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Ronald Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 781
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Verfasst am: 7.Apr 2006 19:51 Titel: Elternproteste gegen Fragebogen |
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Ein neu entwickelter Fragebogen zur Schuleingangsuntersuchung, der zunächst nur in einigen Gemeinden des Landes angewendet werden soll, hat bei Eltern erhebliche Proteste hervorgerufen. In dem Formular sollen Eltern unter anderem angeben, ob ihr Kind anderen gegenüber boshaft sein kann.
Der Fragebogen wurde vom Stuttgarter Sozialministerium und dem Landesgesundheitsamt in Auftrag gegeben und von Experten - darunter Ärzten und Pädagogen - entwickelt. In dem 30 Fragen umfassenden Bogen sollen Eltern ihre Kinder beschreiben. Dazu werden sie unter anderem gefragt, ob ihr Kind oft Wutanfälle hat, ständig zappelig ist, andere Kinder schikaniert oder "wenigstens einen guten Freund" hat.
In einem Anhang zu "soziodemografischen Angaben" werden die Eltern zudem aufgefordert, Auskunft über ihren Schulabschluss und beruflichen Stand zu geben - ob sie beispielsweise Angestellte/Angestellter, oder Beamtin/ Beamter mit Leitungsfunktion, selbstständig oder arbeitslos sind.
Gefragt wird auch nach einer Lese- oder Rechtschreibeschwäche der Eltern, nach "gesundheitlichen oder anderen Problemen in der Familie" und ob in der Wohnung geraucht wird. Auch die Frage, wie lange ein Kind Fernsehen und Videos schaut oder am Computer ist, wird gestellt.
Der Fragebogen ist Teil der geplanten neuen Schuleingangsuntersuchung, die die Schulreife von Kindern überprüfen soll. Gleichzeitig soll er helfen, "Risikokinder" früh zu erkennen. Aus Sicht des Landeselternbeirats schießt der Fragebogen jedoch weit über das Ziel hinaus. Der Fragebogen sortiere Kinder nach Herkunft aus und verstoße gegen die Würde des Kindes, sagte die stellvertretende Landeselternbeiratsvorsitzende, Sylvia Wiegert. "Es muss auch nicht sein, dass die gesamte Familie durchleuchtet wird", kritisierte Wiegert weiter.
Auszüge aus dem Fragebogen
Der Entwurf eines neuen Fragebogens zur Schuleingangsuntersuchung in Baden-Württemberg stößt bei Eltern auf scharfen Protest. Auszüge des insgesamt 30 Fragen umfassenden Bogens:
7. In welcher Schwangerschaftswoche wurde Ihr Kind geboren?
9. Wie würden Sie den Gesundheitszustand Ihres Kindes im Allgemeinen beschreiben?
21. Wie gut treffen die folgenden Beschreibungen auf Ihr Kind zu? Bitte berücksichtigen Sie bei Ihrer Antwort das Verhalten Ihres Kindes in den letzten sechs Monaten:
Hat oft Wutanfälle, ist aufbrausend ...
Ständig zappelig...
Hat wenigstens einen guten Freund oder eine gute Freundin...
Streitet sich oft mit anderen Kindern oder schikaniert sie...
Verhält sich gegenüber Erwachsenen oft widerwillig...
Wird von anderen gehänselt oder schikaniert...
Kann gegenüber anderen boshaft sein...
22. Gibt es zurzeit gesundheitliche oder andere Probleme in Ihrer Familie?
23. Wurde bei Vater, Mutter oder Geschwistern Ihres Kindes jemals eine Lese-/ Rechtschreibschwäche (Legasthenie) festgestellt?
27. Wie häufig ... spielt Ihr Kind im Freien?...
28. Wie lange sieht Ihr Kind durchschnittlich pro Tag Fernsehsendungen oder Videofilme?
29. Wie lange spielt Ihr Kind durchschnittlich pro Tag an einem Computer?
30. Wird in der Gegenwart Ihres Kindes in der Wohnung geraucht?
SWR.de |
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