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Newsletter vom 22.01.2007 - Bsirske will Mindestlohn!

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Anmeldungsdatum: 25.01.2002
Beiträge: 2369

BeitragVerfasst am: 21.Jan 2007 17:25    Titel: Newsletter vom 22.01.2007 - Bsirske will Mindestlohn! Antworten mit Zitat

Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, hat sich für deutliche Lohnerhöhungen in ausgesprochen. "2007 muss zum Jahr der Lohnerhöhungen für alle werden. Damit nicht nur die Wirtschaft richtig brummt, sondern alle etwas davon haben“ so Bsirske und: „Alle reden vom Aufschwung, bislang aber gab es nur einen Aufschwung der Gewinne von Aktionären und Managern!“

Diese schleppen das Geld gleich säckeweise heim, kritisierte der Vorsitzende. Gewinn- und Vermögenseinkommen hätten seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent zugelegt, sechs mal mehr als die Einkommen der Arbeitnehmer. "Diese Ungerechtigkeit schreit zum Himmel und ruiniert den Aufschwung", so Bsirske weiter – und ganz Unrecht hat er bestimmt nicht.

Der Ver.di-Chef sprach sich für einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50€ für alle Branchen aus. Bsirske in "Bild am Sonntag": "Arbeit darf nicht arm machen. Der Lohn muss mindestens reichen, um Miete zu zahlen und genug zum Leben zu haben. In Frankreich beträgt der Mindestlohn 8,27€, in England 7,96€. Warum sollen 7,50 bei uns als Einstieg nicht möglich sein?" Was meinen Sie?
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chris.w
Newbie


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 26
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 22.Jan 2007 9:15    Titel: Langsam wird es Zeit Antworten mit Zitat

Ich habe selber viele Jahre in der "Sicherheitsbranche" gearbeitet. Der Tariflohn betrug 1992 10,89DM brutto die Stunde. Aber man kann damit zurecht kommen. Bei monatlichen Arbeitszeiten von mindestens 300 Stunden hatte man bei Lohnsteuerklasse 1 so ca. 2200,-DM. Die allerdings nur wenn man genügend Nacht- und Sonntagszuschläge mitnehmen konnte. Es gab aber auch Monate in denen man auf lockere 360 Stunden kam. Da schaffte man es dann "locker" auf über 2300,-DM. Blöd waren die Monate in denen man sich Urlaub nahm. Da gab es dann keine Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit.
Irgendwann schaffte ich dort den Absprung und ging in die IT-Branche. Nach der Insolvenz des fünftgrößten deutschen Zeitarbeitsunternehmen, eines kurzen Jobs als Leiharbeiter stehe ich heute selber vor der privaten Insolvenz.
Ein Mindestlohn der es den Arbeitnehmern ermöglichen würde Rücklagen zu bilden und ein menschenwürdiges Leben zu führen ist meiner Meinung nach lange überfällig. Ob ein Hr. Bsirske der richtige Mann ist um das zu ermöglichen wage ich jedoch zu bezweifeln. Der Druck auf Politik und Wirtschaft muß von den "kleinen Leuten" kommen. Nach zwei fruchtlosen Versuchen im vergangenen Jahr, einen entsprechenden Verein zu gründen, gehe ich jedoch davon aus, das die meisten Menscheen hier in D sehr zufrieden sind und keine Lust haben sich mit Dingen wie Mindestlöhnen, gerechter Steuerverteilung, etc, auseinander zu setzen.

Allen eine schöne Woche
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Kerstin1956
Newbie


Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 48
Wohnort: Cloppenburg

BeitragVerfasst am: 22.Jan 2007 9:49    Titel: Bin auch für 7,50 Euro Mindestlohn Antworten mit Zitat

Mindestlohn von 7,50 Euro brutto/Std. ist längst überfällig um die Ausbeutung in den Jobs für die sogenannten "gering qualifizierten" aufzuhalten.

Diejenigen, die Arbeit machen, die sonst keiner machen will oder kann aus gesundheitlichen Gründen, sollen gerecht entlohnt werden.

Ich bin langzeitarbeitslos und chron. krank und finde keinen Einstieg in das Berufsleben, da ich auch noch nach deutschem Sinne "keine abgeschlossene Berufsausbildung" habe.

Also gelte ich als gering qualifiziert? Also müßte ich nach Willen der Arbeitgeber für 3 Euro Std arbeiten? Ich habe bisher keine Jobangebote, weder noch.


Zum Verein gründen gehört auch demonstrieren gehen, um den Politikern zu zeigen, dass man eine Lobby hat, aber versuchen Sie mal mit dem bißchen ALG II zur nächsten größeren Stadt zu kommen zum Demonstrieren. Das Budget reicht nicht aus.

