Teil den Arbeitnehmern zufallen.
Den Nachteil davon haben die Verbraucher, die höhere Preise zahlen müssen. Die Zeche zahlt aber auch die gesamte Volkswirtschaft, weil technischer Fortschritt unterbleibt.
Im Verlauf der Zeit entfielen die leitungsgebundenen Monopole aus drei Gründen: Den Ökonomen kam der Gedanke, dass Leitungsnetze dann kein Monopol begründeten, wenn sich geeignete Durchleitungsrechte definieren lassen, so dass über Schnittstellen bei geeigneter Regulierung mehrere Anbieter das gleiche Netz benutzen können.
Zudem entmachteten technischer Fortschritt wie das Mobiltelefon und bessere Messtechnik die Eigentümer der Leitungsnetze. Und schließlich brachte die Europäische Union durch die Vorstellung des Binnenmarktes in ihren Regulierungen verstärkt den Wettbewerbsgedanken ins Spiel.
Auch in einem anderen Bereich war das Zusammenspiel zwischen Güter- und Arbeitsmarkt zu beobachten. Die Subventionen für die damals noch teilweise im staatlichen Besitz befindlichen Werften ermöglichten hohe Löhne.
Nach empirischen Studien des Instituts für Weltwirtschaft hielten diese das Lohnniveau in der Werftregion hoch und hatten zur Folge, dass sich andere Unternehmen nicht ansiedeln und entwickeln konnten. Durch den Abbau der Subventionen und die Privatisierung der Werften hat sich dies inzwischen geändert.
Bei der Diskussion des Mindestlohns für Postdienste in Deutschland werden die negativen Erfahrungen in anderen Ländern von der Politik beiseite gewischt.
Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass der Mindestlohn in Frankreich eine der entscheidenden Ursachen für die im Vergleich zu Deutschland etwa doppelt so hohe Jugendarbeitslosigkeit darstellt. Zudem wird der Mindestlohn in Deutschland nun zur Rückregulierung auf den Gütermärkten eingesetzt.
Denn der Mindestlohn für die Briefzusteller – von einem von der Deutschen Post dominierten Arbeitgeberverband und der Gewerkschaft Verdi beschlossen – stellt ein Markteintrittshemmnis für potenzielle Wettbewerber der Post dar.
Da dieser Vertrag zulasten Dritter sogar unter dem niedrigsten bei der Deutschen Post gezahlten Tarif liegt, kann niemand die bewusste Absicht bestreiten, dass andere im Markt befindliche Anbieter behindert werden sollen.
Soweit Marktbehinderungen den Europäischen Binnenmarkt betreffen, ist die EU-Wettbewerbsbehörde gefragt. Dies kann dann der Fall sein, wenn private Dienstleistungsanbieter aus anderen EU-Ländern wegen der starken, monopolartigen Stellung der Deutschen Post am Einritt in den deutschen Markt gehindert werden.
Nicht auszuschließen ist, dass die Deutsche Post ihre bevorzugte Position in Deutschland dazu verwendet, den Markt in anderen EU-Ländern so zu beeinflussen, dass dort ein Markteintrittshemmnis für potenzielle ausländische Wettbewerber entsteht.
Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die niederländische Regierung die für Januar 2008 vorgesehene Liberalisierung der Briefzustellung verschoben hat, um abzuwarten, wie sich die Situation in Deutschland entwickeln wird.
Der Mindestlohn im Postbereich ist also durchaus ein Eingriffsgrund für die europäische Wettbewerbsbehörde. Dies kann auch für andere Sektoren zutreffen, in denen nach der Vorstellung der SPD noch ein Mindestlohn kommen soll. Dies würde den Wettbewerb im Binnenmarkt eindeutig einschränken.
Falls die Dienstleistung zu den nicht-handelbaren Leistungen zählt, sich der Mindestlohn also lediglich auf einen nationalen Wettbewerber auswirkt, besteht das Markteintrittshemmnis nur für inländische potenzielle Bewerber.
Dann sollte dem Bundeskartellamt ein Recht auf Eingriff eingeräumt werden. Dies müsste darin bestehen, dass Mindestlöhne, die den Marktmechanismus aushebeln, unter bestimmten Bedingungen untersagt werden können. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen müsste entsprechend geändert werden.
Die entscheidende Begründung für ein Eingriffsrecht der Kartellbehörden liegt darin, dass der Wettbewerb ein Entdeckungsverfahren ist, mit dem eine Gesellschaft neue Problemlösungen finden und vor allem die Innovation voranbringen kann. Zu sehr haben die Erfahrungen der 70er- und 80er-Jahre deutlich gemacht, dass monopolartige Positionen ohne Wettbewerb eine Volkswirtschaft technologisch international ins Hintertreffen geraten lassen. Wer will sich das heute noch leisten?
Quelle: Horst Siebert |
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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 300 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 17.Dez 2007 9:27 Titel: |
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Hallo zusammen,
zum Artikel aus dem Handelsblatt von Horst Siebert...
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Es bereitet absolut keine Mühe, Artikel zu finden, die in weiten Teilen genau das Gegenteil postulieren.
Wie z. B.:
http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,352170,00.html
und
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24595/1.html
Danach finden sich innerhalb der EU in 20 von 27 Ländern gesetzliche Mindestlohnregelungen.
Da, wo es keine gibt (u.a. in den nordischen Ländern Finnland und Schweden!), sind die Gewerkschaften so stark, daß es keiner gesetzlichen Regelungen bedarf. So den Artikeln zu entnehmen...
Wie gestern an anderer Stelle schon dargelegt, unterscheiden sich Standpunkte und Blickwinkel naturgemäß voneinander - je nachdem, von welcher Seite aus die Thematik beleuchtet wird.
So ist es selbstverständlich legitim, daß die Arbeitgeberverbände permanent das Schreckgespenst des Arbeitsplatzverlustes an die Wand malen.
Das heißt aber nicht zwangsläufig, daß diese Ansichten richtig sein müssen...
Gruß |
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