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Hänsel und Gretel Pathfinder
Anmeldungsdatum: 08.02.2002 Beiträge: 416 Wohnort: Diese Erde
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Verfasst am: 28.Feb 2002 16:13 Titel: |
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Bisher fühlt sich alles gut an und man macht etappenweise seine Fortschritte. Das alles umzusetzen, zu behalten und sich am nächsten Tag wieder mit Enthusiasmus ans Werk zu begeben, benötigt sehr viel Konzentration und ungeahnt viel Kraft.
Oftmals aber, möchte man am liebsten alles hinschmeißen und zum Teufel jagen. Es entsteht kein sicht - und messbarer Fortschritt.
Genauso fühlt sich ein Trainierender beim Bodybuilding in den ersten 10 Wochen. Anstatt dickere Arme zu bekommen, nimmt er rundum ab, weil der Körper entwässert und das Fettgewebe minimiert wird. Arnold "The Terminator" Schwarzenegger, fing als 16-Jähriger an und benötigte lange Jahre, bis er zum ersten Mal beachtet wurde. Wie viel Tonnen Eisen er in dieser Zeit bewegt hat, ist mit Sicherheit nur vage zu schätzen.
Woher nehmen wir also diese Kraft? Die nötige Motivation, die uns beim kleinsten Misserfolg wieder zeigt, wo "vorne" ist. Ein Auto hat es in punkto "voll tanken" erheblich einfacher. Schlauch reinhalten, laufen lassen und fertig. Einsteigen und Gas geben.
Aber wo ist unsere Tanköffnung, in die wir die Energie gießen können? Und wo nehmen wir die benötigte Menge her? Mentales Auftanken. Kraft schöpfen. Erholung und Urlaub für Körper und Seele. Innere Ruhe. Ausgeglichenheit und Wohlbefinden. Hört sich das nicht gut an? Werbefachleute lassen nichts aus, um dem Interessierten das zu bieten, wonach er sucht.
Die Frage ist nur, ob er es auch bekommt und wie es ihm dann bekommt.
Eine der wichtigsten Kraftquellen ist nicht nur die Stärke der eigenen Persönlichkeit, sondern das unmittelbare Umfeld. Was nützt es die Fenster zu schließen um den Lärm der spielenden Kinder zu eliminieren, wenn er nicht von draußen, sondern von drinnen kommt. Nun soll es Leute geben, die darin ihre Erfüllung finden und die inneren Akku's damit randvoll schlürfen. Und die, deren Seelenheil nicht mit der familiären Geräuschkulisse in Einklang zu bringen ist? Denen bliebe es auszuwandern. Aber das kann nicht die gewünschte Lösung sein.
Ein eigenes Zimmer als Refugium, beweist sich allemal von Sinn und Nutzen. Daran geht kein Weg vorbei. Viele Dichter und Denker, Schriftsteller und Journalisten, Spitzensportler und was-weis-ich, "wandern" in der Tat aus, wenn sie arbeiten oder trainieren. Pension oder Hotelzimmer, private Halle oder Übungsplatz ohne Störenfriede und ohne Krawallos und abgeschieden im letzten Winkel der Erde.
Las man schon vor einigen Tausenden von Jahren etwas über "Positives Denken", so entwickelte sich daraus eine Ideologie. Unzählige Anwendungstechniken und Beispiele füttern ebenso unzählige Bücher und Seminare, rund um den Globus und in allen Sprachen.
Und? Und was. Hat's geholfen? Was. Das Training und diese Sachen da? Weis nich'. Hab' so was noch nicht mitgemacht. Ach. Eigenartig... Woher beziehen Sie denn dann Ihre Kraft weiterzumachen, wenn es mal nicht so läuft wie es eigentlich laufen sollte?
Ich stoppe die Fahrt und analysiere zunächst die “Bruchstelle“. Wie wann und wo tritt der Break in Erscheinung. Es wird mal wieder Zeit für ein Beispiel. Angenommen Sie können programmieren und schreiben an einer Software. Sie haben ein klares Konzept und gehen schrittweise vor. Zwischen den einzelnen großen Schritten, nennen wir sie Module, machen Sie ständige Testläufe und stellen fest, dass Ihre Software fehlerfrei läuft, weil Sie sich strickt an Ihr Konzept gehalten haben.
Nun kommt in Ihnen der Bajazzo zum Vorschein und fordert seinen Tribut. Sie stricken an Ihre Programmierung noch ein paar, eher unsinnige "Schnörkel" als neues Modul und machen erneut einen Testlauf. Fehlermeldung in Zeile sowieso, meldet eine Alarmbox. Sie entfernen das selbsterfundene und mehr störende Modul wieder und siehe da, das Programm funktioniert wieder. Einfach? Sehr einfach.
