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Heisses Thema

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loooser
User gebannt


Anmeldungsdatum: 07.10.2003
Beiträge: 2774

BeitragVerfasst am: 17.Jun 2004 14:13    Titel: Heisses Thema Antworten mit Zitat

Die tendenziösen Spamaktionen "Hetze aus der rechten Ecke" der letzten
Tage finde ich unter aller Sau. Erstens, weil ich trotz meiner Engstirnigkeit
ziemlich global denke und weil ich zweitens glaube, dass wir alle
Ausländer sind.

Aber - und das gibt mir schwer zu denken - gerade diese Mailattacken
machen es nahezu unmöglich, über redens- und nachdenkenswerte
Themen öffentlich und konstruktiv zu sprechen. So werden kritische
Gespräche im ungünstigsten Fall schnell mit dem Hinweis, man sei ja ein
Nazi, abgewürgt.

Also stellt sich mir die Frage, was und wer hat da wo was mit diesen Spams
erreichen wollen? Rein theoretisch könnte ja............. ! Na gut, das ist ein
wenig weit her geholt.

Aber über diese Mail wird sicher nicht mehr unvoreingenommen diskutiert
werden können. Obwohl hier sehr viel wahres dran ist. Das Thema hatten
wir gerade vor 2 Wochen ausgiebig diskutiert.


Zitat:
Die verschwiegenen Gruende der Kostenexplosion:

Unlaengst aeusserte der Vorsitzende des Bayerischen Hausaerzteverbandes, Dr. Wolfgang Hoppenthaller, dass eine grosse Zahl auslaendischer 'Gesundheitstouristen' mit den Chipkarten ihrer Angehoerigen und Freunde bei uns die aerztliche Versorgung in Anspruch nimmt. Der Schaden sei laut Dr. Hoppenthaller 'bestimmt so hoch wie das aktuelle Defizit der Krankenkassen'.

Doch die Kosten dieses Chipkarten-Betruges, den die Gemeinschaft aller Pflichtversicherten zu tragen hat, sind nur ein Grund des sich abzeichnenden Zusammenbruchs der sozialen und gesundheitlichen Versorgungssicherheit. Als Folge sogenannter bilateraler und multilateraler Sozialversicherungsabkommen (Vertraege mit einzelnen oder mehreren Staaten) werden von den Krankenkassen Millionenbetraege an Auslaender gezahlt, die sich in der BRD aufhalten, unabhaengig davon, ob diese hier arbeiten, arbeitslos oder Sozialhilfeempfaenger sind.

Mitversichert sind auch deren Angehoerige, selbst wenn diese getrennt vom Unterhaltspflichtigen und auf Dauer in ihrem Heimatland leben.

Der Kreis der Anspruchsberechtigten richtet sich dabei nicht nach den deutschen, sondern nach den Rechtsvorschriften der Herkunftslaender der Unterhaltspflichtigen. In einigen Laendern bezieht der erweiterte Familienkreis u.a. Eltern und Geschwister mit ein, wie z.B. in der Tuerkei.

Die bekanntlich grosse Kinderzahl und ggf. mehrere Ehefrauen bilden Probleme. Ein zusaetzliches Problem birgt die grosszuegige Geste unserer Regierung, durch Versichertenausweise ohne Lichtbild den Missbrauch zu foerdern. Eine weitere, ausserordentliche Belastung entsteht zudem durch die z.T. erhebliche medizinische Unterversorgung in den Herkunftslaendern.

Abkommen wurden bisher mit folgenden Laendern getroffen: Bosnien-Herzegowina, Bundesrepublik Jugoslawien, Israel, Kroatien, Marokko, Mazedonien, Polen, Schweiz, Slowenien, Tuerkei, Tunesien, Ungarn, Tschechien.

Auch wenn diese Abkommen auf Gegenseitigkeit beruhen sollten, ist hier zweifelsfrei eine deutliche Schieflage feststellbar.

