GoMoPa
 
 
 
 
GoMoPa    SuchenSuchen RegistrierenRegistrieren ProfilProfil LoginLogin
FAQFAQ MitgliederlisteMitgliederliste Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen



Inflation - Geldentwertung - Preissteigerungsrate

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten GOMOPA® : Startseite ->  Foren-Übersicht -> Kommentare & Meinungen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen 
Autor Nachricht
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 9.Mai 2008 19:38    Titel: Diese Zahlen klagen an... Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich möchte auf diesen - heute in der Frankfurter Rundschau erschienenen - Artikel verweisen.

Ergänzend dazu diese Hinweise .

Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht maßgebliche Leute innerhalb der Regierung - wenigstens - 'einmal' wach werden.

Obwohl - die Hoffnung wurde längst begraben...

-----

esc:

Wenn ich auch nicht das Copyright auf diese Inhalte habe, so wurden diese zumindest gelesen und verstanden...
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben

Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 18.Mai 2008 17:39    Titel: Armes - demokratisches - Deutschland... Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

am Montag wird der neue Armutsbericht der Bundesregierung veröffentlicht...

Dabei sollte man sich über Folgendes im Klaren sein:

Auch die Einkommen der Vorstände börsennotierter AG's fliessen in diese Statistkik ein. Auch diese Vorstände beziehen ein Gehalt (nach Inhaber-Gnaden!) und verfälschen somit diese Statistik.

Wenn wir also alle diese millionenschweren Vorstandsgehälter aus der Statistik nehmen, ergeben sich folgende Erkennntnisse:

Die von der Bundesregierung offerierten Zahlen sind deutlich zu relativieren!

Die Durchschnittseinkommen liegen damit deutlich niedriger; die Anteile der Armen werden daduch deutlich höher.

Die Bundesregierung hat allerdings in der Tat keinerlei Interesse daran, diese Wahrheiten zu offerieren.

Deutschland liegt inzwischen - bekanntermaßen - am Ende der Brutto Einkommens-Struktur und wird alles dafür tun, diese Struktur noch möglichst lange aufrecht zu erhalten - und dem Götzen 'Export' weiter huldigen...

Deutschland macht sich damit weiterhin ausschließlich abhängig vom Export und vernachlässigt damit gröblichst die Binnennachfrage.

Kann das auf die Dauer gutgehen...?

Ich meine: NEIN!

Wenn Deutschland nicht bald erkennt, daß ohne höhere Löhne das hiesige Wirtschaftswachstum gen NULL geht, dann: Gute Nacht Deutschland...
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 18.Mai 2008 18:20    Titel: Re: Armes - demokratisches - Deutschland... Antworten mit Zitat

Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben::
....Die von der Bundesregierung offerierten Zahlen sind deutlich zu relativieren!
Die Durchschnittseinkommen liegen damit deutlich niedriger; die Anteile der Armen werden daduch deutlich höher....

Trugschluß! Umgekehrt wird ein Schuh draus:
Wenn das Durchschnittseinkommen sinkt, haben wir weniger Arme, denn das sind per Definition Diejenigen, die weniger als 60% des Durchschnitts erhalten.
Umgekehrt funktionierts auch: Wenn Bill Gates und Warren Buffet beschließen, nach Deutschland zu kommen, haben wir auf einen Schlag ein paar Tausend Arme mehr!
(nur mal so - um den Unsinn der Statistikreiterei zu zeigen)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2008 13:21    Titel: Antworten mit Zitat

"Hurra, ich bin reich!" jubelt Vera Lengsfeld, um dann weiter zu kommentieren:

