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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5415
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Verfasst am: 7.Jan 2004 19:39 Titel: Kapitalisten, Marx und Indien |
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Kapitalisten, Marx und Indien
"Die (amerikanischen) Konsumentenschulden haben sich in 10 Jahren mehr als verdoppelt", so Associated Press.
Die amerikanischen Kapitalisten werden schließlich doch noch vernünftig. Eine Studie von U.S. Trust fand heraus, dass 79 % der Reichen – Leute, die über 325.000 Dollar pro Jahr verdienen oder ein Nettovermögen von über 5,9 Millionen Dollar haben – der "USA AG" misstrauen. Wall Street und die Fed haben aus den Kleinanlegern Einfaltspinsel gemacht – und auch aus den Reichen. Die Kleinanleger sind zu Schulden und dem Kauf von hoffnungslosen Aktien verleitet worden. Es gibt keinen Ausweg. Sie können zwar ihre Aktien an einen noch größeren Idioten verkaufen ... aber wer ist noch dümmer, als sie selbst es sind? Und was ist mit ihren Schulden? Sie setzen darauf, dass die Fed den Dollar abwerten wird, damit der reale Wert ihrer in Dollar gemessenen Schulden geringer wert. Aber es gibt keine Garantie dafür, dass die Fed den Wert der Währung garantieren kann ... oder dass die Geldgeber solche Verluste akzeptieren würden.
In der marxistischen Theorie beuten die Unternehmen ihre Arbeiter aus, zum Wohle der Kapitalisten, der reichen Besitzer. Aber im späten, degenerierten amerikanischen Kapitalismus bekommen die Arbeiter fast das gesamte Geld. Die Dividenden liegen bei weniger als 2 % – was weniger als die Inflationsrate ist. Die Manager führen Aktienoptionspläne, Frühruhestandsregelungen und Bonuszahlungen ein – zum Wohle aller Angestellten. Am Ende kann der Aktionär nur noch damit Geld verdienen, dass er seine Aktien an jemanden verkauft, der noch dümmer als er selbst ist.
Irgendwann sind die Aktienkurse auf ein Niveau gefallen, auf dem ein Investor eine vernünftige Dividendenrendite erhält. Aber dann hat sich die öffentliche Meinung geändert. Dann wollen die Kleinanleger mit Aktien nichts mehr zu tun haben. Und dann sagt auch der Vermögensverwalter eines reichen Mannes, dass Aktien Geschichte sind.
Staatsoberhäupter können viele Dinge tun, um die Welt zu verbessern. Meistens würde das darin bestehen, die Taten ihrer Vorgänger rückgängig zu machen. Aber es gibt nichts, das sie tun können, um das zu verhindern, was die Natur vorgibt. Auf einen Super-Boom muss ein Super-Abschwung folgen. Auf einen Run in die Schulden muss eine Flucht aus den Schulden folgen. Man kann ohne Winter keinen Frühling haben ... und auch keine Wiederauferstehung ohne Kreuzigung.
Ich akzeptiere das Schicksal ... was immer es ist. Que sera sera. Und ich erkenne, dass manchmal Dinge passieren, von denen niemand will, dass sie passieren ... und dass diese Dinge keinem etwas bringen.
Auszug aus einem Interview mit dem sogenannten "Guru" Peter Drucker. Die Frage war: Sind die USA bei der Weltwirtschaft immer noch tonangebend? Die Antwort:
"Die Dominanz der USA ist bereits vorbei. Was sich gerade entwickelt, ist eine Weltwirtschaft der Blöcke, die durch die NAFTA, die Europäische Union und den Wirtschaftsraum ASEAN repräsentiert wird. Es gibt kein Zentrum in dieser Weltwirtschaft.
Indien wird sehr schnell ein 'Kraftwerk' werden. Die medizinische Ausbildung in Neu Delhi ist vielleicht die beste in der ganzen Welt. Und die technischen Absolventen in Bangalore sind so gut wie überall in der Welt. Und Indien hat 150 Millionen Einwohner, deren erste Sprache Englisch ist. Deshalb wird Indien ein Wissenszentrum werden."
"Im Gegensatz dazu ist die größte Schwäche von China der unglaublich kleine Anteil an gebildeten Menschen. China hat nur 1,5 Millionen College-Studenten, von insgesamt 1,3 Milliarden Einwohnern. ( ...) Die, die ausgebildet sind, sind gut ausgebildet, aber das sind nur wenige. Und dann gibt es das enorm große unterentwickelte Hinterland, mit dem Überschuss an Landbevölkerung. Ja, das bedeutet, dass es enormes Arbeitskräftepotenzial gibt. In China ist die Aufnahme der Landbevölkerung in die Städte allerdings schwierig. In Indien hat man dieses Problem nicht, weil da schon ein Großteil der Landbevölkerung in die Städte integriert worden ist – der Anteil der Landbevölkerung ist von 90 % auf 54 % gesunken, ohne Durcheinander."
Jeder sagt, dass China ein Wirtschaftswachstum von 8 % und Indien eins von nur 3 % hat, aber das ist eine völlig falsche Vorstellung. Wir wissen es einfach nicht. Ich denke, dass der Fortschritt in Indien beeindruckender als in China ist.