Ich selbst habe immer wieder festgestellt, dass die kleinen und auch größeren Misserfolge darauf zurückzuführen waren, eigene "Module" erfunden zu haben, die mein Gegenüber nicht kennt und scheinbar auch nicht kennen lernen will. Aber das bringt mich nur wieder zurück auf meine Bahn.
Kraft und Energie brauchen wir aber!
Es soll Showmaster geben, die keine Sendungen ansehen und keine Zeitungen lesen und sich überhaupt nicht mit Dingen befassen, aus denen etwas Negatives entstehen könnte, oder aus dem sich etwas Negatives ergeben kann. Nur so ließe es sich unbeschwert leben und nur so könne man locker auf die Bühne klettern. Die spinnen ja die Showmaster...
Da kann man ja gleich ins Kloster gehen. Eben. Genau das ist es. Schaffen Sie sich ein Kloster an. In Ihnen natürlich. Verkriechen Sie sich in Sie selbst. Kappen Sie das Kabel zur Außenwelt und denken an was Sie wollen. Legen Sie Ihre Lieblingsmusik ein und setzen Sie den Kopfhörer auf. Drehen Sie die Lautstärke so weit hoch, bis keine anderen Geräusche mehr Ihr Ohr erreichen. Nur noch der Klang der Musik, erreicht Ihre Sinne und lässt Sie versinken. Wer will, macht es sich auf der Couch bequem. Liegen heißt entspannen. Nicht sitzen und nicht bewegen. Oder Sie machen das Ganze in der Badewanne. Herrlich. Warmes Wasser umspült und streichelt sanft Ihren Körper, während sich die übrigen Sinne den Klängen der Musik hingeben. Sparen Sie nicht an Duftzusätzen. Verwöhnen Sie sich.
Auch die selbst ernannten "harten Kerle und echten Männer", die sich deshalb für einen Mann halten, weil sie beim Pinkeln stehen können und keine kurzen Hosen mehr tragen müssen, sollten einmal ihre fragwürdige Männlichkeit überwinden und sich "gehen" lassen. Wer sich jetzt ertappt und betroffen fühlt, merkt im Inneren selbst, wie zweifelhaft doch so manche Eigenschaften sind. Aber zurück zur "Tankstelle".
Sorgen Sie vorher dafür, dass Sie keinesfalls ungewollt gestört werden. Eine Stunde sollten Sie sich auf jeden Fall nehmen und auch gönnen. Sie haben es sich schließlich verdient. Und damit nehmen wir Kurs auf unsere Belohnungen. Wenn Sie sich nicht selbst belohnen kann es passieren, dass Sie nie belohnt werden, weil keiner daran denkt oder es permanent vergisst. Muttertag. Mehr soll hier als Allerweltsbeispiel nicht genannt sein.
Gehen Sie einkaufen oder shoppen, wie es auf neudeutsch heißt. Erfüllen Sie sich kleine Wünsche. Irgend etwas NEUES muss her. Ein neues Hemd, eine neue Krawatte, eine neue Bluse oder ein neues Kleid. Gehen Sie mal fein aus. Gehen Sie gepflegt Essen und lassen Sie sich bedienen. Gönnen Sie sich einfach mal was. Manche fahren stundenlang mit dem Auto umher und kehren völlig umgekrempelt (aber als "neuer Mensch") wieder zurück. Angesichts der vorherrschenden Spritpreise, hat man sich damit in der Tat etwas gegönnt.
Aber man hört und liest doch so viel von: "Positives Denken". Allmorgendliche Sprüchlein aufsagen: "Ich bin erfolgreich, ich bin gesund, ich bin wohlhabend, mir geht es gut und der Tag ist mein Freund", oder so etwas. Ist das falsch? Nicht unbedingt. Eher oftmals nicht ganz zutreffend. Sagen Sie den Spruch einmal auf, wenn Sie Grippe haben, Ihnen alle Knochen weh tun, eine SMS Ihnen eröffnet, dass die große Liebe wohl doch keine wahr und Ihr Kontoauszug zu keiner Lüge bereit ist, ihr Keller durch die Wolkenbrüche des Vortages unter Wasser steht und ihr Auto samt Geschäftsunterlagen für den heutigen Termin geklaut wurde. Was ist dann? Weltuntergang oder Schlimmeres sogar?
