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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 18.Okt 2006 10:25 Titel: In die Beine.. |
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.. ging's und man mußte einfach mittun.
Nein, nicht das hirnlose "Bum-bum-bum" der heutigen Jugend ist gemeint, die zappeln und verrenken sich zwar auch, wenn genügend Pillen eingeworfen sind - wir waren ohne fröhlich drauf - und hatten nicht den Gesichtsausdruck der heute zu sehen ist, der dem eines kackenden Hundes gleicht.
Chuck Berry, der Mann, der den Rock’n’Roll erfand, wird heute 80
Es klingt immer etwas übertrieben, wenn ein einzelner Musiker als Erfinder des Rock’n’Roll ausgelobt wird.
Dennoch gibt es gewichtige Gründe, Charles »Chuck« Edward Berry, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, diese Ehrenbezeugung zu erweisen. Viel zu lange hat sich der Mainstream der Pop-Historiker auf eine multipolare Entstehungsgeschichte dieses Genres festgelegt, dabei gebürt der Lorbeer einzig und allein dem schwarzen Selfmade-Musiker, der es aus den Armutsghettos von St. Louis mit dem Umweg über ein paar Jugend-, Distrikt- und Staatsgefängnisse inzwischen längst in die »Hall of Fame« geschafft hat.
Unserem Mann reichte Mitte der 50er Jahre der Besuch von Livekonzerten der Blues-Ikonen Howlin’ Wolf, Elmore James und Muddy Waters, um zu wissen, wo es langgeht. Das 1956 entstandene »Roll over Beethoven« gehört wohl neben den wenig später veröffentlichten Berry-Krachern »Johnny B. Goode« und »Sweet Little Sixteen« zum Urschleim des Rock’n’Roll.
Bands wie die Beatles und die Rolling Stones coverten nicht nur seine Songs, sondern basierten ihre ersten Alben überwiegend auf den Grooves und Licks des Urvaters, während dieser in den 60er Jahren allmählich aus dem Rampenlicht und für einige Jahre auch wegen diverser Sexualdelikte im Gefängnis verschwand. Bis heute macht Keith Richards von den Stones eigentlich nichts anderes, als Chuck-Berry-Riffs zu spielen.
Anfang der 70er Jahre gelang Berry mit »My Ding-A-Ling« ein großartiges Comeback, daß ihn zurück in den Rock’n’Roll-Zirkus katapultierte. Erstmalig verdiente er auch richtig Geld mit seiner Musik, nachdem ihm in den 50er Jahren seine Kompositionen für n’ Appel und n’ Ei abgekauft worden waren.
Seitdem diesem Millionenseller geht er regelmäßig auf Tour und pflegt seine Marotten. Statt einer Begleitband greift Berry stets auf örtliche Musiker zurück, die der Veranstalter besorgen muß. Aufgetreten wird ohne Probe, da Berry – zu Recht – davon ausgeht, daß jeder anständige Rockmusiker seine Songs auswendig kann, und wenn nicht, wird er schon mal live von der Bühne getreten.
Mit der anläßlich seines 60. Geburtstages von Keith Richards 1986 organisierten Rockstar-Session »Hail, Hail Rock’n’Roll« wurde Berry ein angemessenes Denkmal geschaffen, wenn man von der Mitwirkung des unsäglichen Eric Clapton absieht. Die hohe Achtung, die dem Urvater des Rock’n’Roll dabei entgegengebracht wurde, wird wohl am besten durch eine saftige Schelle illustriert. Die verpaßte Berry Keith Richard, als dieser kurz vor dem Auftritt seinen Verstärker berührte. Aber, so Richards, das sei schon in Ordnung gewesen, und ohnehin sei Chuck Berry der einzige Mensch auf der Welt, der ihm ungestraft eine Ohrfeige geben dürfe. |
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