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Lidl paßt auf uns auf

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NOMOCON
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Anmeldungsdatum: 20.12.2006
Beiträge: 151
Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 29.März 2008 10:55    Titel: Lidl paßt auf uns auf Antworten mit Zitat

Der Lebensmitteldiscounter Lidl hat, nach Angaben des Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig Holstein, seinen Kunden über die Schultern gesehen als diese im Kassenbereich bei Kartenzahlung ihren PIN-Code eingegeben haben.

Zuvor wurde bekannt, daß das Unternehmen seine Mitarbeiter systematisch überwachte.

Kaufen Sie noch bei Lidl ein?

Sollten sie einmal Ihre PIN vergessen haben, so fragen Sie doch einfach die Geschäftsleitung der Lidl-Filiale, da werden Sie geholfen.
_________________
NOMOCON Ltd&CoKG

Hopfenstr. 1d
24114 Kiel

Tel.: 0431-97 99 544
E-Mail: info@firma-offshore.com
WebSite: http://www.firma-offshore.com
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6457

BeitragVerfasst am: 30.März 2008 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil legte Verbrauchern einen Boykott von Lidl nahe. „Ich bin vorsichtig mit Boykottaurufen“, sagte er der „BamS“. „Aber es sollte die Verbraucher schon interessieren, ob die Menschen in einem Laden nur Jobs haben oder gute Arbeit, von der sie leben können, die nicht krank macht und die Würde der Beschäftigten wahrt.“

Heil verurteilte das Vorgehen von Lidl: „Wie hier die Würde von Arbeitnehmern verletzt wurde, ist widerlich“, sagte er. „Mitarbeiter wurden wir Knechte behandelt.“

Auch Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) übte scharfe Kritik an den Vorgängen bei Lidl. In der „BamS“ rief er die Öffentlichkeit auf, sich hinter die Opfer der Bespitzelung zu stellen: Es seien Grenzen eindeutig überschritten worden.

Politik und Gesellschaft müssen ein einheitliches Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Lidl-Mitarbeitern setzen. „Die scheinbar systematische Bespitzelung von Mitarbeitern erinnert an Methoden, die man in Deutschland längst überwunden glaubte“, schrieb Seehofer.

Zugleich forderte der stellvertretende CSU-Chef einen schärferen gesetzlichen Schutz von Mitarbeitern.

Der Vorfall mache deutlich, dass es in Deutschland ein eigenes Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz geben müsse. In Zeiten der neuen technischen Möglichkeiten sei ein solches Gesetz ohnehin längst überfällig. Überdies sei eine exemplarische Geldbuße unvermeidlich.

Die zuständigen Behörden seien aufgefordert, für eine Strafe zu sorgen, die von Großunternehmen nicht aus der Portokasse bestritten werden könne, erklärte der Minister.

Nach dem Überwachungsskandal bei Lidl hat die Gewerkschaft Ver.di auch Vorwürfe gegen die Drogeriekette Schlecker erhoben. Dort spähten Detektive und Sicherheitskräfte durch Lochwände teils stundenlang in die Verkaufsräume, sagte der Handelssekretär des Ver.di-Bezirks Berlin-Brandenburg, Achim Neumann.

Mitarbeiter berichteten, dass sie sich in dadurch in ihrem Verhalten und ihrer Leistung „ausgespäht und überwacht“ fühlten. Das Problem für die Gewerkschaft sei aber die Beweisführung. Mitarbeiter, die zu Ver.di kämen, fürchteten sich meist, ihren Job zu verlieren. Schlecker und Lidl seien keine Einzelfälle. „Viele Discounter überwachen ihre Mitarbeiter.“
Quelle: Welt
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6457

BeitragVerfasst am: 5.Apr 2008 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Die andere Sichtweise der Sachlage:

Ob Kaufhof, Praktiker, Plus oder Edeka – die meisten Einzelhändler schauen dem eigenen Kassenpersonal seit einigen Jahren mit Softwarehilfe auf die Finger. Äußern will sich dieser Tage allerdings kaum ein Unternehmen zu dem Thema. Zu groß ist vor dem Hintergrund der Lidl-Affäre die Verunsicherung in der Branche. Niemand will sich nachsagen lassen, er würde dem eigenen Personal misstrauen.

Dabei ist der Argwohn durchaus angebracht.

Auf rund 4 Mrd. Euro belaufen sich im deutschen Einzelhandel die jährlichen “Inventurdifferenzen” – also der Unterschied zwischen dem buchmäßig errechneten und dem tatsächlichen Wert des Warenbestands.

Gut ein Viertel der Summe geht auf dabei stehlende Mitarbeiter zurück, zeigt eine aktuelle Studie des Kölner Forschungsinstituts EHI Retail.

“Die Mitarbeiterdelikte sind für die Unternehmen dabei besonders teuer”, sagt EHI-Experte Frank Horst. Denn während ein normaler Ladendiebstahl im Schnitt nur mit 30 bis 40 Euro zu Buche schlage, summierten sich die Schäden durch einen klauenden Angestellten leicht auf ein Vielfaches: “Ein Mitarbeiter, der einmal stiehlt, tut das noch häufiger. Und in der Regel steigern sich die Beträge. Da kommt dann schnell eine vierstellige Summe zusammen”, sagt Horst. ...
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6457

BeitragVerfasst am: 7.Apr 2008 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Die jüngst ans Licht gekommene Überwachungspraxis deutscher Supermärkte stellt ein im Januar gefälltes Urteil zur Haftung bei gestohlenen EC-Karten in Frage.