Also, wo ist der Markt der Zukunft und wer wird ihn beherrschen? |
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mhmoeller * Consulter *
Anmeldungsdatum: 20.12.2003 Beiträge: 1263 Wohnort: Bochum
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Verfasst am: 8.Jan 2004 10:44 Titel: Falsche Frage |
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Lieber Herr Maurischat,
vielen Dank für die interessanten News und Ihre Einschätzung dazu.
Meines Erachtens stellt sich aber nicht die Frage, wo der Markt der Zukunft ist sondern was.
Wer vor gar nicht so vielen Jahren nicht zufällig in eine Königsfamilie geboren wurde, hatte recht wenig Chancen König zu werden. Inzwischen können mittelmäßige Schauspieler amerikanischer Präsident werden. Wer in der frühkapitalistischen Phase kein Kapital hatte, hatte wenig Chancen es zu bekommen.
Jetzt befinden wir uns angeblich in der Informationsgesellschaft und Wissen soll der Schlüssel sein.
Das glaube ich so nicht. Mehr als 53 Prozent der Deutschen (ECIN) nutzen das Internet. Fast jeder Artikel, den Quelle, Neckermann und Co. anbieten, kann günstiger bezogen werden, wenn ich den Artikel nur kurz durch eine Preissuchmaschine laufen lassen.
Noch niemals in der Menschheitsgeschichte standen so viele Informationen, sinnvolle wie sinnlose, so vielen Menschen so günstig und einfach zur Verfügung. Doch hat das etwas geändert? Ist es deshalb friedlicher oder gerechter geworden?
Meines Erachtens ist der Markt der Zukunft die Kommunikation, wobei hier weniger die technische Seite als vielmehr die zielgerichtete Anwendung der Kommunikation durch den Einzelnen gemeint ist. Es gibt im Zusammensein von Menschen keine Möglichkeit, nicht zu kommunizieren, wenn die nonverbale Kommunikation mit einbezogen wird.
Es ist heute möglich, aus einer Hinterhofgarage heraus, ein Milliardenimperium aufzubauen - siehe Billy Boy Gates.
Nicht mehr der Standort ist entscheident, sondern die Frage der effektivsten Kommunikation - wozu auch die internale Kommunikation gehört, denn alles was wir glauben zu wissen und wahrzunehmen ist nur eine internale Repräsentation des Tatsächlichen - oder wie die Neurolinguisten so treffend sagen: Die Karte ist nicht das Gebiet.
Meines Erachtens werden diejenigen Märkte beherrschen, die die effektivste Kommunikation betreiben - und die ist eben völlig Standort unabhängig.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu lang.
Mit freundlichen Grüßen
Michael |
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Browser .
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 2016
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Verfasst am: 8.Jan 2004 14:09 Titel: Kapitalisten, Marx und Indien |
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Herr Mülller!!!!!! Meinen tiefsten Respekt!!!!!! Ich wollte auf den o. a. Artikel auch antworten - ich könnte es aber nicht besser.
Nichtsdestotrotz: Herr Maurischat hat auch Recht. Die Zukunft sieht für Indien eigentlich deutlich günstiger aus, wofür auch die Mentalität der Inder spricht. Die Chinesen sind im allgemeinen nicht so. Sie verstehen was ich meine (ich möchte keine Gesamtbewertung von einzelnen Volksgruppen abgeben)?
Allerdings hat China den Vorteil, das die westlichen Investoren, aus welchen Gründen auch immer, sich von den Chinesen mehr versprechen und deshalb ihre Interessen vorrangig dort hin richten. |
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rotoflex Specialist
Anmeldungsdatum: 13.09.2003 Beiträge: 215 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 9.Jan 2004 9:49 Titel: |
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Wobei wir wieder bei dem Thema sind...
Der Preis ist heiss
Ungebildete Chinesen arbeiten nun mal billiger am Fliessband als gut ausgebildete Inder.
Man kann auch den internationalen Unternehmen die in China investieren keinen Vorwurf machen dort zu expandieren.
Der Markt brauch billige Produkte denn diese suchen wir.
In der jetzigen Welt sind immer irgendwelche Leute die dummen,das ist schlimm...
Gefährlich ist aber wenn Politik und eine Minderheit auf dauer die Bevölkerung verdummt,und da glaube ich ist Deutschland spitze.
Ich denke nicht ohne Grund wird in armen Regionen Deutschlands das Thema Deutsches Reich aufgekocht,weil dass vieleicht eine alternative zu dem jetzigen Zustand ist.
Es gibt eine Pychologie der Massen.
Schade die damalige DDR war zu klein es hätte jetzt eine bessere BRD geben können.
Die Führer dieser Bewegung konnten nicht verhindern dass das Kapital das Rennen macht.Keiner von Lenkern der Wende ist jetzt aktiv in der grossen Politik.Es gibt zwei drei Hinterbänkler aber die waren damals nur Mitläufer.
Als Fazit um oben anzuknüpfen der Preis ist heiss... |
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