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tropico * Consulter *

Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1127 Wohnort: Belize City
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Verfasst am: 15.Nov 2005 19:24 Titel: Mein nächstes Kind heißt "Gomopa" |
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Eine aktuelle Entscheidung des BVerfG könnte jedes Elternpaar dazu verleiten, dem eigenen Kind einen "besonderen" Namen zu geben und das arme Würtschen für sein restliches Leben dem Spott Aller aussetzen:
Die Verfassungsbeschwerde eines Elternpaares, dem verwehrt wurde, seinem
Sohn den Vornamen Anderson (Bernd Peter) zu geben, da dieser Name in
Deutschland nur als Familienname gebräuchlich sei, war erfolgreich. Die
1. Kammer des Ersten Senats hob die ablehnenden gerichtlichen
Entscheidungen des Oberlandesgerichts und Landgerichts auf, da sie die
Eltern in ihrem Elternrecht und das Kind in seinem Persönlichkeitsrecht
verletzten.
Dem Recht der Eltern zur Vornamenswahl für ihr Kind dürfe allein dort
eine Grenze gesetzt werden, wo seine Ausübung das Kindeswohl zu
beeinträchtigen droht. Mit der Begründung, dass Anderson in Deutschland
als Familienname, nicht aber als Vorname gebräuchlich sei und daher
seine Eintragung als Vorname der Ordnungsfunktion des Namens
widerspreche, habe das Oberlandesgericht auf öffentliche Belange, nicht
aber auf das allein maßgebliche Kindeswohl abgestellt. Es fehle eine
Auseinandersetzung mit dem Umstand, dass der Vorname Anderson neben zwei weiteren, unzweifelhaft als Vornamen zu identifizierenden Namen stehen soll, nämlich Bernd Peter. Auch hätten die Gerichte keine hinreichenden Feststellungen zu der Frage getroffen, ob Anderson in Deutschland – auch unter Berücksichtigung einer zunehmenden Internationalisierung – tatsächlich nicht als Vorname erkannt werde bzw. werden könne.
Die Sache wurde an das Oberlandesgericht zur erneuten Entscheidung
zurück verwiesen.
Naja, hoffentlich war das Kind mit dem Namen "Anderson" kein Mädchen, das irgendwann einmal wegen kleiner Titten brutal gehänselt wird !!!!!
tropico |
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tropico * Consulter *

Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1127 Wohnort: Belize City
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Verfasst am: 15.Nov 2005 19:28 Titel: Re: Mein nächstes Kind heißt "Gomopa" |
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| tropico hat folgendes geschrieben:: |
...ups, so muß es heißen:
Naja, hoffentlich wäre ein Kind mit dem Namen "Anderson" kein Mädchen, das irgendwann einmal wegen zu kleiner Titten brutal gehänselt wird !!!!!
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kopfschüttel
tropico |
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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 16.Nov 2005 4:10 Titel: |
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Namen sind Modeerscheinungen
Ähnlich wie Kleider und Musik unterliegen auch Vornamen der Mode
der Zeit. Galten in den 50ern und 60ern Richard und Helmut als
attraktive Namen, so wirken sie heute doch eher altbacken.
Wer sich einen gängigen Namen aussucht, kommt garantiert nicht mit
dem Namensrecht in Konflikt. Das gilt auch für Namen, die in
Namenswörterbücher gefunden werden. Weitaus schwieriger kann es
sein, wenn Eltern selbst Namen kreieren oder sehr ausgefallene Namen
haben wollen. Populär oder ausgefallen ist Geschmacksache, doch der
Geschmack stößt an Grenzen, wenn der Name einige Regeln verletzt.
Das letzte Wort hierzu hat der Standesbeamte.
Der Vorname muss als Vorname erkennbar sein
Klingt einleuchtend, ist aber in unserer multikulturellen Gesellschaft oft
auch schwierig. Beispiel: Ortsnamen sind keine Vornamen und deshalb
verboten, Chelsea, wie die Stadt oder Kenya und Dakota wie die Staaten
sind in Amerika erlaubt. Weil eine andere Regel sagt, dass beim
Standesamt die Vornamen eingetragen werden, die irgendwo auf der
Welt auch wirklich Vornamen sind, sind sie damit auch in Deutschland
gestattet.
