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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1184 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 4.Okt 2006 9:30 Titel: Kurnaz von deutschen Soldaten gefoltert |
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Kurnaz von deutschen Soldaten gefoltert
Der als "Bremer Taliban" bekannt gewordene Murnat Kurnaz ist offenbar auch von deutschen Soldaten misshandelt worden. Dem stern schildert Kurnaz die Folterungen in einem US-Gefängnis in Afghanistan.
Murnat Kurnaz berichtet in einem Interview mit dem stern erstmals über seine Entführung und den anschließenden vierjährigen Aufenthalt in US-Gefängnissen in Afghanistan und Guantánamo. Demnach wurde er nach seiner Verschleppung nach Afghanistan in einem geheimen US-Gefängnis anscheinend auch von deutschen Elitesoldaten misshandelt. "Ich war noch keine zwei Wochen dort, da wurde ich abends hinter zwei Lastwagen geführt. Es hieß, zwei deutsche Soldaten wollten mich sehen.
Sie trugen Camouflage-Uniformen, das Tarnmuster war aus kleinen Punkten zusammengesetzt, wie vom Computer gemacht, und sie trugen die deutsche Flagge am Ärmel. Ich musste mich hinlegen, die Hände auf dem Rücken gefesselt. Der eine zog mich an den Haaren hoch. `Weißt Du, wer wir sind?’ Der wollte angeben. `Wir sind die deutsche Kraft.’ Er hat jedenfalls meinen Kopf auf den Boden geschlagen, und die Amerikaner fanden das lustig", sagt Kunaz in dem Interview.
Bei den deutschen Soldaten handelt es sich nach Recherchen des stern aller Wahrscheinlichkeit nach um Angehörige der Elite-Einheit KSK, Kommando-Spezialkräfte, damals die einzigen deutschen Soldaten im afghanischen Kandahar.
Weiter: http://www.stern.de/politik/deutschland/:Bremer-Taliban-Kurnaz-Soldaten/573096.html |
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hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1011
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Verfasst am: 7.Okt 2006 15:50 Titel: ....oder auch nicht.... |
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Aus "Spiegel-online":
Zweifel an Misshandlungs-Vorwürfen des "Bremer Taliban"
Er sei von deutschen Soldaten in Afghanistan misshandelt worden, behauptet der Guantanamo-Rückkehrer Murat Kurnaz. Doch in der Bundesregierung wachsen die Zweifel an den massiven Vorwürfen des sogenannten "Bremer Taliban".
Hamburg - Irgendwann zwischen Ende Dezember 2001 und Anfang Januar 2002 sei er von deutschen Soldaten auf der US-Air-Base Kandahar in Südafghanistan misshandelt worden, hatte Kurnaz behauptet. Womöglich habe es sich dabei um Mitglieder des Kommandos Spezialkräfte (KSK) gehandelt, war spekuliert worden. Doch nach SPIEGEL-Informationen gibt es erste Erkenntnisse der Bundeswehr, wonach das KSK Ende 2001 noch auf Masira stationiert war, einer Insel vor Oman.
Lediglich zwei Offiziere, darunter der stellvertretende KSK-Chef, seien an den Weihnachtsfeiertagen nach Kandahar geflogen, um die Verlegung des Kommandos nach Afghanistan vorzubereiten. Der Einsatz der Truppe in Afghanistan sei erst Anfang Januar richtig angelaufen.
Auch Kurnaz' Angaben über die "Camouflage- Uniformen" der vermeintlichen deutschen Soldaten mit "kleinen Punkten, wie vom Computer" überzeugen Insider nicht: Die Einzigen, die damals in Kandahar derartige Muster getragen hätten, seien die Kanadier gewesen.
Scharf dementiert wird in der Bundesregierung auch der Vorwurf, Kurnaz sei nicht nur 2002 von deutschen Beamten in Guantanamo vernommen worden, sondern noch ein weiteres Mal 2004. Ein von Kurnaz beschriebener mutmaßlicher Verfassungsschützer versicherte in einer dienstlichen Erklärung, nur 2002 dort gewesen zu sein. Auch der Bundesnachrichtendienst schließt eine zweite Befragung aus. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6403
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Verfasst am: 14.Dez 2006 11:49 Titel: |
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Vier Jahre Folterhölle dank Steinmeier
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) war nach einem Bericht des Stern während seiner Amtszeit als Chef des Bundeskanzleramts massiv in den Fall Kurnaz verwickelt. In seiner damaligen Funktion sei Steinmeier 2002 entscheidend am Beschluß der deutschen Behörden beteiligt gewesen, den Bremer Murat Kurnaz im US-Gefangenenlager Guantánamo interniert zu lassen, obwohl die USA seine Freilassung angeboten hatten, berichtete das Magazin am Mittwoch.
