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loooser User gebannt
Anmeldungsdatum: 07.10.2003 Beiträge: 2774
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Verfasst am: 27.Feb 2004 7:55 Titel: Servicewüste Deutschland |
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Apotheker schlechter als ihr Ruf (Quelle: Berliner Morgenpest)
Stiftung Warentest prüft 50 Pharmazeuten in Berlin, Köln und Hamburg - Fast alle beraten ungenügend
Beim jährlichen Vertrauenstest der Zeitschrift "Reader's Digest" schnitten die Apotheker 2003 ziemlich gut ab und belegten Platz vier. Bei der Bevölkerung genießt diese Berufsgruppe offenbar ein sehr hohes Vertrauen - zu Unrecht, wie eine neue Studie der Stiftung Warentest belegt. In fast allen der 50 kontrollierten Apotheken, in denen 100 Testkäufe stattfanden, sei schlecht beraten und verkauft worden. Bei den Tests ging es um ein Nasenspray und um ein Abführmittel.
Ein verdeckter Testpatient habe nach einem Mittel gefragt, um wegen wichtiger Termine den schon einige Tage anhaltenden Fließschnupfen loszuwerden. 21 von 50 Beratungsgesprächen seien schlecht gewesen. Für den gewählten Probefall wären laut Verbraucherschützer Nasentropfen oder -sprays vom Typ Olynth zur Linderung der Symptome sinnvoll gewesen. Bei jedem dritten Apotheker sei ein weniger geeignetes Kombinationspräparat über den Ladentisch gereicht worden. Nur in zwei Fällen sei darauf hingewiesen worden, dass diese Mittel müde machen. Dreimal sei ein pflanzliches Mittel verkauft worden, welches in diesem Fall wenig sinnvoll gewesen sei. Nur jeder zweite Apotheker habe ein geeignetes Nasenmittel verkauft.
Beim zweiten Test wollte eine junge Frau ein Abführmittel kaufen. Die Hälfte der Apotheker habe nicht einmal nachgefragt, ob die Kundin schon einmal Abführmittel genommen habe. Dann hätten sie erfahren können, dass sie schon mehrere Sorten Abführmittel eingenommen hatte, was auf einen Missbrauch hindeutet. In jeder zweiten Apotheke habe die Frau die darmreizenden Abführmittel erhalten. In 20 Apotheken sei gar nicht gefragt worden, für wen das Abführmittel überhaupt bestimmt sei. Nur acht Pharmazeuten hätten sich erkundigt, wie lange die Frau bereits solche Präparate schlucke.
Immerhin gab es auch ein positives Beispiel. In einer West-Berliner Apotheke habe man der Kundin kein Abführmittel verkaufen wollen. Stattdessen habe man ihr zu Quellmittel, Milchzucker und Leinsamen geraten. Der Pharmazeut habe sogar empfohlen, den Leinsamen im Supermarkt zu kaufen und in der Apotheke mahlen zu lassen, weil es billiger sei.
Abgesehen von diesem beispielhaften Verhalten kommen die Tester zu dem Schluss, dass die Beratungsleistung der Pharmazeuten "miserabel" sei. Das Ergebnis decke sich mit dem früherer Tests.
Es seien eklatante Verstöße gegen die Beratungsstandards der Apotheker festgestellt worden. Zudem seien häufig ungeeignete Arzneien abgegeben worden. Die Verbraucherschützer monieren, dass die Apotheker zwar ein "Beratungshonorar" von 8,10 Euro als Aufschlag auf jedes rezeptpflichtige Medikament kassieren dürften seit Inkrafttreten der Gesundheitsreform, dieser Verpflichtung aber nicht gerecht würden.
Kritisiert wurde zudem, dass nur 20 der 50 Apothekenmitarbeiter ein Namensschild getragen hätten und nur vier ein Schild mit Namen und Ausbildung gehabt hätten.
Vor dem "Schreckgespenst" Konkurrenz durch Online-Apotheken hatten die Pharmazeuten gern auf ihren Qualitätsvorsprung durch Beratungskompetenz verwiesen. So ließ die Untersuchung der Stiftung Warentest die Apotheker gestern auch nicht kalt. "Beratung und ihre Qualität sind wesentliche Standbeine der Apotheken", versicherte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Hans-Günter Friese. Doch er gab auch zu Bedenken, dass nur 50 von bundesweit 21 000 Apotheken kontrolliert worden seien, somit nur eine Stichprobenüberprüfung vorliege. Immerhin will der Verband durch unangekündigte Testkäufe in allen Apotheken nun die Qualität kontrollieren und steigern. |
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