Auch Blumennamen sind tabu. Pfefferminze und Begonie sind verboten,
Jasmin und Rose (englisch) gehen aber in Ordnung. Und schließlich sind
Attribute verboten. Tapfer darf kein Vorname sein, Ernst aber wohl. Die
Begründungen hierfür haben dann stets etwas mit Traditionen zu tun.
Das Geschlecht muss klar sein
Was auf den ersten Blick logisch klingt, hat jedoch wieder etliche
Ausnahmen, denn gerade bei fremden Namen ist es nicht immer
einfach, das Geschlecht nur vom Hören zu erkennen. Wer weiß
schon, ob Feridinur oder Bela ein Junge oder ein Mädchen ist.
Weitere Ausnahmen sind außerdem geschlechtsneutrale Namen, wie
Toni, Kim oder Eike. Die gelten für beide und lassen das Geschlecht
nicht erkennen. Und schließlich gibt es noch eine Ausnahme: Jungs
dürfen auch Maria heißen. Mit der Begründung, dass dies auf eine
alte christliche Tradition zurückgeht.
Der Name darf nicht anstößig sein
Eltern ist es verboten, dem Kind einen lächerlichen oder anstößigen
Namen zu geben. Wer seinen Sohn Judas oder Osama nennen möchte,
hat in Deutschland schlechte Karten. Selbst ein so einfacher Name wie
Rosa kann Scherereien machen, wenn der Nachname beispielsweise
Schlüpfer ist. Rosa Schlüpfer ist ein anstößiger Name und deshalb nicht
erlaubt. Weitere Namen, die abgelehnt wurden, sind: Borussia, Pepsi,
Rumpelstilzchen oder Doornkaat. Pumuckel hingegen wird als Vorname
gestattet.
In Brasilien dagegen gehts ganz anders ab:
Brasilia. „Guten Tag, Herr Straßenbahn. Ist Luzifer zu Hause?“ – „Nein, er ist gerade mit Jesusbart und Zementeimer zu Onkel Wehweh gefahren.“ – „Danke! Sagen Sie ihnen, Kugellager war hier und läßt sie grüßen.“
Dieses absurde Gespräch ist in Brasilien, dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, durchaus denkbar. Nach den Gesetzen können Eltern ihren Kindern jeden beliebigen Namen geben; ein Einspruch der Behörde ist nicht möglich. So kommt es, daß in diesem großen Land Südamerikas viele Menschen mit den kuriosesten Vornamen herumlaufen, amtlich und ein Leben lang, denn Namensänderungen werden von den Gerichten so gut wie nie gestattet.
Der einzig bekannte Fall ist der eines Kaufmannes, dem seine Eltern in schöner Bewunderung einst den Vornamen Hitler gegeben hatten. Nach jahrelangen Bemühungen gelang es dem Unglücklichen kürzlich, die amtliche Löschung dieses Fehlgriffs durchzusetzen, doch wurde ihm vom Gericht als neuer Name Adolfo auferlegt. Vornamen spielen in Brasilien eine viel größere Rolle als in Europa, denn hier sprechen sich die meisten Menschen nur mit Vornamen an, während der Familienname in den meisten Fällen ungenannt bleibt. Das gilt für Gleichgestellte ebenso wie für Vorgesetzte oder Untergebene . „Seu Artur“ (das Seu steht für Senhor) kann der Chef oder der Pförtner sein.
In der Schule lernen die Kinder die verflossenen Präsidenten des Landes nur nach Vornamen, und für Uneingeweihte ist es schwierig, herauszufinden, unter welchem Familiennamen zum Beispiel die Expräsidenten Washington Luiz oder Juscelino Kubitschek in einem Lexikon stehen. Das wissen nur Historiker, und lediglich der Gründlichkeit halber sei es hier angemerkt: unter Souza der erste, unter Oliveira, der zweite.
