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Geht es mit der -CH- abwärts???¿¿¿

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money-baer
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Anmeldungsdatum: 28.02.2002
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BeitragVerfasst am: 14.Sep 2003 15:15    Titel: Geht es mit der -CH- abwärts???¿¿¿ Antworten mit Zitat

Die Schweiz – warnender Referenzfall fuer Euroland

Von Dr. Bernd Niquet

Man muss tatsaechlich schon zwei Mal hinschauen:
Ueberall in der Welt glimmen derzeit die Hoffnungs-
fuenkchen auf einen Konjunkturaufschwung. Die
Schweiz hingegen ist gerade in eine heftige Re-
zession abgerutscht, die schwerste seit der deutsch-
deutschen Bundesbank-Vereinigungs-Rezession im Jahr
1992. Im zweiten Quartal dieses Jahres lag in der
Schweiz das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent
unter dem Vorquartal, was den dritten Rueckgang in
Folge darstellt.

Wie kommt so etwas? So ein reiches Land, das reichste
in Europa! Und dann das? Warum kommen die Schweizer
ploetzlich nicht mehr mit? Ich moechte an dieser Stelle
einmal eine monetaere Erklaerung versuchen.

In meinem Buch "Der Zauberberg des Geldes" habe ich
anhand einer fiktiven Bergrepublik Schwarzenstein
versucht, darzulegen, wie der Mechanismus des Knapphaltens
und Entknappens von Waehrungen das Geschick der Finanz-
maerkte und der Volkswirtschaften weltweit bestimmt.
Die Republik Schwarzenstein schafft es dabei, durch
das extreme Knapphalten seines Geldes das Vertrauen
der ganzen Welt in seine Waehrung, den Alpina, zu
gewinnen. Sie kann sich folglich vor Kapitalzufluessen
gar nicht retten (die jedoch sofort zwecks Knapphaltung
des Alpinas "sterilisiert" werden).

Verbunden ist damit eine extreme Aufwertung der heimischen
Waehrung sowie eine entsprechende lehrbuchhafte Strangulierung
der Binnenwirtschaft. Im Fall Schwarzensteins macht das
freilich nichts, da es sich hierbei nur um ein Bergdorf
handelt und somit die ganze Republik von den Zinsertraegen
der Notenbank leben kann (– die in Form einer negativen
Einkommensteuer ausgeschuettet werden).

Die Aehnlichkeiten – aber auch die Begrenzungen der
Parallelitaeten – zum Fall der Schweiz treten damit
offen zu Tage: Auch die Schweiz ist ein kleines Land
mit einer sehr stabilen Waehrung, die im Zuge der Ent-
knappung von Dollar und Yen – sowie Befuerchtungen,
dass mit dem Euro das Gleiche passieren koennte –noch
staerker zur weltweit gesuchten Anlagewaehrung geworden
ist, als dass schon immer der Fall war. Und auch die
Schweiz lebt zum grossen Teil von den Provisionen,
die sie bei der Verwaltung dieser in den Franken und
ins gelobte Land transferierten Vermoegen verdient.
(Hier allerdings ernaehrt man sich im Vergleich zu
Schwarzenstein nicht von der Notenbank, sondern von
den Geschaeftsbanken.)

Nur: Im Vergleich zu Schwarzenstein reicht das nicht
aus, um ein derart grosses und heterogenes Land mit
Millionen von Einwohnern zu ernaehren. Deshalb leidet
die Schweiz, so paradox es klingen mag, wirtschaftlich
extrem unter ihrer wirtschaftlichen und finanziellen
Vernunft. Womit wir beim Fall des Euros waeren. Auch
hier wird die Geldpolitik weitaus restriktiver gehand-
habt als jenseits des Atlantiks und jenseits des
Pazifiks. Der Preis, der hierfuer gezahlt wird, ist
eine deflationaere und an der Grenze zur Rezession sich
befindliche Wirtschaft.

Ich will jetzt nicht den Teufel an die Wand malen,
aber die Parallelitaeten zu den Dreissiger Jahren sind
durchaus nicht voellig vom Tisch zu wischen. Die USA
und Japan ueberholen sich beinahe taeglich in ihrem
Abwertungswettlauf, dessen Ziel es ist, die heimischen
Wirtschaften auf Kosten der Hartwaehrungslaender wieder
in Schwung zu bringen. Und nur noch ein paar Aufrechte
stemmen sich gegen diesen unvernuenftigen Trend –
und bezahlen dafuer mit binnenwirtschaftlichen
Schwierigkeiten.

Mal sehen wie lang die EZB hier noch dagegenhaelt?
Denn wenn meine Informationen stimmen, dann ist die
Schweiz mittlerweile bereits umgefallen und hat ihre
Geldmenge rasant ausgeweitet und damit den Wechsel-
kurs deutlich nach unten gedrueckt. Manchmal muss eben
auch der Aufrechteste das dreckige Spiel mitspielen,
um sich nicht voellig zu besudeln.


***************
Quelle: Doerssam Brief 136 vom 14. Sept. 2003
____________________

Diese interessante volkswirtschaftliche Betrachtungsweise wollte ich Euch nicht vorenthalten.

Schönen Sonntag noch
[/i]
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