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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 20.März 2005 8:26 Titel: Opec fördert mehr - Öl trotzdem teurer |
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Handelsblatt; 17.03.2005
Opec fördert mehr - Öl trotzdem teurer
Saudi-Arabien und Kuwait setzen ihre Positionen durch - Geringere Lagerhaltung treibt die Preise. Das Ölkartell Opec zeigt etwas Erbarmen mit den Industrieländern. Um die Ölpreise von ihrem Rekordniveau herunterzubringen, erhöht die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ihre Produktion ab sofort um zwei Prozent.
ULF SOMMER, THOMAS WIEDE HANDELSBLATT, 17.3.2005 DÜSSELDORF/ISFAHAN. Das beschloss die Staatengruppe gestern überraschend auf ihrer Sitzung im iranischen Ishfahan.
Der Ölpreis zeigte sich von der Ankündigung unbeeindruckt. Enttäuschende Bestandsdaten aus den USA trieben den Preis für ein Barrel (159 Liter) der in Europa marktführenden Sorte Brent dann aber zum ersten Mal auf das Rekordhoch von über 55 Dollar. Auch das amerikanisches Leichtöl zog im späten Handel wieder deutlich an.
Das Ölkartell stimmte dem Vorschlag Saudi-Arabiens zu, die Fördergrenzen um insgesamt 500 000 Barrel pro Tag auf 27,5 Millionen Barrel anzuheben, teilte Opec-Präsident Scheich Ahmad al-Fahd al-Sabah nach dem Treffen der Ölminister mit. Sollten die Ölpreise auf dem hohen Niveau bleiben, ist der Präsident zudem ermächtigt, im zweiten Quartal eine weitere Anhebung um 500 000 Barrel pro Tag anzuordnen, noch ehe sich die Opec-Staaten das nächste Mal am 7. Juni in Wien treffen.
Die tatsächliche Produktion ist von dem Beschluss indes nicht betroffen. Angesichts der Rekordpreise fördert die Opec bereits seit Wochen rund 28 Mill. Barrel pro Tag. Hinzu kommen zwei Mill. Barrel vom Irak, der nicht an die Quoten der Opec gebunden ist.
Saudi-Arabien und Kuwait, die einzigen Förderländer mit noch freien Förderkapazitäten, kündigten an, zusätzliches Öl bereitzustellen, um die Preise zu senken. "Der gegenwärtige Ölpreis von 55 Dollar ist hoch, und wir wollen ein Niveau von 40 bis 50 Dollar pro Barrel erreichen", sagte der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi .
Mit dem Beschluss vermied die Opec einen offenen Konflikt. In den vergangenen Tagen hatten sich sowohl der saudi-arabische als auch der kuwaitische Ölminister für eine höhere Förderung ausgesprochen. Für den Fall, dass die Opec dem Vorstoß nicht entsprechen wolle, kündigte das weltgrößte Ölförderland Saudi-Arabien einen Alleingang an.
Mit einer Preisentspannung rechnen Ölexperten in den kommenden Wochen nicht. "Selbst bei diesem Niveau ist der Markt angesichts möglicher Versorgungsprobleme und einer höheren Nachfrage im weiteren Verlauf des Jahres verwundbar", sagte Kevin Norrish von Barclays Capital. Adam Sieminski von der Deutschen Bank sagte, die Produktionskapazitäten würden lediglich den Anstieg der Nachfrage bis zum vierten Quartal abdecken. Darüber hinaus rechnet die Internationale Energieagentur mit weiter steigendem Bedarf.
Selbst unter den Kartellstaaten gibt es Zweifel, ob sich die Rohölpreise wieder von ihrem hohen Niveau lösen werden. Der Iran hatte in den vergangenen Wochen durchblicken lassen, dass ein Ölpreis von 40 bis 50 Dollar inzwischen als Realität akzeptiert werde. Hinzu kommt, dass die Staaten am Golf - wie auch Algerien, Libyen oder Nigeria - zwar wieder in den Ausbau der Förderung investieren. Doch bis die neuen Projekte zusätzliches Öl beisteuern, werden Jahre vergehen.
Hinzu kommt große Skepsis bei vielen Marktteilnehmern, ob das zusätzlich geförderte Öl schnell verarbeitet werden kann, weil es hauptsächlich schwer und schwefelhaltig ist. Bei den weltweiten Raffineriekapazitäten gibt es Engpässe. "Das Problem ist nicht das Rohöl, sondern dass es nicht genügend verarbeitete Produkte gibt", sagt ein Analyst.
In diesem Zusammenhang beschloss die Opec einen neuen Referenzpreis für ihr Öl. Der bislang aus den Preisen für sieben Ölsorten bestehene Korb wird durch ein Paket aus elf Qualitäten ersetzt. Damit gab das Kartell dem Drängen einiger Mitglieder nach, schwefelreichere und billigere Sorten künftig stärker zu berücksichtigen. Da die Opec sich an ihrem - künftig günstigeren - Korbpreis orientiert, verringert sich zugleich der Druck, die Förderquoten weiter zu erhöhen.
Steigender Bedarf
Förderung: Mit rund 30 Mill. Barrel pro Tag fördert das Ölkartell Opec so viel Öl wie zuletzt vor 25 Jahren.
Verbrauch: Die Nachfrage nach Opec-Öl liegt nach Schätzung der Internationalen Energieagentur im zweiten Quartal bei 27,4 Mill. Barrel am Tag und damit um 400 000 Barrel höher als erwartet. Seit langem korrigiert die Agentur den Bedarf nach oben - und hinkt nach Ansicht von Kritikern hinterher.
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