Denn die portugiesisch-brasilianischen Familiennamen sind fast alle so häufig, daß sie zur Unterscheidung kaum dienen. Von den 85 Millionen Brasilanern heißen die meisten – ins Deutsche übersetzt – Wald, Küste, der Heiligen, Birnbaum, Olivenbaum, Hase Feile, Fahne, Holz oder Burg. Auch Brasiliens derzeitiges Staatsoberhaupt, Marschall Costa e Silva würde übersetzt Küste und Wald heißen.
Deshalb ist die Volksphantasie eifrig am Werk, um die so wichtigen Vornamen individuell zu gestalten. Die Maria, José und Pedro kommen immer mehr aus der Mode. Dafür liefert die weltgeschichte eine Fülle von Vorbildern. Und so gibt es ungezählte Brasilaner und Brasilanerinnen, die Pericles, Nelson, Wilson oder Edison heißen Casandra, Suleika, Conçeicão (Empfängnis) oder Penelope. Geläufige Vornamen sind Wagner, Washington, Homer, Mozart, Jesus, César, Napoleon, Lincoln, Christus, Bismarck.Aber auch der freien Erfindungsgabe sind vom Gesetz keine Grenzen gezogen, In einer kürzlich veröffentlichten volkskundlichen Studie finden sich die unglaublichsten Namen.
Sicher ist es müßig, sich bei den nachfolgenden Beispielen den Kopf darüber zu zerbrechen, was sich die Eltern wohl dachten, als sie Namensgebilde ihrer Wahl beim Standesamt eintragen ließen: die schon erwähnten Zementeimer, Jesusbart, Kugellager, Wehweh und Straßenbahn, die auf Portugiesisch vielleicht angenehmer aber nicht weniger lächerlich klingen, nämlich Cacamba, Barba de Jesus, Rolemã, Doidoi und Bonde.
Viele Vornamen sind aus ganzen Sätzen gebildet, wie etwa José Casou de Calcas Curtas, zu deutsch: Josef-Heiratete-Mit-Kurzen-Hosen. In diesem Stil gibt es eine ganze Reihe kurioser Vornamen, darunter Maria-Geht-Singend-Vorbei (Maria Passa Cantando), Manuel-Immer-Pünktlich, Erinnerung-Eines-Anderen (!), Gelobt-Der-Tag-Meiner-Geburt oder, was immer den Vater inspiriert haben mag: Von-Oben-Nach-Unten. Ein sehr sinnig zusammengesetzter Vorname lautet Eins-Zwei-Drei-Olivenbaum-Vier.
Dagegen liebten andere Eltern die Kürze und nannten ein Kind Abc, ein anderes Abecè und ein drittes aus unerfindlichen Gründen einfach 85 (in Ziffern, nicht in Worten geschrieben).
Weitere Beispiele zeigen, daß manchen Eltern offenbar nichts anderes eingefallen ist als der nächstbeste Gegenstand, der ihnen vor die Augen kam; wie Kodak, Maultier, Kirchturm, Kochtopf (Panela), Metallschaber, Eisenbahnstrecke (Estrada de Ferro) oder Polizei (Policia, als Vorname eines Mädchens).
Daneben wirken Fordia, Filosofina, Terpentina, Aspirina, Revoltina, Eheschmerz und Götterliebe geradezu harmlos. Sinnige Überlegungen kommen in folgenden brasilianischen Vornamen zum Ausdruck: Letzter Kuhhirt, Letzter Rest, Unschuldiger Armer, Heil Vaterland und –ob man es glauben will oder nicht- Fleisch-und-Knochen (Carne e Osso) und Sterbliche-Reste-Katharinas (Restos Mortais de Catarina).
Die ganze Dramatik einer Zwillingsgeburt spiegelt sich in den zwei Vornamen Johann Kolik und Johann-Vom-Selben-Tag. Was die Eltern dazu bewegte, einen ihrer Söhne Januar-Februar-von-März-April zu nennen, wird ewig ihr Geheimnis bleiben. Wohltuend sind dagegen Pazifischer Ozean, Atlantischer Ozean, Südbrasilien und Nordbrasilien, was geographische Interessen des Vaters vermuten läßt.
Ein Elternpaar im Bundesstaat Minas Gerais nannte seine sieben Kinder Smaragd, Rubin, Topas, Saphir, Beryll, Turmalin und Amethyst. Und ein Millionär fühlte sich gedrängt, die Herkunft seines Reichtums im Namen des Alleinerben zum Ausdruck zu bringen, indem er ihn Mangan-Manganerz-National nannte.
