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Greenpeace (und PETA) - nicht nur Gomopa zweifelt

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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1036

BeitragVerfasst am: 26.Sep 2005 11:38    Titel: Greenpeace (und PETA) - nicht nur Gomopa zweifelt Antworten mit Zitat

Eine ergänzende Sicht zum Eingangsstatement des heutigen Gomopa-Newsletters:

Gemeinnützigkeit

Hintergrund:
Organisationen wie Greenpeace und Peta beschäftigen wegen Gesetzesverstössen die Gerichte.
Mit dem Status der Gemeinnützigkeit ist das nicht vereinbar.

Ungemeinnützig
von Dirk Maxeiner und Michael Miersch


Menschen, die das Gute für sich reklamieren, fühlen sich oft grundsätzlich im Recht. Folglich glauben sie, sich über lästige Grundsätze des Rechtsstaates hinwegsetzen zu dürfen. Dafür wurden so schöne Begriffen wie „bürgerlicher Ungehorsam“ oder „gewaltfreier Widerstand“ kreiert. Im Namen der guten Sache darf gelogen, beleidigt und erpresst werden. Sachbeschädigung gilt als Kavaliersdelikt. Zwei aktuelle Fälle zeigen, wo diese Sichtweise inzwischen angelangt ist.
Die Tierrechtsorganisation Peta ist letzte Woche in Stuttgart wegen Volksverhetzung zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Gruppierung den Völkermord an den Juden verharmlost hat. Die Tierschützer hatten im Rahmen der Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller,“ Bildmontagen veröffentlicht, auf denen eingepferchte KZ-Häftlinge neben Käfighühnern abgebildet sind.

„Es gibt keinen vernünftigen Grund zu glauben, dass ein menschliches Wesen besondere Rechte hat. Eine Ratte ist ein Hund ist ein Junge. Sie sind alle Säugetiere,“ erklärte die amerikanische Peta-Präsidentin Ingrid Newkirk. „Brandstiftung, Zerstörung von Eigentum, Einbruch und Diebstahl sind akzeptable Verbrechen, wenn sie für die Sache der Tiere eingesetzt werden,“ sagte einer ihrer engsten Mitarbeiter. Schön, dass ein deutsches Gericht diese Ideologie in ihre Schranken weist. Weniger schön, dass deutsche Promigrößen dazu nicht in der Lage sind. Unsere Gesellschaft hat sich angewöhnt, Politikern, Bossen oder Wissenschaftlern in Toto zu misstrauen. Dem steht eine totale Arglosigkeit gegenüber, sobald es um Gruppen mit vorgeblich hehren Motiven geht. Der glamouröse Unterstützerkreis von Peta verdient es hier wenigstens auszugsweise genannt zu werden: Désirée Nosbusch, Carsten Spengemann, Die Toten Hosen, Dirk Bach, Franka Potente, Heike Drechsler, Nadja Auermann, Nina Hagen, Reinhard Mey, Sasha, Thomas D., Uwe Ochsenknecht ...

Neben Peta geriet noch eine zweite höchst erfolgreiche Spendenorganisation ins Visier der Behörden: In der Greenpeace Zentrale ging Ende 2004 ein Schreiben des Finanzamtes Hamburg Mitte-Altstadt ein, indem die Überprüfung der Gemeinnützigkeit für das Steuerjahr 2003 angekündigt wird. Anlass dafür sind Rechtsverstöße der Organisation, die sich nicht mit dem Status der Gemeinnützigkeit vereinbar seien. So habe man sich beispielsweise nicht von der widerrechtlichen Besetzung eine Schiffes im Hamburger Hafen distanziert. Das Hamburger Finanzamt steht mit seinem Verdacht nicht allein. In Kanada, dem Gründungsland von Greenpeace, wurde die Gemeinnützigkeit bereits 1989 aberkannt. Patrick Moore, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender von Greenpeace, hat sich mit Grausen abgewandt. Die heutige Gebaren der Aktivisten beschreibt er so: „Eine Bande wissenschaftlicher Analphabeten mit Gestapo-Taktiken.“

