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Lüge von der Sicherheit bestimmter Kapitalanlagen

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kaiserfinanz
.


Anmeldungsdatum: 11.09.2003
Beiträge: 32
Wohnort: 16556 Borgsdorf

BeitragVerfasst am: 11.Jul 2007 13:10    Titel: Lüge von der Sicherheit bestimmter Kapitalanlagen Antworten mit Zitat

“ Die Lüge von der Sicherheit staatlich protegierter Kapitalanlagen“

Für viele Menschen steht bei der Wahl ihrer Kapitalanlagen die Sicherheit an erster Stelle. Als sicher gelten Sparbücher, Bankkonten und Lebens- und Rentenversicherungen. Dazu einige Betrachtungen:

1. Inflation
Die offiziellen Angaben zur Inflation um die 2% p.a. glaubt kaum ein vernünftiger Mensch. Im Warenkorb spielen die unbedeutenden Preissteigerungen bei Energie, Kraftstoffe, Wasser- u. Abwasser, Rohstoffe, Gesundheit, Sozialleistungen, immer neue Steuern usw. offenbar keine wesentliche Rolle! Unwichtig ist sicher auch, dass die Wissenschaft Inflation als „Anstieg der Geldmenge pro Bruttosozialprodukt-Einheit“ definiert. Denn daraus ergäben sich für den EURO- Raum folgende Inflationsdaten:
2003: 6,2 %
2004: 4,4 %
2005: 6,2 %
2006: 6,9 %
I.2007: 7,0 %
(www.wahre-Inflation.de)

Das folgende dokumentierte Beispiel aus den neuen Bundesländern möge uns helfen, die „Welt der sicheren Anlagen“ besser zu verstehen. Ein Kind erhielt am 29.01.1980 von seiner Oma 1.000 Mark auf ein Sparbuch. Bis zum August 2003 werden nur Zinsen gutgeschrieben und keine weiteren Ein- oder Auszahlungen getätigt. Durch Umtausch in die DM und wenig später in den EURO wurde das Guthaben zweifach halbiert. Nach 23 ½ Jahren betrug das Guthaben exakt 457,14 EURO! Mit 1.000 Mark konnte eine Familie 1980 länger als 1 Monat gut leben – wie weit kommen Sie heute mit 457,14 EURO? Das einzig sichere an diesen Anlegen, die mit ihrer „Rendite nach Steuer" die Inflation nicht ausgleichen können, ist die langsame Enteignung und Verarmung der Anleger!

2. Lebens- und Rentenversicherungen unter Beachtung der Staatsverschuldung
Lebens- und Rentenversicherungen sind in den Augen der Allgemeinheit eine „todsichere Angelegenheit“, das könnte in nicht allzu ferner Zukunft wörtlich zu nehmen sein! Versicherungen sind in Deutschland per Gesetz gezwungen, die Gelder der Versicherungsnehmer „mündelsicher“ anzulegen. Als mündelsicher gelten besonders Bundesschatzanweisungen. Aber wie sicher sind diese Papiere wirklich?
Bereits 2002 musste der damalige Finanzminister Eichel gegenüber „Panorama“ zugeben:
„Da tickt eine Zeitbombe, das heißt, wir haben durch Schulden in der Vergangenheit einen Großteil unserer Zukunft verfrühstückt“.
Eichel gab zu, dass die Bundesrepublik in ihrer mehr als 30-jahrigen Schuldengeschichte noch nie einen Kredit zurückgezahlt hat sondern Schulden immer nur durch neue Schulden begleicht. Das Politikergeschwätz vom Ende der Neuverschuldung gibt es, seit es Staatsschulden gibt. Was es Wert ist sieht man daran, dass seit der Panorama- Sendung in 2002 die Schulden von 1,2 auf über 1,5 Billionen EURO gestiegen sind. Die Neuverschuldung hat also p.a. im Durchschnitt um 60 Mrd. EURO zugenommen. Das kommt davon, wenn man Politikern, die nur in Wahlperioden denken, die Verfügungsgewalt über Geld anvertraut! Das Gerede einiger Politiker über hohe Steuereinnahmen und die Forderung nach neuen Ausgaben ist aus dieser Sicht einfach nur kriminell oder sehr dumm! Die Grenze, bei der eine Trendwende möglich war, ist längst überschritten. Heute müssen Kredite aufgenommen werden, um die Zinsen bezahlen zu können! Dazu drei vortreffliche Zitate:

„Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen“
(Motto des Bundes der Steuerzahler)

„Der Handel mit Staatsanleihen, egal in welchem Land, ist immer ein riskantes Geschäft“
(Gerhard Schröder, laut Financial Times Deutschland vom 12.04.2005)

„Staatsanleihen sind nicht durch reale Sachwerte unterlegt, sondern nur durch das Regierungsversprechen, aus künftigen Steuereinnahmen zu bezahlen“
(Alan Greenspan)

Aus welchen Steuern soll nun das Geld zurückgezahlt werden. Dazu einige Zahlen aus dem Beitrag von Jan Tiedge in der „EURO am Sonntag vom 17.06.2007:
1. Die deutsche Bevölkerung wird von derzeit 82 Mio. bis Mitte des Jahrhunderts auf bis zu 69 Mio. sinken
2. Gleichzeitig reduziert sich der Anteil der Erwerbstätigen durch Überalterung und Geburtenrückgang von heute 41 Mio. auf etwa 25 Mio.

Wenn man diesem logischen Faden folgt, und dazu noch die völlig ungelöste Frage der Beamtenversorgung einbezieht (für die es keinen einzigen EURO Rücklagen gibt), kommt man zu dem Schluss, dass das Problem nur in eine Superinflation oder im totalen Zusammenbruch der Finanzsysteme enden kann. Wer der Auslöser sein wird, sei dahingestellt. Die USA als Herr der Weltleitwährung steht mit der jährlichen Neuverschuldung von fast 1.000 Mrd. US $ deutlich schlechter da als die EU.
Wenn Staatsschulden nicht mehr rückzahlbar sind, sind neben den Staatsanleihen, Bundesschatzbriefen u.s.w. auch die Lebens- und Rentenversicherungen de facto nichts Anderes sind als ein Schneeballsystem, das nur durch die Umverteilung frisch eingezahlter Gelder existiert und de facto ein Handel mit ungedeckten Schecks! Bankkonten sind demnach heute in etwa so sicher wie in 1923. Was bedeutet das für den Anleger:
Raus aus allen Papierwerten, Besinnung auf Sachwerte, möglichst in einer breiten Streuung in Immobilien, Immobilien-Handelsfonds, Edel- und Industriemetalle, Land, Rohstoffe, direkte (börsenunabhängige) Unternehmensbeteiligungen (Private Equity), Schiffe, Logistik, Raffinerien, Öl- und Gasfelder usw.
_________________
Kurt Kaiser

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peter26
Specialist


Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 13.Jul 2007 7:59    Titel: Re: Lüge von der Sicherheit bestimmter Kapitalanlagen Antworten mit Zitat

Grundsätzlich ist ja was dran an dem was Sie monieren.

Aber das Beispiel mit dem Sparbuch von der Oma hinkt doch ganz gewaltig.

1000 Mark (Ost) war damals nicht mehr als DM 200 bis DM 250.
Wenn da jetzt EUR 457 daraus geworden sind kann sich eigentlich niemand beklagen!

Letzten Endes haben wir, die westdeutschen Steuerzahler, diesen Wertzuwachs bezahlt.

Daß man in der DDR für 1000 Mark (nicht DM!) leben konnte ist auch richtig, weil die Preise für Lebensmittel u.a. vom Staat massiv subventioniert wurden, aber dieses Wirtschaftssystem ist ja auch pleite gegangen ....
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GM&P Mod. Team
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 654

BeitragVerfasst am: 13.Jul 2007 8:13    Titel: Re: Lüge von der Sicherheit bestimmter Kapitalanlagen Antworten mit Zitat

peter26 hat folgendes geschrieben::
1000 Mark (Ost) war damals nicht mehr als DM 200 bis DM 250.

Schwarzmarktkurs ... nichts anderes
Einführung der D-Mark in der DDR 1990

Zitat:
Letzten Endes haben wir, die westdeutschen Steuerzahler, diesen Wertzuwachs bezahlt.

Einseitiges Denken... und vollkommen fehl am Platz.

