GoMoPa
 
 
 
 
GoMoPa    SuchenSuchen RegistrierenRegistrieren ProfilProfil LoginLogin
FAQFAQ MitgliederlisteMitgliederliste Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen



Nordkorea - Drohgebärden und Provokationen

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten GOMOPA® : Startseite ->  Foren-Übersicht -> Kommentare & Meinungen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen 
Autor Nachricht
Spiritus Rector
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 12.12.2003
Beiträge: 1257
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 11.Okt 2006 18:04    Titel: Nordkorea - Drohgebärden und Provokationen Antworten mit Zitat

Mich beschäftigt das Thema „Nordkorea“. Für mich sieht dieser Atomtest aus, wie ein erster Schritt in den eigenen Untergang. Ich verstehe nicht, was Kim Jong Il eigentlich bezweckt. Will er einen Krieg, will er die USA zu Zugeständnissen zwingen – wird er falsch beraten, ist er einfach nur wahnsinnig (Gerüchten zufolge gilt Kim Jong Il als unberechenbar) oder verfügt auch er über völlig falsche Informationen?

Die Informationen zum Thema Nordkorea sind spärlich bis diffus. Noch diffuser sind die politischen Strukturen und Ziele in diesem Land. Eindeutig ist, dass das Militär in Nordkorea den höchsten Stellenwert hat. Die von Kim Jong Il initiierte Songun-Politik geht soweit, dass alle Belange des Staates der Entwicklung und Verbesserung des Militärs unterzuordnen sind. Das soll unter anderem dazu dienen, die revolutionäre Führung zu schützen. So ist es nicht verwunderlich, dass weit über eine Millionen Soldaten unter Waffen stehen. Nordkorea gilt als ein bis an die Zähne bewaffnetes Land. Allein das frisst enorme Ressourcen und dürfte mit ein Grund für die schlechte wirtschaftliche Situation im Land sein.

Stellt sich also die Frage, ob die Führung in Nordkorea tatsächlich davon ausgeht, massiv bedroht zu sein? Gründe hierfür gäbe es genug. Allein die se dämliche Polemik aus den USA, die ganz explizit auch Drohungen gegen Nordkorea ausgesprochen hatte, liefert Ansätze aus der Sicht der kommunistischen Regierung. Aber auch das Verhalten der USA, zum Beispiel nachdem die USA ein nordkoreanisches Schiff mit Raketen in internationalen Gewässern aufgebracht hatte, kann man nicht gerade als Diplomatie alter Schule bezeichnen. Beobachter vermuten, dass Kim Jon Il davon ausgeht, mit dem Besitz einer Atombombe werde er nicht mehr so leicht Opfer eines US-Angriffs, wie zum Beispiel der Irak.

Oder wird das Militär dazu benutzt, das eigene Volk ruhig zu halten? Geht es bei der Songun-Politik etwa auch um den „Schutz der revolutionären Führung“ vor den eigenen Bürgern?

Was beruhigt ist, selbst China hat den Atomtest überraschend deutlich und scharf verurteilt hat. China ist eines der wenigen Länder, die Nordkorea noch unterstützten. Allerdings hat sich in der Geschichte Nordkoreas bereits öfters gezeigt, dass die Regierung eine Neigung dazu hat, die eigene völlige Unabhängigkeit massiv über zu bewerten und nicht bereit ist, große Zugeständnisse an „Verbündete“ zu leisten.

Schaut man sich in der langen Geschichte der Menschheit um, stellt man folgendes fest: Wenn in einem Land das Militär über alle anderen Belange des Staates gestellt wurde, führte das oft dazu, dass dieses Militär auch irgendwann real eingesetzt wurde. Insbesondere dann, wenn der innenpolitische Druck zu groß wurde. Sprich, wenn das Volk hungert oder aus anderen Gründen aufbegehrt, wurde immer gern ein Krieg angezettelt, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Ebenso hat Nordkorea immer schon Begehrlichkeiten in Richtung Südkorea gezeigt. Andererseits kam es in den letzten Jahren zu einer Annäherung zwischen Südkorea und Nordkorea.