Dem Stern zufolge berieten die Präsidenten der deutschen Sicherheitsbehörden sowie ausgewählte Staatssekretäre am 29. Oktober 2002 im Bundeskanzleramt über das US-Angebot, Kurnaz freizulassen. Leiter der Runde sei Steinmeier gewesen. Obwohl Experten von Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz sowie US-Vernehmer Kurnaz für unschuldig hielten, habe die Runde auf Empfehlung von August Hanning, damals BND-Chef und heute Staatssekretär im Innenministerium, entschieden, eine Einreissperre gegen den Bremer zu verhängen. Die Amerikaner reagierten demnach verärgert: Kurnaz mußte weitere vier Jahre bis zu seiner Freilassung am 24. August 2006 in der Gefangenenhölle Guantánamo bleiben.
Auch Exbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sowie Exaußenminister Joseph Fischer (Grüne) sind laut Stern politisch mitverantwortlich. Im Auswärtigen Amt sei im Januar 2002 geplant worden, einen Konsularbeamten gemeinsam mit einem BND-Mitarbeiter zur Befragung von Kurnaz nach Guantánamo zu schicken. »Vorgang liege bei BM Fischer; Entscheidung stehe noch aus«, hieß es in einem Vermerk aus dem Kanzleramt. Letztlich reiste dann kein deutscher Diplomat nach Guantánamo. Schröder wiederum vermied es bei mehreren Treffen mit US-Präsident George W. Bush, den Fall Kurnaz anzusprechen.
Steinmeier und Fischer werden am heutigen Donnerstag erstmals im Geheimdienst-Untersuchungsausschuß des Bundestages befragt.
(AFP) |
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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1184 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 8.Jan 2007 8:45 Titel: |
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Ermittlungen gegen KSK-Soldaten im Fall Kurnaz gehen weiter
Tübingen - Nach den Misshandlungsvorwürfen des ehemaligen Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz wird es möglicherweise einen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Tübingen teilte mit, dass sie gegen zwei Soldaten des Bundeswehr-Kommandos Spezialkräfte ermittle. Die KSK-Männer seien offiziell informiert worden. Die drohende Verjährung des Verfahrens sei damit abgewendet. Kurnaz hatte ausgesagt, ein Soldat habe ihm im Januar 2002 in einem Gefangenenlager in Afghanistan den Kopf auf den Boden geschlagen.
Quelle: DPA _________________ Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)
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Roderich Hopp * Ehrenmitglied *

Anmeldungsdatum: 17.05.2004 Beiträge: 947 Wohnort: Dorum-Mulsum
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Verfasst am: 8.Jan 2007 11:02 Titel: |
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So so, die StA Tübingen ermittelt gegen ihr namentlich bekannte KSKler und der Herr Kurnaz hat sie also wiedererkannt.
Dann geschiehts ihnen recht, denn dann haben die Betroffenen x mal gegen Dienstvorschriften verstoßen.
Mit freundlichen Grüßen
Roderich Hopp |
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Honest John Specialist

Anmeldungsdatum: 30.01.2006 Beiträge: 240 Wohnort: Aubagne, Bouches du Rhône
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Verfasst am: 22.Jan 2007 21:03 Titel: Kurnaz von deutschen Soldaten gefoltert |
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Vertrauliche Papiere belegen inzwischen, dass die ehemalige rot-grüne Bundesregierung die Freilassung des in Deutschland geborenen Murat KURNAZ, der von Spezialkräften der faschistischen US-Weltregierung nach Guantanamo verschleppt wurde, gezielt verhindert hat. Ganz offenbar wurde von dem früheren Chef des Bundeskanzleramts und heutigem Außenminister, Frank-Walter Steinmeier, in Zusammenarbeit mit deutschen Geheimdiensten, ein unbewiesener Terrorverdacht konstruiert. Wer das schmutzige Geschäft unserer Geheimdienste kennt weiß, dass diese Vorgehensweise kein Einzelfall ist. Murat Kurnaz wurde nach eigenen Angaben in Kanadahar und in Guantanamo von us-amerikanischen und deutschen Spezialkräften gefoltert und misshandelt. Der Untersuchungsausschuss wertete die Aussage von Murat Kurnaz als „in hohem Maße glaubwürdig“. Damit ist Steinmeier schon jetzt politisch untragbar geworden. Der Vorgang wird derweil aber ohnehin immer brisanter, inzwischen erhärtet sich der Verdacht, dass auch Ex-Innenminister Otto Schily mit Deckung von Steinmeier versucht hat, M. Kurnaz Freilassung zu hintertreiben. _________________ In der Defensive zu beharren verrät unzureichende Kräfte; anzugreifen einen Überfluß an Kraft.
