GoMoPa
 
 
 
 
GoMoPa    SuchenSuchen RegistrierenRegistrieren ProfilProfil LoginLogin
FAQFAQ MitgliederlisteMitgliederliste Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen



Rudi-Dutschke-Straße - warum ich das nicht akzeptieren kann.

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten GOMOPA® : Startseite ->  Foren-Übersicht -> Kommentare & Meinungen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen 
Autor Nachricht
preusse
Specialist


Anmeldungsdatum: 17.10.2005
Beiträge: 212

BeitragVerfasst am: 19.Mai 2008 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hdschultz

Zitat:
Nur - ist das wirklich relevant, im Vergleich mit dem, was aus seinem Wirken in den frühen Jahren hervorging?

Aus seinem Wirken ging nichts hervor.
Er war Galionsfigur. Die hängt vorne am Schiff. Den Kurs bestimmen andere, die auf der Brücke. Das war der Staat, der die Entwicklung zum Anlass nahm, totalitäre Züge zu entwickeln. (siehe Film „Die Ehre der Katherina Blum“)
Das Gegenteil von dem, was Dutschke wollte. Davor war er ja aus der DDR abgehauen. Die lehnte er als totalitäres System ab. Die Bewertung war bei den Linken ansonsten nicht „In“.
Zitat:
Die "andere Hälfte" des Rudi Dutschke ist doch eigentlich nur eine Fußnote. Die mag ich mir nicht "mit Fleiß und Zeit" erschließen.

Okay, dann dürfen sie aber aus ihrer Hälfte nicht den ganzen Dutschke machen. Fußnote in der gesellschaftlichen Bedeutung ja, bei der Persönlichkeit klares nein.
Zitat:
Und wieso man ausgerechnet als Zeitzeuge Vorurteile entwickelt haben sollte, ist mir auch ein wenig schleierhaft

Normal.
Ein Zeitzeuge ist ein Betroffener mit einer Position, die stark von den aktuellen Informationen und Informanten geprägt wird. Die Eltern der 68 waren Zeitzeugen des Dritten Reiches. Deren Verweigerungssicht als Vorurteil gegenüber einer kritischen Aufarbeitung , ein zentrales Thema der Krawallzeit 68.

Ein Zeitzeug ist immr einer Manipulation durch den Zeitgeist ausgesetzt. Sich dagegen zu wehren ist schwer. Diese Sicht wieder loszuwerden, noch schwerer.
Nehmen wir ihr Lieblingsthema.
Die aktuellen Zeitzeugen des Klimawandels sehen die Zeichen der Klimakatastrophe.
Jawohl, dass Eis schmilzt. Wahnsinn, kurz vor 12 und ich bin dabei.
Und in vierzig Jahren wird der Zeitzeuge in ein Forum hämmern, wie dramatisch es war, und das man gerade so die Kurve gekriegt hat. Und ein kleiner Preusse, der im Forum hinterfragt, ob das Bild nicht etwas einseitig ist, tja dem zieht er als Zeitzeuge den Zahn. Mit Merkel selber vor den brechenden Eisbergen getanden. War echt knapp.
Wie ist dieses Vorurteil entstanden?
Weil die Medien und die Politik pro Katastrophe informieren.
Wer hat schon Zeit und nimmt sie sich, darin die Manipulation zu sehen, die es ist. Ein Interessierter, aber nicht die Masse. Der Interessierte muss schon froh sein, nicht als Exot und Spinner ab qualifiziert zu werden. Denn, um gegen zuhalten, wird er zwangsläufig auch einseitig.
Problem erkannt?

Damit wir hier nicht alle mit unserm Zwiegespräch langweilen, haben sie das letzte Wort.

Preusse
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben

hdschulz
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 19.Mai 2008 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

preusse hat folgendes geschrieben::
..Damit wir hier nicht alle mit unserm Zwiegespräch langweilen, haben sie das letzte Wort...

Gerne: Danke für die angenehme Diskussion!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
hdschulz
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 18.Jul 2008 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Und nun doch noch ein kleiner Nachschlag aus dem politschen Feuilleton von "Deutschlandradio Kultur" (weil's so schön passt)....

