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Energiepolitik ohne Selbstbetrug

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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 29.Jan 2008 17:38    Titel: Energiepolitik ohne Selbstbetrug Antworten mit Zitat

Wie die zukünftige Energieversorgung jenseits von Ideologie und Traumtänzerei aussehen wird, bescheibt Jürgen Krönig in der "Zeit" unter dem Titel "Neues Fossilzeitalter"

"Ausstieg aus Kohle, Öl und Atom? Nur ein Traum"

TraumtänzerInnen wie Andrea Ypsilanti, die sich von einem Solarlobbyisten beschwatzen läßt, müssten die Ohren klingeln.

Auch wir in Deutschland werden irgendwann von der Realität eingeholt.
Bis dahin wird uns die grün-ideologische "political correctness" viel Zeit und noch viel mehr Geld gekostet haben.
Noch schimmer ist es, wenn uns auf diesem Weg die Spitzenposition in der Technologie verloren geht.
Dann gute Nacht Deutschland!
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 30.Jan 2008 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Auch in der FAZ befaßt man sich heute mit dem gleichen Thema unter dem gleichen Tenor: (aus der "Achse des Guten")

Na endlich! Deutschlands neuer Energie-Realismus

Christian Bartsch hat in der heutigen FAZ eine für deutsche Verhältnisse bemerkenswert nüchterne und ernüchternde Analyse energie-utopischen Wunschdenkens verfasst:

In Deutschland sind derzeit Windmühlen mit einer Leistung von 21 500 Megawatt (MW) aufgebaut. Die Leistung steht freilich nur auf dem Papier, denn wie von den Fachleuten vorhergesagt, erreicht die ins Netz eingespeiste tatsächliche Leistung im Mittel gerade mal knapp zehn Prozent davon. Aber auch die Warnungen vor der unsteten Stromlieferung wurden buchstäblich in den Wind geschlagen.
Der Klimakatastrophenrausch vernebelt manches Hirn, und kein Politiker hat sich offenbar je gefragt, warum das Segelschiff einst dem Dampfer weichen musste.

[...] nun sollen bis 2012 allein in der Nordsee zehn Windparks mit 660 Windmühlen errichtet werden, die 3100 MW installierte Leistung repräsentieren. Zur Übertragung des Stroms bis zum Netz auf dem Festland sollen nach Auskunft des Bundeswirtschaftsministeriums 1900 Kilometer Erdkabel sorgen, deren Mehrkosten gegenüber Freileitungen auf 15 Milliarden Euro geschätzt werden. Der Aufschlag für die Netznutzung wird etwa 30 Prozent betragen, die den heutigen durchschnittlichen Stromgestehungeskosten von 6,5 Cent je Kilowattstunde (kWh) zugeschlagen werden. Das heißt, der Endkunde darf sich auf unablässig steigende Strompreise einstellen. Werden bis 2020 Kern- und Kohlekraftwerke abgeschaltet, muss Strom aus französischen und tschechischen Kernkraftwerken (!) hinzugekauft werden. [...]

Das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) hat die Marktwirtschaft bereits ausgehebelt, nicht nur bei der Energie. Als Folge davon stiegen die Lebensmittelpreise, Regenwälder wurden abgeholzt.
Nun wird der Markt mit Strafsteuer und den Feinstaubunfug auch im Automobilbereich abgeschafft. Alle Maßnahmen zusammen haben einen Rattenschwanz von weiteren Verboten und Vorschriften zur Folge, die von den Politikern wegen fehlender Fachkenntnisse und vor allem wegen ihrer ideologischen Verblendung nicht einkalkuliert wurden.
Das heißt, Deutschland befindet sich auf geradem Weg in die nächste Planwirtschaft, deren letzte vor 20 Jahren zusammenbrach. Zugleich wird die Versorgungssicherheit beseitigt und, was noch schlimmer ist, die einmal hervorragende Wettbewerbsfähigkeit eines Industrielandes mit 82 Millionen Einwohnern. Mit der Ersatzreligion “Klimakatastrophe” haben unsere Politiker Deutschland in eine ausweglose Falle hineinmanövriert. Hoffnung auf Besserung ist nicht in Sicht.
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Schwabenpower
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 24.12.2002
Beiträge: 1335
Wohnort: im wilden Süden

