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hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
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Verfasst am: 16.Apr 2008 8:36 Titel: So funktioniert sie, die Öko-Inquisition. |
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Wie sakrosankt alles behandelt wird, was unter dem Etikett "Öko" daher kommt und wie dadurch auch noch der letzte Schwachsinn von den Medien ungeprüft übernommen wird, beschreibt "Eukenserbe" im Blog "F.d.o.G.":
Der nächste ungebetene Rat
- nach dem Weltklimarat hat seine Erkenntnisse veröffentlicht. Rat heißt auf russisch Sowjet. Und seine Erkenntnisse sind vom Öko-Marxismus geprägt statt vom gesunden Menschenverstand. Ich will auch mal nach Johannesburg auf Staatskosten, wie die 400 Experten, die den Unsinn verfasst haben, den bereits 67 “Länder” gegengezeichnet haben. Sein Ergebnis: Vergesst die Gen-Technik, treibt keinen Handel untereinander und kehrt zurück zu traditionellen Methoden in der Landwirtschaft, die nachhaltig sind und die Umwelt schonen. Zurück zu den Flintstones. 400 Fachleute können nicht irren.
Ich halte da mehr von Qualität als von Quantität. Immer dann, wenn der kritische Rationalismus gegen demokratische Entscheidungsfindung in der Wissenschaft ersetzt werden, ist etwas faul. Denn dann gilt nicht die Bewährung der Hypothese sondern das Recht der Masse. Es handelt sich um eine Immunisierungsstrategie: Schließlich können auch 400 Idioten nicht irren.
Man kann nicht behaupten, dass die Rezepte der Experten bisher den gewünschten Erfolg gezeitigt hätten. Der Kontinent, in dem weder Gentechnologie noch intensive Landwirtschaft eingezogen sind, ist der bettelärmste: Afrika. Dort herrscht traditionelle Landwirtschaft auf Steinzeitniveau. Statt mit modernen Traktoren die Erde zu verdichten, ziehen im Falle äußersten Wohlstandes Ochsen mit ungeschmiedeten Holzpflügen ihre Furchen durch das unbewässerte Land.
Niedrige Preise stehen in keinem empirischen Zusammenhang mit der Versorgung der ärmsten Bevölkerung. Denn nach dem Chart Nr. 6 der eigenen Präsentation haben sich die Lebensmittelpreise seit 1961 halbiert (abgesehen von einer kurzzeitigen Steigerung um 50%, die durch die Ölkrise 1973 ff. verursacht wurde. Aber bereits ab 1975 sank der Preis radikal, ohne dass sich etwas an der Unterversorgung änderte.
Übrigens stieg die Produktion von Lebensmitteln seit 1961 absolut um rund 150 %. Pro Kopf der Weltbevölkerung stehen seit 1961 40% mehr Nahrungsmittel zur Verfügung. Und die Zahl der unterernährten Menschen sank bis 1995 auf 780 Mio. Menschen, um bis heute 2002 auf 815 Mio. anzusteigen, dass sind immer noch 103 Millionen Menschen weniger wie 1970.
Das Dilemma offenbart sich auf Chart Nr. 8, auf dem die Wachstumsraten der Produktion seit 1970 angegeben sind. Im pazifischen Raum (Indien, China, Mongolei, TIgerstaaten, Australien und Neuseeland) hat sich die Produktion fast verdoppelt. In Zentral- und Westasien und Nordafrike ist sie immerhin um fast ein Viertel gestiegen. In Lateinamerika und der Karibik stieg sie um ca. 40 %. Nur in Afrika sank sie auf 80% des NIveaus von 1970. Also just in jener Region in der das Patentrezept der neuesten Öko-Inquisition zwangsweise betrieben wird: “traditionelle Landwirtschaft”. Und leider hat der Rat keine Grafik, die Wohlstand, Anzahl der unterernährten Persönlichkeiten oder Kindersterblichkeit.
Eine solche Grafik würde schnell offenbaren, dass dort, wo die Landwirtschaft intensiv betrieben wird, wo sie genug erwirtschaftet, um zu investieren. Dort steigt der Output und die Menschen haben genug zu essen . Statt Tradition brauchen wir Innovation. Statt vermeintlicher Nachhaltigkeit moderne und effiziente Methoden, die Produktivität und Ertrag pro Fläche steigern. Und wir brauchen endlich einen echten Markt, auf dem die Erzeugnisse der Bauern auch was wert sind. Echtes Geld. Dann gibt´s das nicht nur vom Ernährungsprogramm der Weltbank und westlichen besserwisserischen Gutmenschenorganisationen.
Natürlich ist die kapitalistische Marktwirtschaft “schuld”. Liberale Reformen würden nur den entwickelten Industrienationen dienen, so die Studie. Als Beleg werden ausgerechnet die Agrarsubventionen genannt, die erstens reduziert wurden und das Gegenteil einer wettbewerbsorientierten Wirtschaftsordnung sind.
Erschreckend sind drei Dinge. Erstens, dass vermeintlich 400 Experten einen solchen Schwachsinn verzapfen. Den ich zweitens mit meiner minderbemittelten Expertise anhand von zwei Charts als eben diesen entlarven kann. Und dass der Qualitätsjournalismus drittens von Tagesspiegel über Spiegel bis zum ZDF den ganzen Unsinn nachbeten, ohne auch nur einen Gedanken auf seine Plausibilität zu verschwenden. So funktioniert sie, die Öko-Inquisition. |
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