Die öffentlich-rechtlichen Nachrichten zur Kenntnis nehmen zu müssen, gleicht mehr und mehr einer Tortour. Seit zwei Tagen bestimmt der „Armutsbericht“ von Minister Scholz die Schlagzeilen. Statt die präsentierten Zahlen und die behaupteten Fakten kritisch zu beleuchten, betätigen sich unsere Nachrichten-Macher wieder mal als Erfüllungsgehilfen einer Politik, die nur noch ein Ziel zu haben scheint: die Bürger zu schröpfen, um die Umverteilungsmaschinerie in Gang zu halten. Die Erhebungen, auf die Scholz sich beruft, sind mehr als zwei Jahre alt, also nicht mehr relevant. Der Trick, alle als arm zu erklären, die weniger als 60% des Durchschnittseinkommens beziehen, ist so billig, dass der letzte Dorfjournalist ihn durchschauen müsste, denn je höher das Einkommen liegt, desto größer wird die Anzahl der angeblich Armen. Es fällt kaum mehr auf, dass die Armen von heute bestens ernährt, gekleidet und behaust sind. Die einfache Wahrheit, dass unsere Gesellschaft es nicht mehr mit Armut, sondern mit Wohlstandsverwahrlosung zu tun hat, wird verschwiegen. Nicht einmal der Anblick der wirklich Armen in dieser Welt, die im Augenblick auf den Bildern aus Myanmar und China in unsere Wohnzimmer flimmern, macht unsere Meinungsmacher stutzig. Dort haben die Menschen das Wenige, was sie besaßen auch noch verloren. Sie können von den Gütern und Dienstleistungen, die den „Armen“ in Deutschland zur Verfügung stehen, nur träumen.
Zwischen den Schlagzeilen wird das wirkliche Problem Deutschlands sichtbar: die dramatisch schrumpfende Mittelschicht. Der produktive Kern unseres Landes wird bedrängt von einem Kreis von Transferleistungsempfängern, der von der Politik immer mehr aufgebläht wird.
So wurde den Rentnern, die im „Armutsbericht“ nicht mehr als Problemgruppe ausgemacht werden konnten, von der Politik eine Rentenerhöhung beschert, die von Geldern bezahlt werden soll, die noch nicht vorhanden sind, weil sie erst durch weiteren Wirtschaftsaufschwung fließen sollen. Dieser Aufschwung, wenn er denn stattfinden sollte,kann nur von eben dieser Mittelschicht kommen, die von den Politikern bereits bis an die Schmerzgrenze geschröpft wird. Das wirklich Perfide am „Armutsbericht“ ist, was als „reich“ definiert wird. Wer als Alleinstehender netto über mehr als 3475 € verfügt. Wenn damit die Summe gemeint ist, die für eine Mutter erwachsener Söhne, die wie eine Alleinstehende veranlagt wird, nach der Steuer übrig bleibt, gehöre ich dazu. Hurra, ich bin reich! Allerdings hatte ich mir Reichtum in meinen Jungmädchenträumen doch etwas anders vorgestellt, als das, was bleibt, wenn alle Zwangsgelder, einschließlich der Rundfunkgebühr, und zwei Stipendien für meine Söhne bezahlt sind.
Der eigentliche Skandal in unserem Land ist doch, dass es jede Menge Menschen gibt, die arbeiten, sogar ein Unternehmen betreiben, mit ihrer Arbeit all die politischen Wohltaten finanzieren und am Ende Gefahr laufen, für sich selbst weniger Geld zur Verfügung zu haben, als mancher Transferleistungsempfänger.
Herr Minister Scholz, wir warten auf Ihren Mittelstandsbericht!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2008 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hdschulz,

so ist es!

hdschulz hat folgendes geschrieben::
[.....]

Zwischen den Schlagzeilen wird das wirkliche Problem Deutschlands sichtbar: die dramatisch schrumpfende Mittelschicht. Der produktive Kern unseres Landes wird bedrängt von einem Kreis von Transferleistungsempfängern, der von der Politik immer mehr aufgebläht wird.

[.....]

Aber DAS ist doch nicht erst bekannt seit der Kommentierung durch eine Frau Vera Lengsfeld...

Der zweite Satz im obigen Kommentarausschnitt ist allerdings so was von daneben; das ist einfach nur noch unfassbar!

Bedrängt fühlt sie sich also, die gute Frau...?

Ich empfehle - vielleicht? - auswandern.

Kreidet Frau Lengsfeld etwa den 'Transferleistungsempfängern' (welch eine Wortschöpfung!) an, daß diese vom Staat Geld erhalten, um nicht auch noch in die Armutsstatistik zu rutschen?

Wie wäre es zur Abwechslung einfach mal mit einer gerechteren Bruttolohnvergütung...?
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2008 19:56    Titel: Re: Armes - demokratisches - Deutschland... Antworten mit Zitat

Hallo hdschulz,

hdschulz hat folgendes geschrieben::
Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben::
....Die von der Bundesregierung offerierten Zahlen sind deutlich zu relativieren!
Die Durchschnittseinkommen liegen damit deutlich niedriger; die Anteile der Armen werden daduch deutlich höher....

Trugschluß! Umgekehrt wird ein Schuh draus:
Wenn das Durchschnittseinkommen sinkt, haben wir weniger Arme, denn das sind per Definition Diejenigen, die weniger als 60% des Durchschnitts erhalten.
Umgekehrt funktionierts auch: Wenn Bill Gates und Warren Buffet beschließen, nach Deutschland zu kommen, haben wir auf einen Schlag ein paar Tausend Arme mehr!
(nur mal so - um den Unsinn der Statistikreiterei zu zeigen)

ohne das jetzt untersucht zu haben, denn es nervt einfach nur noch...

Kurz und knapp:

http://www.jjahnke.net/gedanken30.html#sch

Vielleicht liegen wir beide daneben; u. U. auch Sie mit Ihrem Gates-Beispiel...?
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Moderator GM&P
.


Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2008 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Lügen, lügen, lügen, lügen, lügen, lügen, lügen, lügen,

Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hat offenbar versucht, das Armutsrisiko in Deutschland herunterzurechnen. Nach einer zweiten statistischen Methode lag der Prozentsatz Armer in der Bundesrepublik 2005 nicht bei 13 Prozent, sondern bei 18 Prozent der Bevölkerung.

Die am Montag von Olaf Scholz vorgestellten Eckpunkte des dritten Armuts- und Reichtumsberichts gehen auf die zweite Statistik kaum ein. Das Ministerium verteidigte Scholz' Strategie. "Es ist das gute Recht eines Ministers, die Datenbasis zu verwenden, die die größte Aussagefähigkeit besitzt", sagte ein Sprecher. Mit der in dem Bericht verwendeten Methode EU-SILC sei eine europaweite Vergleichbarkeit möglich gewesen.

