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Kinderpornografie

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6846

BeitragVerfasst am: 24.Dez 2007 11:24    Titel: Kinderpornografie Antworten mit Zitat

Beim bisher größten Fall von Kinderpornografie in Deutschland wird gegen etwa 12.000 Personen ermittelt.

Der hallesche Oberstaatsanwalt Vogt sagte bei MDR INFO, in Sachsen-Anhalt gebe es etwa 300 Verdächtige. Allerdings gehe die Aktion weit über die deutschen Grenzen hinaus.

In rund 70 Ländern würden Spuren verfolgt. Die Fahnder arbeiteten seit dem Frühling an dem Fall, der unter dem Namen "Himmel" laufe. Nach Vogts Angaben hatte ein Berliner Internetanbieter vor Monaten einen erhöhten Datentransfer auf seinem Server registriert.

Bei einer Überprüfung habe das Unternehmen festgestellt, dass es zahlreiche Zugriffe auf ein Portal mit kinderpornografischen Inhalten gegeben habe.
Quelle: mdr
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6846

BeitragVerfasst am: 31.Dez 2007 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Regret the Error

Der angeblich "riesige Kinderporno-Skandal" unter dem Code-Namen "Operation Himmel" hat sich als Operation Heiße Luft erwiesen. Das Reizwort "Kinderpornografie" verführt deutsche Medien häufig zu einer kruden Mixtur aus Halbwahrheiten, urbanen Märchen und glatten Falschmeldungen.

Bei der "Operation Himmel" existieren nur drei Quellen, von denen alle anderen Medien - auch die Falschinformationen - abgeschrieben haben: Der MDR (Größter Fall von Kinderpornografie in Deutschland, 24.12.2007), Spiegel Online ( Riesiger Kinderporno-Skandal schockiert Deutschland, 24.12.) und die ARD ( Großangelegte Aktion gegen Kinderpornografie, 25.12.). Zentrale These ist der mehrfach variierte Satz bei Spiegel Online:

--> Ein Sprecher des bayerischen LKA hatte (...) erklärt, Kinderpornos seien auf dem Server eines Berliner Internet-Anbieters deponiert worden. Dieser Anbieter, laut der ARD, Strato, habe dann die Polizei eingeschaltet, weil ihm ein enormer Datentransfer auf den Servern auffiel. <--

Der Provider hat das dementiert:

--> Bei solchen Routineuntersuchungen werden in der Regel keine Inhaltsanalysen vorgenommen, im Einzelfall kann dies jedoch notwendig sein. Sofern Strato-Mitarbeitern durch solche Analysen oder insbesondere durch Hinweise Dritter strafrechtlich relevante Inhalte bekannt werden, prüfen wir eine Anzeigeverpflichtung und eine Einschaltung der Behörden im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. <--

Dennoch taucht die strittige Behauptung der ARD ohne weitere Recherche in zahlreichen Artikeln auf, als sei das schon bewiesen.

Einer hat also gelogen: Peter Burghardt, der Sprecher des bayerischen LKA, oder Carsten Zorger, der Sprecher von Strato - ein Grund, hier weiter zu recherchieren.

Aber das macht niemand. Wie sollte man denn von einem "auffälligen Datenverkehr" bei einem Provider auf 12.000 Verdächtige "in 70 Staaten" kommen? Niemand wagt heute noch zu behaupten, Strato hätte Kinderpornografie gehostet. Das wäre ohnehin extrem unwahrscheinlich und spräche zudem für eine kaum noch vorstellbare Dummheit der Täter.

Schon seit Mitte der neunziger Jahre ist auch den Ermittlungsbehörden bekannt, dass derartige – in Deutschland strafbare - Angebote auf passwortgeschützten Web- oder FTP-Servern und, wenn überhaupt, dann im Ausland liegen.

Laut Reuters habe der bayerische LKA-Sprecher Peter Burghardt gesagt, die Dimension des Skandals sei enorm. "So was ist uns noch nicht untergekommen."

Entweder ist Burkhardt von den Ermittlern falsch über die Fakten informiert worden oder er hat bewusst nicht ganz die Wahrheit verbreitet. Man kann jedoch verlangen, dass der Pressesprecher eines Landeskriminalamts über die Rechtslage und die Fakten bei einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren seiner Behörde annähernd vertraut ist. Die Empörung kann nicht echt gewesen sein.

Mittlerweile ist klar, dass die "Operation Himmel" nur wenig zutage gefördert hat, was strafrechtlich überhaupt relevant ist.

Auch die reißerischen Überschriften haben sich allesamt als falsch erwiesen. Vom "größtem Skandal" kann man ohnehin schon deshalb nicht sprechen, weil bei der Operation Marcy im Jahr 2003 sogar von 23.000 Verdächtigen die Rede war. Auch hier spielen einige Medien bei der Berichterstattung eine fragwürdige Rolle, da - laut der Zeitschrift Gigi - einige der sichergestellten und im Fernsehen gezeigten "Tatmittel" in Bibliotheken öffentlich zugängliche und legale Bücher waren.