Und viele haben sich wohl in ihrem Elend eingerichtet und Auto und Fernsehen abgeschafft usw, damit sie mit dem Geld hinkommen.

Und wieviele Ausländer sind von den Hungerlöhnen betroffen, die nicht demonstrieren gehen, da sie gar nicht wissen, dass es eine Forderung für Mindestlohn gibt, da sie die Sprache nicht beherrschen (dtsch. Nachrichten und Internet sind denen fremd) oder als Putzfrau 12 Std tägl. arbeiten, damit sie zurecht kommen, da bleibt keine Zeit sich auch noch zu engagieren.



Vom Staat gibt es für mich persönlich ekeine Hilfe zur Wiedereingliederung. Ich sehe aber auch den Mindestlohn NICHT als Hinderung mich einzustellen.

Die Arbeitgeber bekommen ohnehin 10.000 Euro als Zuschuß, wenn sie mich einstellen.
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strategiedoctor
Specialist


Anmeldungsdatum: 01.05.2004
Beiträge: 116

BeitragVerfasst am: 22.Jan 2007 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

GoMoPa macht wohl neuerdings Witze.

Sobald der Unternehmer etwas mehr verdient, soll er alles gleich verteilen? Und wenn er Verlust macht, tragen dann die Arbeitnehmer auch den Verlust mit?

Mein Vorschlag: Selbstständig machen und selber mehr erwirtschaften als den gewünschten Mindestlohn!

Übrigens, wer aus der Gewerkschaft austritt, hat sofort eine Lohnerhöhung von 10 Prozent. Das ist natürlich auch der wahre Grund für Lohnerhöhungen: Die Gewerkschaften kassieren mit.

Tut mir leid, aber die Nachfrage regelt den Preis. Wer für seinen Arbeitgeber unentbehrlich ist, verdient schon immer gut.
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GoMoPa
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Anmeldungsdatum: 25.01.2002
Beiträge: 2369

BeitragVerfasst am: 22.Jan 2007 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Verlaub: GoMoPa hat aus Prinzip keine Meinung zu Politik, Kirche und Gewerkschaften! Lediglich die Aussagen Frank Bsirske's wurden hier zur Diskussion gestellt!

Wir Norddeutsche pflegen zu sagen:

Et die rund und supp die dick, nur holt dien Muhl von Politik

Schönen Tag noch!

GoMoPa Net
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Brendle
Insider


Anmeldungsdatum: 27.11.2002
Beiträge: 639

BeitragVerfasst am: 22.Jan 2007 11:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Vorteil des Mindestlohnes:
1. die Ausbeutung des AN wird gestoppt,
2. Arbeiter aus Billiglohnländern nehmen den einheimischen Fachkräften nicht den Arbeitsplatz weg
3. Geld kommt in den Umlauf und damit mehr Umsatz der Unternehmen.
4. die Staatskassen werden voller
5. die Altersvorsorgen werden mehr in Anspruch genommen (gleich welche)

Leider können viele Unternehmer nicht so weit denken.
Einer der Gründe, warum D nach dem Krieg so einen steilen Aufstieg hatte war die gerechte Verteilung des Gewinnes.
Leider strebt jeder Betrieb danach eine Aktiengesellschaft zu werden.
Der Nachteil liegt hier klar auf der Hand: Aktienmanager interessieren sich nur für den schnellen Gewinn. Langfristiges Denken ist ihnen fremd. Eine kräftige AN-Entlassung steigert den Aktienwert. also ist die Entlassung von Vorteil... für die Aktionäre.
Was hier grundsätzlich vergessen wird: Ein AN, der am Existenzminimum lebt, hat kein Geld für Waren.
Zum Glück gibt es Unternehmer mit Verantwortung und Weitblick.
Da sei nur einer erwähnt: Trigema.
Grüße
Brendle
Um meine immer wieder erwähnte Geschichte noch einmal zu erzählen:
Im alten Athen waren die Kassen leer. Ein Athener wusste Rat: er verschenkte das gesamte Restvermögen des Staates Athen.
Ergebnis: die Kassen quollen über.
Unlogisch?
Nein! Menschenkenntnis: der Athener Bürger hatte plötzlich viel Geld zur Verfügung und das musste raus! Und wie das nun mal ist: es reißt noch zusätzliches Privatvermögen mit.
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Kerstin1956
Newbie


Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 48
Wohnort: Cloppenburg

BeitragVerfasst am: 22.Jan 2007 16:43    Titel: Antworten mit Zitat

Brendle hat folgendes geschrieben::
Hallo,
Vorteil des Mindestlohnes:
1. die Ausbeutung des AN wird gestoppt,
2. Arbeiter aus Billiglohnländern nehmen den einheimischen Fachkräften nicht den Arbeitsplatz weg
3. Geld kommt in den Umlauf und damit mehr Umsatz der Unternehmen.
4. die Staatskassen werden voller
5. die Altersvorsorgen werden mehr in Anspruch genommen (gleich welche)

Leider können viele Unternehmer nicht so weit denken.
Einer der Gründe, warum D nach dem Krieg so einen steilen Aufstieg hatte war die gerechte Verteilung des Gewinnes.
Leider strebt jeder Betrieb danach eine Aktiengesellschaft zu werden.
Der Nachteil liegt hier klar auf der Hand: Aktienmanager interessieren sich nur für den schnellen Gewinn. Langfristiges Denken ist ihnen fremd. Eine kräftige AN-Entlassung steigert den Aktienwert. also ist die Entlassung von Vorteil... für die Aktionäre.
Was hier grundsätzlich vergessen wird: Ein AN, der am Existenzminimum lebt, hat kein Geld für Waren.
Zum Glück gibt es Unternehmer mit Verantwortung und Weitblick.
Da sei nur einer erwähnt: Trigema.
Grüße
Brendle
Um meine immer wieder erwähnte Geschichte noch einmal zu erzählen:
Im alten Athen waren die Kassen leer. Ein Athener wusste Rat: er verschenkte das gesamte Restvermögen des Staates Athen.
Ergebnis: die Kassen quollen über.
Unlogisch?
Nein! Menschenkenntnis: der Athener Bürger hatte plötzlich viel Geld zur Verfügung und das musste raus! Und wie das nun mal ist: es reißt noch zusätzliches Privatvermögen mit.


Dem kann ich nur zustimmen. Der Konsum / Wirtschaftsaufschwung in D. leidet, weil es zu viele Menschen gibt, die am Existenzminimum leben und sich nicht leisten können. Diese Gruppe Menschen (ALG II usw) würden sofort die Konjunktur beleben, wenn man Ihnen 100 Euro mehr geben würde. Das würde sofort in dringend benötigte Güter umgesetzt und nicht - wie bei den REICHEN in Urlaub in der Karibik usw. - das Geld würde hier in Deutschland bleiben.

Ich brauche dringend
- eine neue Brille
- mein Fahrrad muß repariert werden
- ich benötige einen neuen Sattel,
- Kleidung, Lebensmittel usw.

Das würde ich alles in der Heimat kaufen, das Geld würde hier in Deutschland bleiben und hier Arbeitsplätze sichern.

Aber soweit denken die lieben Politiker nicht.


Nebeneffekt des Mindestlohns:
Das ergänzende Hartz IV, welches Menschen im Niedriglohnsektor bis zu einem bestimmten Verdienst zusteht, würde wegfallen, man könnte endlich wieder von der eigenen Arbeit leben und wäre nicht mehr auf Stütze angewiesen.

Die Kommunen würden Geld sparen im doppelten Sinne: weniger Anträge = Personalkosten, weniger Ausgaben für Sachmittel und Hartz IV.

Mindestlohn käme somit auch dem Staat zugute.

Wir müssen nicht Angst haben, dass die Rumänen und Ungarn uns die Jobs weg nehmen, weil alle zum gleichen Lohn arbeiten würden.

Nur noch die Leistung des einzelnen zählt dann, wenn der Preis derselbe ist.
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HoOps
Specialist


Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 22.Jan 2007 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Geehrter Herr Frank Bsirske,

sicherlich haben Sie als Ver.Di-Muffel nichts anderes als die Wohltat der armen Angestellten im Kopf. Das hoffe ich zumindest, da das IHR Job ist.

Sicherlich ist der geforderte Mindestlohn überhaupt kein Problem. Nein, wirklich nicht. Nur bedenken Sie bitte dann, dass Sie für sehr vieles mehr zahlen würden. So zum Beispiel für einen Friseurbesuch. Ist doch wohl klar, oder?

Oh, Entschuldigung. War Ihnen nicht klar? Nee, schon klar!

Wer etwas derartiges fordert, der sollte sich auch mal mit Kleinstunternehmen beschäftigen, deren Einkünfte, deren Einkaufspolitik und dergleichen. Aber das sind ja "kleine" Fische. Einzelne Fälle - und - weiß Gott, keine Ver.Di-nahen Betriebe.

