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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 304 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 18.März 2008 9:53 Titel: Was für eine verrückte Welt... |
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Hallo zusammen,
in was für einer verrückten Welt leben wir...?
Da muß eine Bank nach der anderen milliardenschwere Sonderabschreibungen vornehmen (s. aktuell auch Bear Sterns in den USA, die sich soeben von J. P. Morgan für'n Appel und'n Ei unter den Nagel gerissen wird) aufgrund letztendlich falsch getroffener unternehmerischer Entscheidungen.
Und nun, wo das Kind nicht mehr nur in den Brunnen gefallen ist, sondern vielmehr auch droht darin zu ertrinken - nun kommt Herr Ackermann daher und ruft nach 'Mama und Papa' .
Da heißt es u.a.:
| Zitat: |
| Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Ackermann rief zu gemeinsamen Aktionen von Regierungen, Zentralbanken und Banken auf, um das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte wiederherzustellen. |
Ich behaupte, daß die Finanzmärkte aufgrund ihrer Raffkementalität sich selbst diese Grube gegraben haben.
Nun rufen sie also lauthals um Hilfe...
Der Großteil der heutigen Bankenlandschaft fühlt sich als Dienstleister immer weniger verpflichtet der eigenen Volkswirtschaft zu dienen.
In erster Linie wird dem Götzen Shareholder gehuldigt - und natürlich dem eigenen Bankkonto.
-----
Sollen sie mitsamt ihren Shareholdern in dieser Grube versinken.
Es gibt sicherlich Menschen auf dieser Welt, die über eine Verpflichtung der eigenen Volkswirtschaft gegenüber anders denken und die bereit sind, es besser zu machen.
Das war das Wort zum Dienstag. _________________ Freundliche Grüße
Peter Wilhelm
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Cob Pathfinder
Anmeldungsdatum: 29.11.2005 Beiträge: 277 Wohnort: Ortenau
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Verfasst am: 18.März 2008 12:08 Titel: Re: Was für eine verrückte Welt... |
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| Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben:: |
Sollen sie mitsamt ihren Shareholdern in dieser Grube versinken.
Es gibt sicherlich Menschen auf dieser Welt, die über eine Verpflichtung der eigenen Volkswirtschaft gegenüber anders denken und die bereit sind, es besser zu machen. |
TOP !!!
Macht neugierig auf Ihr Wort zum Mittwoch
Gruß
Cob |
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1951 Pathfinder
Anmeldungsdatum: 13.10.2003 Beiträge: 354
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Verfasst am: 18.März 2008 12:11 Titel: |
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Da stellt sich ein hochbezahlter Bankmanager ebenso hin wie sein Chefvolkswirt und ruft nach Notenbanken und dem Staat.
Hallooo, auf welchem Stern lebe ich? Fantasia oder Verarscha?
Banken zocken um die Welt in dem wahnsinnigen Lauf nach mehr Rentabilität, nach mehr Ansehen und Akzeptanz. Getrieben von der Gier , dem anderen eins auszuwischen und dann grinsend einen Sieg zu feiern. Wieder ein Mitbewerber weniger oder zumindest geschwächt.
Hedgefonds wurden ausgestattet mit Unsummen um auch mit diesem Geld mehr Rentabilität zu erzeugen. Zu Lasten vieler Menschen, deren Familien und auch der Gesellschaft, weil wir dann dafür aufkommen in Form von Hartz IV, Sozialleistungen, Beschäftigungsgesellschaften usw.
Das den Menschen die Würde genommen wird ist doch mittlerweile bei diesem Zeitgeist überhaupt nicht erwähnenswert.
Die Banker, die man nur noch als Roulettespieler ohne Gespür für Zweifel bezeichnen sollte, tragen nach außen hin den Mantel der Seriosität, verkaufen ohne Skrupel Darlehen auch und gerade von unbescholtenen Menschen um sie dadurch in den finanziellen, persönlichen und seelischen Abgrund zu stoßen.
Kunden werden durch Basel II durchleuchtet bis zum ersten Gen vor 40.000 Jahren! Und andererseits werden Kontrollen umgangen, ignoriert oder einfach als geschäftsschädigend analysiert und als nicht existent hingestellt.
Manager werden trotz nachgewiesener Fehler reich ausgestattet mit Ruhegehalt und Abfindung.
Und ich wage die Prognose, dass viele Antragsteller von den Banken abgewiesen werden mit dem Hinweis auf höhere Sicherheiten und intensive Prüfung. Schade, bei sich selber haben sie es versäumt.
