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Unheilige Geschäfte des Vatikan

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Goodman
*** Consulter ***


Anmeldungsdatum: 16.01.2002
Beiträge: 5416

BeitragVerfasst am: 28.Apr 2005 13:27    Titel: Unheilige Geschäfte des Vatikan Antworten mit Zitat

Der Papst, die Mafia und 19 mysteriöse Todesfälle

Da staunten die italienischen Zeitungsleser nicht schlecht, als sie am 10. Juli 1997 erfuhren: In der Krypta der Kirche zum Heiligen Appollinaris an der Piazza Navona liegen nicht nur Päpste und Kardinäle begraben, denen solche Ruhestätten eigentlich vorbehalten sind, sondern auch ein leibhaftiger Mafioso. "Enrico de Pedis" war auf einer Grabplatte zu lesen, die bis dahin offenbar niemandem aufgefallen war.

Wie kam der Mafioso in die Krypta?

Mario Guarino, schreibt hierzu der in seinem Buch "I Mercanti del Vaticano" (Die Geschäftemacher des Vatikan): De Pedis war ein Mafiaboss aus der berüchtigten Maglianabande, der wegen Drogenhandels, Raubüberfällen und Mord ab 1983 einige Jahre im Gefängnis verbrachte, dann aus unerfindlichen Gründen vorzeitig frei kam, seine alte Tätigkeit wieder aufnahm und 1990 von einer rivalisierenden Bande erschossen wurde. Er verdankte die spätere Überführung seiner sterblichen Überreste von einem römischen Friedhof in die "ehrwürdige" Basilika nach Vermutungen der Zeitung L’unitá seinen guten Beziehungen zur mafioso-politischen Zentralfigur jener Tage, dem Christdemokraten Giulio Andreotti, der wiederum beste Beziehungen zum (inzwischen verstorbenen) Kurienkardinal Ugo Poletti hatte. Andreotti wollte sich möglicherweise erkenntlich zeigen für einen Mord, der 1979 von Maglianaleuten am Journalisten Mino Pecorelli verübt wurde, nachdem dieser eine Skandalstory über Andreotti angekündigt hatte ...

Eine kuriose Anekdote? Ein Einzelfall, über den man zur Tagesordnung übergehen kann? Oder ein Schlaglicht auf einen Sumpf, der bis heute nicht trockengelegt wurde?

Die "Mailänder Mafia"

Guarino nennt als Beginn der Verflechtung zwischen Mafia und dem Vatikan die frühen 60er Jahre. Damals brachte der neu gewählte Papst Paul VI. aus seiner Bischofsstadt Mailand einen Stab von Finanzberatern mit, der in römischen Kurienkreisen bald den Spitznamen "mafia milanese" (Mailänder Mafia) erhielt. Einer dieser Berater war der aus Sizilien stammende Spekulant und Finanzkünstler Michele Sindona. Dieser hatte für den damaligen Erzbischof Montini schon Mitte der 50er Jahre Grundstück und Kapital für ein Altenheim "aus dem Ärmel gezaubert", was Montini offenbar sehr beeindruckt hatte. Doch das Geld stammte zum großen Teil von der Mafia.

Der Papst braucht gute Finanzberater. Es droht nämlich Unbill vom italienischen Staat. Dieser bereitet eine Steuergesetzgebung vor, wonach Gewinne aus Aktien und Wertpapieranlagen generell besteuert werden sollen - auch die des Vatikans. Die immensen Gewinne des "Heiligen Stuhls" aus dem von Mussolini 1929 erhaltenen Vermögen hätten sich dadurch erheblich reduziert.

Sindona hatte eine Idee: Man müßte die Vatikangelder ins Ausland schaffen. Die "Pflege" von Geldern in Steuerparadiesen war seine Spezialität. Allerdings gab es damals noch keinen freien Devisenverkehr. Man mußte also illegal handeln.