Tja, keine Einnahmen, kein Interesse, aber 'mal eben Forderungen von Mindestlöhnen aufstellen. Machen Sie das mal in Afrika oder im Irak...
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strategiedoctor
Specialist


Anmeldungsdatum: 01.05.2004
Beiträge: 116

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 1:20    Titel: @Brendle, @Kerstin 1956, @HoOps Antworten mit Zitat

zu Brendle:

1. die Ausbeutung des AN wird NICHT gestoppt,
2. Arbeiter aus Billiglohnländern nehmen den einheimischen Fachkräften noch leichter den Arbeitsplatz weg.
3. Mehr Geld kommt nur in Umlauf, wenn der Staat...

... die Sozialnebenkosten senkt. Ein Beispiel:

Meine Schwiegermutter, die in einem anderen EU-Staat lebt, bezahlt für ein Medikament, das eine Münchner Firma herstellt, 2,84 Euro. In Spanien kostet das gleiche Medikament ca. 7 Euro und in Deutschland fast 16 Euro!

Wer kassiert die 13 Euro Differenz?
Wer steckt sich mit diesem Geld die Taschen voll?
Die Pharmalobby und die geschmierten Politiker?

Deshalb ist die von Wahlbetrügern ausgekartete, so genannte Gesundheitsreform nicht finanzierbar.


... die Steuern abschafft, außer die Umsatzsteuer.

Der Staat nimmt sich das Geld zu früh. Würde er das nicht tun, hätte jeder mehr zum Ausgeben. Niemand kann Geld essen. Man kann es nur ausgeben.

Dann brauchen wir 90% der Finanzbeamten nicht mehr. Es ist besser, denen ihr Gehalt weiterzubezahlen bis sie in Rente gehen, denn irgendwann sind die alle in Rente. Folge: Jedes Jahr weniger Personalkosten.


4. dann, und nur dann werden die Staatskassen voller.


5. Ich spreche von 99% der deutschen Unternehmer! Diese haben Betriebe von weniger als 500 Mitarbeitern.

Leider können viele Menschen nicht so weit denken.

Einer der Gründe, warum D nach dem Krieg so einen steilen Aufstieg hatte war der große Nachholbedarf. Jeder der ein eigenes Geschäft betrieb, verdiente überdurchschnittlich viel Geld und konnte auch seine Mitarbeiter gut bezahlen. Außerdem waren Adenauer und Erhard nicht solche Dilettanten wie ihre Nachfolger. Mit Willy Brandt hatte der Schuldenstaat seinen Anfang (bitte nachprüfen) genommen und seitdem (1969) geht es bergab.

Aktienmanager interessieren sich nur für den schnellen Gewinn. Langfristiges Denken ist ihnen fremd. Eine kräftige AN-Entlassung steigert den Aktienwert. also ist die Entlassung von Vorteil... für die Aktionäre.

Hallo! Das sind doch nur 1% der deutschen Unternehmen!

Wieso sollen die anderen 99% darunter leiden?

Viele Kleinunternehmer verdienen weniger als eine angestellte Führungskraft oder ein erfolgreicher Außendienst-Mitarbeiter.

Ein AN, der am Existenzminimum lebt, hat kein Geld für Waren. Ja, er ist aber nicht ein Opfer der Unternehmer, sondern der Politiker. Sie stecken die Rahmenbedingungen.

Die Geschichte aus dem alten Athen passt gut zu dem, was ich oben beschrieben habe.


zu Kerstin1956

Die Bezieher von ALG II usw. würden sofort die Konjunktur beleben, wenn IHNEN DER STAAT 100 Euro mehr geben würde.

Der Staat könnte das leicht, wenn das viele Geld nicht in dunkle Kanäle und dubiose Taschen wandern würde. Und in einen Beamten- und Spionageapparat, den kein Bürger wirklich will. Die vermehren sich wie die Karnickel.

So gaukelt man den Rentnern vor, dass die Kassen leider leer sind. In Wirklichkeit hat man mit den gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen der heutigen Rentner die Bundeswehr und etliche andere Dinge finanziert. Da gibt es sogar ein höchstrichterliches Gerichtsurteil, dass das rechtens war. Eine Krähe hackt der anderen nicht die Augen aus. Das deutsche Rentensystem ist der größte Betrug am Bürger.

Der geschilderte Nebeneffekt des Mindestlohns kommt nicht zum Tragen, im Gegenteil. Ich glaube, dass dann noch weniger Leute eingestellt werden.

Beispiel: Seit vielen Jahren habe ich keine Angestellten mehr. Ich arbeite mit Selbstständigen zusammen und das Internet tut seit 10 Jahren das Übrige.