Der Ausgang beider Verfahren ist offen (es wurde Berufung beziehungsweise Beschwerde eingelegt). Die Botschaft aber ist überfällig: Der Rechtsstaat sollte Spenden für seine Demontage nicht auch noch von der Steuer absetzbar machen. Was ist gemeinnützig an einem Verein wie Peta , der jeglichen Tierversuch und damit die Entwicklung von Medikamenten unmöglich machen will? Was ist gemeinnützig an einem Verein wie Greenpeace, der die Zerstörung von Versuchfeldern unterstützt und feiert, obwohl diese ja gerade dazu dienen, die Sicherheit von Gentechnik-Pflanzen zu überprüfen? Greenpeace beantwortet diese Frage unter anderem mit der drolligen Feststellung, ein ehemaliger Geschäftsführer des Vereins habe kürzlich das Bundesverdienstkreuz erhalten. Vielleicht sollten auch die Kriterien für dessen Verleihung einmal überprüft werden.

Erschienen in Die Welt vom 26.1.2004
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 26.Sep 2005 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Erstaunlich, daß man zumindest noch imstande ist, sich darüber zu wundern. Erstaunlich deshalb, weil Gruppen wie Greenpeace, nicht anders als andere Gruppierungen und Parteien auch, notleidend sind; notleidend deshalb, weil man sich von jeglicher Kultur in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend entfernt hat. Nichts mehr mit den alten griechischen Bildungsidealen, nichts mehr mit den Bildungsidealen eínes Alexander von Humboldt, oder in neuerer Zeit, eines großen Philosophen und Theologen Hans Pfeil, der noch Vorlesungen darüber gehalten hat, was dem Menschen wirklich ansteht zu wissen, was er wissen soll, was er wissen kann und dies säuberlich trennte von unnützem Wissen (beispielsweise Regenbogenpresse ect.). Er hielt dies für notwendig, da schon zu seiner Zeit der Kultursturz begonnen hatte. Jener Kultur nämlich, die in wenigen tausend Jahren gewachsen ist, über die griechische Kultur zur römischen Kultur, welche die griechischen Ursprünge nahezu vollständig subsumierte und die bis zum Ende des 19. Jhrh. etwa ihrerseits subsumiert wurde in der christlichen-europäischen Kultur. Die sogenannte Aufklärung trug später dazu bei, langsam aber stetig den Menschen auf seine pure Existenz zu erniedrigen.

Und dies ist der Punkt, wo mit Kritik begonnen werden muß. Vorstellungen, wie Greenpeace sie im Lauf der Zeit entwickelte oder, wie sie zunehmend das Bild der politischen Landschaft prägen, sind die Basis dieser Auswirkungen. Kurz gefaßt: Hätte sich das Werteverständnis nicht verändert, gäbe es auch nicht Greenpeace und zwar so, wie sich diese Gruppe derzeit darstellt. Selbstverständlich läßt sich dies auch auf die Politik übertragen.
Der Mensch hat keinen Respekt mehr vor seiner Individualität und dies hat zur Folge, daß er selbstverständlich auch seine Mitmenschen nicht mehr respektiert. Im Exzess geht dies so weit, daß man den Schutz von Tieren über den Schutz von Menschen stellt.

Was macht der Mensch, der in der überkommenden Kultur aufgewachsen und durch sie noch geprägt ist? Er wendet sich von vorn herein mit Grausen ab oder er zieht sich, nach Erkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse, zurück.
Ist dies womöglich die Erklärung dafür, daß gegen diese verkehrte Sicht der Dinge, die eine über Jahrtausende hinweg gewachsende Ordnung auf den Kopf stellt, nichts unternommen wird, bzw. nichts unternommen werden kann?

Greenpeace und unsere Politiker sind nur die Folgen, die Ursachen liegen im Volk, aus welchem sie kommen.

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