Also, um was geht es der Regierung in Nordkorea nun eigentlich genau? Ihr müsste doch klar sein, dass eine militärische Auseinandersetzung den sicheren Untergang des eigenen Regimes zur Folge hätte? Geht es lediglich darum weitreichende Zugeständnisse zu erpressen? Denn alles weist darauf hin, dass es in diesem Winter zu einer massiven Hungersnot im eigenen Lande kommen wird. Sanktionen würden diese dramatische Situation noch massiv verstärken. Schaut man sich aus diesem Blickwinkel die Schärfe der nordkoreanischen „Rethorik“ an, die auf die Androhung der Sanktionen folgte, weist auch das darauf hin, dass hier eine Regierung mit dem Rücken zur Wand agiert.

Ich glaube nicht, dass sich China in einem solchen Fall auf Seiten Nordkoreas in eine militärische Auseinandersetzung hineinziehen lassen würde – aber wer weiß. Aber auch Japan hat eine zentrale Rolle und sieht sich durch den Atomtest direkt in seiner Sicherheit gefährdet, da nordkoreanische Atomraketen das japanische Territorium erreichen könnten.

Dass Japan gerade jetzt eine Änderung der eigenen pazifistischen Verfassung anstrebt, passt demzufolge ins Bild. Generell wächst weltweit die Sorge, dass nach Nordkorea nun auch andere Länder in der Region Atomwaffen anstreben werden. Na dann - Gute Nacht Lisette. SR
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben

Caracas
Specialist


Anmeldungsdatum: 24.01.2005
Beiträge: 114

BeitragVerfasst am: 12.Okt 2006 8:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube nicht, daß Nordkorea über die Atombombe verfügt. Der sogenannte Atomtest ist, wenn es überhaupt einer war, wohl schiefgegangen.

Selbst wenn es so wäre müßte er wohl die Bombe mit dem Auto nach Südkorea fahren, de er nach Ansicht von Sicherheitsexperten wohl über keine atomaren Raketenköpfe verfügt.

Nordkorea ist in meinen Augen ein einziger großer Bluff!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
tifinaa
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 1176

BeitragVerfasst am: 14.Okt 2006 8:55    Titel: Antworten mit Zitat

Wo bleibt die laute und massive Verurteilung der »etablierten »Kernwaffenmächte USA, Rußland, Frankreich, Großbritannien und China, die unter Bruch von Artikel VI des Kemwaffensperrvertrages seit mehr als 35 Jahren ihrer Verpflichtung zu schrittweiser allgemeiner nuklearer Abrüstung nicht nachkommen?
Wo ist etwas von Maßnahmen der »Weltgemeinschaft« gegen die nuklearen Rüstungsprogramme Israels, Indiens und Pakistans zu hören? Sie alle sind dabei, ihre Kernwaffenpotentiale zu perfektionieren. Die Militärstrategie der USA (und danach auch Rußlands) erlaubt im Namen eines dubiosen Verteidigungsverständnisses und Antiterrorkampfes – auch unter Verwendung von Kernwaffen – den Angriff auf andere Staaten.

Erfahrungswerte der letzten Jahre sind wohl kaum zu ignorieren, auch wenn bislang noch keine Kernwaffen zur Anwendung kamen: Der Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien (1999) und der USA gegen den Irak (2003) war Bruch des Völkerrechts.
Ein indischer General brachte es auf den Punkt, als er meinte, daß der Besitz eigener Kernwaffen Jugoslawien vor einem Angriff der NATO geschützt hätte.
Die perverse Logik der nuklearen Abschreckung scheint in der Tat auf kürzere Frist eine kriegsverhindernde Wirkung zu besitzen. Dies bestimmte seit Bushs Präsidentschaft auch das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Nordkorea und den USA, die mit ihren Drohungen gegenüber dem nordkoreanischen »Schurkenstaat« alles dazu getan haben, daß Kim Il Sung sein atomares Potential so öffentlichkeitswirksam testen konnte.
Und auf diese Weise ist es in den westlich dominierten Massenmedien überaus leicht, ihm auch als Verursacher einer möglicherweise einsetzenden atomaren Rüstungsspirale in seinem geografischen Umfeld (Südkorea, Japan, Taiwan) die alleinige Schuld aufzubürden.