Die vom Gesundheitsministerium mit dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform den Aerzten 'verordnete' Medikamentenstreichliste sieht nur noch die Verschreibung von Billigmedikamenten vor.

Diese Regelung gilt nur fuer die stets in die Solidarkassen einzahlenden Kassenpatienten, nicht aber fuer diejenigen, deren Krankheitskosten der Staat bezahlt, fuer Strafgefangene, Asylbewerber und Sozialhilfeempfaenger! Diesen kann der Arzt weiterhin teure 'Original-Medikamente' verschreiben, diese koennen ohne Abstriche oder Zuzahlungen medizinische/zahnmedizinische Leistungen, Krankenhausversorgung, Operationen, Unterbringung in Pflegeheimen etc. in Anspruch nehmen.

Grund: In der Medikamentenstreichliste wurde die staatliche Krankenhilfe schlichtweg 'vergessen'!

Die statistischen Jahrbuecher weisen aus, dass im Jahr 1989 256.000 deutsche Staatsangehoerige, 270.000 Auslaender und im Jahr 1993 250.000 deutsche Staatsangehoerige und 577.000 Auslaender uneingeschraenkte Krankenhilfe aus den Rentenkassen - ausser den 'sonstigen' Sozialhilfeleistungen - erhielten. Dies bedeutet bei den Deutschen in vier Jahren ein geringer Rueckgang, bei den Auslaendern mehr als eine Verdoppelung. Heute wird die Millionenzahl Anspruchsberechtigter bereits weit ueberschritten sein.

>>>> Kein Wunder, dass die Zahlen seit 1994 nicht mehr veroeffentlicht
>>>> werden. <<<<


Was schließen wir daraus?

Es sind nicht die in die Pflichtkrankenkassen einzahlenden Versicherten, die fuer das zunehmende Defizit sorgen, sondern vorrangig diejenigen, die auf Kosten der Solidargemeinschaft der Versicherten beitragsfrei die Kassen belasten. Eine Gleichbehandlung aller Versicherten im Krankheitsfall wird durch den Gesetzgeber verhindert. Zahlende Kassenpatienten werden medizinisch eindeutig schlechter gestellt als kostenfrei Anspruchsberechtigte.

Es ist typisch, dass der Buerger ueber solche Handlungen nicht, falsch oder nur unzureichend informiert wird und keine Bundestagspartei solche Ursachen der Kostenexplosion zu kritisieren wagt.
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 17.Jun 2004 15:42    Titel: ........................... Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber über diese Mail wird sicher nicht mehr unvoreingenommen diskutiert
werden können. Obwohl hier sehr viel wahres dran ist.

Ob un- oder voreingenommen: was zählt, sind die nachprüfbaren Fakten!
Mit den besten Wünschen, Browser
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Schwabenpower
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 24.12.2002
Beiträge: 1449
Wohnort: im wilden Süden

BeitragVerfasst am: 17.Jun 2004 22:20    Titel: Ja Antworten mit Zitat

ich sehe es ähnlich wie browser. Die Fakten zählen, und die oben genannten Fakten in dem Thread mit der Krankenversicherung im Ausland lebender Verwandter durch deutsche Krankenkassen ist so im großen und ganzen richtig. Besonders schlimm wird dieses Spiel in der Türkei gespielt (ohne kulturelle oder sonstige Vorurteile fällen zu wollen).
Ich bin garantiert kein Rechter, aber ich kann nur sagen: Es reicht.
Und eine kleine Bitte an loooser: auch wenn hier auf Ausländer verbal geschossen wird, hat dies mit politischem Rechtstum, Nazionalismus oder so nichts zu tun, ich halte das für Aufklärung.