Nach der emotionalen Schiene noch ein sachlicher Einwurf:
Geforderte Zinssenkungen der EZB werden doch nur eine Verschiebung der Problematik bewirken.
Wir werden einer Zeit entgegengehen in der die Zentralbanken einen Spagat machen müssen zwischen Rezession und Inflation.
Abschließend doch noch ein persönlicher Hinweis: Wenn die Politiker umfallen - und damit rechne ich bei deren Einstellung zu Glaube, Wahrheit und Machtlust - werden unsere jungen Menschen nicht nur Geld wegwerfen in die gesetzliche Rentenversicherung. Sie werden auch noch bezahlen müssen für diesen Wahnsinn, der sich seit einiger Zeit global abspielt.
Hoffen wir nur dass wir nicht zu kurz springen bei der Anzahl der zu lösenden Probleme.
Alles Gute |
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hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 956
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Verfasst am: 18.März 2008 13:01 Titel: Re: Was für eine verrückte Welt... |
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| Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben:: |
Hallo zusammen,
in was für einer verrückten Welt leben wir...?
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Wohl wahr....
| Zitat: |
| Der Großteil der heutigen Bankenlandschaft fühlt sich als Dienstleister immer weniger verpflichtet der eigenen Volkswirtschaft zu dienen. |
Sollte er das?
Etwa so, wie sich der Bäcker verpflichtet fühlen soll, den Hunger der Menschheit zu bekämpfen? Aufwachen!
Wie war das mit der IKB, dem von der aktuellen Krise bei uns am heftigsten betroffenen Insitut, wer war da Shareholder und was war deren Verpflichtung und Geschäftsziel? Bringt noch mehr Staatswirtschaft und noch mehr staatliche Lenkung im Finanzwesen die Lösung?
Ist es nicht genau umgekehrt: Die aktuelle Krise konnte sich nur deshalb so aufschaukeln, weil Regierungen und Zentralbanken, die Herr Ackermann jetzt zur Hilfe rufen muß, den Freien Markt im Finanzsektor schon lange außer Kraft gesetzt haben und damit auch die steuernden Rückkopplungen? Ist es ein Zufall, dass genau die staatlichen und halbstaatlichen Institute die Risiken in so eklatanter Weise mißachten konnten, eben weil sie nichts zu befürchten haben, während die Privatbanken viel vorsichtiger weil direkt betroffen agiert haben?
In einer wirklich freien Marktwirtschaft wären die Hasardeure schnell auf die Schnauze gesegelt und kein Steuerzahler müßte sich über die verpulverten Milliarden grämen.
Dass die Regierungen die Zentralbanken und damit die Geldwirtschaft steuern, ist die wichtigste Ursache für Fehlentwicklungen in diesem Sektor, insbesondere der Inflation, die besonders die ärmeren Schichten trifft - aber das ist ein anderes Thema.
Jedenfalls hilft es überhaupt nichts, Unternehmen, also auch den Banken Gewinnstreben vorzuwerfen. Von diesem universell menschlichen Prinzip profitieren alle, wenn faire Rahmenbedingungen existieren, die Rechtssicherheit und Wettbewerb garantieren.
Und so kann der Bäcker auch gerne nachts um drei aufstehen, um seinen Gewinn zu maximieren - mein frisches Brötchen nehme ich morgens um sieben gerne als Kollateralschaden. |
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1951 Pathfinder
Anmeldungsdatum: 13.10.2003 Beiträge: 354
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Verfasst am: 18.März 2008 15:00 Titel: |
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Sorry, geschätzter hdschulz,
bitte nicht nur die staatlichen und halbstaatlichen Institute und Unternehmen in die Pflicht nehmen.
Uneingeschränkte Zustimmung der Kritik natürlich zu den bekannten Abläufen diverser Landesbanken etc.
Hinterfragt werden muss 1. die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, 2. die Beachtung gesetzlicher Vorschriften z.B. Bafin.
Es kann einfach nicht mehr sein, dass der Staat als Reparatureinheit gerufen wird, wenn hochbezahlte Manager und Aufsichtsorgane ganz einfach versagen oder mitspielen.
Wo bleibt eigentlich hier eine rechtliche Würdigung?
Gruss aus dem leicht kühlen Norden
1951 |
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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 18.März 2008 16:45 Titel: |
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| Zitat: |
Finanzmarktkrise: Attac zu Ackermann-Forderung
- Verluste für die Steuerzahler, Gewinne für die Aktionäre?