Die zweite Statistik des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) war im ersten und zweiten Armutsbericht (2001 und 2003) Basis - und zeigt die deutsche Entwicklung. Danach stieg die Zahl der Armen von 16 Prozent im Jahr 2003 auf 18 Prozent 2005. Das Ergebnis der neuen EU-Statistik ließ das Armutsrisiko von 2003 bis 2005 lediglich um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent steigen. Der SPD kommt das gelegen. Denn ein weit höherer Prozentsatz Armer lässt die rot-grüne Regierungszeit, die 2005 endete, ziemlich schlecht aussehen.

Entsprechend ungerührt blieb der sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Ralf Brauksiepe (CDU). "Das ist die rot-grüne Abschlussbilanz", sagte er. Seitdem gebe es einen spürbaren Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit - einer der Hauptgründe für Armut. "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Unterschlagen hat Scholz das SOEP-Ergebnis nicht. Allerdings findet sich die ausführliche Statistik erst im Anhang des rund 400 Seiten starken Entwurfs. Und weder in seinem Vorstoß in der "Bild am Sonntag" noch bei der Vorstellung der Eckpunkte am Montag erwähnte der Arbeitsminister die zweite Berechnung.

Im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das das SOEP-Gutachten für den Bericht erstellt hatte, wurde das Vorgehen des Auftraggebers vorsichtig kritisiert. Das DIW habe einen wichtigen Beitrag für den Bericht geliefert, sagte SOEP-Experte Markus Grabka der FTD. "Diese Ergebnisse wurden aber in der Pressekonferenz nicht ausreichend gewürdigt." Scholz hätte auf die Möglichkeit einer alternativen Darstellung hinweisen können "und eine Bandbreite wiedergeben können", sagte Grabka.

Vor allem bei der Kinderarmut, einem hochsensiblen Thema, sind die Zahlen des SOEP weit erschreckender als die EU-SILC-Zahlen. Nach Aussage des SOEP lag die Kinderarmut 2005 bei 26 Prozent. Die EU-Statistik kommt dagegen nur auf zwölf Prozent. Danach wäre die Kinderarmut von 2003 bis 2005, dem Jahr mit der höchsten Arbeitslosigkeit, sogar von 15 auf 12 Prozent gesunken - statt, wie in den SOEP-Zahlen, um drei Prozentpunkte zu steigen. Der sozialpolitische Sprecher der Grünen, Markus Kurth, reagierte empört. Es sei "vollkommen unverständlich, wie Scholz darauf kommt, dass die Kinderarmut gesunken ist", sagte Kurth am Dienstag.

Auch der Blick auf die Entwicklung in Ostdeutschland lässt Zweifel aufkommen, ob die EU-Forscher richtig zählen. Laut EU-Statistik sank das Armutsrisiko dort zwischen 2003 und 2005 von 19 auf 15 Prozent. Die Untersuchungen des SOEP ergeben dagegen einen Anstieg von 20 auf 22 Prozent.

Die SOEP-Daten basieren auf Umfragen, die seit 1984 regelmäßig bei mehreren Tausend Haushalten durchgeführt werden, und der Einkommens- und Verbrauchsstatistik (EVS). Das EU-Verfahren wird dagegen in Deutschland erstmals verwendet - und ist auch umstritten.

So kritisiert der emeritierte Frankfurter Professor für Verteilungs- und Sozialpolitik Richard Hauser in einer Untersuchung von 2007 das EU-Verfahren deutlich. Im Vergleich beider Verfahren mit dem Mikrozensus zeige sich, dass das EU-SILC die Anzahl der armen Kinder unter vier Jahren "deutlich untererfasse", während sie im SOEP "leicht überrepräsentiert" seien. Ältere seien im EU-Verfahren überzeichnet. Die Abweichungen seien erklärungsbedürftig, schreibt Hauser in seiner Analyse für den Rat für Sozial und Wirtschaftsdaten, der vom Bildungsministerium gefördert wird. Die Daten könnten die ermittelten Armutsquoten "deutlich verzerren".
Quelle: M.Rademaker
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 21.Mai 2008 14:27    Titel: Lohndumping...? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Lohndumping...?

Aber doch nicht mitten in Deutschland...
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 21.Mai 2008 14:58    Titel: Re: Armes - demokratisches - Deutschland... Antworten mit Zitat

Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben::
...ohne das jetzt untersucht zu haben, denn es nervt einfach nur noch...