Eine ganz persönliche Anmerkung: Dürfen wir Deutschen keine an Deutschland gerichteten Gedanken mehr äußern,ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden?
_________________
Auf Regen folgt Sonne!
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monxx77
User gebannt


Anmeldungsdatum: 06.05.2004
Beiträge: 1604

BeitragVerfasst am: 17.Jun 2004 22:39    Titel: WAS SOLLEN WIR TUN ? fragten die Verwirrten damals wie heute Antworten mit Zitat

Langfristig werden sich auch die gesetzlichen Krankenkassen ihre Kunden aussuchen müssen oder aber nur Minimalleistungen bieten.

Bei der Kundenauswahl bleiben Risikogruppen auf der Strecke: Chronischkranke, Großfamilien, Sozialhilfeempfänger usw.

Aber nicht nur Patienten betreiben Schindluder mit der Chipkarte, es gibt auch Ärzte die alles mögliche unkontrolliert berechnen und abrechnen und zudem ihre Sprechstundenhilfen anweisen WEGZUGUCKEN, wenn die Chipkarte vorgelegt wird. WAS empfiehlt denn der Hausärzteverband seinen Ärzten, um die Betrügerei vor Ort einzudämmen?

Wie sollen wir mit Schuldzuweisungen weiterkommen, wenn das ganze Gesundheitssystem mit allen seinen Elementen manipulierbar ist?

MfG monxx77
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jonathan33
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 12.02.2004
Beiträge: 269

BeitragVerfasst am: 18.Jun 2004 8:15    Titel: Antworten mit Zitat

@ browser

So, so nur die Fakten zählen...

Ich würde mal gerne wissen, welche Fakten zählen, wenn seit 1994 die Zahlen nicht mehr veröffentlicht werden...

@ schwabenpower

Sie halten das für Aufklärung wenn man durch Spam-Aktionen versucht unnachprüfbare Fakten so darzustellen, dass gezielt eine spezielle Bevölkerungsgruppe extrem negativ dargestellt wird. Und das alles mit einem speziellen Wurm versieht, damit diese Information potenziert weiterverbreitet wird.

Leute, Leute ich bin bestimmt kein Verfechter der Ausländer hier im Lande, aber solche Aktionen sind unter aller Sau. Und wer versucht die Leute die diese Initiative gestartet haben zu verteidigen, hat entweder nicht kapiert, was diese damit vorhaben, oder verfolgt selber diese Ziele...

Also erzählt hier nicht irgendwas von Aufklärung und nachprüfbaren Fakten, die Art wie das hier gemacht wurde ist einfach nicht in Ordnung und da muss ich dem User "loooser" voll und ganz Recht geben.
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 18.Jun 2004 14:43    Titel: ........................... Antworten mit Zitat

@Jonathan33

Dies als Einstimmung:
Zitat:
Es ist typisch, dass der Buerger ueber solche Handlungen nicht, falsch oder nur unzureichend informiert wird und keine Bundestagspartei solche Ursachen der Kostenexplosion zu kritisieren wagt.


Daß diese Situation sich derart darstellt, ist einmal den Leuten zu verdanken, die in einer vorgeblich toleranten Meinungs-Gesellschaft lärmend über jeden herfallen, der auch nur anscheinsweise seiner Vermutung Ausdruck verleiht, es könne sich hier womöglich um eine Ausnutzung sozialer Systeme in Deutschland handeln, vermehrt begangen durch Ausländer im Bereich des Balkan sowie der sich anschließenden Länder, vornehmlich der Türkei.
Dies hat leider auch zur Folge, daß aufgrund der lärmenden Toleranzkundgebungen schlagartig die meisten Menschen, die sich noch einigermaßen ihren Verstand bewahrt haben, mangelnde Zivilcourage erkennen lassen und es deshalb unterlassen, auf Fakten nachdrücklich hinzuweisen, die diese Aussagen belegen.

