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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1177
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Verfasst am: 17.Feb 2007 18:20 Titel: US-Army rekrutiert Betrüger, Diebe, Schläger für ihre Kriege |
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Im Gegensatz noch zum Vietnam-Krieg, zu dessen Höhepunkt Ende der 1960er Jahre über 500000 US-Soldaten auch gegen ihren Willen am Mekong stationiert waren, besteht Washingtons Armee heute aus Freiwilligen. Wer nicht gehen will, muß auch nicht.
Allerdings sind Jobs knapp und manches Mal diktieren Perspektivlosigkeit und ökonomische Misere die Entscheidung, in den Krieg zu ziehen und also auch zu killen.
Dafür wird das Millionenheer gedrillt, und anders als in Vietnam, wo es infolge der bestialischen Kriegführung der USA sowie der moralischen Überlegenheit des Gegners zu massenhaften Kriegsdienstverweigerungen und Desertionen kam, prägen nicht etwa Resignation und Zweifel das Denken der in Irak und Afghanistan eingesetzten Soldaten. »It’s my job«, lautet nach wie vor eine stumpfsinnige Standardantwort auf die Frage an den gemeinen GI zum Sinn seiner Anwesenheit ebendort.
So berichtete am Donnerstag der Washingtoner WDR-Korrespondent Carsten Schmieder auf tagesschau.de, daß Freiwillige »knapp« geworden seien – ein Alarmsignal für die Militaristen angesichts nicht nur des Plans von George W. Bush, noch einmal 21500 zusätzliche Soldaten in den Irak zu schicken. Zudem soll die US-Armee um mittelfristig knapp 100000 Extrakämpfer ausgebaut werden. Was also tun? Das Pentagon versucht es unter anderem mit massiver Werbung. Diese wiederum zeichnet sich nicht nur durch martialische Pose, sondern vor allem durch eine gefährliche Propaganda aus, einer Mischung aus Herrenmenschendenken und Chauvinismus. »Nichts auf dieser grünen Erde ist stärker als die US-Armee«, tönt es etwa aus einem Fernsehspot. »Weil niemand auf dieser grünen Erde stärker ist als ein US-Soldat.«
Schließlich meldeten sich im vergangenen Jahr knapp 70000 junge Menschen allein zur Army, also dem Heer. Ob dieses aufgrund der kriegerischen Fernsehspots und sonstiger PR-Maßnahmen geschah, ist nicht bekannt.
Allerdings merkten Kritiker an, daß es eine besondere Ursache für die recht hohe Quote an neuen Rekruten gibt: Berichten zufolge drückt »Uncle Sam« seit drei Jahren immer öfter ein Auge zu, wenn sich junge Männer und Frauen zum Dienst melden.
Inzwischen erfüllt jeder fünfte Rekrut bei der Army und jeder zweite bei den Marines nicht mehr die vorgeschriebenen Eingangsvoraussetzungen – und wird trotzdem genommen. Früher habe die Freiwilligenarmee bei ihrer Werbung eigentlich auf Highschoolabsolventen, Leute ohne Drogenprobleme und ohne kriminelle Vergangenheit orientiert.
Diese »Standards« rückten inzwischen immer stärker in den Hintergrund, und der WDR-Korrespondent berichtet davon, daß »allein mehr als 8000 ›schwere Jungs‹ – Betrüger etwa, Diebe oder vorbestrafte Schläger – im vergangenen Jahr angenommen« wurden, knapp doppelt so viele wie noch drei Jahre zuvor. Dazu eine steigende Zahl von Schulabbrechern, Übergewichtigen, Nicht-Ganz-Gesunden oder Bewerbern jenseits der früheren Altersgrenze von höchstens 40 Jahren.
Expräsidentschaftskandidat John Kerry von den Demokraten hatte das vor Monaten schon in einem Witz vor Studenten angedeutet. Wenn sie ihre Ausbildung ernstnähmen und sich anstrengten, dann könnten sie es weit bringen, hatte er gesagt. »Wenn nicht, landet ihr als Soldaten im Irak.« |
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