Kann ich gut verstehen - mich nerven die statistischen Taschenspielertricks schon lange. Und mein Beispiel mit Bill Gates (das zugegebenermaßen für den arithmetrischen Durchschnitt gilt) sollte das nur verdeutlichen.
Das heißt jetzt aber nicht, dass die Armutsdefinition per 60%-Anteil vom Medianeinkommen (50% haben mehr, 50% haben weniger) nicht genau so irreführend ist. Ein (zugegebenermaßen konstuiertes) Beispiel:
Es gäbe eine Gesellschaft mit nur drei gleichgroßen Lohngruppen: 1000, 1500 und 2000 €. In dieser Gesellschaft gäbe es per Definition keine Armen, weil auch die untere Gruppe mehr als 60% des Medians von 1500 € erhält. Nun kommt für alle eine Lohnerhöhung, die aber ungleich ausfällt, die untere und die obere Gruppe erhalten je 5% mehr, die mittlere jedoch 20%. Damit hätten wir auf einen Schlag ein Drittel Arme in dieser Gesellschaft. (Nachrechnen nicht nötig - es stimmt )
Der Begriff der relativen Armut führt nicht nur zu irreführenden Ergebnissen, sondern er ist selbst irreführend, denn er sagt nichts über die tatsächliche Armut aus, sondern ist in Wahrheit nur ein Indikator für die ökonomische Ungleichheit in der Gesellschaft.
Es ist unredlich, die Begriffe Armut und Ungleichheit miteinander zu vermengen. Wenn sich unsere Einkommen verdoppeln oder verdreifachen sollten, sind dann diejenigen, die 60% des erhöhten Durchschnittseinkommens verdienen, immer noch als arm zu bezeichnen?

Der relative Armutsbegriff liefert zwar unsinnige Ergebnisse, aber er hat den unschätzbaren Vorteil, daß es bei seiner Anwendung immer Arme geben wird. Für die politische Klasse darf es keine Lösung des Armutsproblems geben.
Sie benötigt zu ihrer Rechtfertigung eine ewige soziale Frage.
(und manche Autoren vielleicht auch? )
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 21.Mai 2008 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hdschulz,

hdschulz hat folgendes geschrieben::
[.....]

Der Begriff der relativen Armut führt nicht nur zu irreführenden Ergebnissen, sondern er ist selbst irreführend, denn er sagt nichts über die tatsächliche Armut aus, sondern ist in Wahrheit nur ein Indikator für die ökonomische Ungleichheit in der Gesellschaft.

[.....]

das ist sehr gut ausgedrückt!

Mit dieser Definition habe ich keine Probleme.

In der Realität jedoch ist dieser Indikator mit Leben zu füllen.

Damit kommen wir automatisch wieder dahin, daß viele Familien offensichtlich nur über die 'Runden' kommen, weil sie zusätzlich zum Arbeitslohn noch staatliche Transferleistungen erhalten [müssen].

Und darin sehe ich den eigentlichen Skandal.

Wenn wir diese Problematik beseitigen können dahingehend, daß diesen Familien auch ohne Transferleistungen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht ist, wird es trotzdem diese ökonomische Ungleichheit in der Gesellschaft geben.

Das aber wiederum ist als natürlich anzusehen und findet seine Grundlage in Ausbildung, Tätigkeit usw. usf. ...
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 22.Mai 2008 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Peter Wilhelm,
Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben::
...Damit kommen wir automatisch wieder dahin, daß viele Familien offensichtlich nur über die 'Runden' kommen, weil sie zusätzlich zum Arbeitslohn noch staatliche Transferleistungen erhalten [müssen].
Und darin sehe ich den eigentlichen Skandal....

Was ist daran so sklandalös, wenn staatliche Transferleistungen wie z.B. Kindergeld gezahlt werden?

Ein alleinverdienender Familienvater mit 2 Kindern muß ca. 10 € brutto verdienen (nageln Sie mich nicht auf den letzten Cent fest) um ein Nettoniveau auf Hartz IV-Ebene zu erreichen. Wenn wir einen Mindestlohn nur in dieser Höhe festsetzen würden, gehen ein paar Millionen Arbeitsplätze flöten - mit katastrophalen Folgen für die Gesamtökonomie.

Der Skandal ist in meinen Augen, dass der Staat mit einer Quote von fast 50% am BIP es nicht schafft, mit dem vielen Geld Ausbildung und Forschung so zu organisieren und zu fördern, dass genügend qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, die mit qualifizierten Leuten besetzt werden können, die für Qualitätsarbeit gutes Geld bekommen. Dann entstehen automatisch auch genügend weniger anspruchsvolle Peripherjobs.
Wenn das Pferd jedoch am Schwanz aufgezäumt wird, d.h. Billigjobs per Mindestlohn gefördert werden, kommen wir nicht weiter.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 27.Mai 2008 20:58    Titel: ...die Wirtschaft hat deutlich an Fahrt aufgenommen... Antworten mit Zitat

'Häää?'

Hallo allerseits,

- der Armutsbericht endet bewußt im Jahre 2005, obwohl die Daten für 2006 und teilweise auch für 2007 schon vorlagen; mit verheerenden Entwicklungen...

Wer die Illner-Sendung v. 22.05.08 gesehen hat, weiß wovon ich rede.

(Die Inhalte der verlinkten Seite täuschen insoweit, als das Thema der Diäten dort nur einen relativ knappen Raum einnahmen.)