Blicken wir zurück, im Sommer 1994 war ein erster heftiger Streit um Nordkoreas Nuklearanlagen entbrannt - Bill Clinton erwog eine Intervention.
Als ihn freilich General Gary Luck, US-Oberbefehlshaber in Südkorea, ins Bild setzte, ein solcher Feldzug könne nicht nur sechs Monate dauern, sondern bis zu 100.000 US-Soldaten das Leben kosten, wurde eingelenkt. Ex-Präsident Carter handelte in Pjöngjang einen Vertrag aus, demzufolge der Kernkraftkomplex Yongbyon still zu legen und von der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO) zu überwachen sei - eine Konzession als Teil eines Agreed Framework.

Anfang 2003 loderte der zweite Atomstreit: Nordkorea warf den Amerikanern vor, durch verweigerte Energielieferungen das Agreed Framework gebrochen zu haben, und glaubte sich legitimiert, sein Nuklearprogramm wieder aufzunehmen, die IAEA-Inspektoren zu suspendieren und aus dem Atomwaffensperrvertrag auszusteigen.

Spätestens seit der Irak-Invasion im März 2003 reklamierte Nordkorea - George Bush hatte den Staat gerade als Teil der ominösen "Achse des Bösen" erkannt - sein Recht, zum Selbstschutz ein größtmögliches Abschreckungspotenzial zu unterhalten. Man fühlte sich darin bestätigt, als der einstige NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark im Mai 2005 erstmals gegenüber CNN einräumte, die nordkoreanische Armee gemäß dem Konzept des CONPLAN 8022 notfalls durch "zielgenaue Nuklearschläge auszuschalten".

Trotz dieser Umstände gelang der so genannten Sechser-Runde, bestehend aus China, den USA, Japan, Russland sowie Süd- und Nordkorea - im September 2005 der Durchbruch: Nordkorea versprach auf sein Nuklearprogramm zu verzichten und wieder dem Atomwaffensperrvertrag zu folgen.
Im Gegenzug erklärten die USA, sie hätten weder die Absicht, Nordkorea anzugreifen, noch Kernwaffen an dessen Grenzen zu dislozieren. Bei der erstrebten Normalisierung der Beziehungen blieb strittig, wer zuerst welchen Schritt tun sollte - allein dem Prinzip "Verpflichtung gegen Verpflichtung" wollte man gehorchen.

Schon einen Monat nach diesem Agreement ward es freilich um die neue Glückseligkeit geschehen: Washington warf Pjöngjang vor, durch die in Macau ansässige Banco Delta Asia eine fortgesetzte Finanzierung seines Atomprogramm zu sichern - für die Nordkoreaner war hernach die fortgesetzte Präsenz in der Sechser-Runde obsolet.

Fazit: Es gibt mehr Adressaten als Nordkorea (oder Iran) für die Empörung über eine verantwortungslose und menschheitsbedrohende Nuklearpolitik in der »Weltgemeinschaft«.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:   

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten     Foren-Übersicht -> Kommentare & Meinungen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Nordkorea keiner007 Kapitalbeschaffung 1 24.Jun 2003 7:18 Letzten Beitrag anzeigen


 
 

Copyright 2000-2008 - GoMoPa® - Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC
Impressum | Presse | Kooperation | Forenwerbung | Downloads | Newsletterwerbung | Sitemap | Partnerprogramm | Bannergenerator | Polizei-STA-Behoerden | Premiumaccounts | Werbung | Finanzlinks | Beschwerde

Katalog für Finanzen | Suche für Finanzen | Blog für Finanzen