Zitat:
Daß man in der DDR für 1000 Mark (nicht DM!) leben konnte ist auch richtig, weil die Preise

Auch von 1.000 DM konnte man leben... früher jedenfalls, eben zu der Zeit so gegen Ende der 80-ziger...
Ja --- die Zeiten ändern sich...
(heute reichen selbst 1.000 Euro nicht mehr...)
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katzenkopf
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Anmeldungsdatum: 25.10.2004
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 13.Jul 2007 9:26    Titel: Re: Lüge von der Sicherheit bestimmter Kapitalanlagen Antworten mit Zitat

[

Zitat:
Letzten Endes haben wir, die westdeutschen Steuerzahler, diesen Wertzuwachs bezahlt.

Einseitiges Denken... und vollkommen fehl am Platz.


Wieso "Einseitiges Denken...und vollkommen fehl am Platz."

Wie kam es denn Ihres Meinung zu dem Wertzuwachs?

Wa s wahr ist, muß wahr bleiben, auch wenn es einigen nicht paßt!
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Torpedo
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Anmeldungsdatum: 22.12.2003
Beiträge: 58
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BeitragVerfasst am: 13.Jul 2007 9:46    Titel: Sparbuch - Die Lüge von der Sicherheit Antworten mit Zitat

Dieser Beitrag von Kurt Kaiser gibt Denkanstösse in die richtige Richtung. Doch ob der Lösungsansatz den zielführenden Weg weist, sei dem Leser überlassen.

Meiner Meinung sind Fonds und Private Equity Beteiligungen schlussendlich gleichermassen Papierwerte — nur schwerer handelbar, wenn nicht börsenkotiert; damit aber erhöht sich die Gefahr, darauf sitzen zu bleiben, wenn etwas schief läuft bei Privatbeteiligungen.

Last, but not least: Das eingangs erwähnte Sparvermögen von gut 457 Euro, selbst wenn es sich in den 23 Jahren verdoppelt hätte, eignet sich eher weniger für die von Kurt Kaiser empfohlenen Alternativen. Als zusätzliche Lektüre empfehle ich „k(l)eine Rente…na und?“ von Bodo Schäfer.

xxx-(nur für Werbekunden möglich / Mod.)
- Investoren mit gültigem Vertrag ab USD 25'000.— oder Gegenwert, sowie Sponsoren, können das Buch im Wert von € 18.60 gratis bei xxx-(nur für Werbekunden möglich / Mod.)
beziehen. Es lohnt sich allemal auch für nicht GRATIS-bezugsberechtigte Leser diesen Betrag auszugeben: Er wird mehrfach durch die guten Ratschläge aufgewogen, so man sie auch befolgt!

Freundliche Grüsse und geniessen Sie das Sommerwochenende
E. F.
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kaiserfinanz
.


Anmeldungsdatum: 11.09.2003
Beiträge: 32
Wohnort: 16556 Borgsdorf

BeitragVerfasst am: 13.Jul 2007 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Mir ging es nicht um einen Disput über den tatsächlichen Wert von DM oder Mark der DDR. Dazu waren die Preissysteme viel zu unterschiedlich. Einmal abgesehen von Luxus- und Mangelwaren war die Kaufkraft (für Dienstreisende und Besucher gut, für Bildleser kaum nachvollziehbar!) sehr wohl annähernd vergleichbar!
Hier geht es allein darum, Anregungen zur Vermögenssicherung zu geben. Als Vermögen verstehe ich nicht den Notgroschen mit dem Erfordernis tagtäglicher Verfügbarkeit sondern echte Vermögenswerte mit langfristiger Orientierung und mit der Vererbbarkeit auf unsere Kinder und Enkelkinder. Beispiele für gute Anlagemöglichkeiten mit hohen Sicherheiten bei gleichzeitig guten bis sehr guten Ertragschancen gibt es zur Genüge - man muß sich nur von der Übermacht der Werbung trennen und beginnen, selbst zu Denken . Aber Achtung: das ist nicht so einfach wie es scheint!

Kurt Kaiser e.Kfm.
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Kurt Kaiser

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Maxim
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Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beiträge: 40

BeitragVerfasst am: 13.Jul 2007 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

kaiserfinanz hat folgendes geschrieben::
...Beispiele für gute Anlagemöglichkeiten mit hohen Sicherheiten bei gleichzeitig guten bis sehr guten Ertragschancen gibt es zur Genüge ...


Oh ja, gib mal ein Beispiel!
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peter26
Specialist


Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 13.Jul 2007 15:25    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Herr Kaiser,
grundsätzlich kann ich Ihnen da zustimmen.