Von Alexander Gauland

Der Vorgang hat Symbolcharakter: Während in Sichtweise des Springerhauses Rudi Dutschke durch eine Straße geehrt wird, erscheint der "Badischen Zeitung" ein Preis, der den Namen des Historikers Gerhard Ritter trägt, nicht mehr zeitgemäß. Auf der einen Seite wird ein linker Revolutionär zum vorbildlichen Demokraten stilisiert, auf der anderen wird mit dem auch noch falschen Vorwurf des Nationalkonservativismus das Lebenswerk eines der bedeutendsten deutschen Historiker in den Orkus befördert.

Es ist schon so: Während 40 Jahre nach 68 zwar - noch - Bücher wie jenes von Götz Aly geschrieben werden dürfen, die das Ganze zum großen Irrtum erklären, sind die geistigen Folgen dieses Epochenbruches längst fester Bestandteil des gesellschaftlichen Körpers der neuen Bundesrepublik geworden. Auch die Reste des Bürgertums haben sich jener Sichtweise anbequemt, wonach links erst einmal gut und richtig und nur in Ausnahmefällen kritikwürdig ist, während rechts unhinterfragt an Auschwitz schuld sein muss, oder wie es in einer zweifelhaften wissenschaftlichen Studie heißt, der Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft beginne. Und so darf man zwar in diesem Lande in "taz", "Junger Welt", "Jungle World" und "Neuem Deutschland" schreiben, ohne dass ein Hahn danach kräht, doch ein einziger Artikel in der "Jungen Freiheit" beendet auch ohne vorwerfbares Zitat jede Karriere, wie es jüngst dem thüringischen CDU-Politiker Krause widerfuhr.

Der Kampf gegen rechts, der einmal der Abwehr des Rechtsextremismus dienen sollte, ist längst ein Mittel geworden, das politische Gleichgewicht immer weiter nach links zu verschieben. Linke Verfehlungen in literarischen Karrieren schaden niemandem, rechte Verfehlungen sind tödlich. Man vergleiche nur das allgemeine Verdammungsurteil über Carl Schmitt mit der offiziellen Bewunderung für Hans Magnus Enzensberger, dessen kubanisch-kommunistischer Lebensabschnitt ihn allenfalls farbiger und damit interessanter gemacht hat. Dabei ist es den linken Gralshütern gelungen, rechts so zu definieren, dass es per se gemeingefährlich ist, kein notwendiges Gewicht auf der Waage des gesellschaftlichen Gleichgewichtes, das diese austariert, sondern eine endgültig zu überwindende menschlich unanständige Haltung. Und wie in Brüssel ein frommer Katholik nicht mehr Kommissar werden kann, so in Deutschland ein Nationalkonservativer nicht mehr Politiker. Es ist schon so, wie der "FAZ"-Herausgeber Schirrmacher einmal ironisch bemerkte:
Wenn Stauffenberg überlebt hätte, dürfte er sich selbst nicht spielen.

Geschichtsvergessenheit hat Richard von Weizsäcker einst diesen Umgang mit der Vergangenheit genannt, die eine Zeit an unseren Maßstäben misst, statt sie aus ihren eigenen heraus zu verstehen.
Denn rechts im Sinne von konservativ hat mit dem Nationalsozialismus so viel gemein wie das Flötenkonzert von Sanssouci mit dem Horst-Wessel-Lied, um den inzwischen verfemten Gerhard Ritter zu zitieren.
Es ist eine Haltung, die misstrauisch bleibt gegenüber allen Abstraktionen, gegen die Anrufung der Menschheit wider die Schwächen der Menschen, gegen die abstrakte Freiheit, die sich nicht in Institutionen zur Sicherung der Freiheit des Einzelnen verwirklicht, gegen gesellschaftliche Entwürfe vom Reißbrett, die die Traditionen und Erfahrungen von Jahrhunderten außer acht lassen, gegen eine Räson des Staates, die den Staatszweck losgelöst von den Menschen definiert sowie gegen alle Spekulationen, die, von einem neuen Menschen träumend, die menschliche Gesellschaft neu erfinden und Verfassungen auf ein leeres Blatt Papier schreiben wollen. Es ist eine Haltung der skeptischen Vernunft gegenüber idealistisch-bürokratischem Überschwang und vor allem ist es das notwendige Korrektiv gegenüber allen gesellschaftlichen Generalreparaturen.