Da 'faselte' ein Michael Hüther (und als Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) muß er das besser wissen) permanent davon, daß seit dem Jahre 2006 über eine Million neuer Arbeitsplätze entstanden seien. Er vergaß dabei lediglich zu erwähnen, daß es sich dabei überwiegend um Arbeitsplätze im Dienstleistungsektor handelt...

Das ist für sich allein gesehen sicher nicht schlimm, da es auch im Dienstleistungsbereich hochwertige Arbeitsplätze gibt. Aber der informierte Leser weiß, daß es sich dabei überwiegend um Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor handelt - und diese reichen bekanntermaßen von Euro 1,--! bis ca. Euro 6,--!

-----

- die Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal hat deutlich Fahrt aufgenommen; redet der Bundeswirtschaftsminister den Menschen ein.
Die tatsächlichen Zahlen wurde heute veröffentlicht und hier eingehend analysiert...

Und auch diese Analyse entlockt dem informierten Leser kein Aha-Erlebnis; ist ihm doch diese Entwicklung seit langem bekannt.

Diejenigen Menschen dagegen, die es wirklich betrifft, bekommen die Ausarbeitungen des Herrn Dr. Jahnke in aller Regel nicht mit - wie auch...?

Die bekannte Medien wie BILD, Stern und Spiegel tun alles dafür, dem Bürger ein verkehrtes Bild vorzugaukeln. Ja, es geht soweit, daß der weitere Aufschwung propagiert wird, obwohl er bei den [meisten] Menschen nicht ankommt.

Der Bürger mag sich lediglich darüber wundern, warum er bei seit Jahren ständig sinkendem Real-Einkommen (kaufpreisbereinigt) und extrem steigenden Preisen (Energie, Lebensmittel usw.) immer weniger im 'Kühlschrank' hat...

-----

Die allumspannende Verfügbarkeit des Internets sorgt allerdings dafür, daß auch der Bürger immer mehr die Möglichkeit hat sich zu informieren...

Der Bürger sollte diese Möglichkeiten entsprechend nutzen!
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 1.Jun 2008 16:00    Titel: Da geht es schon wieder los mit Steuersenkungen... Antworten mit Zitat

Hallo zusammmen,

wie wir hier lesen können, geht es schon wieder los mit Steuersenkungswünschen.

Diesmal angestoßen von der FDP.

Die drei genannten Steuersätze in Höhe von 10, 25 und 35 % bei einem Grundfreibetrag von TEUR 8 lesen sich ja auf den ersten Blick zunächst toll...

Was hätte ich dagegen einzuwenden?

- Bei Steuersenkungen dieser Größenordnungen verliert der Staat deutlich an Einnahmen.

Die genannten Maßnahmen zur Gegenfinanzierung (Bekämpfung des USt-Betruges und Neustrukturierung der BA) lassen folgende Anmerkungen zu.

1.) Das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren bei der USt hätte schon längst umgesetzt sein können. Natürlich hat die EU nicht mitgespielt.

Also kann dieser Punkt der Gegenfinanzierung wohl mehr oder weniger als Luftblase bezeichnet werden...

2.) Die Neustrukturierung der BA lassen dagegen dunkle Ahnungen aufkommen.

Wieder einmal geht es letztlich gegen die Schwächsten...

- Ein Steuersatz von 25 % belastet in der Realität - bei einem Jahreseinkommen eines durchschnittlichen Arbeiters und Angestellten von ca. TEUR 30-40 - den Normalverdiener erheblich mehr als die Steuerbelastung von 35 % auf höhrere Jahreseinkommen.

Die FDP ist einer bekannten Klientel verpflichtet und genauso verhält sie sich auch.

-----

Die Devise Mehr Netto vom Brutto ist daher grundsätzlich falsch!

Es muß heißen Mehr Brutto, um beiden Seiten (dem Staat und dem Verdienenden) gerecht zu werden!

Warum geht das nicht in die Köpfe unserer Parteien...?

Sie meinen, daß mehr Brutto die deutschen Unternehmen im Wettbewerb behindert...?

Dagegen kann man etwas tun...

- Verbot des Lohndumpings asiatischer Staaten

- Verteuerung eingeführter Billigwaren durch Zölle in der Höhe, die es für die Unternehmen unwirtschaftlich werden lassen dort einzukaufen
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 2.Jun 2008 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

im Nachgang zu meinem zuvorstehenden Beitrag dieser interessante Link.

Der im Rahmen meines vorstehenden Beitrages relevante Absatz daraus liest sich wie folgt:

Zitat:
Hast Du bei Deiner Eloge auf die FDP eigentlich völlig vergessen, welche Partei 1982 einen sozialdemokratischen Kanzler durch einen Koalitionsbruch gestürzt hatte? Hast Du vergessen, welche unselige Rolle der damalige liberale Innenminister Genscher beim Sturz von Willy Brandt spielte? Hast Du nicht ahnen können, dass zeitgleich zu Deiner Rede der FDP-Vorsitzende Westerwelle Deine SPD zum Erzübel für eine liberale Politik abstempelte, wie er das, was Du „Steuersenkungshysterie“ nennst, bis zum Exzess der „Flattax“ trieb und sogar die Außenpolitik Deines Stellvertreters Steinmeier attackierte? Spürst Du nicht, dass Dein Ranschmeißen an die FDP auf den Betrachter nur noch peinlich wirkt? Meinst Du wirklich, die Leute würden es für glaubwürdig halten, wenn die SPD meint, ihre Vorrstellungen mit einer immer marktradikaleren FDP durchsetzen zu können, die doch mit ihren Steuersenkungsvorschlägen den Staat nur noch weiter aushungern will?