Aber es soll hier auch keine Geschichtsklitterung betrieben werden.
Der Schwarzmarktkurs gibt im allgemeinen die wahren Verhältnisse ganz gut wieder; in Bezug auf die DDR spreche ich auch aus eigener Erfahrung. Insofern sind aus 1000 Mark der DDR = ca. 200 DM = ca. 100 EUR jetzt 457 EUR geworden sind, ohne jedes Risiko, das ist doch gar nicht so schlecht.

(Übrigens wurden die 1000 Mark der DDR 1:1 in DM umgetauscht, finanziert vom westdeutschen Steuerzahler und vom westdeutschen Mitglied der Sozialversicherung.)

Zur eigenen Vermögenssicherung sollte man sich in der Tat immer wieder Gedanken machen.

Ich habe mir Ihre Internetpräsenz einmal angesehen und weiss nicht so recht, ob das der Weisheit letzter Schluss sein kann ....

Nichts für ungut ....

Peter26

kaiserfinanz hat folgendes geschrieben::
Mir ging es nicht .....
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Spiritus Rector
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 12.12.2003
Beiträge: 1126
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 13.Jul 2007 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

1980 legte meine Oma aus Düsseldorf 1000,-DM zu 2,5% p.a. an. Ergebnis minus Inflationsrate = heutige Kaufkraft in Euro! Jede Wette, mehr als 457,- Euro kommt da auch nicht raus ...

Nice Weekend SR
_________________
Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.

(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)

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Blasius Finanzstrategien
Newbie


Anmeldungsdatum: 14.03.2007
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 17.Jul 2007 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Man kann die Auswirkungen der Inflation nicht oft genug besprechen. Sie stellt jede langfristige Geldwertanlage in Frage, auch wenn über 90% der Deutschen Geldwerte zum Vermögensaufbau bevorzugen.
Hierzu ein Ausschnitt aus meinem Buch.

„Ich versprach Ihnen zu erklären, wie ich auf 3 Prozent Inflation komme. In den Medien, den Nachrichten, den Zeitschriften, von Politikern hört man Inflationszahlen von 1,3, 0,9, 2,1 oder 1,5 Prozent usw. Wieso nennt der Blasius jetzt eine Rate von 3 Prozent?
Hierzu sei erwähnt, dass es verschiedene Berechnungsmöglichkeiten der Inflation gibt. Die Inflation, die uns bei unserer Betrachtung interessiert, ist nicht die, die uns die Medien und Politiker nennen, sondern diejenige, die man im Geldbeutel spürt – und das ist eine andere, eine ganz andere.
Ich rede an dieser Stelle vom Lebenshaltungsindex, der ausdrückt, wie sich die Produkte und Dienstleistungen, die man zum täglichen Leben braucht (Eier, Butter, Käse, Milch, Heizöl, Strom, Briefporto, Frisör usw.), im Preis verändert haben. Die Inflation, berechnet aus diesem Index, lesen sie bitte im nächsten Chart ab.



Die Inflation wird über einen Warenkorb berechnet. Wenn sich in diesem Warenkorb nun Artikel befinden, die im Laufe der Zeit billiger geworden sind (Hi-Fi-Geräte, Computer, verschiedene Grundbaustoffe, Fotoapparate, Videokameras und dergleichen), dann ist es logisch, das andere Artikel (die fürs tägliche Leben) um ein Mehrfaches ansteigen müssen, um im Mittel wieder auf zum Beispiel 2 Prozent Inflation (was die Politiker und Medien uns sagen) zu kommen. Genau diesen Sachverhalt berücksichtigt der Lebenshaltungsindex.
Beachten Sie bitte, dass in dem Wert von 1991 bis 2002 die Euro-Umstellung noch nicht berücksichtigt wurde.
Nebenbei bemerkt: Der Lebenshaltungsindex ist in dieser Form nicht mehr beim Statistischen Bundesamt zu ermitteln, weil er in den Verbraucherpreisindex umgewandelt wurde. Zufälligerweise geschah dies genau nach der Währungsumstellung (Währungsreform: Rentenmark–Reichsmark–D-Mark–Euro) von D-Mark auf Euro. Genau aus diesem Grund ist eine durchgängige Inflationsberechnung, die die Euro-Umstellung berücksichtigt, nicht mehr möglich. Es gab einen Schnitt, der Index wurde neu festgesetzt – und vorbei ist die Möglichkeit der Inflationsberechnung im Jahr der Umstellung. Welche Auswirkungen die Euro-Einführung auf die Preise hatte, bedarf keiner weiteren Erläuterung – das hat jeder in seinem Geldbeutel gespürt. Rechnerisch nachvollziehbar und somit beweisbar ist die Inflationserhöhung durch die Euro-Umstellung nicht mehr. So einfach geht’s!



