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mhmoeller * Consulter *
Anmeldungsdatum: 20.12.2003 Beiträge: 1263 Wohnort: Bochum
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Verfasst am: 30.Aug 2004 10:10 Titel: Schützt die Pressefreiheit |
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Deutsche Chefredakteure appellieren an Gerhard Schröder:
Herr Bundeskanzler, stoppen Sie die Zensur!
Offener Brief an den Kanzler:
Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ist eine Entwicklung eingetreten, die eine Grundfeste unserer Demokratie bedroht – die Pressefreiheit.
Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte soll künftig eine Berichterstattung über Personen des öffentlichen Lebens nur zulässig sein, so weit es um deren offizielle Funktion geht. Wie sich diese Personen sonst verhalten, mit wem sie sich treffen, mit wem sie Geschäftskontakte haben oder von wem sie sich den Urlaub bezahlen lassen, darf dann nicht mehr berichtet werden. Was unter dem Vorwand, die Privatsphäre vor Paparazzi zu schützen, beschlossen wurde, hat dramatische Folgen für die Medien insgesamt. Wenn die Bundesregierung gegen dieses Urteil keine Berufung einlegt, werden allen seriösen Journalisten die Hände gebunden.
Es ist damit zu rechnen, dass Berichte unzulässig werden wie über,
• die private Adlon-Sause, die sich Ex-Bundesbankpräsident Welteke von einer anderen Bank finanzieren ließ,
• die anrüchigen Aktiengeschäfte des ehemaligen IG-Metall-Chefs Steinkühler,
• die Putzfrauen-, Billigmieten- und IKEA-Affäre von Ex-Ministerpräsident Biedenkopf,
• die Verbindungen des Ex-Verteidigungsministers Scharping mit dem PR-Berater Hunzinger,
• das wenig adelige Verhalten des Prinzen Ernst August von Hannover am türkischen Expo-Pavillon.
Über all dies soll nur noch mit Einwilligung der Betroffenen berichtet werden dürfen. Damit wird die wichtigste Aufgabe der freien Presse, den Mächtigen auf die Finger zu schauen, massiv behindert. Solche Personen können dann steuern, ob und was über sie berichtet wird. Der Bock wird zum Gärtner gemacht.
Abgeordnete könnten jede politische Berichterstattung verhindern, indem sie – wie vor der Nominierung des jetzigen Bundespräsidenten geschehen – ihre Treffen vom Parlament in Privathaushalte verlegen.
Wenn das geschieht, ist die Pressefreiheit bei uns Vergangenheit. Entstehen würde ein Zerrbild von diesem Lande. Ein Bild jenseits von Wahrheit und Wirklichkeit. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs trifft – so der frühere Richter am Bundesverfassungsgericht Prof. Dieter Grimm – die Funktion der Presse im Kern.
Die Bundesregierung hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs bisher nicht angefochten. Wenn sie bei dieser Haltung bleibt, entsteht schwerster Schaden für unsere Demokratie.
Wir fordern die Bundesregierung auf – halten Sie ein, stoppen Sie diese Entwicklung! Bewahren Sie die Pressefreiheit! Sie ist Basis jeder politischen Freiheit.
Diese deutschen Chefredakteure appellieren an Gerhard Schröder:
Helmut Markwort
Focus
Stefan Aust
Der Spiegel
Andreas Petzold
Stern
Thomas Osterkorn
Stern
Kai Diekmann
BILD
Peter-Matthias Gaede
GEO
Dr. Uwe Vorkötter
Berliner Zeitung
Claus Strunz
BILD am SONNTAG
Patricia Riekel
Bunte
Menso Heyl
Hamburger Abendblatt
Klaus Liedtke
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
Christoph Keese
WELT am SONNTAG
Stephan Richter
Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag
Roger Köppel
Die Welt
Florian von Heintze
B.Z.
Dr. Wolfram Kiwit
Ruhr Nachrichten
Peter Stefan Herbst
Lausitzer Rundschau
Jan-Eric Peters
Die Welt
Friedhelm Fiedler
Saarbrücker Zeitung
Walter W. Weber
Trierischer Volksfreund
Johannes Scherer
BÖRSE ONLINE
Carsten Erdmann
Berliner Morgenpost
Peter Bartels
Neue Revue
Jürgen Heinemann
Kieler Nachrichten
Werner Schwarzwälder
Südkurier Konstanz
Norbert Schubert
Neue Post, Auf einen Blick
Thomas Linne
Oberhessische Presse
Dr. Hermann-Josef Seggewiß
Fuldaer Zeitung
Dr. Klaus Schweinsberg
IMPULSE
Steffen Klusmann
Financial Times Deutschland
Frank Pöpsel
Focus-Money
Ursula Gräfin Lambsdorff
Das Haus
Matthias Pfeffer
Focus-TV
Dr. Franz Kadell
Magdeburger Volksstimme
Roland Tichy
Wirtschaftsmagazin EURO
Stefan Westendorp
TV Movie, tv world, tv pur
Rüdiger Wittner
Freizeit Revue
Kai Winckler
Das Neue Blatt
Jochen Wolff
SUPER illu, SUPER TV
Uwe Bokelmann
tv Hören und Sehen |
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loooser User gebannt
Anmeldungsdatum: 07.10.2003 Beiträge: 2774
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Verfasst am: 30.Aug 2004 19:53 Titel: |
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Auf der einen Seite naht der "gläserne Mensch", auf der anderen der
mit dem Maulkorb. Dieses unselige EU-Urteil ist Rechtens und der nächste
Schritt zur Zensur. Investigativer Journalismus ade!!! |
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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 30.Aug 2004 20:31 Titel: |
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| Zitat: |
| ....werden allen seriösen Journalisten die Hände gebunden. |
SERIÖSE Journalisten finden immer einen Weg zu publizieren.