BeitragVerfasst am: 9.Feb 2008 18:40    Titel: nun Antworten mit Zitat

aber wenn man die Sache nicht nur aus deutschem Blickwinkel beobachtet, sondern z.B. mal etwas globaler sieht, dann bietet uns die Natur,die Sonne etc. genügend Alternativen. Ich sehe das gar nicht mal so schwarz, unabhängig davon schafft das Arbeitsplätze in der Exportindustrie.... und die brauchen wir doch....

Ganz interessanter Link mit einem bemerkenswert einfachen Konzept:

http://www.desertec.org/de/concept.html
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Auf Regen folgt Sonne!
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Peter Wilhelm
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Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 300
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 9.Feb 2008 19:21    Titel: Re: nun Antworten mit Zitat

Hallo Schwabenpower,

Schwabenpower hat folgendes geschrieben::
aber wenn man die Sache nicht nur aus deutschem Blickwinkel beobachtet, sondern z.B. mal etwas globaler sieht, dann bietet uns die Natur,die Sonne etc. genügend Alternativen. Ich sehe das gar nicht mal so schwarz, unabhängig davon schafft das Arbeitsplätze in der Exportindustrie.... und die brauchen wir doch....

Ganz interessanter Link mit einem bemerkenswert einfachen Konzept:

http://www.desertec.org/de/concept.html

Wir brauchen vor allem eine starke Binnennachfrage; wobei der Export sebstverständlich nicht vernachlässigt werden darf.

Aber es nutzt Deutschland relativ wenig, wenn sich alles auf den Export konzentriert.

In den Empfängerländern unserer Exportleistungen gehen die Volkswirtschaften zurück, während gleichzeitig die Tigerstaaten aufholen.

Ich sehe den notwendigen volkswirtschaftlichen Schwerpunkt z. Zt. ausschließlich in der Stärkung der Binnenkonjunktur. Die ist allerdings nicht zu schaffen mit politischen Mitteln (Steuersenkungen o. ä.), sondern ausschließlich mit einer kräftigen Stärkung der Einkommen.

Warum nicht mit Senkung der Steuern, werden Sie vielleicht fragen...?

Weil der Staatshaushalt auf ein Minimum an Steuereinnahmen angewiesen ist, um überhaupt die Infrastruktur aufrecht erhalten zu können, würde ich antworten...!

Ansonsten ist es doch so, daß die Steuersenkungen prinzipiell ungleich verteilt werden. Ab dem Steuerjahr 2008 z. B. hat sich der KöSt-Satz für Kapitalgesellschaften drastisch gemindert. Ich als Einzelkaufmann profitiere nicht davon. Mein ESt-Satz bleibt unverändert...!

Im Übrigen gehe ich davon aus, daß auch Sie - zumindest einmal im Monat - einen Blick auf die aufbereiteten Statistiken des Herrn Dr. Jahnke werfen?

In diesem Forum finden Sie mehr darüber...
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Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

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Peter Wilhelm
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Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 300
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 9.Feb 2008 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hdschulz,

Zitat:
TraumtänzerInnen wie Andrea Ypsilanti, die sich von einem Solarlobbyisten beschwatzen läßt, müssten die Ohren klingeln.

Wenn hier über Wirkungsgrade von Wind- und / oder Sonnenenergie gesprochen wird, so ist das ausschließlich eine Frage der technischen Entwicklung. So sehe zumindest ich das...

Die Nutzung von Kohle, Öl und Atomen ziehen grundsätzlich Emmissionen (Dreck bzw. Atommüll) nach sich.