Honest John ▪ Quartier Viénot BP 38 ▪ 13 998 MARSEILLE ARMEE |
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hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1011
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Verfasst am: 25.Jan 2007 13:15 Titel: |
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Das kann man auch anders sehen:
Aus dem blog "Zettels Raum":
Zettels Meckerecke: Murat Kurnaz und die Pflichten eines deutschen Ministers
Murat Kurnaz, so steht es in der Wikipedia, reiste kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001 nach Pakistan und hatte dort Kontakt mit einer islamistischen Organisation namens Tablighi Jamaat, über deren Verbindungen mit Terroristen es unterschiedliche Auffassungen gibt.
Wissenswertes über Tablighi Jamaat ist hier zu finden. Daß es sich um islamistische Extremisten handelt, wird, soweit ich sehe, von niemandem bestritten. Strittig ist, wie eng ihre Verbindungen zum Terrorismus sind.
In der verlinkten Quelle, dem proamerikanischen Middle East Forum heißt es: "Tablighi Jamaat has always adopted an extreme interpretation of Sunni Islam, but in the past two decades, it has radicalized to the point where it is now a driving force of Islamic extremism and a major recruiting agency for terrorist causes worldwide."
Tablighi Jamaat habe immer eine extreme Interpretation des sunnitischen Islam vertreten und habe sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten weiter radikalisiert. Es sei nun eine treibende Kraft des islamistischen Extremismus und weltweit eine wichtige Rekrutierungsagentur für Terroristen.
Kurnaz wurde von US-Truppen festgenommen, weil er in einer Einrichtung dieser Organistation gewohnt hatte.
Soweit bisher bekannt ist, hat Kurnaz sich über seine Kontakte zu dieser Organisation hinaus nichts zuschulden kommen lassen. Er ist also - soviel man weiß - zu Unrecht in Guantanamo inhaftiert gewesen. Allein ein islamistischer Fanatiker zu sein kann es ja nicht rechtfertigen, daß man jemanden jahrelang einsperrt.
Es gibt eine Fürsorgepflicht Deutschlands für seine Bürger. Sie wird meist, und zu Recht, weit ausgelegt. Auch Deutschstämmige, die zum Beispiel im kommunistischen Rußland verfolgt wurden, genossen einen gewissen Schutz Deutschlands; jedenfalls hat man sich um ihre Ausreise bemüht.
Auch jemand, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, der sich an die deutsche Kultur assimiliert hat, der sich als Deutscher fühlt, sollte - nicht juristisch, aber billigerweise - den Schutz Deutschlands genießen.
Aber was in aller Welt sollte Deutschland, sollte die rotgrüne Regierung, sollte den Kanzleramtsminister Steinmeier dazu verpflichtet haben, sich der Interessen eines Menschen anzunehmen, der türkischer Staatsbürger ist und der sich ostentativ gegen unsere Werte, gegen unsere Kultur gestellt hat, indem er sich einer extremen islamistischen Bewegung in Pakistan zugesellte?
Ein deutscher Minister hat gemäß seinem Amtseid den Nutzen des deutschen Volks zu mehren und Schaden von ihm zu wenden. Er ist nicht zuständig für den Schutz eines islamistischen Türken, auch wenn dieser in Bremen aufgewachsen ist.
http://zettelsraum.blogspot.com/2007/01/zettels-meckerecke-murat-kurnaz-und-die.html |
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Honest John Specialist

Anmeldungsdatum: 30.01.2006 Beiträge: 240 Wohnort: Aubagne, Bouches du Rhône
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Verfasst am: 31.Jan 2007 11:24 Titel: Lachnummer der Staatsanwaltschaft München! |
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Einfach armselig und lächerlich. Im Entführungsfall des Deutsch-Libanesen Khaled el Masri hat die Staatsanwaltschaft München gegen 13 Tatverdächtige Haftbefehle erwirkt. Bei den in den Haftbefehlen aufgeführten Personalien der Beschuldigten handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen um Tarnidentitäten von CIA-Agenten, hieß es.