"Mitarbeiter? Nein Danke!" ist die Devise. Fazit: Weniger Stress, mehr Geld. Auch wenn sich jetzt alle aufregen, ich lebe im Ausland, zahle weniger Steuern, habe eine bessere Lebensqualität und muss das deutsche Fass ohne Boden nicht mitfinanzieren.

150.000 Deutsche ziehen die gleichen Konsequenzen. Jahr für Jahr. Irgendwann zahlt in Deutschland keiner mehr Steuern. Dann muss genau das erfolgen, was ich oben beschrieben habe. Wo soll sonst das Geld herkommen?

Die Arbeitslosen müssen nicht Angst haben, dass die Rumänen und Ungarn ihnen die Jobs weg nehmen. Auch die Billiglohnbezieher nicht. Aber die besser bezahlten Stellen, die Fachkräfte, wie Brendle erkannt hat, bekommen Probleme. Deren Stellen werden dann an "Rumänen und Ungarn" für 7,50 vergeben. Mindestlohn führt zu Armut!

Alles, was Angebot und Nachfrage stört, führt letztlich zu mehr Armut!

Was würdet denn Ihr machen, wenn Ihr selbstständig wärt? Würdet Ihr einen Deutschen einem Rumänen vorziehen, weil er Deutscher ist?

Dann zieht der Rumäne vor Gericht und holt sich Schadensersatz wegen Diskriminierung.



HoOps schrieb:

"Wer etwas derartiges fordert, der sollte sich auch mal mit Kleinstunternehmen beschäftigen, deren Einkünfte, deren Einkaufspolitik und dergleichen. Aber das sind ja "kleine" Fische. Einzelne Fälle - und - weiß Gott, keine Ver.Di-nahen Betriebe."

Es ist genau umgekehrt! Die Aktiengesellschaften sind die Einzelfälle. 99 Prozent aller Betriebe sind kleine und mittelständische Unternehmen. Und damit hat HoOps Recht, dass man sich nicht von den Großen blenden lassen sollte. Die Kleinen schaffen die Jobs, solange sie noch können.

Egal, was die AG verdienen, sie zahlen in Deutschland sowieso keine Steuern. Die Zeche zahlen nur noch die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Und die geben notgedrungen alles weiter. Und den letzten beißen die Hunde!



Im Ernst:

Selbstständig machen!
Und selber mehr erwirtschaften als den gewünschten Mindestlohn!

Ich habe mich mit 19 Jahren - ohne Geld - selbstständig gemacht. Das geht heute im Internet noch leichter als damals vor über 30 Jahren.
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HoOps
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Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 8:55    Titel: Antworten mit Zitat

@ strategiedoctor: Danke für den Beitrag. Anmerken möchte ich noch:

Aktionäre in Deutschland sind Mangelware. Die Gelder, die mit Aktien und Fonds erwirtschaftet werden, gehen meistens ins Ausland.

Da wir "Deutschen" den Umgang mit Wertpapieren einfach nicht lernen (auch ein Fehler des Schulsystems), werden Gewinne in die Wirtschaft von anderen Ländern verlagert. Die "Deutsche Aktie" entwickelt sich seit 2003 enorm. Nur verdienen tun die anderen.

In Amerika gehört die Aktie zum guten Ton...
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Kerstin1956
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Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 48
Wohnort: Cloppenburg

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 9:27    Titel: Antworten mit Zitat

Mindestlohn gilt in Großbritannien so viel ich weiß nur für bestimmte Branchen, eben nicht für die sogenannten Facharbeiter.

Das wäre z B im Pflegebereich der Fall.

Was ist mit den Arbeitern am Bau?

Was ist mit den Arbeitern in der Fleischfabrik Pieper?

Die deutschen Arbeiter wurden durch Russlanddeutsche abgelöst, weil die Russlanddeutschen billger waren,
jetzt werden die Russlanddeutschen durch Rumänen abgelöst.

Es sind billigste Arbeiter in der Produktion, bestimmt keine Fachkräfte.
Sie werden von gewissenlosen Menschenhändlern eingeschleust, teilweise ohne Gesundheitszeugnis, mit gefälschten Papieren.
Die Zeitung in CLP ist voll davon, es gab eine Zeitlang jeden Monat einen neuen "Fleisch-Skandal".

U. a. wurde den "armen" Arbeitern aus Rumänien Sozialwohnungen der Stadt Oldenburg zugewiesen. Wenn sie eine vernünftige Bezahlung bekommen hätten, hätten sie sich Wohnungen auf dem freien Markt leisten können.

Der Staat fördert die Ausbeutung auch noch. Die Sozialwohnung sollten für wirklich bedüftige verfügbar sein, aber rumänische Arbeiter werden künstlich bedürftig gemacht.


