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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk geht gegen Doping vor

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6453

BeitragVerfasst am: 24.Aug 2006 16:06    Titel: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk geht gegen Doping vor Antworten mit Zitat

Der sportpolitische Sprecher der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Riegert MdB erklärt zu dem Vorhaben
der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, sich bei Dopingvergehen
ein vertragliches Rücktrittsrecht einzuräumen:

Dem Bekenntnis zum sauberen Spitzensport wollen ARD und ZDF Taten
folgen lassen und die vertraglichen Vereinbarungen über Fernsehgelder
und Sendezeiten aussetzen, wenn Dopingvergehen vorliegen oder
Verbände unzureichend gegen Doping vorgehen.
Das Vorhaben der
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist zu begrüßen und sollte
auch von den privaten Sendeanstalten vollzogen werden. Spitzensport
lebt mehr denn je von der "Gunst" der Medien mit Übertragungen zu den
besten Sendezeiten und den damit verbundenem Interesse für Sponsoren.

ARD und ZDF sollten diesen Erfolg versprechender Schritt im Kampf
gegen Doping konsequent umsetzen: Keine Übertragung, kein Geld für
die Verbände und Sportler, kein Interesse der Sponsoren. Konsequent
bedeutet auch, bei den vertraglichen Regelungen die Verbände zu mehr
unangemeldeten Trainingskontrollen zu verpflichten und einen Teil der
Mittel daran zu binden.

Eine Verdoppelung der rd. 4000 unangemeldeten
Trainingskontrollen pro Jahr, die der Bund zahlt, wäre dadurch
möglich. Zudem sollten die Medien und Sponsoren durch Aufstockung des
Stiftungskapitals der Nationalen-Anti-Doping-Agentur ihren Beitrag im
Kampf gegen Doping leisten.
Die Beitragszahler erwarten, dass mit
ihren Beiträgen nur der saubere Sport gezeigt und finanziert wird.

Deshalb ist es Pflicht und Aufgabe der öffentlich-rechtlichen
Rundfunkanstalten, ihrer Verantwortung im Kampf gegen Doping
nachzukommen und die Zuwendungen auch von der Dichte der
Dopingkontrollen abhängig zu machen, von allen Verbänden, mit denen
vertragliche Vereinbarungen geschlossen werden. Die Verschärfung
gesetzlicher Maßnahmen, wie im Koalitionsantrag vorgesehen, national
und international abgestimmte Kontrollen und Sanktionierungen durch
die Verbände und eine höhere Aufmerksamkeit der Geldgeber sind
geeignete Mittel, um den autonomen Sport im Kampf gegen Doping
wirkungsvoll zu unterstützen.

CDU/CSU - Bundestagsfraktion
Pressestelle
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6453

BeitragVerfasst am: 18.Jul 2008 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

Es beginnt stets mit unfasslich glaubhaften Versicherungen der Verantwortlichen, die Tour de France sei in jenem Jahr befreit von der Last des Dopings.

Die Kontrollen würden funktionieren, die Athleten hätten einen Eid abgelegt, die Teamleiter könnten sauberen Sport garantieren. Es gibt atemberaubende Bilder von Radsportlern, die an Sonnenblumen vorbeifahren und von Fans, die am Wegesrand campieren und lustige Botschaften auf die Straße schreiben.

Dann kommt die erste Meldung von verdächtigen Blutwerten. Es werden Verbindungen aufgezeigt von Sportlern, Masseuren und Ärzten, die eindeutig darauf hinweisen, dass eben auch diese Tour wieder verseucht sein könnte.

In diesem Jahr ist es Jungstar Riccardo Ricco, der die Seuche bestätigt. Der frühere italienische Juniorenmeister im Cyclocross stieg innerhalb von nur zwei Jahren beinahe aus dem Nichts bis in die Weltspitze der Rundfahrer-Elite vor. Seine Blutwerte waren auffällig, es ging um ungewöhnlich hohe Hämatokritwerte. Wie so viele Fahrer begründet Ricco das mit seiner genetischen Veranlagung: "Ich habe heute die gleichen Blutwerte wie schon als Kind."

So gibt es den ersten Dopingfall - der von den Verantwortlichen gerne dazu verwendet wird, auf das gut funktionierende Kontrollsystem hinzuweisen und den erwischten Sportler als schwarzes Schaf abzustempeln. "Wir sind wieder einen losgeworden, der hier nicht reingehört“, sagte der Berliner Aktiven-Sprecher Jens Voigt über Manuel Beltran. Die Meldung von mehr als 20 Sportlern mit auffälligen Blutwerten wird abgetan.

Dann gibt es den zweiten Dopingfall, in diesem Jahr ist es der Spanier Moises Duenas, dem offenbar der Missbrauch von Epo nachgewiesen werden konnte. Nun ist es nicht mehr möglich, von einem Einzelfall zu sprechen. "Beltran ist nicht der erste Fall und wird auch nicht der letzte bleiben“, sagte CSC-Saxo-Bank-Teamchef Bjarne Riis schon am Wochenende.

Gestern wurde der Italiener Riccardo Ricco in der A-Probe des Epo-Dopings überführt und hat damit für den bisher spektakulärsten Fall bei der 95. Frankreich-Rundfahrt gesorgt. "Was da jetzt passiert, ist ja das, was uns die Franzosen versprochen haben, nämlich dass ihr System funktioniert", sagte Ganz.

Im vergangenen Jahr hatte sich die ARD dazu entschlossen, seine Berichterstattung von der Tour de France einzustellen - jedoch nicht nach dem ersten Dopingfall, sondern erst, nachdem der deutsche Radfahrer Patrik Sinkewitz positiv getestet worden war.

"Eigentlich hatten wir - wie viele andere auch - auf einen echten Neuanfang im Radsport gehofft. Nach unseren intensiven Gesprächen mit Verbänden, den deutschen Profimannschaften und dem Veranstalter hatten wir uns zunächst entschlossen, umfangreich von der Tour de France zu berichten, um den einsetzenden Selbstreinigungsprozess zu unterstützen", schreibt ARD-Chefredakteur Nikolaus Brender in seinem Jahresrückblick 2007.

2008 sind ARD und ZDF wieder dabei - man könnte Brenders Zeilen von 2007 ohne die Veränderung eines Wortes für die Tour de France 2008 übernehmen.

Nach dem ersten Dopingfall wurde weitergesendet - wahrscheinlich, weil es sich bei dem Ertappten nicht um einen deutschen Fahrer handelt. Doch was wird nun passieren?

ARD-Toursprecher Rolf-Dieter Ganz sagte auf Anfrage: "Natürlich sehen wir genau hin. So lange die Dopingfälle singulär bleiben, werden wir nicht die Reißleine ziehen. Wenn es jedoch erkennbar wird, dass es systematisch betrieben wird und sich die Tour-Verantwortlichen nicht an die eigenen Vorgaben halten, werden wir nachdenken." Die Intendanten hätten diese Rundfahrt von Beginn an unter eine Art Bewährung gestellt und würden erst nach der Tour entscheiden, ob die Verträge ratifiziert würden.
Quelle: sid/pes


Wie sagte doch Volker Pispers so schön: Sollen die doch auf die Trikots schreiben was sie nehmen. Dann weiss man wenigstens welches Zeug funktioniert!
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