In mehreren Großstädten haben die Standesämter jetzt Beratungsstellen eingerichtet, die Eltern davon abhalten sollen, ihren Kindern allzu verrückte Vornamen zu geben. Sie weisen vor allem auf die Schwierigkeiten hin, die solche Namensträger später in Schule und Berufsleben haben.Die Behörden können es aber nicht verhindern, wenn Eltern auf der Eintragung eines ausgefallenen namens bestehen. So erhielt ein Junge den Vornamen Luzifer und ein Ehepaar in der nordbrasilanischen Stadt Salvador da Bahia nannte seine Tochter wahr und wahrhaftig Prostituta – was sich von selbst ins Deutsche übersetzt.
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„Sehr geehrter Herr Kollege! Bitte glauben Sie nicht, der heutige Artikel enthalte Erfindungen Ihres plötzlich wahnsinnig gewordenen Korrespondenten; alles ist Wort für Wort richtig.“
(Anschreiben des Autors dieses Berichtes, Joe Heydecker, an die Redaktion der „R“)
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Gruß Werner Callies
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Neugier Specialist
Anmeldungsdatum: 10.10.2004 Beiträge: 157
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Verfasst am: 16.Nov 2005 22:14 Titel: |
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Verehrte Vorschreiber,
sollten Sie noch im zeugungsfähigen Alter sein und Ihr Kind mit geballter Faust zur Welt kommen - öffnen Sie bitte ganz vorsichtig das Händchen. Befindet sich darin eine kleine bunte Pille - dann taufen Sie Ihr Kind doch einfach "Tropi" zu deutsch: TROTZPILLE
Das ist keine Anspielung auf den Nick "tropico"
Eure Neugier |
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Bierschlucker Pathfinder
Anmeldungsdatum: 12.11.2004 Beiträge: 346
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Verfasst am: 16.Nov 2005 23:05 Titel: |
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Hallo Neugier,
Namen hat Mensch für sein ganzes Leben. Ist Rainer Maria Rilke jetzt Mann oder Frau
(* 4. Dezember 1875 in Prag, Österreich; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz)
Oder Oscar Maria Graf...
Namen wie Bussibärli ,Toto , Li, La, Lu, Sniffi, Schnucki, Lala, Terminator, Marlboro, West, Cannabis, Ostern, Pfingsten, Zucker oder Salz sind mehr als fragwürdig.
Nomen est omen...
Prost Alki von Bierschlucker der I, Adjudant von Sepperl den II Papa von Rom umbenannt in Benedikt den XVI
MfG Bussibärli Schnitzlhacker |
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Neugier Specialist
Anmeldungsdatum: 10.10.2004 Beiträge: 157
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Verfasst am: 16.Nov 2005 23:21 Titel: |
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Ach Bussibärli usw.
(steht diese Anrede nicht eigentlich dem Poldibärli zu?)
ich konnt mir den Gag mit dem TROPI einfach nicht verkneifen. Hab doch auch schon mein 3. Bierli vernichtet.
mhg
Neugier |
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TIREDARI Specialist
Anmeldungsdatum: 21.09.2005 Beiträge: 198 Wohnort: Raum München
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Verfasst am: 20.Nov 2005 14:08 Titel: |
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| werner callies hat folgendes geschrieben:: |
Namen sind Modeerscheinungen
Ähnlich wie Kleider und Musik unterliegen auch Vornamen der Mode
der Zeit. Galten in den 50ern und 60ern Richard und Helmut als
attraktive Namen, so wirken sie heute doch eher altbacken.
Wer sich einen gängigen Namen aussucht, kommt garantiert nicht mit
dem Namensrecht in Konflikt. Das gilt auch für Namen, die in
Namenswörterbücher gefunden werden. Weitaus schwieriger kann es
sein, wenn Eltern selbst Namen kreieren oder sehr ausgefallene Namen
haben wollen. Populär oder ausgefallen ist Geschmacksache, doch der
Geschmack stößt an Grenzen, wenn der Name einige Regeln verletzt.