Warum soll in Deutschland das nicht gehen, was in anderen europäischen Ländern längst üblich ist?

Das ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die Politiker es beschließen und in welcher Höhe.

In Großbritannien beträgt der Mindestlohn 4,85 Pfund. Das käme in etwa hin mit 7,50 Euro.
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HoOps
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Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 9:47    Titel: Politik misst mit zweierlei Mass Antworten mit Zitat

Sicherlich wird politisch - früher oder später - ein Mindestlohn beschlossen. Leider wird, will oder kann politisch nicht zwischen Großunternehmen und Kleist- bzw. Mittelstandsunternehmen unterschieden werden. Meine Befürchtungen gehen in die Richtung, dass beispielsweise ein Friseurmeister/in dann seine Angestellten so bezahlen muss, dass der Kunde über die teure Dienstleistung staunt. Es ist schon beachtlich: bei einem Gas- und Wasserinstallateur wird bei erhalt der Rechnung einmal geschluckt, dann bezahlt (gehen wir mal vom guten Willen aus). Bei einem Friseurbesuch wird der Preis immer "bemeckert".

Der niedrige Preis für einen Friseurbesuch (Beispiel: Herrentrockenhaarschnitt teilweise unter 10,00 Euro - Aufwand ca. 15 bis 30 Minuten) muss in der Kosequenz beim Niedriglohn der Friseurin liegen.

Für 20 bis 30 Euro Stundenlohn zieht ein Handwerker (Elektriker, Klemptner oder dergl.) gar nicht erst seine Schuhe an...

@ strategiedoctor: Ich bin immer an einer guten Idee für eine Selbständigkeit zu haben Immer her damit.
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strategiedoctor
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Anmeldungsdatum: 01.05.2004
Beiträge: 116

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 13:05    Titel: @HoOps Antworten mit Zitat

HoOps schrieb: "Ich bin immer an einer guten Idee für eine Selbständigkeit zu haben Immer her damit."

An alle:

Schickt mir eine aussagefähige Aufstellung über

1. Stärken
2. bisherige Erfolge
3. Hobbys

Mißerfolge interessieren mich nicht. Außer, das Projekt ist aus anderen Gründen gescheitert als dem persönlichen Können, z.B. mangels kaufmännischer Kenntnisse, falscher Finanzierung, etc. Wer auf seinem Gebiet gut ist, verdient einen Neuanfang. Das geht auch ohne Kredite.

Ich habe im letzten Jahr einem Langzeit-Arbeitslosen (6 Jahre) zu einem Job auf selbstständiger Basis verholfen. Er konnte gut telefonieren (Telefonmarketing) und ist ein ausdauernder Verkäufer, dem auch Absagen nichts mehr anhaben können. Heute ist er einer meiner erfolgreichen Kooperationspartner. Ich lange mir an den Kopf, dass den keiner eingestellt hat!

Nur so viel:

In ein, zwei Monaten entsteht ein bundesweites Netzwerk von Unternehmern im Internet, auch Gründer sind willkommen. Miit monatlichen Treffen vor Ort. Zunächst in allen 81 Städten Deutschlands ab 100.000 Einwohner. Die Teilnahme ist absolut kostenlos. Die Kooperation steht im Vordergrund. Wie sollen die Firmen sonst wieder erfolgreicher werden? Finanziert wird das durch Werbung.

Ich beantworte gerne jede ernstgemeinte E-Mail: mehrerfolg(a)email.de
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moneym
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Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 13:26    Titel: Mindestlohn für Unternehmer Antworten mit Zitat

Gegenvorschlag

Ich bin für einen Mindestlohn für Unternehmer ....

7,50 € / h Arbeitslohn + 5,50 / h Stresszulage + 2,50 Überstunden (ca. 6-7 pro tag) + 2,50 Insolvenz-Riskozuschlag + 2,50 Rentenunterstützung + 2,50 Herzinfarktsriskozuschlag. +5,50 GF-Haftpflichtsunterstützungsbeitrag + 1 € IHK-Unterstützungsbeitrag

Komischerweise bekomme ich aber immer nur einer Gewerbesteuer+KSt.+USt+EkSt-Vorausszahlungsbescheide
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Kerstin1956
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Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 48
Wohnort: Cloppenburg

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 13:49    Titel: Antworten mit Zitat

HoOps hat folgendes geschrieben::
Geehrter Herr Frank Bsirske,

...

Sicherlich ist der geforderte Mindestlohn überhaupt kein Problem. Nein, wirklich nicht. Nur bedenken Sie bitte dann, dass Sie für sehr vieles mehr zahlen würden. So zum Beispiel für einen Friseurbesuch. Ist doch wohl klar, oder?