Und wie nicht anders zu erwarten, lehnt die für Menschenrechtsverletzungen bekannte und faschistische US-Regierung eine Zusammenarbeit mit deutschen Ermittlungsbehörden ab. _________________ In der Defensive zu beharren verrät unzureichende Kräfte; anzugreifen einen Überfluß an Kraft.
Honest John ▪ Quartier Viénot BP 38 ▪ 13 998 MARSEILLE ARMEE |
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WillyWichtig Pathfinder
Anmeldungsdatum: 10.05.2004 Beiträge: 272
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Verfasst am: 1.Feb 2007 15:30 Titel: |
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| hdschulz hat folgendes geschrieben:: |
...ist, hat Kurnaz sich über seine Kontakte zu dieser Organisation hinaus nichts zuschulden kommen lassen. Er ist also - soviel man weiß - zu Unrecht in Guantanamo inhaftiert gewesen.
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Das liest sich ja, als ob alle anderen Entführten Menschen zu RECHT in einem illegalen Gefängnis gefangen gehalten werden.
Selbst das oberste US Gericht hat bestätigt das die USA sich einen RECHTSfreien Raum geschaffen haben um Menschen nach belieben zu FOLTERN um somit "Geständnisse" der Beschuldigten zu erlangen.
Jeder weiß, was solche "Geständnisse" wert sind.
Und ich garantiere Ihnen, wenn Sie jemand foltert, so würden Sie ALLES gestehen, egal was man Ihnen vorsetzt.
Das erinnert mich an die katholische Inquisition! |
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hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1011
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Verfasst am: 23.Apr 2007 11:51 Titel: |
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Nun hat Kurnaz ein Buch über seine Gefangenschaft schreiben lassen und die deutsche Journaille nimmt den Inhalt natürlich gern als bare Münze, weil er doch so gut mit ihrem Bild von den bösen, grausamen und blöden Amis übereinstimmt.
Kritisches Hinterfragen: Fehlanzeige - dafür viel Mitleid mit dem armen Unschuldigen.
Doch es gibt eine Ausnahme: Alan Posener von der Welt schaltet bei der Lektüre zur Abwechslung sein Gehirn ein:
Der Fall Kurnaz oder: Die erschütternde Rezeption eines Buches
Von Alan Posener
Helmut Kuhn ist Romanschriftsteller. In seinem ersten Roman ging es um einen verschwundenen Atlantik-Segler. In seinem zweiten Roman geht es um einen Mann, der in Pakistan verschwindet. Er wird auf einer Insel in einer Art KZ gefangen gehalten, wo er von sadistischen Wärtern auf jede erdenkliche Art gequält wird.
"Wisst ihr, was die Deutschen mit den Juden gemacht haben? Das machen wir jetzt mit euch", sagt einer der Folterknechte. Damit ist der Ton des Romans vorgegeben: ein Unschuldiger ist in eine Maschinerie des Todes geraten, wie in dem US-Splatter-Movie "Hostel". Den Gefangenen werden von entmenschten Ärzten Gliedmaßen amputiert und Zähne gezogen. Ansonsten besteht der Lager-Alltag aus Prügel, Folter, Hunger, Demütigung, Beleidigung.
Die Hauptfigur dieses Romans heißt Murat Kurnaz, ein frommer Moslem und ein Unschuldslamm, wie alle seine Mithäftlinge. Das KZ ist das Internierungslager Guantanamo Bay auf Kuba. Das Buch heißt
"Fünf Jahre meines Lebens". Es wird als Sachbuch verkauft.
Jede Schauererzählung, die irgendeiner der bislang über 340 Entlassenen oder ihrer Anwälte einer sensationslüsternen Presse verkauft hat, wird hier nicht nur vom Hörensagen wiedergegeben, sondern von der Hauptfigur am eigenen Leib erlitten. Freilich kann es dabei schon mal vorkommen, dass Kurnaz mit Elektroschocks gefoltert wird, während ihn Soldaten festhalten. Die armen Soldaten, kann man da nur sagen. Man fragt sich auch, weshalb die jahrelange Folter und die Hungerrationen so gar keine Spuren hinterlassen haben. Aber was kümmern uns technische Details? Kurnaz bestätigt dem dauerempörten deutschen Linken, was der immer schon wusste. Wie ihm damals die Anwälte der RAF-Terroristen bestätigten, dass der faschistoide Staat BRD diese Freiheitskämpfer mit Isolationsfolter vernichten wollte und in Stammheim ermordete.