- Attac fordert stärkere Regulierung der Finanzinstitutionen
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac begrüßt das Eingeständnis von Deutsche-Bank-Chef Joseph Ackermann, dass die Selbstregulierung freier Finanzmärkte nicht ausreicht. "Es freut uns, dass selbst ein marktradikaler Bankmanager wie Ackermann in dieser Hinsicht lernfähig ist", sagte Stephan Schilling vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. "Unverschämt aber ist, dass er die Folgen der verfehlten neoliberalen Finanzmarktpolitik nun auf die Allgemeinheit abwälzen will, sonst aber alles beim Alten lassen will. Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler die Verluste und Risiken übernehmen, die durch die Finanzmarktkrise entstanden sind, die Gewinne in guten Zeiten aber weiterhin allein den Aktionären gehören sollen."
Attac fordert, die jetzt notwendigen Rettungsmaßnahmen für die Banken an einen grundsätzlichen Politikwechsel zu koppeln, der endlich Schluss macht mit dem Märchen des Segens freier Kapitalmärkte. "Sektoren wie die Bankenbranche, deren Krisen die ganze Volkswirtschaft in Gefahr bringen und bei denen deshalb regelmäßig der Staat einspringen muss, gehören unter stärkere demokratische Kontrolle", sagte Stephan Schilling. Die Regulierung der Finanzinstitutionen müsse verschärft werden. "Auf jeden Fall muss der Bankensektor - zum Beispiel durch die Bildung eines neuen Fonds - für die Kosten möglicher Rettungsaktionen selbst aufkommen. Das ist das mindeste."
Ansprechpartner:
Frau Frauke Distelrath
Telefon: +49 (69) 900281-42
Fax: +49 (69) 900281-99
Zuständigkeitsbereich: Pressesprecherin Attac Deutschland |
_________________ Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5918
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Verfasst am: 18.März 2008 18:14 Titel: |
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Gestern
Heute
Quelle: n-tv
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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 304 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 18.März 2008 20:59 Titel: Die Teufelsschüler... |
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Hallo zusammen,
ich kann es natürlich nicht lassen und erlaube mir, auch auf diese Lektüre , samt angeschlossenem Schwerpunktthema , zu verweisen.
Und ja...
Auch das Buch ist für läppische Euro 18,50 zu beziehen und sollte dem einen oder anderen Parlamentarier in's Osterkörbchen gelegt werden.
Aber nicht nur denen...
Auch hier auf den Foren gibt es offenbar Menschen, die nicht die Unterschiede kennen zwischen einem hart arbeitenden Bäckermeister und mit virtueller Materie handelnden Personen. Schade drum - eigentlich...
Dem Bäckermeister jedenfalls sei sein - erarbeitetes! - Einkommen von Herzen gegönnt... _________________ Freundliche Grüße
Peter Wilhelm
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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 304 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 18.März 2008 21:45 Titel: |
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Hallo zusammen,
es wurde im Thread auf diesen Finanz-Blog-Text verwiesen:
| Zitat: |
Erstens:
Banken werden an Sexappeal einbüßen. Die Ära der exotischen Finanzinstrumente, die die jüngste Krise überhaupt erst ermöglicht haben, ist vorbei - und damit auch die astronomischen Gehälter der risikofreudigen und verantwortungslosen Jungbanker. Seriösität ist wieder angesagt, Ärmelschoner und mausgraues Flanell feiern ein Comeback.
Zweitens:
Der Turbokapitalismus wird den Frontalzusammenstoß mit der Wirklichkeit nicht ohne Schaden überstehen. Während vor einigen Jahren neoliberale Aktivisten wie Grover Norquist den Staat am liebsten in der Badewanne ertränken wollten, fordert heute Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann “mutige Schritte” der Regierungen. Papa Staat soll’s also wieder richten.
Drittens:
Die USA werden auf absehbare Zeit kleinere Brötchen backen müssen. Wenn in einem Land der Privatkonsum für knapp 70 Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, gleichzeitig aber die Gehälter seit Jahren stagnieren, die Sparquote negativ ist, die Arbeitslosigkeit steigt und alle Kreditmöglichkeiten erschöpft sind, dann braucht man kein Genie zu sein, um zu erkennen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Was folgt, wird auch uns in Europa noch lange beschäftigen. |
Dem ist absolut nichts mehr hinzuzufügen.
back to the root...