Ich bin verärgert!

U.a. darüber, daß Beck sich aufgrund parteiinterner Gelagemengen zu einer frühzeitigen Absage gegen 'die Linke' hat hinreißen lassen.

Ich wage die Behauptung, daß ihn und seine Partei das 2009 zum Verhängnis werden wird...
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 4.Jun 2008 21:52    Titel: Deutschland wird verarmen... Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

nachdem die Rundbriefe von Jahnke nur noch wöchentlich erscheinen, trifft dieser umso härter in's Ziel...

-----

Produktive Tätigkeit wird wird verstärkt abgezogen von asiatischen und osteuropäischen Ländern; insbesondere China.

Das Bruttosozialprodukt steigt dort in's Unermessliche, während hier im Inland immer mehr Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Ansteigen der Arbeitslosenzahlen und Transferleistungsempfänger geht damit einher. Die parallel veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sind falsch!

-----

Was hat uns die weltweite Globalisierung bisher gebracht?

Keinesfalls, wie es von verantwortlicher Regierungsseite her angebracht gewesen wäre, einen Anstieg sozialer Sicherheit für die deutsche - arbeitende - Bevölkerung!

Nein! Ganz im Gegenteil! Deutschland und auch andere EU-Länder werden - langsam, aber sicher! - heruntergezogen auf ein Lohnniveau nach asiatischen Ländern. Denn: Diese Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende...

D. h., wir werden demnächst auch in Deutschland wieder über noch holperige Straßen ziehen, als wir es sowieso schon tun.

Wir werden unseren Lebensstandard drastisch herunterschauben müssen, um mit den Menschen in Asien 'mithalten' zu können.

-----

Unter diesen Aspekten wird die EU - und damit die Marktöffnung im Zuge der Globalisierung - keine 10 Jahre mehr bestehen bleiben; eher weniger.

Wenn hier nicht zeitig die Billig-Waren Einfuhrgrenzen -wieder - eingeführt werden, werden wir uns in absehbarer Zeit in eine nicht allzuweit zurückliegende Vergangenheit zurückwünschen; rein aus Selbstschutz!

-----

Abschließend sei natürlich noch vermerkt, daß es tatsächlich Gewinner der Globalisierung gibt...

Und dabei handelt es sich um den inzwischen weltumspannenden freien Kapitalverkehr.

Nur: Dieser schafft keine Wertschöpfung im Sinne des Bruttosozialproduktes... Dieser schafft allenfalls in das eigene Portemonnaie...

-----

Noch Fragen...? Ich nicht!
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
GOLDPOOL
Specialist


Anmeldungsdatum: 26.01.2006
Beiträge: 176
Wohnort: Ibiza

BeitragVerfasst am: 5.Jun 2008 1:12    Titel: Einspruch Euer Ehren! Antworten mit Zitat

Wir sollten die Schuld nicht bei Anderen suchen, sondern bei uns selbst. Z.B.
Porsche wird noch überwiegend hier entwickelt und gebaut und bezahlt sogar seine Werker anständig über die Jahresbeteiligung. Doch was ist mit W.W. dem Vorstandsboß. Er kassiert über 72 Millionen im Jahr bei einem lächerlichen Steuersatz. Würde er 20% mehr zahlen müssen könnten damit bereits 1200 alleinstehende Mütter mit Kind ein Jahr lang menschenwürdig durchgebracht werden und die Kinder hätten die Chance auf Bildung und faire Verhältnisse. Nur werden die Porsche Werker und mit ihnen viele andere weiter diese unseglichen Parteien CDU und SPD wählen, weil sie meinen, sie wird es schon nicht treffen, das Desaster. Nur wenn die, die das kommende Desaster wirklich vermeiden wollen, Lafontaine die Chance dazu geben und nicht vergessen ihre Freunde und Bekannten mit anzutreiben, bei der nächste Wahl auch abzustimmen, dann kann die Finanzmafia mit ihren politischen Ausführungsgehilfen besiegt werden. Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag mit einem Bekannten zu sprechen und ihn zu überzeugen und ich werde sie alle einen Tag vor der nächsten Wahl daran erinnern.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Moderator GM&P
.


Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6286

BeitragVerfasst am: 10.Jun 2008 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy über die Ausplünderung der Mittelschicht

Reiche und Nackte

Gregor Gysi ist ja nicht mein politischer Freund. Aber mit seinem koboldhaften Witz trifft er manchmal ins Schwarze. Etwa mit seiner Analyse, dass es immer die Mittelschicht ist, die für die Politik bezahlt. Denn die Reichen, so Gysi, hauen notfalls ab, wenn die Steuern zu hoch sind, weshalb man bei ihnen nichts holen kann. Und die Armen, die haben ohnehin nichts. Den Nackten kann nicht mal ein Sozialist in die Taschen greifen.

