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hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
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Verfasst am: 11.Dez 2007 10:31 Titel: Jenseits von Afrika |
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Im blog "Gegenstimme" meint "Tankdriver" zum EU-Afrika-Gipfel:
Jenseits von Afrika
Der EU-Afrika-Gipfel hat zumindest eine Frage beantwortet. Was ist Rassismus?
Rassismus ist nicht, wenn man weisse Farmer enteignet und dadurch eine ganze Volkswirtschaft ruiniert, Rassismus ist, wenn man diese Vorgangsweise thematisiert und einen Diktator einen Diktator nennt.
Simbabwes Informationsminister nannte deshalb Angela Merkel eine “Rassistin, Faschistin und ein Überbleibsel der Nazis”.
Nicht wirklich sehr einfallsreich und schon gar nicht neu. Doch auch Angela Merkel schien nicht ganz ausgeschlafen.
“Der jetzige Zustand von Simbabwe schadet dem Bild des neuen Afrika” verkündete sie. Warum? Ich finde, der Zustand Simbabwes zeichnet gerade ein sehr treffendes Bild dieses Kontinents, der zwischen armutserhaltenden Traditionen und manischer Unfähigkeit seiner Führer aufgerieben wird und der auf seine Versäumnisse und Probleme seit Jahrzehnten nur die eine, wie ein Mantra wiederholte Antwort hat. “Kolonialismus”
In diesem Kontinent, in dem die Vergewaltigung einer Jungfrau noch immer als Aidsprophylaxe angesehen wird und in dem jeder Schuldenerlass für volle Auftragsbücher bei Daimler-Benz sorgt, in diesem Kontinent, der zwischen Islamismus und beinahe genialer Inkompetenz seiner Politiker und deren Helfer, seien es nun gutmenschliche Hilfsorganisationen, NGOs oder die UNO, hin und her gerissen wird, sorgen mahnende Worte einer europäischen Regierungschefin dafür, dass sich die schwarze Politikerkaste hinter einen der widerlichsten Typen der Gegenwart stellt. Das ist in der Tat Rassismus.
Es gibt in Afrika genügend Leute, die wissen, wie man diesen Kontinent aus seinem Dilemma führen könnte.
Leute, die auf Demokratie und Marktwirtschaft setzen und deren einzige Forderung an die reichen Nationen die nach fairen Chancen ist.
Es ist ein Lichtblick, dass sich offenbar nun auch jenseits von Afrika herumzusprechen scheint, dass eine Änderung der bisherigen Politik geboten ist. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7225
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Verfasst am: 11.Dez 2007 11:27 Titel: |
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Pressestimmen
| Zitat: |
Der EU-Afrika-Gipfel von Lissabon am Wochenende sorgt weiter für Aufregung. Dabei stehen die scharfen Attacken Angela Merkels auf Simbabwes Präsidenten Robert Mugabe im Zentrum und der Vorwurf des »Rassismus« an die Kanzlerin im Raum. So erklärte laut der Hararer Tageszeitung The Herald von Montag der simbabwische Informationsminister Sikhanyiso Ndlovu wörtlich: »Sie sollte den Mund halten oder abhauen. Simbabwe ist keine deutsche Kolonie, das ist Rassismus von einem deutschen Regierungschef!« Merkel habe »schmutzige Hände« und sei nicht qualifiziert, sich zu Simbabwe zu äußern. Ähnliche Positionen waren bereits in Lissabon zu hören gewesen und belasten nun das europäisch-afrikanische Verhältnis zusätzlich.
Die Bundeskanzlerin hatte auf dem ersten EU-Afrika-Gipfel seit sieben Jahren mit ihrem Einführungsreferat zum Thema »gute Regierungsführung und Menschenrechte« den Unwillen verschiedener Vertreter afrikanischer Länder erregt. Sie bezeichnete Simbabwe als Beispiel für einen Staat, in dem wir »Zeuge von schlechter Regierungsführung und Mißachtung von Menschenrechten werden müssen«. Mugabe konterte und warf der Kanzlerin daraufhin »Arroganz« vor. Allerdings hatte es Merkel nicht für nötig erachtet, der Replik des von ihr attackierten Staatschefs zuzuhören: Sie befand sich während Mugabes Rede nicht im Saal.