Kuhns Roman ist für den Journalisten Hans Leyendecker, der auch schon mal auf eine RAF-Legende hereingefallen ist, "ein erschütternder Bericht und ein einzigartiges Dokument". Erschütternd ist allerdings die Rezeption des Romans. Die Gruselhöhepunkte aus Kuhns Erzählung werden in der Presse unhinterfragt als Tatsachenbericht wiedergegeben; als könne diese fortwährende Quälerei unter den Augen des Roten Kreuzes stattfinden, das seit Anfang 2002 auf Wunsch der US-Regierung die Anlage regelmäßig kontrolliert und zu allen Gefangenen Zugang hat. Und Kurnaz, bis vor kurzem noch für die Journaille der "Bremer Taliban", mutiert zu einem naiven Märtyrer des rechten Glaubens.
Nach eigener Auskunft schloss sich Kurnaz in Bremen der Gruppe Jamaat Tablighi an und besuchte deren Schulungszentrum in Pakistan. Experten bezeichnen diese von saudischen Wahabiten finanzierte Gruppe als Hauptrekrutierungsagentur für den weltweiten Terror. Die Liste der inhaftierten Terroristen, die sich zu den Tablighi zählen, liest sich wie eine Who's Who des Massenmords. Tablighi-Missionare ziehen durch westliche Länder und sprechen gezielt junge Männer an. Die eifrigsten Konvertiten werden nach Pakistan eingeladen, wo sie in den Moscheen von Al-Qaida-Rekrutierern angesprochen werden. Kurnaz' Flugkarte nach Pakistan wurde bezahlt von seinem Freund Sofyen Ben Amor, der Kontakt zu den Taliban und zu radikalen Islamisten in Deutschland hatte. Kurnaz' Begleiter hieß Selcuk Bilgin, der aber am Flughafen Köln festgenommen wurde, weil seine Familie der Polizei mitteilte, er wolle sich in Afghanistan dem Kampf gegen die Amerikaner anschließen.
Kein Wunder also, dass weder die deutsche noch die türkische Regierung es besonders eilig hatte, Kurnaz den Amerikanern abzunehmen, als die recht bald feststellten, er sei allenfalls als Sympathisant einzustufen. Er würde heute genauso handeln wie damals, sagte Frank-Walter Steinmeier kürzlich vor dem BND-Untersuchungsausschuss. Ein starkes Wort. Fünf Jahre Haft ohne Prozess wegen des bloßen Verdachts, Terrorist werden zu wollen? Das ist zu viel, um es milde auszudrücken. Man kann sich vorstellen, dass Murat Kurnaz sich für die gestohlene Lebenszeit wenigstens literarisch rächen will. Das ist sein gutes Recht. Die Pflicht des kritischen Lesers aber ist es, diese Hintergründe bei der Lektüre seines Romans nicht aus den Augen zu verlieren.
Alan Posener, 1949 in London geboren, aufgewachsen in London, Kuala Lumpur und Berlin, studierte Germanistik und Anglistik an der FU Berlin und der Ruhr-Universität Bochum. Er arbeitete anschließend im Schuldienst, dann als freier Autor und Übersetzer. Von 1999 bis 2004 war er Mitarbeiter der "Welt", zunächst als Autor, dann als Redakteur. Seit März 2004 ist er Kommentarchef der "Welt am Sonntag". Posener publizierte neben Schullektüren u. a. Rowohlt-Monographien über John Lennon, John F. Kennedy, Elvis Presley, William Shakespeare und Franklin D. Roosevelt, die "Duographie" Roosevelt-Stalin und den "Paare"-Band über John F. und Jacqueline Kennedy. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6403
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Verfasst am: 25.Jan 2008 20:56 Titel: |
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Zwei ehemalige Mithäftlinge des 2001/2002 nach Afghanistan und Guantánamo verschleppten Murat Kurnaz haben dessen Vorwürfe an deutsche KSK-Soldaten in wichtigen Punkten bestätigt.
Die beiden Briten hätten am Mittwoch vor dem geheim tagenden Verteidigungsausschuß des Bundestages ausgesagt, daß im US-Gefangenenlager Kandahar »Gefangene offensichtlich mißhandelt und der Folter durch Schlafentzug ausgesetzt wurden«, teilte Ausschußmitglied Paul Schaefer am Freitag mit.
Erhärtet wurde auch Kurnaz’ Darstellung, er sei von zwei Soldaten hinter einem Fäkalienlastwagen geschlagen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren gegen die beiden im Mai 2007 trotz Tatverdachts eingestellt, weil sie nicht herausfinden konnte, ob ein solcher LKW existierte.
Einer der beiden Zeugen konnte diesen Wagen vor dem Ausschuß nun exakt beschreiben. |
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