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frank neidzel Insider
Anmeldungsdatum: 17.07.2002 Beiträge: 600 Wohnort: bremerhaven
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Verfasst am: 13.Jun 2005 15:59 Titel: Fachwirt für Finanzdienstleistung IHK Berlin - 90% nicht |
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Subventionsbetrug beim Meister-BaföG für IHK-Fachwirt-Ausbildung?
„Es droht ein absoluter Tiefstand beim Niveau der Prüfungen,“ beklagt Peter L. Pedersen, Chef der TUTOR Unternehmensberatung in Neumünster, die Qualität der Prüfungen zum Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK). Insbesondere für die anstehenden Zulassungsgesetze sieht er die Gefahr, dass IHK-Abschlüsse selbst Mindestqualitäten nicht mehr erfüllen können. „Da wird zum Beispiel der versicherungstechnische Anteil im Fachberater-Lehrgang künstlich hochgemogelt, um die gesetzgeberische Hürde von 230 Stunden überwinden zu können“, so Pedersen. „In Wahrheit gibt der Lehrgang das aber gar nicht her.“
Die Fachwirte-Prüfungen entarten laut Pedersen zunehmend zu simplifizierten Handelsvertreter-Ausbildungen. „Moderne Führungsinstrumente und -mechanismen, wie sie bei Einführung des Fachwirts 1997 noch enthalten waren, sind bei der letzten Überarbeitung konsequent gestrichen worden“, so der TUTOR-Chef. Selbst wichtige Praxisthemen, wie sie fast jedes Jahr neu im Finanzmarkt auftreten, würden erst mit vielen Jahren Verspätung im Rahmenstoffplan aufgenommen.
Die erste und zugleich letzte Aktualisierung seit der Einführung des Fachwirts habe Anfang 2004 stattgefunden. „Die 2005er Neuerungen kennt der Fachwirte-Lehrgang also noch gar nicht“, so Pedersen. „Im Interesse des täglichen Geschäfts macht ein IHK-Fachwirt auf diese Weise keinen Sinn, weil man wirklich nicht viel Neues lernen kann.“ Es könne und dürfe nicht im Interesse der Kammern sein, wenn sich deshalb immer mehr Marktteilnehmer von den IHKn abwenden.
Nicht-Abschlussquote von 90 Prozent bei der IHK Berlin
Doch genau das scheine bereits der Fall zu sein, wenn man die Teilnehmerzahlen zum Beispiel bei der IHK Berlin, einer der wichtigsten IHK-Prüfungsstätten für Finanzvermittler, betrachte. Von ursprünglich 300 zugelassenen Prüfungsteilnehmern zum Fachwirt für Finanzberatung an der IHK Berlin seien zur Frühjahrs-Blockprüfung nur 32 Aspiranten erschienen, von denen 30 bestanden hätten. Das ergebe eine Nicht-Abschlussquote von 90 Prozent. Zum Vergleich nennt Pedersen das Ergebnis des von TUTOR angebotenen Ausbildungsgangs „Masterconsultant in Finance MFC“: Von den 147 Lehrgangsteilnehmern dieses privatwirtschaftlichen Pendants zur IHK-Prüfung, die ihren Lehrgang ebenfalls im Frühjahr 2005 beendet haben, konnten 126 Teilnehmer – also über 85 Prozent - den Lehrgang mit Erfolg und Titel abschließen.
Als Gründe für die Abbrecherquoten beim IHK-Fachwirt nennt Pedersen verschiedene mögliche Ursachen. „Schlimmstenfalls dokumentieren die Zahlen einen massenhaften Subventionsbetrug beim Meister-BAföG“, so Pedersen. Zur Erlangung von Meister-BAföG nebst zinslosem KFW-Kredit müsse eine Prüfungszulassung zum Fachwirt nachgewiesen werden. Das Geld fließe aber, bevor die Prüfung abgelegt werden muss. Als weitere Möglichkeit führt der TUTOR-Chef an, dass die IHK mit der Prüfungsorganisation von selbständigen Finanzvermittlern völlig überfordert sei, weil sie in anderen Branchen nur Angestellte zu Fachwirten prüfe. Und drittens fürchtet er, dass die Finanzberater von den „vertriebsschädlichen, mehrtägigen Abschlussprüfungen“ abgeschreckt werden könnten. Eines müsse der Behörde in jedem Falle attestiert werden, so Pedersen: „Sie hat ihr Prüfungsgeschäft bei Finanzberatern offensichtlich nicht im Griff.“
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