Wen interessiert ernsthaft der Wert einer Aussage, die in Rechts- oder Links-Spams im Internet verbreitet werden? Wer ausdrücklich nach solchen Inhalten sucht, wird schließlich fündig werden und voller Freude verkünden, welche Sauereien schon wieder im Netz kursieren. In aller Regel werden diese Spams von Normalos, die keinen Sinn und keine Zeit für solchen Quatsch haben, einfach weggeklickt.

Behalten Sie Ihre Voreingenommenheiten und Nachplappereien für sich und ich werde meinerseits bei meiner Auffassung verbleiben, die ich jederzeit auch begründen kann.

Schon seit geraumer Zeit geht mir ein gewisses deutsches Syndrom auf den Geist, sich und Deutschland niederzumachen bis zum Gehtnichtmehr, und nur, um auch nicht den Hauch eines Nationalgefühls aufkommen zu lassen.
Sehen Sie sich mal unsere Nachbarländer an, welches nationale Gedankengut dort vorhanden ist. Die Türken betrachten sich sogar als die Herrenrasse der Welt ("Ich bin stolz, ein Türke zu sein").
Damit sage ich nicht, daß die Deutschen sich als besser erachten sollten, als die Nachbarvölker, aber sie sollten sich zumindest für gleichwertig halten und darauf verzichten, sich öffentlich ständig niederzumachen.

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tifinaa
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 1176

BeitragVerfasst am: 18.Jun 2004 18:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und wer versucht die Leute die diese Initiative gestartet haben zu verteidigen, hat entweder nicht kapiert, was diese damit vorhaben, oder verfolgt selber diese Ziele...


Zitat:
Dürfen wir Deutschen keine an Deutschland gerichteten Gedanken mehr äußern,ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden?


Unsere Republik schützt die Meinungsfreiheit; man kann sagen, was man will,ohne rechtliche Strafe fürchten zu müssen.
Dennoch leidet die Republik aus dem Blickwinkel vieler Bürger
unter einem intoleranten Klima von Political Correctness.
Das führt zu vorsichtiger Anpassung und Gedankenfeigheit.

Für unsere Demokratie und Kultur ist heute nichts wichtiger
als ein Klima offener und breiter Meinungsfreiheit.
Sie ist das Fundament der Demokratie.
Nur offene Meinungsfreiheit, die auch extreme Abweichungen toleriert
und dann im politischen Streit austrägt, gibt uns die Gelassenheit
im Umgang miteinander.

MfG
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Andi Masters
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 07.03.2003
Beiträge: 395

BeitragVerfasst am: 20.Jun 2004 13:51    Titel: Ausländerthema ist kein Thema Antworten mit Zitat

Mit dem Ausländerthema kann man so wunderbar davon ablenken, daß die Architektur der sozialen Sicherungssysteme grundlegende Konstruktionsmängel hat. Denn zu den Beitragsleistungen werden nur lohnabhängig Beschäftigte herangezogen. Angesichts der tendenziell sinkenden Zahl versicherungspflichtiger Jobs wie auch der Überalterung der Gesellschaft kann es nicht verwundern, daß die Sozialsysteme zunehmend kollabieren.

Wollen wir in unserem Land nicht US-amerikanische Verhältnisse, dann müssen wir reformieren - aber nicht durch Kahlschläge mit der Kettensäge. Notwenig ist, daß jeder Bürger mit Einkommen zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme herangezogen wird, also bspw. auch Selbständige und Beamte. Von selbst versteht sich ferner, daß dabei sämtliche Einkommensarten berücksichtigt werden - also Einkommen aus unselbständiger oder selbständiger Arbeit ebenso wie aus Kapitaleinkünften. Und schließlich muß sich die Höhe der Beitragsleistungen an der wirtschaftlichen Kraft orientieren. Die Kopfpauschale ist da keine faire Lösung.