Es muß - wieder! - gewährleistet werden, daß Gelder auch bereitgestellt werden für Geschäftsideen, die nur volkswirtschaftlich vertretbare Umsatz-Renditen von 3-6 % abwerfen.
Bei einem Umsatz von z. B. 5 Mio. bei einer Kapitalgesellschaft sind das immerhin schlappe 300.000,-- Euro, die sich ein geschäftsführender Gesellschafter einstreichen kann, nachdem sein Jahresgehalt in Höhe von z. B. Euro 250.000,-- bereits ausgezahlt wurde und den Gewinn gemindert hat.
Ich denke, damit kann man gut leben... _________________ Freundliche Grüße
Peter Wilhelm
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hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 956
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Verfasst am: 19.März 2008 14:38 Titel: Re: Die Teufelsschüler... |
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| Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben:: |
| ....Auch hier auf den Foren gibt es offenbar Menschen, die nicht die Unterschiede kennen zwischen einem hart arbeitenden Bäckermeister und mit virtueller Materie handelnden Personen.... |
Wirklich? Die Unterschiede sind offensichtlich, aber darum geht es doch gar nicht, sondern ausschließlich um die Gemeinsamkeit bezüglich der Arbeitseinstellung - sehen Sie da etwa keine?
Ich dachte, das Postulat von der moralischen Überlegenheit der Hand- gegenüber der Kopfarbeit hätten schon die Bolschewiken nach kurzer Zeit über Bord geworfen.
Fragen Sie doch mal den Herrn Kamps oder einen x-beliebigen Inhaber einer Großbäckerei, ob sich an seiner Arbeitseinstellung und -motivation irgendetwas geändert hat, seit er am Schreibtisch "virtuelle Materie" statt in der Backstube Brötchenteig bearbeitet.
Noch einmal: Kein Bäcker und kein Banker arbeitet aus Altruismus oder weil er irgendeiner moralischen Verpflichtung dienen will, sondern aus Eigeninteresse. Und das ist auch gut so.
Ich kann's mir nicht verkneifen - einen kleinen Schock für alle, die gerne mit der Moralkeule auf den "Neoliberalismus" losgehen und als Alternative dann doch nur Keynes oder Marx aus der Mottenkiste anzubieten haben.
Das muß man nicht alles nachvollziehen können und nicht alles für richtig halten. Es soll nur zum Nachdenken anregen, warum es vielleicht doch nicht angebracht ist, das Kind mit dem Bade auszuschütten oder die Shareholder in der Grube zu versenken.
Aus der "Freiheitsfabrik", von Michael Kastner:
Ein Lob auf die Gier
Es herrscht Heuchelei unter Politikern, Journalisten und Managern. Alle rufen nach dem Staat, der der sog. “Finanzkrise” endlich ein Ende machen soll. Am besten geschähe dies durch einen Weltstaat oder zumindest eine Weltfinanzaufsicht, die die sog. “Finanzströme” weltweit überwachen sollen. Und man scheint sich einig zu sein: Die “grenzenlose Gier” der Menschen sei die Ursache für die allseits beliebte Krise.
Es drängt sich die Frage auf, ob es nicht gerade die Gier es ist, die besagte Politiker, Journalisten und Manager dazu bringt, die Forderung nach Begrenzung der Gier zu stellen. Es geht dabei nämlich nicht um Begrenzung ihrer eigenen Gier, sondern um die Begrenzung der Gier der anderen. Es geht um die Etablierung von Privilegien.
Dabei ist die Gier für jeden Menschen einer der wichtigsten Antriebe, um für andere Menschen produktiv zu werden.
Bäcker backen Brötchen, Maurer bauen Häuser, Putzkräfte putzen, Gärtner pflanzen, Musiker spielen, der Banker legt Geld an oder verleiht es - kurz, jeder der einer Arbeit nachgeht, tut dies, um an das Geld seiner Kunden zu gelangen. Jeder Mensch wird von seiner Gier dazu angetrieben, etwas für andere Menschen zu tun.
Die Gier aller führt zum Wohlstand aller. In Wettbewerbsgesellschaften ist die Gier der Motor sich ständig verbessernder Versorgung mit materiellen und immateriellen Gütern.
Dies funktionert so lange, wie es nicht zur dauerhaften Etablierung von Privilegien kommt. Denn es ist offensichtlich zwar gewinnbringend aber auch ziemlich mühsam, wenn man seine Gier durch Arbeit und durch Leistung für andere befriedigen muß.