Am 30. Januar dieses Jahres wies das Oberlandesgericht in Frankfurt am Main die Berufung einer Verbraucherschutzzentrale zurück, welche für zwölf Bankkunden klagte
(Az: 23 U 38/05).

Deren Geldinstitut hatten den aus Kartendiebstählen entstandenen Schaden auf die Verbraucher abgewälzt, obwohl diese versicherten, dass sie EC-Karten und PIN-Nummer nicht gemeinsam aufbewahrt hatten.

Nachdem letzte Woche bekannt geworden war, dass Supermärkte nicht nur Regale und Pausenräume, sondern auch die Kassen überwachen ließen, musste Lidl zugeben, dass eine Aufzeichnung der PIN-Eingaben nicht ausgeschlossen werden könne. Laut Markus Saller, Justiziar der Verbraucherzentrale Bayern, “ein Eingeständnis dafür, dass die Kameras offensichtlich über genügend Auflösung verfügen, um den Pin-Code zu erkennen”.

Waren die PIN-Nummern erkennbar, dann spricht einiges dafür, dass sie möglicherweise auch an Dritte weitergegeben wurden. Die Überwachung wurde nicht von Lidl selbst, sondern von dazu beauftragten Unternehmen durchgeführt – und in Detektivbüros arbeiten aber nicht nur Personen, die die Kriterien einer Aufnahme in den Polizeidienst erfüllen.

Nachdem dies offenbar wurde, warnten Verbraucherschützer vor dem Bezahlen mit EC-Karte und PIN-Code.

Lidl-PIN-Datenbank
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6457

BeitragVerfasst am: 10.Apr 2008 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Die Verbraucher haben von ihrer stärksten Waffe Gebrauch gemacht und seit der Überwachungsaffäre weniger bei Lidl gekauft. Jetzt verzeichnet der Discounter Umsatzeinbußen und beteuert, künftig menschlicher mit seinen Mitarbeitern umzugehen.

Über jeder Kasse bei Lidl als riesiges Plakat, an der Kasse selbst stapelweise Handzettel. So reagiert der Discounter auf massive Umsatzeinbrüche.

Zitat:
    Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,

    Lidl hat beschlossen, bis auf weiteres auf den Einsatz von Videokameras in seinen Filialen zu verzichten.
    In allen Filialen in Deutschland bauen wir deshalb unsere Kameraanlagen ab.

    Der Einsatz von Videokameras im Einzelhandel ist üblich und auch nötig.
    Wir müssen uns und unsere Mitarbeiter vor Diebstahl und anderen strafbaren Handlungen, wie zum Beispiel Raubüberfällen, schützen.
    Über den Einsatz der Videokameras im Einzelhandel gibt es aktuell aber eine große öffentliche Diskussion.
    Vor allem wird darüber diskutiert, ob mit den eingesetzten Systemen persönliche Daten von Kunden auch vollständig geschützt sind.

    Wir können Ihnen versichern, dass bei Lidl zu keinem Zeitpunkt Kameras eingesetzt wurden, um persönliche Daten von Kunden, wie zum Beispiel PIN-Nummern, zu erkennen.

    Wir haben trotzdem beschlossen, die Sicherung unserer Verkaufsräume komplett zu überprüfen und neu zu organisieren.

    Dies tun wir, um auch in Zukunft unser Unternehmen und die Mitarbeiter vor Straftaten zu schützen. Wir stellen sicher, dass keine persönlichen Informationen von Kunden oder Mitarbeitern erfasst werden.

    Einkaufen mit EC-Karte bei Lidl ist sicher!

    Ihre Lidl Geschäftsführung

    – April 2008 –


Man kann es werten wie man möchte.

"Reichlich spät" oder "Alibifunktion" wäre hier als Überschrift zu dieser Meldung zu setzen.

Zitat:
Ehemaliger oberster Datenschutzbeauftragter der Bundesrepublik Deutschland wird Berater von Lidl

Neckarsulm, 02. April 2008. Dr. Joachim Jacob wird das Unternehmen in allen Fragen rund um den Datenschutz beraten und unterstützen, um sicherzustellen, dass den datenrechtlichen Vorschriften in vollem Umfang entsprochen wird.

Es ist beabsichtigt, im Rahmen eines Datenschutzaudits mögliche Schwachstellen zu definieren und Lösungen auszuarbeiten.

Der promovierte Datenschutzexperte war von 1993 bis 2003 Datenschutzbeauftragter der Bundesrepublik Deutschland.


Der Moderator, ein meinungsloses Forenwesen, schüttelt still den Kopf und fragt, ob dieser Personalie, lautlos in sich selbst hinein: Hat dieser Mann keine Ehre, hat er es nötig sich von diesem menschenverachtenden Konzern verschaukeln zu lassen?
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6457

BeitragVerfasst am: 17.Jul 2008 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

Noch ist der Abschlussbericht nicht fertig, doch immerhin gibt es jetzt eine Deadline: Bis Mitte September wollen die Datenschutzbeauftragten mehrerer Bundesländer ihre Untersuchungen zur Bespitzelungsaffäre bei Lidl beenden.

Bis dahin wollen sie auch entscheiden, ob der Discounter ein Bußgeld zahlen muss. Das sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums am Donnerstag in Stuttgart.

Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz könnten mit bis zu 250.000 Euro bestraft werden.

Lidl hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe rund 50 Fragen der Datenschützer mit umfangreichem Material beantwortet. Unter anderem soll bei der Untersuchung geklärt werden, wer bei Lidl oder den vom Discounter beauftragten Detekteien für die Überwachung der Mitarbeiter verantwortlich ist.

Lidl hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Jahren 585 Filialen in mehreren Bundesländern von Detekteien überwachen lassen.
Quelle: dpa-AFX
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