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money-baer Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2002 Beiträge: 779 Wohnort: /Mfr.
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Verfasst am: 7.Apr 2003 19:17 Titel: das Öl von IRAK ....? |
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HINTERGRUND: Ölanlagen im Irak brauchen
Milliarden - US-Firmen in Starloechern
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die in vielen Schreckensszenarien heraufbeschworenen
verheerenden OEl-Braende im Irak sind ausgeblieben. Nur eine Hand voll der mehr als 1.100
irakischen OElquellen brannten bislang, und die meisten Feuer sind von kuwaitischen und
amerikanischen Spezialisten bereits unter Kontrolle gebracht worden. Dennoch duerfte der grosse
Geldsegen nach der Wiederaufnahme der irakischen Produktion noch lange auf sich warten lassen.
In Rumaila, wo rund 60 Prozent des irakischen OEls gefoerdert wurden, sei vorerst nicht an ein
Anfahren der Produktion zu denken, berichtete Brian Burridge, Kommandeur der britischen
Truppen im Golf, die das Gebiet im Sueden des Landes eingenommen hatten. "Die Felder sind in
fuerchterlichem Zustand. Es wird mindestens drei Monate dauern, bevor dort wieder gepumpt
werden kann."
IRAKISCHES OEL FAELLT SEIT KRIEGSBEGINN AUS
Die OElindustrie hatte gehofft, dass die irakische Produktion in Kuerze wieder angefahren wird. Das
irakische OEl, rund drei Prozent des Weltverbrauchs, faellt seit Kriegsbeginn auf den Weltmaerkten
aus. Unruhen und Streiks haben die Produktion in Venezuela und Nigeria drastisch beeintraechtigt.
Auch die US-Regierung setzt auf baldige OElfoerderung im Irak, damit die Einnahmen fuer die
Versorgung der Bevoelkerung und den Wiederaufbau herangezogen werden koennen.
Die Anlagen sind dem ersten Augenschein nach rostiger und veralteter als erwartet. "Die
Infrastruktur ist hoffnungslos veraltet", sagt Energieexperte Herman Franssen vom Center for
Strategic and International Studies (CSIS) in Washington. Die jahrelangen Sanktionen und duerftige
Wartungsarbeiten haben die Industrie dahin siechen lassen. Weil Ersatzteile und Knowhow fehlten,
fuerchten viele Experten, dass die Felder bleibende Schaeden erlitten haben.
PROGNOSE: SECHS MILLIARDEN DOLLAR INVESTITIONEN
Die Produktion auf das Niveau vor der irakischen Invasion Kuwaits zu bringen, rund 3,5 Millionen
Barrel pro Tag, brauche mindestens zwei bis drei Jahre, schaetzt Franssen. "Die Produktion koennte
zwar schneller wieder hochgefahren werden, doch die Iraker muessen die Anlagen zuerst
modernisieren, damit die Reservoire nicht weiter geschaedigt werden." Auf sechs Milliarden Dollar
schaetzt er die Investitionskosten.
Diese Summe aus den OEleinnahmen selbst zu speisen, ist illusorisch. Mit dem OEleinnahmen muessen
auch die Nahrungsversorgung, der Aufbau von Gesundheits- und Schulwesen und vieles andere
finanziert werden. Die Iraker sind deshalb auf auslaendische Partner angewiesen. Dafuer stehen
amerikanische Firmen bereits in den Startloechern, argwoehnisch beobachtet von Russland und
Frankreich.
Amerikanische OEl-Firmen sind seit Wochen in Kuwait. Mit kuwaitischen Feuerloesch-Spezialisten
entbrannte schon ein Streit darueber, wer welche OElquellen loeschen darf. Die Kuwaiter, die zuerst
vor Ort waren, sprachen von Nachbarschaftshilfe, die Amerikaner setzten auf ihre Beziehungen zum
US-Militaer. US-OElfirmen und die britische BP hatten Soldaten, die fuer die Einnahme der OElfelder
vorgesehen waren, vor dem Krieg im Umgang mit OElfeldern geschult.
RUSSLAND, FRANKREICH FUERCHTEN UM IHRE OELINTERESSEN
Moskau und Paris wollen verhindern, dass die Amerikaner den Wiederaufbau allein dirigieren und
damit auch ueber die Vergabe von Vertraegen entscheiden. Das erste US-Unternehmen hat aber
bereits einen Vertrag fuer notduerftige Reparaturen in der Tasche.
Russische Firmen hatten jedoch bereits vor dem Krieg von den Vereinten Nationen abgesegnete
Vertraege ueber den Bau neuer OElanlagen fuer die Zeit nach dem Ende der
UN-Sanktionen abgeschlossen. "Wir arbeiten daran, dass die russischen Firmen so schnell wie
moeglich zu ihren Projekten zurueckkehren und mit der Arbeit beginnen", zitierte das "Wall Street
Journal" den russischen Energieminister Igor Jusufow./DP/oe/fn
QUELLE: DOERSAM BRIEF |
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