Für die Großzügigkeit der Politik zahlen also die, die weder nackt sind noch besonders reich. Diese bedauerliche Gruppe nennt man meistens Mittelschicht. Zu ihr gehören Menschen, die Berufen nachgehen, ihre Familien durchbringen und für die Kinder eine bessere Zukunft wollen, weswegen sie sich auch um Bildung kümmern, vom Sportverein bis zur Universität. Es sind die, die – angefangen beim Kindergarten – immer die höchste Beitragsstufe zahlen und bei denen steigende Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung voll durchschlagen. Früher stand diese Gruppe im Mittelpunkt der Politik. Gerhard Schröder führte einen Wahlkampf um die „neue Mitte“; Angela Merkel steht und stand sowieso immer schon in der Mitte.

Nur neuerdings, in der fatalen großen Koalition, haben beide Parteien die Mitte aus den Augen verloren. Das gigantische Steuererhöhungsprogramm dieser Regierung hat dazu geführt, dass der allmählich auslaufende Konjunkturaufschwung in der Mitte jedenfalls kaum angekommen ist. Die Konjunkturgelehrten mögen sich streiten, ob von jedem zusätzlich verdienten Euro 88 Cent oder nur 75 Cent in die Staatskasse gewandert sind. In beiden Fällen ist das Ergebnis: Die den Wohlstand erarbeiten, gehen leer aus.

Die SPD unter Kurt Beck hat Gysis Gesetz noch nicht gelernt. Sie versucht ständig, die Reichen abzukassieren, mit einer speziellen Reichensteuer und neuerdings mit der Begrenzung von Vorstandsbezügen. Ansonsten verteilt die SPD gerne Wohltaten zu- lasten der Mittelschicht – für die vielen Armen, die sich schon irgendwo finden.

Nicht besser ist die Union. Gerade hat sie die Rentner noch bessergestellt. Für Steuersenkungen aber sei kein Geld da, hieß es noch am Montag. 24 Stunden später drehte Merkel bei, lobte die CSU-Steuersenkungspläne – doch konkret wurde sie nicht.

Wer uns vorrechnet, dass die Steuern nicht sinken können, ist Finanzminister Peer Steinbrück. Er ist ein Finanzminister im Glück. Seine Steuerquellen sprudeln, der Fiskus nahm zwischen 2004 und 2007 zusätzliche 91 Milliarden ein. Trotzdem: Einen ausgeglichenen Haushalt verspricht er erst ab 2011. Auch dieses ferne, selbst gesteckte Ziel wird er nicht erreichen. Denn mittlerweile flaut die Konjunktur ab, und die vielen tollen Ausgabenprogramme der Regierung fressen neue Riesenlöcher in seinen Wackel-Etat. Steinbrück hat seine Chance gehabt – und verspielt.

Nun also lehnt dieser finanzpolitische Bock mit dem sardonischen Grinsen des selbst ernannten Gärtners Steuersenkungen ab. Kein Geld!

Die Wahrheit ist: Sie haben es längst ausgegeben. Schlimmer noch: Sie haben, siehe Rentenerhöhung, auch das schon ausgegeben, das sie noch gar nicht haben.

Was ist zu tun? Die Antwort klingt paradox. Gerade deswegen brauchen wir schnellstmögliche Steuersenkungen. Damit diese Regierung gar nicht erst in den Genuss von Steuermitteln kommt, die sie ohnehin nur verschludert und verschleudert. Die Steuern müssen dahin zurück, wo sie herkommen. In die Mitte.

Übrigens wissen wir seit Langem, dass dann sogar die Steuereinnahmen wieder steigen. Weil die in der Mitte sogar gerne arbeiten, wenn man ihnen wenigstens die Hälfte lässt. So bescheiden sind wir schon geworden. Wir in der Mitte, die immer zahlen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 13.Jun 2008 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

zu diesem Artikel der Wirtschaftswoche sind einige Dinge gerade zu rücken...

Moderator GM&P hat folgendes geschrieben::
WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy über die Ausplünderung der Mittelschicht

[.....]

Nur neuerdings, in der fatalen großen Koalition, haben beide Parteien die Mitte aus den Augen verloren. Das gigantische Steuererhöhungsprogramm dieser Regierung hat dazu geführt, dass der allmählich auslaufende Konjunkturaufschwung in der Mitte jedenfalls kaum angekommen ist. Die Konjunkturgelehrten mögen sich streiten, ob von jedem zusätzlich verdienten Euro 88 Cent oder nur 75 Cent in die Staatskasse gewandert sind. In beiden Fällen ist das Ergebnis: Die den Wohlstand erarbeiten, gehen leer aus.

Die Urache ist nicht ein gigantisches Steuererhöhungsprogramm, sondern schlicht und einfach das Lohndumping durch die Unternehmen.

Deutschland liegt bekanntermaßen seit 2002 an der letzten Stelle der Bruttolohnzuwächse.