Die Sonnenenergie z. B., sofern es gelänge, diese 'einzufangen' und zu speichern (in einer anderen Art und Weise als heute üblich!), würde keinerlei Herstellungskosten der Energie bedingen.
Für die Speicherung und Weiterleitung dagegen schon, das ist selbstredend.

Warum nun Andersdenkende als TraumtänzerInnen bezeichnet werden, kann ich im Augenblick nicht nachvollziehen...
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Peter Wilhelm

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Heinrich Dreier
** Consulter **


Anmeldungsdatum: 28.09.2003
Beiträge: 2922

BeitragVerfasst am: 9.Feb 2008 23:42    Titel: Antworten mit Zitat

Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben::
Die Sonnenenergie z. B., sofern es gelänge, diese 'einzufangen' und zu speichern (in einer anderen Art und Weise als heute üblich!), würde keinerlei Herstellungskosten der Energie bedingen.
Für die Speicherung und Weiterleitung dagegen schon, das ist selbstredend.



Die Möglichkeiten, die man heute schon hat, lassen sich auch schon rechnen, doch leider sind die Handwerker wie immer sehr sehr träge.

Liebe Grüsse
Heinrich
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 10.Feb 2008 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Peter Wilhelm,

Zitat:
Wenn hier über Wirkungsgrade von Wind- und / oder Sonnenenergie gesprochen wird, so ist das ausschließlich eine Frage der technischen Entwicklung. So sehe zumindest ich das...

Das ist in Bezug auf die Sonnenenergie wohl richtig, zumindest in Gebieten mit mehr Sonneneinstrahlung als Mitteleuropa - beim Wind wäre ich mir da nicht sicher.
Fest steht, dass die technische Entwicklung eben z.Zt. längst noch nicht so weit ist, die Produkte aber dennoch aus rein ideologischen Gründen hoch subventioniert werden. Das ist etwa so sinnvoll, als hätte man vor gut 100 Jahren Otto Lilienthal und den Gebrüdern Wright ihre Klapperkisten zu einem subventionierten Festpreis abgekauft. Die hätten dann flugs eine Großproduktion installiert und wir hätten vielleicht heute noch keine vernünftigen Flugzeuge. Genau so wird heute durch die Subvention von unwirtschaftlicher Technologie die Innovation behindert. Wenn überhaupt Subventionen, dann nur in Forschung und Entwicklung!
Das Elend der Subventionen wird auch hier wieder deutlich und auch im Fall der Solarenergie verursachen sie neben der Innovationsbremse weitere unerwünschte Nebenwirkungen: Es werden Arbeitsplätze geschaffen, jedoch nicht in dem Land, dessen Steuerzahler und Energieverbraucher die Subventionen bezahlen, sondern in Asien, wo die Solarzellen billiger produziert werden, die man für deutsche Dächer importiert.
Zitat:
Warum nun Andersdenkende als TraumtänzerInnen bezeichnet werden, kann ich im Augenblick nicht nachvollziehen...

Vielleicht reicht Ihnen Obiges ja schon zum Nachvollziehen.
Ich gebe Ihnen aber gerne noch eine weitere Erklärung:
Frau Ypsilanti ließ sich ihr Energiekonzept vom Präsidenten der "Eurosolar", also einem lupenreinen Lobbyisten mit Partikularinteressen schreiben. Das ist nicht nur traumtänzerisch, sondern unverantwortlich einseitig und deshalb gefährlich. So sieht das auch ein erheblicher Teil ihrer eigenen Partei, siehe Clement.
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 10.Feb 2008 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Noch 'ne kleine Ergänzung:
So richtig deutlich wird die Art des Traumtänzchens der Frau Ypsilanti, wenn man ihre Vorhaben in einen globalen Kontext stellt:
In einer Zeit, wo in China inzwischen jede Woche 2 Kohlekraftwerke neu eröffnet werden (1 pro Woche ist inzwischen überholt) will Frau Ypsilanti durch Abschalten der wenigen hessischen Kohlekraftwerke zur Begrenzung der Klimaerwärmung beitragen. Einer Klimaerwärmung, die sich auch durch die 60 Mrd. € pro Jahr teuren CO2-Einsparpläne der EU nur um 2 Jahre verschieben läßt - wenn überhaupt.
Schöne Träume weiterhin!
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 23.März 2008 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

Andere reiben sich die Hände über die deutsche Traumtänzerei in der Energiepolitik - die uns nicht nur direkt sehr teuer wird (siehe hier), sondern auch indirekt über den Verlust von Technologieführerschaft und Arbeitsplätzen:

Französisch-britische Atom Allianz.