Das letzte Wort hierzu hat der Standesbeamte.
Der Vorname muss als Vorname erkennbar sein
Klingt einleuchtend, ist aber in unserer multikulturellen Gesellschaft oft
auch schwierig. Beispiel: Ortsnamen sind keine Vornamen und deshalb
verboten, Chelsea, wie die Stadt oder Kenya und Dakota wie die Staaten
sind in Amerika erlaubt. Weil eine andere Regel sagt, dass beim
Standesamt die Vornamen eingetragen werden, die irgendwo auf der
Welt auch wirklich Vornamen sind, sind sie damit auch in Deutschland
gestattet.
Auch Blumennamen sind tabu. Pfefferminze und Begonie sind verboten,
Jasmin und Rose (englisch) gehen aber in Ordnung. Und schließlich sind
Attribute verboten. Tapfer darf kein Vorname sein, Ernst aber wohl. Die
Begründungen hierfür haben dann stets etwas mit Traditionen zu tun.
Das Geschlecht muss klar sein
Was auf den ersten Blick logisch klingt, hat jedoch wieder etliche
Ausnahmen, denn gerade bei fremden Namen ist es nicht immer
einfach, das Geschlecht nur vom Hören zu erkennen. Wer weiß
schon, ob Feridinur oder Bela ein Junge oder ein Mädchen ist.
Weitere Ausnahmen sind außerdem geschlechtsneutrale Namen, wie
Toni, Kim oder Eike. Die gelten für beide und lassen das Geschlecht
nicht erkennen. Und schließlich gibt es noch eine Ausnahme: Jungs
dürfen auch Maria heißen. Mit der Begründung, dass dies auf eine
alte christliche Tradition zurückgeht.
Der Name darf nicht anstößig sein
Eltern ist es verboten, dem Kind einen lächerlichen oder anstößigen
Namen zu geben. Wer seinen Sohn Judas oder Osama nennen möchte,
hat in Deutschland schlechte Karten. Selbst ein so einfacher Name wie
Rosa kann Scherereien machen, wenn der Nachname beispielsweise
Schlüpfer ist. Rosa Schlüpfer ist ein anstößiger Name und deshalb nicht
erlaubt. Weitere Namen, die abgelehnt wurden, sind: Borussia, Pepsi,
Rumpelstilzchen oder Doornkaat. Pumuckel hingegen wird als Vorname
gestattet.
In Brasilien dagegen gehts ganz anders ab:
Brasilia. „Guten Tag, Herr Straßenbahn. Ist Luzifer zu Hause?“ – „Nein, er ist gerade mit Jesusbart und Zementeimer zu Onkel Wehweh gefahren.“ – „Danke! Sagen Sie ihnen, Kugellager war hier und läßt sie grüßen.“
Dieses absurde Gespräch ist in Brasilien, dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, durchaus denkbar. Nach den Gesetzen können Eltern ihren Kindern jeden beliebigen Namen geben; ein Einspruch der Behörde ist nicht möglich. So kommt es, daß in diesem großen Land Südamerikas viele Menschen mit den kuriosesten Vornamen herumlaufen, amtlich und ein Leben lang, denn Namensänderungen werden von den Gerichten so gut wie nie gestattet.
Der einzig bekannte Fall ist der eines Kaufmannes, dem seine Eltern in schöner Bewunderung einst den Vornamen Hitler gegeben hatten. Nach jahrelangen Bemühungen gelang es dem Unglücklichen kürzlich, die amtliche Löschung dieses Fehlgriffs durchzusetzen, doch wurde ihm vom Gericht als neuer Name Adolfo auferlegt. Vornamen spielen in Brasilien eine viel größere Rolle als in Europa, denn hier sprechen sich die meisten Menschen nur mit Vornamen an, während der Familienname in den meisten Fällen ungenannt bleibt. Das gilt für Gleichgestellte ebenso wie für Vorgesetzte oder Untergebene . „Seu Artur“ (das Seu steht für Senhor) kann der Chef oder der Pförtner sein.
