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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6845
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Verfasst am: 9.Apr 2007 16:06 Titel: Wer glücklich ist, der hat Erfolg, auch wirtschaftlichen |
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Also müssen die Deutschen glücklicher werden. Das meinen jedenfalls die Experten der Deutschen Bank.
Die Deutsche Bank ist unter die Glücksforscher gegangen. In einer gerade veröffentlichten Studie vergleicht das Institut 22 reiche Industrienationen und vier Varianten des Kapitalismus. Ergebnis: Die Deutschen sind eher traurig und leben, so der Autor Stefan Bergheim, "in einer unglücklichen Variante des Kapitalismus". Die meisten anderen jedenfalls sind besser drauf - die Australier etwa oder die Schweizer oder die Kanadier, Briten, Amerikaner, Dänen und Schweden. Auch die Norweger und die Niederländer und auch noch die Finnen finden sich und ihre Wirtschaftswelt prima.
Auch die mehrmalige Exportweltmeisterschaft und das hohe Pro-Kopf-Einkommen reißen Deutschland nicht raus - der Michel hockt düster im Mittelfeld der Glückstabelle. Noch trister blicken nur Portugiesen, Italiener und Griechen auf die Welt. Glücksnationen zeichnen sich nach der Studie durch fünf Eigenschaften aus. Das Vertrauen in die Mitmenschen ist hoch, Bildungsniveau und das Einkommen auch. Korruption und Arbeitslosigkeit hingegen sind niedrig. Die Länder, die auf den vorderen Rängen landen, weisen fünf weitere Gemeinsamkeiten auf: Viele Ältere arbeiten, die Schattenwirtschaft ist klein, die wirtschaftliche Freiheit und die Geburtenrate sind hoch, der Arbeitsplatzschutz ist niedrig.
Für Bergheim ist deshalb klar: Der deutsche Hang zur Frühverrentung macht traurig, auch die hohe Arbeitslosigkeit ist ein Glückskiller. Er empfiehlt der Bundesregierung deshalb eine "ganzheitliche Politik": "Glück und Lebenszufriedenheit sollten explizit in den Zielen der Politik vorkommen und besser kommuniziert werden." Außerdem würde eine Arbeitslosenrate von vier Prozent den Deutschen einen emotionalen Kick versetzen.
Mit ihrer Studie liegt die Bank im Trend. Die "Happiness Economics" haben sich seit einigen Jahren zu einem eigenen Forschungszweig entwickelt, der zwischen Volkswirtschaft, Psychologie, Politikwissenschaft und Soziologie liegt und die Frage nach einem erfüllten Leben wissenschaftlich untersucht. Zwei der bekanntesten Glücksforscher sind der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann und Richard Layard. Letzterer hat ein Buch ("Happiness") geschrieben und dem britischen Premier Tony Blair einen Happiness-Index vorgeschlagen, der Prüfstein für Gesetze sein soll.
Die Studie des Forschungsinstituts der Deutschen Bank birgt eine kleine Revolution. Mit der Einteilung in "glücklich", "weniger glücklich" und "unglücklich" wirft sie die üblichen Unterscheidung in angelsächsischen, skandinavischen oder rheinischen Kapitalismus über Bord. Grund: So unterschiedliche Länder wie die USA, Schweden und Großbritannien zählen nämlich zu den Glücksnationen. Bei den einen ist die Einkommensungleichheit hoch und der Staatssektor mickrig, bei den anderen sind die Einkommen eingeebnet und der Staatssektor ausufernd. Ungleichheit und Staatsquote spielen für das große Glück keine große Rolle, sagt Bergheim. Auch gebe es kaum einen Zusammenhang zwischen Einkommen und Zufriedenheit, jedenfalls nicht ab 25.000 $ Pro-Kopf-Einkommen im Jahr.
Und warum erforscht das Institut das alles? Das hat nach Bergheims Worten strategische Gründe. "Auf Dauer sind glückliche Nationen wirtschaftlich erfolgreicher."
Quelle: FTD |
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