Die Bundesregierung gerät energiepolitisch immer stärker unter Druck - in Großbritannien gilt die neue Allianz in der Atompolitik mit Frankreich als Schwächung Deutschlands. Deutschland will den Ausstieg aus der Kernkraft, neue Kohlekraftwerke werden aber lokal immer öfter verhindert. Alle unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien, doch diese werden diese Ausfälle nicht zu 100% kompensieren können. Durch diese unrealistische Energiepolitik wird nicht nur die Versorgungssicherheit in Deutschland gefährdet, die Energiepreise werden immer weiter durch diese (rot-grüne) Politik in die Höhe getrieben- zum Schaden der Bürger und der Wirtschaft. Frankreich und Großbritannien planen nun eine Atom-Allianz. Die Gegner der Kernkraft müssen einsehen: ihre Argumente können so gut nicht sein, da kein anderes Land aus dieser Technologie aussteigt. Im Gegenteil, Kernkraft ist weltweit auf dem Vormarsch. Von dieser Entwicklung profitieren nicht mehr deutsche Firmen wie Siemens, sondern vor allem die Franzosen, insbesondere Alstom. Wer mit beteiligten Franzosen spricht weiß, dass diese sich über die deutsche Haltung verwundert die Augen und dann die Hände reiben.
(Quelle)
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 31.März 2008 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Energiepolitik: In der SPD beginnt das große Umdenken

Wir werden nach der Bundestagswahl 2009 erleben, dass auch meine Partei, die SPD, der britischen Labour-Partei folgen wird und einen überfälligen Schwenk in der Frage [der Atomenergie] machen wird, weil andernfalls die Grundstoffindustrie aus Deutschland vertrieben wird.
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 27.Apr 2008 9:23    Titel: Antworten mit Zitat

hdschulz hat folgendes geschrieben::
Energiepolitik: In der SPD beginnt das große Umdenken

....und Clement ist einer der Vordenker (solange er noch in der Partei bleiben darf):

Clement freut sich über Ypsilantis Scheitern

Seine Kritik an der hessischen SPD-Kandidatin Andrea Ypsilanti hat ihm eine Rüge der Partei eingebracht. Jetzt legt Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement nach. Auf WELT ONLINE erklärt er, warum es falsch ist, der Kohlekraft-Technologie den Kampf anzusagen – wie es Schwarz-Grün in Hamburg tut.
Wolfgang Clement darf sein SPD-Parteibuch behalten. Er bleibt also Mitglied einer Partei, mit der er sich nicht immer leicht getan hat. Dabei war sein bisheriges Leben geprägt von der politischen Arbeit.

Moderne Kohlekraftwerke stoßen deutlich weniger CO2 aus als die „amtierenden“ und können künftig nahezu CO2-frei gefahren werden. Das sollten für alle, die sich um den globalen Klimaschutz sorgen, hoffnungsfroh stimmende Fakten sein. Aber hierzulande ist das offenbar nicht so: In Hessen hatte das Gespann Ypsilanti/Scheer genau dieser Großtechnologie den Kampf angesagt – und sein Ziel glücklicherweise verfehlt. In Hamburg sind jetzt Ole von Beust und die GAL am Zuge. Und diesmal droht ein kostspieliges Drama daraus zu werden.

Noch genießt das schwarz-grüne Paar im Norden die Freude darüber, dass wieder mal ein Koalitionstabu gebrochen wurde. Doch das wird nicht lange über die Schwächen hinwegtäuschen, die der Ehevertrag enthält. Der gravierendste davon betrifft das geplante Kohlekraftwerk in Moorburg, von der CDU im Wahlkampf für unverzichtbar erklärt, von den Grünen erbittert bekämpft.