In der Schule lernen die Kinder die verflossenen Präsidenten des Landes nur nach Vornamen, und für Uneingeweihte ist es schwierig, herauszufinden, unter welchem Familiennamen zum Beispiel die Expräsidenten Washington Luiz oder Juscelino Kubitschek in einem Lexikon stehen. Das wissen nur Historiker, und lediglich der Gründlichkeit halber sei es hier angemerkt: unter Souza der erste, unter Oliveira, der zweite.
Denn die portugiesisch-brasilianischen Familiennamen sind fast alle so häufig, daß sie zur Unterscheidung kaum dienen. Von den 85 Millionen Brasilanern heißen die meisten – ins Deutsche übersetzt – Wald, Küste, der Heiligen, Birnbaum, Olivenbaum, Hase Feile, Fahne, Holz oder Burg. Auch Brasiliens derzeitiges Staatsoberhaupt, Marschall Costa e Silva würde übersetzt Küste und Wald heißen.
Deshalb ist die Volksphantasie eifrig am Werk, um die so wichtigen Vornamen individuell zu gestalten. Die Maria, José und Pedro kommen immer mehr aus der Mode. Dafür liefert die weltgeschichte eine Fülle von Vorbildern. Und so gibt es ungezählte Brasilaner und Brasilanerinnen, die Pericles, Nelson, Wilson oder Edison heißen Casandra, Suleika, Conçeicão (Empfängnis) oder Penelope. Geläufige Vornamen sind Wagner, Washington, Homer, Mozart, Jesus, César, Napoleon, Lincoln, Christus, Bismarck.Aber auch der freien Erfindungsgabe sind vom Gesetz keine Grenzen gezogen, In einer kürzlich veröffentlichten volkskundlichen Studie finden sich die unglaublichsten Namen.
Sicher ist es müßig, sich bei den nachfolgenden Beispielen den Kopf darüber zu zerbrechen, was sich die Eltern wohl dachten, als sie Namensgebilde ihrer Wahl beim Standesamt eintragen ließen: die schon erwähnten Zementeimer, Jesusbart, Kugellager, Wehweh und Straßenbahn, die auf Portugiesisch vielleicht angenehmer aber nicht weniger lächerlich klingen, nämlich Cacamba, Barba de Jesus, Rolemã, Doidoi und Bonde.
Viele Vornamen sind aus ganzen Sätzen gebildet, wie etwa José Casou de Calcas Curtas, zu deutsch: Josef-Heiratete-Mit-Kurzen-Hosen. In diesem Stil gibt es eine ganze Reihe kurioser Vornamen, darunter Maria-Geht-Singend-Vorbei (Maria Passa Cantando), Manuel-Immer-Pünktlich, Erinnerung-Eines-Anderen (!), Gelobt-Der-Tag-Meiner-Geburt oder, was immer den Vater inspiriert haben mag: Von-Oben-Nach-Unten. Ein sehr sinnig zusammengesetzter Vorname lautet Eins-Zwei-Drei-Olivenbaum-Vier.
Dagegen liebten andere Eltern die Kürze und nannten ein Kind Abc, ein anderes Abecè und ein drittes aus unerfindlichen Gründen einfach 85 (in Ziffern, nicht in Worten geschrieben).
Weitere Beispiele zeigen, daß manchen Eltern offenbar nichts anderes eingefallen ist als der nächstbeste Gegenstand, der ihnen vor die Augen kam; wie Kodak, Maultier, Kirchturm, Kochtopf (Panela), Metallschaber, Eisenbahnstrecke (Estrada de Ferro) oder Polizei (Policia, als Vorname eines Mädchens).
Daneben wirken Fordia, Filosofina, Terpentina, Aspirina, Revoltina, Eheschmerz und Götterliebe geradezu harmlos. Sinnige Überlegungen kommen in folgenden brasilianischen Vornamen zum Ausdruck: Letzter Kuhhirt, Letzter Rest, Unschuldiger Armer, Heil Vaterland und –ob man es glauben will oder nicht- Fleisch-und-Knochen (Carne e Osso) und Sterbliche-Reste-Katharinas (Restos Mortais de Catarina).