"Drei für ein Ave Maria"

Daß Sindona gleichzeitig rege Kontakte zur amerikanischen und italienischen Mafia unterhielt, konnte für die geplanten Aktivitäten nur von Vorteil sein. Auch daß die amerikanische Polizei ihn sehr bald der Beteiligung am Drogenhandel verdächtigte und dies der römischen Kriminalpolizei mitteilte, behinderte seine Mitarbeit im Vatikan nicht.

Doch er brauchte fähige Partner. Paul VI. ernennt 1968 seinen Reisemarschall und Prälaten Paul Marcinkus zum Erzbischof und Direktor der Vatikanbank IOR. Der aus Chicago stammende Marcinkus hatte kurz zuvor noch einen Schnellkurs bei einigen amerikanischen Banken durchlaufen. Als 1979 der Mailänder Bankier Roberto Calvi zum Direktor der Mailänder Banco Ambrosiano ernannt wird, ist das magische Dreieck perfekt, die "Drei für ein Ave Maria", wie Guarino sich ausdrückt.

Gemeinsam schafft das Trio Sindona-Marcinkus-Calvi Riesenbeträge aus den Kassen und Beteiligungen des Vatikans an der Steuer vorbei ins Ausland, von wo sie über ein Netz kleiner lateinamerikanischer oder karibischer Banken gewinnbringend angelegt werden.

Natürlich lassen sich über dieses Netz auch Gelder anderer "Kunden" am Fiskus vorbeischmuggeln, woran man ebenfalls verdienen kann. Der gute Name der Vatikanbank und der "Priesterbank" Ambrosiano lassen keinen Verdacht aufkommen. Oder man kann gefälschte Wertpapiere in Umlauf setzen und zu Geld machen. Oder man kann schmutziges Geld waschen. Zum Beispiel aus dem kolumbianischen Drogenhandel. Nicht umsonst ließ der Ex-Präsident von Panama, Noriega, der in den USA wegen seiner Verwicklung in die kolumbianische Drogenmafia angeklagt war, 1989 verbreiten, der Vatikan könne ihm ja Asyl gewähren ...

All diese kriminellen Machenschafften sind in Büchern und Presseberichten vielfach analysiert worden. Gewissensbisse hatte offenbar keiner der drei Herren. Man war schließlich überzeugt, die gute Sache der römischen Kirche zu fördern - und überdies den Kommunismus zu bekämpfen. Dieses Ziel verfolgte auch die Loge P2, deren (in diesen Tagen verhafteter) Koordinator Licio Gelli bei der Ernennung (und später möglicherweise auch bei der Ermordung) Calvis seine Hand im Spiel hatte. Sindona unterstützte mit seinen Mafiageldern unter anderem die Democrazia Cristiana, die ihm dafür politische Rückendeckung gewährte.

Das Ende mit Schrecken

In den Jahren 1973 und 1974 kommt das Trio allerdings in erhebliche Schwierigkeiten. Die Ölkrise lähmt die Geschäfte und läßt das Bankenimperium Sindonas zusammenbrechen - und nach der Watergate-Affäre, die seinen Freund Richard Nixon zu Fall bringt, kommt auch Sindona in die Schußlinie der Behörden. Er wird eingesperrt und es droht ihm die Auslieferung nach Italien.

In den nun entstehenden Turbulenzen läßt der Vatikan sowohl Sindona als auch Calvi fallen. Calvi versucht verzweifelt, den Bankrott seiner Bank abzuwenden. Die Vatikanbank streitet jegliche Verantwortung für entstandene Lücken ab, obwohl sie von Calvis Geschäften immer profitiert hatte. Als Calvi nach neuen Partnern sucht, wird er von der Mafia, deren Gelder mit auf dem Spiel stehen, gewarnt: Einer seiner Mitarbeiter wird angeschossen. Calvi wird schließlich 1982 in London unter der "Brücke der Barmherzigen Brüder" erhängt aufgefunden - mit allen Anzeichen eines Fememordes der Mafia. "Steine in den Taschen eines Toten sind eine Warnung an andere, daß gestohlenes Geld den Tod bringt", erklärt Robert Hutchison in seinem Buch Die heilige Mafia des Papstes - womit er das Opus Dei meint, von dem gleich noch die Rede sein wird.