Wie auch immer ein solches Beitragssystem im einzelnen ausgestaltet wird: In jedem Fall entsteht so mehr Gerechtigkeit, da jeder Bürger, der dazu wirtschaftlich in der Lage ist, einen Beitrag für die Gemeinschaft leistet. Das Argument einiger, hierdurch würde die Wahlfreiheit des Individuums eingeschränkt, ist haltlos. Denn die Gesellschaft übernimmt für jeden Einzelnen im Fall von Notlagen die Sicherung der Existenz. Das ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit auf diesem Globus. Daran sollten wir uns zuweilen erinnern, bevor wir die radikale Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme fordern.
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Andi Masters
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 07.03.2003
Beiträge: 395

BeitragVerfasst am: 20.Jun 2004 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Daß Menschen aus anderen Ländern zu uns kommen wollen, ist im übrigen nachvollziehbar. Wer würde nicht auszuwandern versuchen, wenn die eigene Familie, die eigenen Kinder in der Heimat keine Zukunftsperspektive hätten? So haben es über Jahrhunderte auch Millionen Deutsche gemacht, die in die USA, nach Kanada oder Australien emigiriert sind.

Daß Deutschland nicht unbegrenzt Kapazität für Zuwanderer hat, ist natürlich klar. Wer also Migration verhindern will, muß sich um die Beseitigung der Mißstände kümmern. An denen haben die reichen Länder durchaus ihren Anteil. Doch die Diskussion um die Verursacher ist müßig: Menschen, denen es schlecht geht, werden immer versuchen, auszuwandern. Daran werden auf Dauer auch die schärfsten Zuwanderungsgesetze nichts ändern. Entwicklungspolitik ist insofern keine Gönnerpolitik, sondern realistische Sozial- und Wirtschaft.

Dümmliche Ausländerpolemik ist dagegen kein geeignetes Mittel, um voranzukommen. Aber darum geht es den Verbreitern wahrscheinlich auch gar nicht.
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Trader
Insider


Anmeldungsdatum: 28.10.2003
Beiträge: 931
Wohnort: Weesen

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2004 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz so heiss ist dieses Thema eigentlich nicht. Mir scheint es ist nur in Deutschland ein "heisses Thema". Vermutlich wohl deshalb weil viele fürchten gleich in die Naziecke gestellt zu werden und diesem Vorwurf will sich begreiflicherweise niemand aussetzen. Ich habe oft den Eindruck dass es sich hier für Deutsche um ein Tabuthema handelt. Dieser Umstand und die unsägliche political correctness sorgen dafür dass kaum oder gar nicht vernünftig und konstruktiv "gestritten" wird. Jedes System ist für sich niemals perfekt und lässt Raum für Missbrauch, ob der nun von Ausländern oder Einheimischen verursacht wird ist wohl eher nebensächlich. Es gilt den Missbrauch möglichst gering zu halten, ausmerzen lässt er sich kaum.

Etwas mehr Gelassenheit wäre wohl endlich angebracht. Niemand hält die Deutschen für verkappte Nazis und Rechtsextreme nur deshalb wenn sie laut über Missbrauch ihrer Sozialsysteme nachdenken und diskutieren. Es braucht zugegebenermassen schon etwas Mut damit zu beginnen und viele die das Wort "liberal" falsch verstehen werden ein Riesengeschrei veranstalten. Das Geschrei aber wird mit der Zeit verebben und Vernunft und Augenmass kann und wird siegen (dies zumindest ist meine bescheidene Einschätzung meiner nördlichen Nachbarn).

Wieviel Zuwanderung ein Land verträgt ist eine schwierige Frage. In der CH sind es gemäss neuesten Statistiken ein Ausländeranteil von 20,2%, und wir existieren immer noch trotz oder gerade wegen der teilweise erheblichen Reibungen.

Uebrigens - wer erinnert sich noch? Vor etwa 30 Jahren gab es mal eine Initiative (Schwarzenbach/Ohen) die verlangte den Ausländeranteil auf max. 6 (oder waren es 7?)% zu begrenzen. Die Initiative wurde verworfen und nicht mehr neu aufgenommen.

Grüsse
Trader
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