Oh, Entschuldigung. War Ihnen nicht klar? Nee, schon klar!

...



Ein Mindestlohn von 7,50 Euro/Std bedeutet bei 8 Std./Tag und 21 Arbeitstagen ein Brutto-Gehalt von 1260 Euro.

Wollen Sie mit Ihrem Geschwafel sagen, dass es Ihnen egal ist, ob der Friseur/die Friseurin mit so wenig Geld auskommt, denn Hauptsache Sie kommen an eine billige Frisur?

Ach ja, es sind in diesem Falle wohl meistens Frauen betroffen, denn Männer erlernen selten den Beruf des Friseurs. Und die meisten Frauen heiraten ja und dann darf der Mann das Geld verdienen. Und wenn die Frau sich scheiden lassen will hat sie oder ihr Mann eben Pech gehabt. Mann darf zahlen oder wenn nicht er, dann das Sozialamt.

Ich bin für Emanzipation und Gehälter von denen man leben kann und auch notfalls eine Familie ernähren kann.


So viel ich weiß ist 1260 Euro exakt die Grenze bis zu der man zusätzlich Hartz IV beantragen kann.

Wie ich schon mal sagte: Die Kommunen und damit die öffentlichen Kassen würden davon profitieren, wenn endlich eine angemessene Bezahlung in diesem Niedriglohnsektor ferfolgt.
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Kerstin1956
Newbie


Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 48
Wohnort: Cloppenburg

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 14:04    Titel: Re: Mindestlohn für Unternehmer Antworten mit Zitat

moneym hat folgendes geschrieben::
....

Komischerweise bekomme ich aber immer nur einer Gewerbesteuer+KSt.+USt+EkSt-Vorausszahlungsbescheide


Irgendjemand muß ja schließlich Steuern zahlen, damit die ergänzende ALG II Sozialhilfe und Wohngeld für die schlecht verdienenden gezahlt werden kann.

Es wird niemand gezwungen, sich selbständig zu machen. Ein Unternehmer weiß im allgemeinen, worauf er sich einläßt.

Alternative für Sie: Hartz IV, plus 1-Euro-Job (wenn Sie denn einen kriegen), beides zusammen ca. 750/800 netto. Keine Steuerpflicht.
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HoOps
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Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 23.Jan 2007 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

@ Kerstin 1956: Niemand, aber auch NIEMAND, zwingt eine Frau den Beruf des Friseurs zu erlernen. Ein Friseur bessert sein Gehalt, so wie auch in der Gastronomie üblich, durch Trinkgelder auf.

Warum so beleidigend? Was soll das "Geschwafel"?

Es gibt sehr wohl männliche Friseure. Darunter auch ein paar sehr erfolgreiche.

Nagen Sie doch nicht an einem Beispiel herum. Ich möchte lediglich auf eine VERTEUERUNG von Waren und Dienstleistungen hinweisen. Nicht nur der Friseurbesuch wird teurer, auch der Besuch in der Gastronomie, der Klamottenkauf, Kosmetikbesuch, Solarium und dergleichen mehr wird damit teurer werden.

Ich weiß ja nicht genau, was eine McDonalds-Kraft verdient, aber kann es sein dass BicMac (R) auch teirer werden wird, wenn ein Mindestlohn, wie gefordert kommen sollte?

Vielleicht kann jemand die Billig-Löhner fortführen?
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miboe
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Anmeldungsdatum: 29.04.2005
Beiträge: 6
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 28.Jan 2007 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Mindestlöhne sollten im Grundgesetz verankert werden! 7,5 Euro ist da nicht zu viel und sollte für alle Berufe gleich sein.

Die dienstleistenenden Berufe sind der Eckpfeiler für berufliche Grundausbildung und der Einstieg in eine höhere Bildung! Menschen für 2,5 und 3 Euro die Stunde arbeiten zu lassen führt zu einer Versklavung und Entwürdigung der Menschen!

Die Frieseure sind ebenso kurzsichtig wie die Hoteliers! Für einen Haarschnitt für Männer bezahlt man heute im Frieseurgeschäft zwischen 9 - 15 Euro hierfür wird eine Zeit von 10 Minuten aufgewendet und dann jammern die Frieseure sie könnten keine höheren Löhne für Ihre Angestellten bezahlen! In Hotels will man heute Zimmermädchen mit 3,5 Euro abspeisen wobei für Übernachtungen zwischen 50 und 500 Euro keine Seltenheit sind. Hotel Adlon in Berlin verlangt für eine Luxussuite 7500 Euro pro Nacht!