Sindona wird nach Italien ausgeliefert und dort im Gefängnis vergiftet. Johannes Paul II. beließ Erzbischof Marcinkus für viele Jahre im Amt, obwohl dessen zwielichtige Geschäfte längst bekannt waren. Und Marcinkus? Er kann seinen Posten zunächst noch behalten. Der 33-Tage-Papst Johannes Paul I. hätte ihn allerdings 1978 um ein Haar entlassen, möglicherweise auch den Skandal um die Vatikanbank viel früher aufgedeckt. Doch in der Nacht vor der geplanten Umbesetzung wichtiger Vatikangremien starb er eines unerwarteten Todes. Angeblich war er krank. Doch der brasilianische Kardinal Lorscheider, der am Konklave im August 1978 teilnahm, bestritt dies erst jüngst in einem Interview.

Der Tod von Calvi und der Bankrott seiner Ambrosiano-Bank geht dennoch nicht spurlos am Vatikan vorüber, dessen Verwicklung in die Affäre so augenfällig ist, daß die Vatikanbank 1984 eine "freiwillige" Entschädigung von 250 Millionen Dollar an die betrogenen Gläubiger auszahlte. Kardinal Marcinkus, der vor einem italienischen Haftbefehl hinter die Mauern des Vatikans flüchtete, wurde 1989 aus dem Verkehr gezogen und in die USA zurückgeschickt.

Die Rolle des Opus Dei

Diese Abberufung steht nach Hutchison wohl in Zusammenhang mit einem Kurswechsel im Vatikan: Mit Papst Wojtyla übernahm ein Parteigänger des Opus Dei die Macht im Vatikan. Das Opus Dei, 1929 von dem spanischen Priester Escrivá gegründet, ist eine katholische Geheimorganisation, die im Verlauf der 80er Jahre die vatikanischen Finanzen unter ihre Kontrolle brachte. Im Gegenzug verlieh Wojtyla dem Opus den Status einer "Personalprälatur". Das bedeutet, daß die Organisation nur noch dem Papst unterstellt ist, also keiner Diözese und keinem Bischof mehr. Außerdem beschleunigte der Papst die Seligsprechung des 1975 verstorbenen Gründers Escrivá, der sich 1968 den spanischen Adelstitel "de Balaguer" hatte verleihen lassen. Die Seligsprechung wurde tatsächlich in Rekordzeit vorangetrieben und im Jahre 1992 durchgeführt.

Der Weg des Opus Dei zur Macht führt an einer ganzen Reihe mysteriöser Todesfälle vorbei, die Hutchison in seinem Buch auflistet (siehe auch rechte Seite unten). Auch in die Calvi-Affäre und in die Machenschaften der P2-Loge waren nach Hutchison von Anfang an dem Opus Dei nahestehende Akteure verwickelt.

Auch gegen Kardinal Giordano aus Neapel wird wegen Verbindungen zur Mafia ermittelt

Daß die Verflechtungen des Vatikans mit der Mafia auch heute noch keineswegs der Vergangenheit angehören, zeigt nicht nur die 1992 aufgedeckte Verwicklung des Erzischofs von Monreale (Sizilien), Cassisa, in einen Subventionsbetrug gegen die Europäische Gemeinschaft und weitere Mafiageschäfte. Seit einigen Wochen wird auch gegen den Kardinal von Neapel, Michele Giordano, ermittelt. Sein Bruder betreibt laut Presseberichten das traditionelle Mafiageschäft der Zinswucherei, wobei er nicht nur den Namen und Titel seines Bruders als verkaufsförderndes Argument einsetzte, sondern auch große Geldbeträge von diesem erhielt. Der Kardinal hatte natürlich keine Probleme, größere Kredite der Vatikanbank zu erhalten. Als der Leiter der neapolitinischen Filiale der Vatikanbank vor kurzem nach Rom reiste, starb er unerwarteterweise an einem Herzinfarkt und kann leider von der Staatsanwaltschaft nicht mehr vernommen werden ...

