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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6286
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Verfasst am: 23.Feb 2008 13:35 Titel: GB: Straftätern winkt die vorzeitige Entlassung |
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Die Gefängnisse im Vereinten Königreich sind jetzt zum ersten Mal in der Geschichte des Landes für total überfüllt erklärt worden.
Dennoch würden sich die meisten der 350 Amtsgerichte in England und Wales immer noch weigern, größere Milde walten zu lassen und mehr Straftätern zunächst eine Bewährungsfrist einzuräumen, berichteten britische Zeitungen.
Nach Angaben des Justizministeriums ist die oberste "sichere Belegungsgrenze" der Haftanstalten erstmals deutlich überschritten worden. Am Samstag beherbergten die Gefängnisse in England und Wales - in Schottland und Nordirland ist die Lage nicht viel besser - nach offiziellen Angaben 82.068 verurteilte Straftäter. Das sind rund 100 mehr als es die Sicherheitsvorschriften zulassen.
Um der Krise Herr zu werden erwägt Justizminister Jack Straw unter anderem die vorzeitige Entlassung und Abschiebung mehrerer Tausend ausländischer Gefangener, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Sie sollten künftig bereits 270 Tage vor dem Absitzen der Hälfte ihrer Haftstrafen entlassen werden können statt bisher 135 Tage vor dieser Grenze.
Die Opposition warf der Regierung vor, mit "Panikmaßnahmen" zu reagieren, nachdem sie jahrelang alle Warnungen vor einer totalen Überfüllung der Gefängnisse ignoriert habe. Ein Programm zum Bau neuer Haftanstalten sei viel zu spät in Angriff genommen worden.
Quelle: FTD |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6286
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Verfasst am: 5.Jun 2008 18:14 Titel: |
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In Großbritannien wird über Zahlen diskutiert, die das Justizministerium am Dienstag bekannt gegeben hat.
Die Zahl der Gefängnisinsassen steigt kontinuierlich und lag im April bei 82.797, 2 Prozent mehr als letztes Jahr. In England und Wales sind 2007 142 Personen pro 100.000 Einwohner eingesperrt gewesen (zum Vergleich: USA: 714, Deutschland: 96).
Aber nicht das erregt die Gemüter, sondern die Tatsache, dass zwischen 1999 und 2006 37.000 Häftlinge verzichtet haben, vorzeitig unter Auflagen entlassen zu werden und lieber im Gefängnis geblieben sind.
Dazu kommt noch eher als Anekdote, dass zwischen 2003 und 2008 42 Personen entdeckt wurden, die in ein Gefängnis einbrechen wollten. Die Gefängniseinbrüche sind von 5 (2003-2004) auf 19 (2007) gestiegen.
Offenbar handelt es sich bei diesen Einbrechern in meist offene Gefängnis vor allem um Drogendealer und Prostituierte. Andere weisen darauf hin, dass es auch Menschen sein könnten, die etwa nach langen Haftstrafen draußen nicht mehr zurechtkommen.
Dass so viele Häftlinge lieber ihre Zeit ganz absitzen, als vorzeitig in die Freiheit zu gelangen, lässt manche vermuten, dass es den Gefangenen einfach zu gut gehe und für sie das Leben außerhalb der Mauern möglicherweise beschwerlicher sei. Das Gefängnis also als eine Art beschütztes Hotel, in dem man gut versorgt wird: expensive bed and breakfasts, so etwa der Telegraph oder die Times: state-run B&B lodging, für den Staat teure Pensionen also.
Nicht nur Journalisten machen sich ihre Gedanken. Glyn Travis, der stellvertretende Generalsekretär der Prison Officers' Association, meinte, es müsse etwas falsch in der Gesellschaft laufen, wenn Menschen in Gefängnisse einbrechen, um Drogen zu bringen, während die Gefängnisinsassen selbst drinnen ganz zufrieden seien: "Häftlinge erhalten Lohn für die Gefängniszeit, sie bekommen ein Bett, haben Fernseher in allen Zellen, in den Aufenthaltsräumen Satellitenfernseher, kostenlose Telefone, zu vielen Gelegenheit Frühstück ans Bett und Geldvergütungen für gutes Verhalten. Und die Gefängniswärter sind dazu gezwungen, mit ihnen unterwürfig umzugehen. Das ist lächerlich." Man merkt, hier hat es jemand eher mit dem Strafen.
Unter den Kommentatoren zu den Artikel findet man erwartungsgemäß solche, in denen gesagt wird, dass Gefängnisse schließlich keine Hotels seien, sondern zur Strafe dienen. Ein Kommentator merkt allerdings an: "they have probably realised that britain feels more like a jail on the outside of a prison! all courtesy of a labour gubbermint!"
Ein anderer Kommentar lautet: "u.U. würde ich auch drin bleiben, wenn die Alternative...dauernde Gängelung, Stigmatisierung, allgegenwärtige Überwachung und Kontrolle in einem zur Plutokratie verkommenen ehemals liberalen Königreich heissen würde. Ohne Familie sowieso. Eigentlich sollte es zu tiefst zu denken geben - ich als Politiker würde mir selber totales Versagen dem Volk gegenüber vorwerfen wenn dieses plötzlich lieber in den Knästen ist als draussen. Nicht den Gefängnisinsassen geht's zu gut, sondern draussen ist es zu sehr Schei..., man hat das ganze Land zu einem riesigen überwachten Knast mit pauschler Verdächtigung der Bürger gemacht - aber diese Erkenntnis verweigern Politiker offenbar. Klar, diese rückgratlosen Volksverräter wissen ja ganz genau WAS sie verbrochen haben, nur zugeben ist nicht. Schweinebande."
Oder: " Reicht es nicht im UK, einen Bobby schwer zu beleidigen, und dann noch eine kleine Tätlichkeit an ihm zu verüben, um in den Knast zu kommen? Nun, aber bestimmt beim zweiten Mal ist man doch fällig. Das ist doch viel einfacher, als sich mühsam mit Werkzeugen einen Weg in den Knast zu bahnen. Das wäre doch Schwerstarbeit. Das wird sich im UK bestimmt in Zukunft als Alternative eignen, denn in Obdachlosenasylen nachts im Muff von 15 bis 20 Leuten in einem Schlafsaal zu verbringen ist doch ein böser Traum.
Nein, da ist eine saubere Einzelzelle mit frischer Wäsche doch eher vorzuziehen.
Quelle: F.Rötzer |
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