Hier sieht man, mit welcher Verachtung dienstleistendes Personal ausgenützt wird! Gerade diejenigen die nur geringe Löhne verdienen können sich auch keinen Frieseur mehr leisten und suchen im scharzen Arbeitsmarkt nach Hilfe!

Die Kurzsichtigkeit unserer Herren aus den Handwerksverbänden aber auch in den politischen Parteien führt zum Staatsbankrott! Dann gibt es noch politische Großparteien die dieses Schindludertreiben unterstützen in dem man Löhne mit Steuerngeldern bezuschussen will und dabei übersieht, dass unser Staat eh schon bald pleite ist!

Es dauert nicht mehr lange! Wir brauchen wieder mutige Politiker die endlich auch für soziale Gerechtigkeit und auch wieder für Wachstum im Mittelstand sorgen! Dies kann nur geschehen wenn man die amerikanische Großkapitalpolitik unterbindet und wieder Preisbindungen
zulässt damit auch Kleinbetriebe eine Überlebenschance haben und sich nicht gegenseitig unter Preisdruck kaputt machen!

Unser Land hat nichts davon wenn wir nur darauf achten, dass unsere Manager Millionen absahnen während unser Volk verhungert!

Den Herrn Clement der den 1 - Euro - Job eingeführt hat würde ich bei Wasser und Brot arbeiten lassen, mehr hat er wirklich nicht verdient!

Michaela Böck
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HoOps
Specialist


Anmeldungsdatum: 06.08.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 29.Jan 2007 9:43    Titel: Antworten mit Zitat

Mindestlöhne hin oder her. Eventuell sollte man mit Hilfe der Verantwortlichen Politiker und Kammern das Grundproblem noch einmal analysieren und angehen.

So kann es nicht sein, dass Betriebe Haarschnitte für Senioren für 8,00 Euro, Herrenhaarschnitte für 5,00 Euro anbieten. Diese Betriebe sind in keiner Innung, sie bilden nicht aus und halten sich oftmals nicht an gesetzte Grundregeln.

Genauso schwarze Schafe sind auch die sogenannten mobilen Friseure. Ohne Kassensystem glaubt doch wohl kein Mensch daran, dass hier ordentlich abgerechnet, der Fiskus unterstützt und Sozialabgaben abgeführt werden. Ebenso in der Kosmetikbranche/Fusspflege und was weiß ich noch mehr.

Alles am Rande der "geduldeten" Legalität macht - kleine - Betriebe zu schaffen.

Liebe Forenmitglieder: Ihr denkt doch wohl nicht, dass alle Friseurbetriebe ein Heidengeld verdienen? Personal, das kostet, Räume, Ware, Wasser, Strom.

Das Hauptproblem für die kleinen Handwerker ist und bleibt die SCHWARZARBEIT.

Wie viele Schulabbrecher werden von Kommunen - mal eben so - durch berufsbildende Schulen zum Friseur, KFZ-Mechaniker oder dergleichen ausgebildet. Sie sprechen teilweise immer noch schlecht deutsch (was mir nicht in den Kopf will) oder sind sehr schlecht schulisch vorgebildet.

So jemand findet sich in keinem Bankhaus. So jemand findet sich in keinem KFZ-Betrieb. So jemand findet man in der Selbsthilfewerkstatt um die Ecke, oder eben arbeitend von zuhause aus...
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Caracas
Specialist


Anmeldungsdatum: 24.01.2005
Beiträge: 114

BeitragVerfasst am: 29.Jan 2007 10:00    Titel: Antworten mit Zitat

5,00 EUR für einen Herrenhaarschnitt sind immer noch 10 DM. Vor Einführung des Euro war so ein Preis gar nicht mal selten. 15 DM waren damals bei einem normalen Frisör sicher die Obergrenze. Heute sind es 15 Euro. Hätte 2000 jemand 30 DM für einen "normalen" Herrenhaarschnitt bezahlt? Ich glaube nicht. So ist es im gesamten Dienstleistungbereich. Das nenne ich Inflation. Geschickt verpackt, aber real. Das einzige, was nicht getiegen ist sind die Löhne. Heute haben die Menschen effektiv bei nomnell gleichem Gehalt erheblich weniger Geld als vor der Euro Einführung. Da ist eine Forderung nach Mindestlöhnen zumindest nicht als abwegig zu bezeichnen.
Wer Menschen für 2 oder 3 Euro beschäftigt gehört bestraft. Aufs schärfste, denn es ist nichts anderes als moderne Sklaverei und Ausbeutung. Ich finde immer jemanden der noch weniger verlangt, weil es immer jemanden gibt, dem es noch schlechter geht. Da muß einfach eine Grenze gezogen werden.
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