Die ganze Dramatik einer Zwillingsgeburt spiegelt sich in den zwei Vornamen Johann Kolik und Johann-Vom-Selben-Tag. Was die Eltern dazu bewegte, einen ihrer Söhne Januar-Februar-von-März-April zu nennen, wird ewig ihr Geheimnis bleiben. Wohltuend sind dagegen Pazifischer Ozean, Atlantischer Ozean, Südbrasilien und Nordbrasilien, was geographische Interessen des Vaters vermuten läßt.
Ein Elternpaar im Bundesstaat Minas Gerais nannte seine sieben Kinder Smaragd, Rubin, Topas, Saphir, Beryll, Turmalin und Amethyst. Und ein Millionär fühlte sich gedrängt, die Herkunft seines Reichtums im Namen des Alleinerben zum Ausdruck zu bringen, indem er ihn Mangan-Manganerz-National nannte.
In mehreren Großstädten haben die Standesämter jetzt Beratungsstellen eingerichtet, die Eltern davon abhalten sollen, ihren Kindern allzu verrückte Vornamen zu geben. Sie weisen vor allem auf die Schwierigkeiten hin, die solche Namensträger später in Schule und Berufsleben haben.Die Behörden können es aber nicht verhindern, wenn Eltern auf der Eintragung eines ausgefallenen namens bestehen. So erhielt ein Junge den Vornamen Luzifer und ein Ehepaar in der nordbrasilanischen Stadt Salvador da Bahia nannte seine Tochter wahr und wahrhaftig Prostituta – was sich von selbst ins Deutsche übersetzt.
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„Sehr geehrter Herr Kollege! Bitte glauben Sie nicht, der heutige Artikel enthalte Erfindungen Ihres plötzlich wahnsinnig gewordenen Korrespondenten; alles ist Wort für Wort richtig.“
(Anschreiben des Autors dieses Berichtes, Joe Heydecker, an die Redaktion der „R“)
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Gruß Werner Callies
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Ach du mein lieber Gott,
sind denn manche von allen guten Geistern verlassen?
Dann, lieber Namensvetter, heißen wir doch gerne Werner, auch wenn´s vielleicht ein wenig aus der Mode ist, oder?
Mit altmodischem Gruß
TIREDARI |
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TIREDARI Specialist
Anmeldungsdatum: 21.09.2005 Beiträge: 198 Wohnort: Raum München
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Verfasst am: 20.Nov 2005 14:12 Titel: |
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| Neugier hat folgendes geschrieben:: |
Ach Bussibärli usw.
(steht diese Anrede nicht eigentlich dem Poldibärli zu?)
ich konnt mir den Gag mit dem TROPI einfach nicht verkneifen. Hab doch auch schon mein 3. Bierli vernichtet.
mhg
Neugier |
mhg = mit holdem Gruß?
War vielleicht eins von den drei Bierli schlecht?
mng (mit nüchternem Gruß)
TIREDARI |
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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 20.Nov 2005 18:42 Titel: |
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| Zitat: |
| Dann, lieber Namensvetter, heißen wir doch gerne Werner, auch wenn´s vielleicht ein wenig aus der Mode ist, oder? |
Ob D's glaubst oder nicht, letztens gehe ich an einem Kindergarten
vorbei und höre jemanden "Werner" rufen.
Ich hab mich natürlich umgedreht, aber gemeint war ein kleines Kind!!
Scheint eher wieder in zu sein...
Näheres gerne per Mail: [E-Mail anzeigen]
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TIREDARI Specialist
Anmeldungsdatum: 21.09.2005 Beiträge: 198 Wohnort: Raum München
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Verfasst am: 20.Nov 2005 21:24 Titel: |
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| werner callies hat folgendes geschrieben:: |
| Zitat: |
| Dann, lieber Namensvetter, heißen wir doch gerne Werner, auch wenn´s vielleicht ein wenig aus der Mode ist, oder? |
Ob D's glaubst oder nicht, letztens gehe ich an einem Kindergarten
vorbei und höre jemanden "Werner" rufen.
Ich hab mich natürlich umgedreht, aber gemeint war ein kleines Kind!!
Scheint eher wieder in zu sein...
Näheres gerne per Mail: [E-Mail anzeigen]
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Wir sind doch eh in Dauerkontakt, lieber Werner!
Melde mich vielleicht morgen!
Gruß
Werner |
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