Das schlimmste Privileg, das der Produktivkraft der Gier im Wege steht, ist das Gewaltmonopol. Sobald es einer Institution gelingt, sich dauerhaft mit Hilfe von Gewalt dem Wettbewerb zu entziehen und ein Regelwerk zu schaffen, das es erlaubt, als einzige Institution Gewalt anzuwenden und Regeln zu erlassen, führt die Gier nicht mehr zur Schaffung von Gütern, sondern zu einem Verteilungskampf.
Die Monopolisierung von Gewalt führt dazu, daß die Produktivität erschwert wird und sich die Anziehungskraft gewalttätiger Handlungen im Vergleich zu produktiven Handlungen erhöht. Für ein Unternehmen ist es attraktiver, Subventionen, die zuvor von anderen Unternehmen in Form von Steuern abgenommen wurden, einzusammeln, als sich Gedanken über bessere Produktionsverfahren oder günstigere Standorte zu machen.
Für die Bank ist es attraktiver, wenn der Gewaltmonopolist sie von zu viel unliebsamem Wettbewerb abschirmt und ihr Privilegien verschafft, die anderen Marktteilnehmern versagt bleiben. Ein solches Privileg ist die Zuteilung von frischem Zentralbankgeld vor allen anderen Marktteilnehmern. Ein weiteres Privileg sind die gesetzlichen Markteintrittsschranken, die für Menschen gelten, die selbst eine Bank gründen wollen.
In einem solchen System, in dem Produktion immer unattraktiver und Umverteilung im Verhältnis immer attraktiver wird, wandern immer mehr Menschen aus der Produktivität des Wettbewerbs in den politischen Verteilungskampf ab. Für jeden Einzelnen, der diesen Weg geht, ersetzt die Abhängigkeit und der tägliche Kampf um die Essensreste der gewaltmonopolistischen Malzeiten die zuvor vorhandene Fähigkeit, sich selbst nicht nur zu ernähren, sondern auch Güter zu produzieren. Güter, für die andere Menschen wiederum bereit sind, tätig zu werden.
Die Gier, die zuvor ein Antrieb zur Leistung und zur Schaffung von Gütern, Selbstbewußstein und Unabhängigkeit war, ist zu einem Akt der Verzweiflung verkommen.
Es ist nicht die Gier, die Menschen in die Verzweiflung treibt. Es sind die Regeln, die gesetzt werden.
In einer Gesellschaft, die von Monopolgewalt geprägt ist, können Menschen nicht produktiv sein. In einer Wettbewerbsgesellschaft können sie dagegen nicht nur produktiv sein, sie wollen es auch. Die gleichen Menschen, deren Gier heute im sozialstaatlichen Umverteilungsapparat zu Wohlstandsminderung führt, können in einem freien Markt durch den Antrieb ihrer Gier zur Schaffung von steigendem Wohlstand beitragen.
Nicht die Gier ist das Problem, sondern die Ansicht, daß Gier etwas Schlechtes ist. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5918
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Verfasst am: 22.März 2008 20:28 Titel: |
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Für nahezu jedes große Finanzinstitut ist es zur Regel geworden, alle paar Wochen neue Hiobsbotschaften zu verkünden.
Das IKB-Muster ist inzwischen weltweit zum Vorbild geworden.
Die Engländer waren die nächsten. Ein wenig langsam zwar, doch am Ende stützte die dortige Notenbank doch die Hypothekenbank Northern Rock.
Der Kollaps der Investmentbank Bear Stearns hat schließlich vor kurzem belegt, dass selbst amerikanische Banken mit jeder Hilfe des Staates rechnen dürfen, wenn sie in Not geraten. Die Zentralbank ist ja ohnehin seit Monaten im Dauereinsatz, indem sie Milliarde auf Milliarde in das Finanzsystem pumpt, damit die Geldgeschäfte weiter laufen.
Die Liste der Negativbeispiele aus der Bankenwelt füllt inzwischen viele Seiten. Schuld sind übrigens immer die anderen in der eigenen Bank - egal ob manipuliert, getrickst oder etwas verschwiegen haben. Was ist eigentlich mit den Chefs selbst?
Verschweigen uns die Banken vielleicht absichtlich das ganze Ausmaß der Misere?
Ostern ist daher ein guter Zeitpunkt, um darauf zu hoffen, dass die Banken bald endlich wissen, wieviel faule Eier sie wohin gelegt haben. ... [mehr]
► Der sauberste Schnitt wäre, die IKB in die geordnete Insolvenz rutschen zu lassen |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5918
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Verfasst am: 29.März 2008 8:26 Titel: |
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So manches Finanzinstitut kracht unter der Wucht des “Weltmarktungewitters” zusammen oder steht mit wackelnden Fundamenten in der Gegend herum wie die deutsche IKB.