Quelle:
www.das-weisse-pferd.com/de/main/dwp/98_19/9819vatikan_mafia.html
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strumpfi
Newbie


Anmeldungsdatum: 30.03.2005
Beiträge: 12
Wohnort: Ingolstadt

BeitragVerfasst am: 2.Mai 2005 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

aber wir sollen kirchensteuer bezahlen.....
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The Saint
Specialist


Anmeldungsdatum: 02.07.2002
Beiträge: 130
Wohnort: Eden

BeitragVerfasst am: 2.Mai 2005 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

In schweren Zeiten muß halt jeder sehen wie er mit dem Rücken an die Wand kommt, oder?
Ob Regierungen oder Vatikan- es ist das Spiel der Spiele- es geht wie immer um den Motor dieser Welt "Geld"

Mit den besten Grüßen aus meiner Krypta
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 2.Mai 2005 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Heiliger

Dann beeilen Sie sich mal etwas, um aus Ihrer Krypta wieder heraus zu kommen. Die Sicht da unten scheint mir etwas einseitig zu sein.

Ich gebe Ihnen mal eine Aufgabe, Ihr Einverständnis vorausgesetzt:
Wer steht hinter der angegebenen url?

Mit den besten Wünschen, Browser
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The Saint
Specialist


Anmeldungsdatum: 02.07.2002
Beiträge: 130
Wohnort: Eden

BeitragVerfasst am: 3.Mai 2005 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

@Browser,

die Lösung der gestellten Aufgabe findet die URL:

Registrant:
Das Weisse Pferd GmbH
Max Braun Str. 2
Marktheidenfeld-Altfeld, D-97828
DE

Domain name: DAS-WEISSE-PFERD.COM

Administrative Contact:
Holzbauer, Matthias [E-Mail anzeigen]
Max Braun Str. 2
Marktheidenfeld-Altfeld, D-97828
DE
+49 9391-504-207 Fax: +49 9391-504-210

Technical Contact:
Cotroneo, Alfredo E. [E-Mail anzeigen]
CP 11022
Milano, 20110
IT
+39 02 70606602 Fax: +39 02 70638151



Registration Service Provider:
Wornex International S.r.l., [E-Mail anzeigen]
+39 02 7060 6602
+39 02 7063 8151 (fax)
http://www.wornex.com
This company may be contacted for domain login/passwords,
DNS/Nameserver changes, and general domain support questions. Domain
registration services are available only in connection with hosting,
co-location or WorldDirector services


Registrar of Record: TUCOWS, INC.
Record last updated on 15-Jun-2004.
Record expires on 14-Jul-2005.
Record created on 15-Jul-1997.

Domain servers in listed order:
NS0.NEXUS.ORG
GOODBOY.NEXUS.ORG
CENTRAL.NEXUS.ORG


Domain status: REGISTRAR-LOCK

Nur der technische Kontakt befindet sich für einen deutschen Verlag für kirchenkritische Bücher-und dann noch zu diesem Thema-in Mailand!?

Man berichtet über Mafiaverbindungen des Vatikans und läßt sich beim Internetauftritt aus der Hochburg der Norditalien-Mafia helfen. Ist das nicht auch etwas kurios?

Und was bitte ist an meiner Einstellung, dass es immer nur um Geld (bzw. Wirtschaft im allgemeinen) denn so falsch. Mit volks- und betriebswirtschaftlichen Hintergrund sowie einer Portion Psychologie lassen sich viele Dinge auf dieser Welt erklären. Man nehme nur einmal die Weltkarte mit den Rohstoffvorkommen zur Hand und lege darüber die Karte mit den Konfliktherden. Worum ging es denn tatsächlich in Afghanistan und wer hat denn die Taliban an die Macht gehievt? Oder warum geht es im Kongo, Elfenbeinküste etc..
Nur etwas Mut zur Wahrheit!
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 3.Mai 2005 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Das wäre die bessere Lösung gewesen:
Zitat:
http://www.michelrieth.de/frames.htm

...und hier im linken Teil besonders anklicken:
Die Sekte,
Die Prophetin

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