Irrtümer nimmt aber kaum jemand zum Anlass, die eigene Berichterstattung zu relativieren oder die Rezipienten darüber aufzuklären, dass der "größte Skandal" keiner war, sondern dass es sich um eine klassische Zeitungsente handelte.
Eig/Schröder
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6846

BeitragVerfasst am: 2.Jan 2008 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ausforschung von 107 Tatverdächtigen in Österreich

Gleich zwei Operationen gegen Kinderpornographie im Internet - "Orangebill" und "Sinon" - konnte das Bundeskriminalamt gemeinsam mit den Landeskriminalämtern erfolgreich abschließen.

Die Operation "Orangebill" nahm ihren Ausgang in den Vereinigten Staaten. Dabei stellten die U.S.-Behörden die finanziellen Aspekte bei der Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet in den Vordergrund. Es wurden gezielt Personen ins Visier genommen, die Abrechnungsdienste für Kinderpornographie-Websites anboten oder vom finanziellen Erlös profitierten.

Die Internetseiten waren so aufgebaut, dass zunächst einige Vorschau-Seiten präsentiert wurden, an die sich eine Seite mit einer Anmeldeinformation zu einem "Mitgliederbereich" anschloss. Wenn ein Kunde Zugang zu diesem Bereich haben wollte, aktivierte er einen Link zur Anmeldeseite, auf der Zahlungsmodalitäten angeführt waren.

Das FBI konnte die Inhalte eines solchen Anmeldebereiches sicherstellen und Daten von weltweit 2500 Kunden ausforschen. Aufgrund dieser Vorarbeiten konnten in Österreich 27 Verdächtige ermittelt und angezeigt werden.

Zur Operation "Sinon" führten Hinweise aus Deutschland.

Bei einem Internetdienst konnten zwei Videodateien, die den schweren sexuellen Missbrauch eines zwölfjährigen blonden Mädchens und eines zehnjährigen asiatischen Mädchens zeigten, sichergestellt werden. Das Internetunternehmen übergab sämtliche Logfiles der User, die versucht hatten sich diese Videos downzuloaden. Aufgrund dieser Daten konnten in Österreich 80 Verdächtige ausgeforscht werden.

Darunter war ein 44-jähriger Wiener dessen PC bei der Hausdurchsuchung online war - als Bildschirmschoner verwendete er ein Bild, das er selbst beim Missbrauch seiner zehnjährigen Stieftochter angefertigt hatte.

Weiters wurden ein Sozialpädagoge, ein Erzieher, ein Hauptschullehrer, ein Schulwart und Ärzte - alles Personen, die in ihrem beruflichen Umfeld mit Kindern in Kontakt kommen - ausgeforscht.

Für Innenminister Günther Platter sind diese erfolgreichen Operationen ein weiterer Beweis für die Wichtigkeit grenzüberschreitende Polizeikooperation. "Kindesmissbrauch ist ein abscheuliches und zutiefst verachtenswürdiges Verbrechen, das wir schärfstens bekämpfen. Das globale Problem von Kindesmissbrauch und der Verbreitung von Kinderpornographie beweist die dringende Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit. Wir werden diese auch in Zukunft weiter ausbauen und intensivieren", so Platter abschließend.
Quelle: PM Bundeskriminalamt
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6846

BeitragVerfasst am: 23.Aug 2008 5:13    Titel: Antworten mit Zitat

Der bayerischen Polizei ist ein Schlag gegen Kinderpornografie im Internet gelungen.

Seit Juni 2006 ermittelten die Fahnder gegen bundesweit knapp 1000 Verdächtige, die sich im Internet Videos vom sexuellen Missbrauch zweier Mädchen angeschaut hätten, erklärte das Landeskriminalamt (LKA) in einer Bilanz in München am Freitag. Außerdem hätten die Ermittler 41.000 Verbindungsdaten weiterer Verdächtiger an Behörden im Ausland weitergegeben.

Weltweit seien 98 Staaten betroffen. In Deutschland seien die Ermittlungen inzwischen weitgehend abgeschlossen.

Bundesweit hätten die Fahnder bei Durchsuchungen bei den 987 Verdächtigen mehr als 1000 Computer, über 1800 Videofilme und fast 45.000 Datenträger sichergestellt, teilte das LKA mit. In mehreren hundert Fällen seien die Täter bereits überführt.

In Schleswig-Holstein hätten die Ermittler bereits einen Mann hinter Gitter gebracht, der fast täglich seine beiden Töchter und andere Mädchen sexuell missbrauchte. Der 41-Jährige verbüße inzwischen eine achtjährige Haftstrafe. Auch in zwei weiteren Fällen in Bayern und Niedersachsen hätten die Fahnder den Missbrauch der Töchter beziehungsweise Stieftöchter der Verdächtigen gestoppt.

Ausgangspunkt der "Operation Smasher" war nach Angaben des LKA ein Hinweis italienischer Kinderschützer. Die bayerischen Fahnder hätten daraufhin bei einem Internetdienst in der Region Konstanz zwei Videodateien entdeckt, die den sexuellen Missbrauch eines etwa zehn- und eines etwa zwölfjährigen Mädchen zeigten.

Die Verbindungsdaten hätten mehr als 48.000 Zugriffe auf die Videos binnen einem einzigen Monat gezeigt. Im Vergleich zu anderen Großverfahren sei dies eine erschreckend hohe Zahl.

Im Zusammenhang mit den Verbindungsdaten seien in Polen, Australien, der Türkei und Österreich inzwischen Dutzende Verdächtige ermittelt oder sogar festgenommen worden.
Quelle: Reuters
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