Im vorigen Chart sind die Preisindizes verschiedener Güter und Dienstleistungen dargestellt. Sie erkennen, dass sie für Dienstleistungen und Verbrauchsgüter, was wir also zum täglichen Leben brauchen, weit über dem Gesamtdurchschnitt liegen. Genau diese Indizes dieser Güter sind nun aber für unsere Betrachtungen wichtig.
Übrigens: Eine Reduzierung der Inhalte von Waren bei Beibehaltung der Preise ist auch eine Inflation, nur etwas versteckter.
Bedenken Sie: Je höher die Inflation ist, desto geringer wird die Kaufkraft.
Bei 4 Prozent Inflation beträgt die Kaufkraft von 120.000 Euro in fünfundzwanzig Jahren noch 45.015 Euro und bei 5 Prozent nur noch 35.436 Euro.

Ich sehe es als eine moralische Verpflichtung an, die Mitbürger wenigstens von diesem Sachverhalt in Kenntnis zu setzten – und das ist noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs (vielleicht ein kleines Schneebällchen).

Hier meine Lieblingstabelle: Zum besseren Vergleich sind alle Preise in DM.



Inflation zum Anfassen. Liebe Leser, ich möchte Sie mit dieser Tabelle nicht schockieren; ich bin auch kein Prophet, da ich nicht weiß, wie die Entwicklung der Preise im Detail ausschaut. Ich möchte Sie lediglich sensibilisieren für eine realistische Vorstellung dessen, wie viel Geld Sie später benötigen, um Ihren Lebensstandard entsprechend erfüllen zu können. Sie können sich das nicht vorstellen.
Ich muss eingestehen, wenn ich meiner Mutter 1975, als der Friseurbesuch 5 DM kostete, erzählt hätte, dass Sie in einigen Jahren 60 DM dafür zahlen müsse, dann hätte sie mir sicherlich nicht geglaubt. Heute zahlt Sie über 60 Euro. Ich weiß natürlich nicht, ob der Friseur im Jahre 2035 720, 580, 850 oder 470 Euro kosten wird, es ist im Grunde genommen auch egal. Wichtig ist, dass Sie wirklich verstehen, was die Inflation bewirkt hat und bewirken wird.
Es sind Fakten.
Natürlich steigen daneben auch die Einkommen und Löhne, sodass man sich diese Preise auch leisten kann, das ist richtig; irgendwie werden die Einnahmen aus beruflichen Tätigkeiten mitsteigen – vielleicht mehr, vielleicht weniger stark. Das wird die Volkswirtschaft schon regeln. Also ist alles in bester Ordnung!
Ist es nicht …!
Wovon erzählte ich hier? Ich schreibe von der Inflationswirkung in fünfundzwanzig, dreißig, vierzig oder mehr Jahren, also zu dem Zeitpunkt, in dem Sie in Rente gehen werden. Wie viel Geld verdienen Sie noch durch selbstständige oder nichtselbstständige Arbeit mit sechzig oder siebzig Jahren, wenn Sie in Rente gehen möchten – genau, sie verdienen dann kein Geld mehr. Sie müssen sich all diese Dinge von Ihren Renteneinnahmen (staatlich, betrieblich und privat) leisten können.
Können Sie das? Lassen Sie es prüfen.

Ich wünsche mir, dass ich Ihnen das Thema Inflation so nahe gebracht habe, dass es unter die Haut geht – es ist äußerst wichtig. Jeder, der bei seiner Vorsorgeplanung die Inflation vernachlässigt, wird an seinem Ziel vorbeisparen und es zum Beispiel erst in dreißig Jahren merken – leider zu spät!“

Ich wünsche ihnen eine schöne Zeit.
_________________
Blasius Finanzstrategien
Bernd C. J. Blasius
Dipl.-Wirt.-Ing.
Finanzstratege Buchautor

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Bestellung und Info´s zum Buch über:
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