Senegals Präsident Abdoulaye Wade erklärte in einer Reaktion auf Merkel am Sonntag: »Leider sind die im Westen verbreiteten Informationen falsch.« Zwar unterstütze er nicht Mugabes Enteignungspolitik gegen weiße Siedler. Aber Europa habe sich auf die Seite Großbritanniens geschlagen, statt zu vermitteln, und den Konflikt auf diese Weise von der bilateralen auf eine interkontinentale Ebene gehoben, sagte Wade. Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, der in Simbabwe zwischen Regierung und Opposition vermittelt, warf der Kanzlerin realitätsfremde Ansichten über die Situation in der ehemaligen britischen Kolonie vor. »Wovon reden Sie? Die Dinge entwickeln sich.« |
| Zitat: |
Zum Abschluß des EU-Afrika-Gipfels haben am Sonntag rund 70 Staats- und Regierungschefs beider Kontinente in Lissabon einen ersten gemeinsamen Aktionsplan zur Gründung einer »strategischen Partnerschaft« beschlossen. Europaweit bejubeln Medien dies als Eröffnung eines neuen Kapitels in den über 500 Jahre von der Ausbeutung und der Versklavung Afrikas gekennzeichneten Beziehungen zwischen den beiden Kontinenten.
Die Lobeshymnen auf die gemeinsame Abschlußerklärung, insbesondere auf die »Vertiefung der Zusammenarbeit bei den großen Herausforderungen wie Frieden und Sicherheit, Armutsbekämpfung und Klimawandel« triefen von heuchlerischem Moralin.
Den Vogel bei der Heuchelei schoß Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer scharfen Kritik am simbabwischen Staatschef Robert Mugabe ab. Auf dessen Teilnahme hatten alle afrikanischen Staaten bestanden, trotz vielfältiger Versuche der EU-Länder, ihn auszuladen. Merkel zeigte allerdings für die sensible Lage kein Gespür, so daß ihre ungebetene und harsche Kritik zum beherrschenden Gipfelthema wurde. Genau davor hatte der EU-Entwicklungskommissar Louis Michel noch letzte Woche gewarnt.
Beim EU-Afrika-Gipfel ginge es nicht schwerpunktmäßig um Simbabwe, und die Teilnahme Mugabes dürfte nicht von »viel wichtigeren Dingen« ablenken, »weil wir uns nicht erlauben können, eine solche Gelegenheit zu verpassen«, hatte EU-Kommissar Michel gesagt.
Zugleich unterstrich er, daß es seit dem letzten EU-Afrika-Gipfel in Kairo im Jahre 2000 bereits drei China-Afrika-Gipfel gegeben habe, daß die USA ebenfalls einen US-Afrika-Gipfel veranstalteten und nun sogar Japan dabei ist, seinen eigenen Afrika-Gipfel vorzubereiten. In Zeiten knapper und teurer werdender Rohstoffe ist offenbar sowohl unter den kapitalistischen Großmächten als auch gemeinsam gegen China ein Gebalge um die reichen Ressourcen des schwarzen Kontinents ausgebrochen. Und in dieser prekären Lage sollten keine mit neokolonialem Dünkel vorgebrachten Vorhaltungen die Afrikaner verärgern. Aber genau das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in Lissabon getan, als sie sich anmaßte, besser als die Afrikaner zu wissen, was gut ist für Afrika.
In ihrer Rede hatte Merkel u.a. erklärt, die Situation in Simbabwe »schadet dem Ansehen des neuen Afrika«. Wegen »schlechter Regierungsführung und der Mißachtung von Menschenrechten« sei die Lage im Land nicht hinnehmbar.
Die Kanzlerin unterstrich, daß sich »die ganze Europäische Union einig« in der Bewertung der Lage in Simbabwe sei, womit Merkel ganz Afrika in Frontstellung gegen die EU brachte. Bereits 2003 hatten die Afrikaner lieber den bereits für damals geplanten zweiten EU-Afrika-Gipfel platzen lassen, als unter dem Druck des neokolonialen Diktats der EU auf die Teilnahme Mugabes zu verzichten. Die Reaktionen der afrikanischen Staaten auf die von der deutschen Regierungspresse bejubelten »offenen Worte« Merkels waren nach Agenturberichten »äußerst kühl«. |
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