Es ist die Krücke, die wir zum Gehen benötigen und daran festhalten. Es ist das uns anerzogene Obrigkeits-Denken. DER hat gesagt...und dann muss es auch stimmen und ich halte mich daran erbarmungslos fest. Basta. Falsch! Wir schmeißen unsere Kritikfähigkeit, den Lotsen unseres Erfolgs einfach über Bord. Ein Dogma beinhaltet nicht immer auch konsequente Logik und praktikable Umsetzungsfähigkeit für jedermann. Es ist zunächst eine Behauptung, eine These. Dieser These folgt die Synthese und dann erst folgt die Antithese. Nicht der olympische, sondern der Dialektische Dreisprung nach Marx und Hegel. Ebenso viele andere Vordenker, die dieses Prinzip inne haben, kennen wir aus dem täglichen Leben..
Synthetisieren und analysieren Sie die Dinge, bevor Sie eine Gegenbehauptung aufstellen, oder eine Behauptung in sich aufsaugen, wie ein Badeschwamm das Wasser. Wenn das mal jeder so machte...
Zugegeben, im Alltag neigen wir nicht zu derart philosophischen Kreuzzügen gegen uns selbst. Da machen wir es uns erheblich einfacher, indem wir alles verneinen oder umgekehrt alles bejahen. Wir hören etwas, verstehen es im Sinn ganz und gar nicht, aber rennen mit der Masse. Wir erinnern uns? Die Masse ist (nach außen hin zumindest) unzufrieden und weist keine sonderlichen, bzw. nennenswerten Erfolge auf. Eine kleine Minderheit erdreistet sich jedoch, mit Erfolgen aufzuwarten. So soll es sein und so wird es bleiben.
Was soll ich denn für Sprüchlein aufsagen um somit positiv zu denken? Keine. Weglassen. Sie vergessen es an vielen Tagen sowieso. Probieren Sie etwas anderes. Ich nenne es einmal "Selbstverarschung" (***) Pardon. Ich hätte mir auch ein salonfähigeres Vokabel in Latein ausdenken können, aber nicht jeder hat ständig einen Übersetzer zur Hand. Nun denn.
Diese Art der "angewandten Psychologie" (geht also doch), beruht auf dem Prinzip, zunächst und von grundsätzlich Allem, erst einmal das Schlechteste zu erwarten. Ist hier nicht ein Widerspruch zu Konfuzius' "Setze niemals etwas voraus" zu erkennen. Nein. Wir setzen nichts voraus (Imperativ), sondern wir unterstellen den Konjunktiv. Wir unterstellen einer Situation die Möglichkeit, besonders negative Auswirkungen mit sich ziehen zu können. Beispielsweise den Ausgang eines Kundengesprächs oder einer wichtigen Verhandlung.
Nehme ich mir bei meinem Kunden drei Abschlüsse vor und er zeichnet nur einen, bin ich enttäuscht und fange wieder an zu zweifeln. Leider ja. Gehe ich aber völlig unbefangen und mit Erwartung NULL (weil - noch weniger geht nicht) an die Sache und realisiere diesen EINEN Abschluss, dann habe ich das erhalten, was ich mir vorher nicht unterstellt habe.
ERFOLG.
Also doch ***! Wenn Sie es so sehen, will ich Ihnen keinesfalls davon abraten, es zu ändern. Setzen Sie sich nicht unter Leistungsdruck. Und wenn mein Chef mich unter Druck setzt und 5 Abschlüsse in der Woche fordert? Dann stellen wir uns die Frage, ob dies zu realisieren ist. Will heißen: Wie viele Ihrer Kollegen erfüllen das Planziel? Jeder? Keiner? Nur einer? Aha. Kommen wir der Sache schon näher.
Es kann nicht jeder DER Star sein. Auf dem Podest mit der 1 hat's dafür nicht ausreichend Platz. Es MUSS die ZWEI und die DREI geben, sonst bröselte unsere Mathematik in kleine Teile auseinander. Ein Beispiel gefällig?
Schumi fuhr, wie bekannt, auch in der vergangenen Saison allen anderen davon. Wer war ZWEITER und DRITTER? Nun? Treten diese Piloten in dieser Saison etwas nicht mehr an, nur weil deren Selbstvertrauen, aufgrund der Tatsache nicht ERSTER geworden zu sein hinüber ist? No no. Sie treten wieder an. These, Synthese und in der neuen Saison streben sie die Antithese an.
Sie haben sich zwischenzeitlich erholt, verwöhnt, sich etwas gegönnt und hart trainiert. Ihr Geschoss (und ihr Equipment) wurden auf Vordermann (und Vorderfrau) gebracht und nach allen bisherigen technischen Erkenntnissen optimiert.
"Positiviert", wenn man so will. Also? Nicht alles glauben, was da her kommt. Sich keinem Dogma kritiklos unterwerfen und erst einmal alles auf NULL setzen. Kommt null dabei raus, haben Sie keinen Verlust erlitten, weil Sie ohnehin damit rechneten (***). Kommt aber EINS dabei raus, sind SIE wieder vorne und im Rennen.
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