Die Lösung im nun vereinbarten Koalitionsvertrag beansprucht ganze elf Zeilen. Sie besagen, dass ein Ausstieg aus dem bereits laufenden Milliardenprojekt jetzt zwar rechtlich nicht möglich sei, dass die Koalitionspartner aber anstelle des Kohlekraftwerks eigentlich ein Gaskraftwerk wollen. Dessen Bau soll nun europaweit ausgeschrieben werden, ungeachtet dessen, dass das bisherige Genehmigungsverfahren für das Kohlekraftwerk weiterhin läuft.

Das mutet an wie die Quadratur des Kreises. Gelingen kann es nur, wenn man einen der Partner in diesem Geschäft förmlich ausspielt. Und das soll offensichtlich der schwedische Energiekonzern Vattenfall sein, an den die Hanseaten vertraglich bis 2014 gebunden sind. Die mutmaßlich ins Auge gefasste Lösung: Die neue „grüne“ Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Anja Hajduk, leitet künftig genau jene Behörde, die rechtlich über die Genehmigungs- und Erlaubnisanträge zum Bau des Kraftwerks zu entscheiden hat. Man möchte fast Gift darauf nehmen, weil man es bei etlichen ähnlichen Energieprojekten genau so erlebt hat: Die Umweltbehörde unter neuer Leitung wird die Genehmigungsverfahren so präzise „nach Vorschrift“ durchführen, dass der Antragsteller Vattenfall seine liebe Not damit haben wird – es sei denn, er käme schon in dem vorbeugend angestrengten Schadenersatzprozess gegen die Stadt Hamburg wenn schon nicht zu seinem Recht, dann wenigstens zu Geld, viel Geld, denn der Schaden wird mit über eine Milliarde Euro beziffert!

Und die Moral von der Geschicht? Die schwarz-grüne Koalition in der Hansestadt kann auf Probelauf gehen, für Hamburg und vielleicht sogar für die ganze Republik. Das bringt Bewegung ins politische Spiel. Der Standort Deutschland allerdings wird Schaden nehmen. Denn er lebt von der Verlässlichkeit, die man uns bisher im weltweiten Wettbewerb um Investitionen und Arbeitsplätze nachsagt. Und die geht koppheister – ganz anders, als es im Lehrbuch über die hanseatischen Kaufmannstugenden steht.
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verdammtnochmal
Newbie


Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 8.Mai 2008 23:01    Titel: Gaskraftwerk... Antworten mit Zitat

...na toll, das übernimmt dann gleich Gasprom aus Russland, Schröder lässt grüssen.

Überhaupt haben die Russen für uns noch einige höchst interessante Problemlösungen parat, auf die wir dann mangels Alternativen zurückgreifen müssen, wenn es zu spät ist:

In Severodvinsk bauen sie jetzt mit der jahrzehntelangen Erfahrung von Eisbrechern und U-Booten was ganz neues: Schwimmende Atomkraftwerke.

Das wird dann so kommen, dass so ein Atomschiff im Hamburger Hafen vor Anker geht und die Stadt mit Strom versorgt....
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 952

BeitragVerfasst am: 9.Mai 2008 8:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Überhaupt haben die Russen für uns noch einige höchst interessante Problemlösungen parat, auf die wir dann mangels Alternativen zurückgreifen müssen, wenn es zu spät ist

Nicht nur die Russen....
Unsere Traumtänzer und grün-ideologischen Weltrettungsphantasten leisten sich teure Symbolpolitik und kontraproduktive Subventionen - wir haben's ja! (oder nehmen wieder mehr Kredite auf) Fragt sich nur wie lange. Wenn wir mal den Anschluß in Technologie und Entwicklung endgültig verloren haben, stehen Andere gerne bereit um uns zu zeigen, wo's lang geht.
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