Dass diese Skepsis nun auch aus der Programmatik der angeblich konservativen CDU verschwindet, wie uns die Familienpolitik Ursula von der Leyens vorführt, macht diesen Gleichgewichtsverlust so gefährlich.

Denn noch immer haben sich unterdrückte Gefühlswelten andere Kanäle gesucht, die Linke ist dafür nur das jüngste Beispiel. Wer aber wird einmal die CDU beerben, wenn nationalkonservativ schon zum Unwort geworden ist? Mit seiner Verwerfung verschwindet das Lebensgefühl nicht, das rechten Ansichten zugrunde liegt. Nicht seine Überwindung, seine Nutzbarmachung für die gesellschaftliche Stabilität wäre eine lohnende Aufgabe. Aber das setzt das Ende der Deutungshoheit der 68er über alles und jedes voraus. Doch davon sind wir trotz aller Alys dieser Welt weiter denn je entfernt.


Dr. Alexander Gauland, geb. 1941 in Chemnitz, lebt als Publizist und Buchautor in Potsdam. Mehrere Jahre lang war er Herausgeber der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Von 1987 bis 1991 war er Staatssekretär und Chef der hessischen Staatskanzlei. Anfang der 70er Jahre hatte Gauland im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung gearbeitet. Als Publizist hat er zahlreiche Artikel und Beiträge zu gesellschaftspolitischen Fragen, zur Wertediskussion und des nationalen Selbstverständnisses veröffentlicht. Letzte Buchveröffentlichung: "Anleitung zum Konservativsein".
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben
Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:   

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten     Foren-Übersicht -> Kommentare & Meinungen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehen Sie zu Seite Zurück  1, 2
Seite 2 von 2

 
Gehen Sie zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Ein geleastes Auto wird nicht zum Arb... GM&P Info Urteile & Recht 0 23.Sep 2008 10:23 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Kinderrechte kommen nicht in das Grun... GM&P Info Kommentare & Meinungen 6 22.Sep 2008 20:16 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Helden der Straße Moderator GM&P Kommentare & Meinungen 0 31.Aug 2008 13:15 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Das gibts doch nicht - was sie schon ... GM&P Info Tipps, Adressen und Möglichkeiten 0 25.Aug 2008 21:03 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Männliche Erzieher nicht tragbar - Di... GM&P Info Urteile & Recht 0 7.Aug 2008 15:16 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Es war nicht alles schlecht in der DDR hdschulz Kommentare & Meinungen 12 31.Jul 2008 13:07 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Was geht’s Dritte an, wenn ich nicht ... Verbraucheranwalt Urteile & Recht 2 22.Jul 2008 11:50 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Was passiert, wenn GmbH nicht ordentl... ttmanni Insolvenz 4 16.Jul 2008 15:45 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Cars2golimited, Betrug oder nicht? moreno Wer kennt, was meint Ihr dazu? 1 15.Jul 2008 17:24 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Pfändbar oder nicht? colla Insolvenz 4 14.Jul 2008 11:27 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Kann Secretary klagen? Klandestino UK Limited 4 10.Jul 2008 18:52 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge bitte kann sich das mal jemand ansehe... Kekserl Kredite-ohne-Schufa 2 8.Jul 2008 9:09 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Kfz-Versicherung zahlt nicht ALLES Jeanny Versicherungen, Aktien, Fonds 0 4.Jul 2008 9:40 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Warum sie Gesine Schwans Scheitern wü... hdschulz Kommentare & Meinungen 0 15.Jun 2008 16:47 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Geschäftsauto kann teurer werden - sy... GM&P Info Steuerberatung & Steueroptimierung 1 12.Jun 2008 17:57 Letzten Beitrag anzeigen


 
 

Copyright 2000-2008 - GoMoPa® - Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC
Impressum | Presse | Kooperation | Forenwerbung | Downloads | Newsletterwerbung | Sitemap | Partnerprogramm | Bannergenerator | Polizei-STA-Behoerden | Premiumaccounts | Werbung | Finanzlinks | Beschwerde

Katalog für Finanzen | Suche für Finanzen | Blog für Finanzen