Die Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften ist zudem seit 2008 weiter dramatisch gesunken.

Zitat:
Die SPD unter Kurt Beck hat Gysis Gesetz noch nicht gelernt. Sie versucht ständig, die Reichen abzukassieren, mit einer speziellen Reichensteuer und neuerdings mit der Begrenzung von Vorstandsbezügen. Ansonsten verteilt die SPD gerne Wohltaten zu- lasten der Mittelschicht – für die vielen Armen, die sich schon irgendwo finden.

Nicht besser ist die Union. Gerade hat sie die Rentner noch bessergestellt. Für Steuersenkungen aber sei kein Geld da, hieß es noch am Montag. 24 Stunden später drehte Merkel bei, lobte die CSU-Steuersenkungspläne – doch konkret wurde sie nicht.

Beides ist falsch!

Es bedarf keiner besonderen Reichensteuer, sondern einer fairen Besteuerung aller Einkommensbezieher.

Die Logik gebietet, daß es nicht Sinn der Sache sein kann, mittels weiterer Steuersenkungen das verbleibende Netto zu erhöhen, sondern mittels nachhaltiger Bruttolohnerhöhung mehr an Netto zu haben.

Der Grund liegt schlicht und einfach darin, daß der Staat, der u.a. hoheitliche Aufgaben wahrzunehmen hat, von der neoliberalen Entwicklung versucht wird auszuhungern.

Das ist im Prinzip einfach zu verstehen, wenn man sich wirklich mit der Materie auseinander setzt.

Zitat:
Wer uns vorrechnet, dass die Steuern nicht sinken können, ist Finanzminister Peer Steinbrück. Er ist ein Finanzminister im Glück. Seine Steuerquellen sprudeln, der Fiskus nahm zwischen 2004 und 2007 zusätzliche 91 Milliarden ein. Trotzdem: Einen ausgeglichenen Haushalt verspricht er erst ab 2011. Auch dieses ferne, selbst gesteckte Ziel wird er nicht erreichen. Denn mittlerweile flaut die Konjunktur ab, und die vielen tollen Ausgabenprogramme der Regierung fressen neue Riesenlöcher in seinen Wackel-Etat. Steinbrück hat seine Chance gehabt – und verspielt.

Im Prinzip hat Steinbrück aber Recht!

Zitat:
Nun also lehnt dieser finanzpolitische Bock mit dem sardonischen Grinsen des selbst ernannten Gärtners Steuersenkungen ab. Kein Geld!

Die Wahrheit ist: Sie haben es längst ausgegeben. Schlimmer noch: Sie haben, siehe Rentenerhöhung, auch das schon ausgegeben, das sie noch gar nicht haben.

Und die Frage ist:

Warum haben sie es längst ausgegeben...?

Zitat:
Was ist zu tun? Die Antwort klingt paradox. Gerade deswegen brauchen wir schnellstmögliche Steuersenkungen. Damit diese Regierung gar nicht erst in den Genuss von Steuermitteln kommt, die sie ohnehin nur verschludert und verschleudert. Die Steuern müssen dahin zurück, wo sie herkommen. In die Mitte.

Und das stammt wirklich von der Wirtschaftswoche...?

Ich mag es kaum glauben...

Zitat:
Übrigens wissen wir seit Langem, dass dann sogar die Steuereinnahmen wieder steigen. Weil die in der Mitte sogar gerne arbeiten, wenn man ihnen wenigstens die Hälfte lässt. So bescheiden sind wir schon geworden. Wir in der Mitte, die immer zahlen.

Jaja, die Laffer-Kurve ... Hoffentlich hat sie der Autor der Wirtschaftswoche auch verstanden...
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 13.Jun 2008 20:12    Titel: Soziale Balance... Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

zu meinem vorstehenden Beitrag noch dieses hinterher:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3281

Dort der Punkt 4 mit der anschließenden Anmerkung von Wolfgang Lieb.

Ich denke, dass dazu keine weitere Kommentierung nötig ist...

Außer vielleicht...?

Liesse man das Volk entscheiden (wie in Frankreich, den Niederlanden und jüngst in Irland geschehen), gäbe es heute keine EU, so wie sie sich heute darstellt.

Über die Entscheidung durch das Volk jedenfalls haben sich die meisten Regierungen hinweggesetzt.

Ich nehme an, dass man genau wußte, warum...

Mich hat es jedenfalls niemals gestört, an Grenzen Geld in andere Währungen umtauschen zu müssen...
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Peter Wilhelm
.


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 405
Wohnort: 58730 Fröndenberg

BeitragVerfasst am: 15.Jun 2008 11:22    Titel: Eine weitere kritische Stimme zum Lissabon-Vertrag... Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

weitere interessante Aspekte finden sich hier .

Versehen mit weiterführenden und lesenswerten Verlinkungen.

Da bleibt einem schlicht die Spucke weg...
_________________
Freundliche Grüße

Peter Wilhelm

Weitere Angaben über meine Tätigkeiten finden Sie hier:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:   

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten     Foren-Übersicht -> Kommentare & Meinungen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehen Sie zu Seite Zurück