Nun rufen die vornehmen “Bankokraten” ebenso wie der gemeine “Börsenpöbel” (so ein deutscher Korrespondent während der “Krisis” in England 1825) nach dem Staat, den man noch gestern unter tosendem Beifall aller Neoliberalen dereguliert hat, um ihm die politische Kraft zur Intervention auf liberalisierten Finanzmärkten zu nehmen.
Der Grund für den Sinneswandel in der “Weltkrisis” der Finanzen ist offenbar: Die saftigen Renditen des Börsensommers wollte man nicht mit der Allgemeinheit teilen und hat sich vor dem steuerstaatlich garstigen Zugriff in die freundliche Sonderzone des Fürsten Adam von Liechtenstein geflüchtet.
Jetzt aber geht es um Sein oder Nichtsein.
In diesem Hamlet´schen Dilemma verlangen die Ackermänner hierzulande und die Soros jenseits des Atlantik, dass für eingetretene und noch drohende Verluste die Allgemeinheit gerade steht.
Ist es legitim, die Steuergelder aller Bürger umzuverteilen, auf dass ein Club von Finanzhasardeuren davon profitiert?
► ► Darf der Steuerzahler geschröpft werden? |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5918
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Verfasst am: 31.März 2008 16:45 Titel: |
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Abfindung für hervorragende Leistungen:
Adam Applegarth, der die Bank bis Dezember 2007 führte, habe einen Anspruch auf insgesamt 785 000 Pfund (rund 987 000 Euro), teilte Northern Rock am Montag mit.
Anteilseigner und Oppositionspolitiker kritisierten Applegarths Abfindung, die sich aus einer Grundsumme von 760 000 Pfund und weiteren Zahlungen zusammensetzt, als "empörend".
Was meinen die mit "empörend"? Bestimmt zuwenig im Vergleich mit anderen gestrauchelten Koryphäen? |
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Peter Wilhelm .

Anmeldungsdatum: 16.10.2007 Beiträge: 304 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 3.Apr 2008 11:28 Titel: Zurück zum Sozialismus... ;-) |
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Hallo zusammen,
sozial -->> soziales Denken -->> soziale Hilfestellung -->> soziales Tragen gemeinsamer Bürden -->> Sozialisierung -->> Sozialisierung von Verlusten...
Eine kleine Wortspielerei, ich bitte um Nachsicht dafür...
Aber besser kann es kaum dargestellt werden
Wie schreibt Herr Dr. Jahnke an einer anderen Stelle:
| Zitat: |
| "Globalisierung fällt nicht vom Himmel. Wenn die Menschen verstehen, wie sie gemacht wird, können sie anfangen, ihre Auswüchse wirkungsvoll einzudämmen." |
Die Welt ist ein einziges Theater.
Und statt etwas für den wirtschaftlichen Aufschwung zu tun, spielen immer mehr Puppenspieler mit Kunstgeld und vermehren dieses künstlich (oder glaubten dieses zu tun ) und ließen diese Luftblasen Einzug in die Geschäftsbücher halten.
Wie schon mehrmals gesagt:
"Teeren, Federn und nackig an den Nordpol jagen". _________________ Freundliche Grüße
Peter Wilhelm
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5918
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Verfasst am: 7.Apr 2008 15:49 Titel: |
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Ist es überhaupt noch notwendig darauf aufmerksam zu machen? So meldet das Handelsblatt um 16:25 in dürren Zeilen:
Bei der ums Überleben kämpfenden Mittelstandsbank IKB gibt es ein neues Milliardenloch. Es habe sich ein zusätzlicher Wertberichtigungsbedarf von 1,8 Mrd. Euro ergeben.
Gehen wir also zur Tagesordnung über. Die nächste Meldung wird nur noch die Negativ-Zahl beinhalten und wir wissen was gemeint ist. Das die abgehalfterte Politikerin Frau Matthäus-Maier nach dem Rücktritt als Sprecherin bis September Mitglied des Vorstandes bleiben will, erwähne ich nur am Rande.
Nachtrag: Um 21:06 meldet der Spiegel - es gibt nur drei Milliardenlöcher. Das Vierte, siehe oben, sei falsch gemeldet.
Nun, eigentlich auch egal. |
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