Und wenn man sich die Unterschriftenliste anschaut - die Hälfte
derer sind die Schmierfinken weshalb ein solches Gesetz
beschlossen wurde. |
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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 31.Aug 2004 18:57 Titel: |
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Nachtrag zu seriöse Journalisten:
| Zitat: |
In der Fußgängerzone kommt es zu einem Zwischenfall, der bezeichnend ist für die »ausgewogene« Berichterstattung der bürgerlichen Medien. Ein Fernsehteam von RTL bewegt sich inmitten der Demonstranten und hält Kamera und Mikrofon auf einen offensichtlich betrunkenen Mann: »Was halten Sie von der Anwesenheit von Oskar Lafontaine?« fragt der Reporter und ist sofort von aufgebrachten Demonstranten umringt. »Das ist ja unerhört, was Sie hier machen« ruft ein gutgekleideter Mann mittleren Alters: »Ihr filmt solche Leute ab, um uns zu diffamieren. Das macht ihr immer so.« Es gibt Tumult: »Haut ab, ihr wollt uns doch nur verleumden«, ruft es vielstimmig, und das RTL-Team verschwindet blitzschnell.
»Die Leute, die hier auf der Straße sind«, sagt der Mann gegenüber jW erregt, »sind weder Faulenzer noch Arbeitsscheue. Die haben einfach keine Arbeit und dafür müssen sie sich noch von allen Medien blöd kommen lassen. Das ist eine Schweinerei.« Recht hat er. |
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Browser .
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 2016
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Verfasst am: 31.Aug 2004 20:03 Titel: |
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Hallo tifinaa
| Zitat: |
Und wenn man sich die Unterschriftenliste anschaut - die Hälfte
derer sind die Schmierfinken weshalb ein solches Gesetz
beschlossen wurde. |
Wenn es nur Schmierfinken möglich ist, in den Bereichen Politik und Finanzen die dortigen Schmierfinken zu outen, ist es mir recht.
Man kennt sich, man schmiert sich, man verrät sich.
Die Schmierfinken in Politik und Finanz wollen unter sich und unerkannt bleiben und niemand soll mit den Fingern auf sie zeigen. Das ist nicht nur Wunschdenken in Deutschland und Europa, sondern weltweit. Deshalb dieses für die gesamte EU geltende Gesetz, damit das Verbrecherpack niemals zur Verantwortung gezogen werden kann.
Hat noch niemand gemerkt, daß die Eingriffe in Freiheitsrechte von Jahr zu Jahr repressiver werden?
Mit den besten Wünschen, Browser |
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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 31.Aug 2004 21:08 Titel: |
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Hallo @ Browser,
Den Präzedenzfall zum umstrittenen Straßburger Urteil hatte Caroline von Monaco geliefert. Das Gericht hatte einer Klage der Prinzessin stattgegeben und verfügt, dass heimlich aufgenommene Fotos aus dem Privatleben von Prominenten nicht ohne weiteres veröffentlicht werden dürfen. Als entscheidend bei dem Fall galt die Frage, "welchen Beitrag" Fotos und Artikel zur "öffentlichen Debatte" leisten. Die Bilder, die Prinzessin Caroline beim Radfahren, Reiten oder am Strand zeigten und die ohne ihr Wissen aufgenommen wurden, seien ausschließlich privat. Die Öffentlichkeit könne an einer solchen Berichterstattung kein legitimes Interesse haben.
Das Urteil bezieht sich auf das Gebaren der schmierigen Bilderknipser
und der Schmierfinken dazu. Und welche Blätter schreien am lautesten?
Die, deren Inhalt aus solchen "Storys" besteht !
Den Edelfedern des investigativen Journalismus wurde mit
dem Urteil in keiner Weise eine Beschränkung auferlegt.
MfG Ronald |
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C-TEK Specialist
Anmeldungsdatum: 23.08.2003 Beiträge: 75
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Verfasst am: 1.Sep 2004 14:11 Titel: Brauchen wir all die Schmierblätter.. |
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..eigentlich nicht.
Ich muss nicht wissen, ob der Opa der Queen Durchfall hat.
Über die eigentlichen Probleme und Situationen in der Welt können diese
ferngesteuerten Pressemeschen eh nicht schreiben. |
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Browser .
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 2016
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Verfasst am: 1.Sep 2004 22:14 Titel: ............... |
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Was die Regenbogenpresse anbelangt, sehe ich das genau so wie Sie auch.
Allerdings scheint es ja so zu sein, daß das jetzige Urteil dazu dienst, die Pressefreiheit erheblich einzugrenzen.
Mit den besten Wünschen, Browser |
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