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Kreditsuchende aufgepasst!

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Goodman
*** Consulter ***


Anmeldungsdatum: 16.01.2002
Beiträge: 5415

BeitragVerfasst am: 12.Nov 2002 10:57    Titel: Kreditsuchende aufgepasst! Antworten mit Zitat

Wie Kreditsuchende betrogen werden (Quelle: http://www.bmp.de/ISBN/3-929711-08-7/node7.html)

"Solange der Markt Kreditsuchende hergibt, die von den Banken abgelehnt werden, oder die auf günstigere Konditionen hoffen, so lange wird auch das Geschäft der Kreditbetrüger blühen."

Der Berliner Rechtsanwalt Eckart Wähner zeichnet ein düsteres Zukunftsbild. Mehrere zehntausend Menschen fallen jährlich quer durch das Bundesgebiet, vor allem aber in Ostdeutschland auf Kreditschwindler herein, weiß Sven Gärtner vom Arbeitskreis "Neue Armut."

Die Betrüger lassen ihrer Phantasie freien Lauf. Wer meint, nach der Lektüre alles zu wissen, täuscht sich. Die Methoden der Betrüger sind beliebig erweiterbar, die Personen austauschbar.

Die Novum GmbH setzte kurzzeitig auch auf das beliebte "Generalspiel": Der Darlehensnehmende muß 10 000 Mark einlegen und sechs weitere "Kunden" finden, die die gleiche Summe zahlen und ebenfalls sechs neue Opfer der Novum ausliefern. Anschließend - so das Versprechen - soll der Darlehenssuchende 60 000 Mark von einer Bruttokreditsumme in Höhe von 120 000 Mark ausgezahlt bekommen. Der Rest werde gewinnbringend angelegt. Doch weder zu dem einen noch zu dem anderen kommt es.

Die Braunschweiger Kivi GmbH hat den europäischen Binnenmarkt als Lockmittel entdeckt.

"Endlich auch in Deutschland - Eurocredite auch ohne Auskunft" lautet der Werbeslogan, um anschließend den Kunden moderne Märchen zu verkaufen.

"Die Eurobanken stellen hohe Summen günstiger Darlehen für die Bürger in Deutschland bereit. Diese Gelder werden überwiegend ohne Auskünfte und ohne große Formalitäten vergeben."

Also: Kredite auch bei negativen SCHUFA-Auskünften und überzogenen Girokonten, selbst der Offenbarungseid soll kein Hinderungsgrund sein. Ihre Kunden sucht sich die Kivi GmbH allerdings selbst aus. Vor allem in den neuen Bundesländern werden überraschte Bürger angeschrieben. Wer einen Hausbesuch und intensive Kivi-Beratung wünscht, sollte wissen: 2500 Mark müssen als Reisekosten für den Außendienstmitarbeiter berappt werden. Wer daran keinen Anstoß nimmt und einen Kredit in sechsstelliger Höhe beantragt, kann seine Scheine bündelweise aus dem Portemonnaie ziehen: 36 000 Mark Eintrittsgeld ins Reich der Abzocker.

Andere gaukeln ihren leider zu gutgläubigen Kunden eine wundersame Geldvermehrung vor. So wie die inzwischen nicht mehr existente Euro Concept Cottbus (ECC), deren Ex-Firmenchef Josef Riedel rechtskräftig zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Über die stille Beteiligung von "Treuhand-, Verwaltungs-, Gesellschaftsverträgen" versprach Riedel bei einer Mindestbareinlage von 5000 Mark, auf ein Jahr angelegt mit einer branchenüblichen Kündigungsfrist von drei Monaten, eine monatlich hohe Rendite von zwei Prozent. Wer wenigstens 50 000 Mark einlegt, sollte sogar 2,5 Prozent Rendite erhalten. Das hört sich gut an, kommen auf diese Weise doch immerhin 24 bis 30 Prozent Kapitalzuwachs im Jahr zusammen. An diesen Märchen glaubte das Ehepaar Steiner, wenngleich beide anfangs nur eine kleine Summe investierten. Das Geld schien aber in der Tat - wie von den ECC-Mitarbeitern versprochen - gut angelegt zu sein. Die Renditen flossen, wurden sogar auf Wunsch in bar ausgezahlt. Das verleitete Familie Steiner dazu, aufs Ganze zu gehen: Sämtliche Ersparnisse einschließlich die der Enkeltochter legten sie bei ECC an. Ein entscheidender Fehler, denn darauf hatte ECC-Chef Riedel nur gewartet. Die monatlichen Renditen blieben aus, das Geld aus gekündigten Verträgen wurde nicht zurückgezahlt. Riedel hatte sich ein weiteres Mal auf Kosten anderer bereichert. Als die Kripo seinem Treiben ein Ende setzte, hatte er mehrere hundert Kunden um rund zwei Millionen Mark geprellt.

Das Problem der Kredithaie mit ihren Wucherzinsen ist ebenso weiterhin existent. Auch auf diese Gauner fallen jährlich tausende herein. Menschen, denen das Wasser bereits bis zum Hals steht, und die nach Abschluß eines Kreditvertrages mit 30 Prozent Zinsen und mehr vollends dem Verderben ausgeliefert sind.

Der große Renner auf dem privaten Kapitalmarkt sind derzeit jedoch die sogenannten Deposit-Darlehen.
"Sie scheinen verlockend, weil diese Kredite quasi zins- und tilgungsfrei angeboten werden", weiß Kriminaloberrätin Petra Klein vom Berliner Landeskriminalamt aus zahlreichen Vernehmungen mit Opfern und Tätern.
"Die Täter, die Deposit-Darlehen versprechen, haben früher nur Kapitalanlagen vermittelt."

Jetzt satteln sie um und verbinden das eine mit dem anderen:

Kreditbetrug mit Anlagebetrug.

Die Gauner verstehen ihr Handwerk. Geschickt suggerieren sie ihren ahnungslosen Kunden, die Geschäfte spielten sich in der hohen Finanzwelt ab. Die Opfer nehmen alles für bare Münze. Und hören es gerne, wenn über die hiesigen Banken hergezogen wird, die nur in die eigene Tasche sacken. Ein leichtes Spiel für professionelle Abzocker, dem Kunden anschließend von der Notwendigkeit einer Kapitaleinlage zu überzeugen.

"Viele Geschädigte rennen zwar durch zehn Geschäfte, um den billigsten Staubsauger zu kaufen, bei Geldgeschäften lassen sie aber die notwendige Sorgfalt vermissen. Da spielt die reine Geldgier eine große Rolle", vermutet Petra Klein vom LKA Berlin.

Oder die Lust am Pokern. Höchstens zehn Prozent brauchen tatsächlich einen Kredit, den wenigsten steht das Wasser bis zum Hals.

"Die meisten wollen eine günstige Kapitalanlage abgreifen und werden erst durch die Deposit-Darlehen arm", schätzt die Kriminalistin.
Oder gehen als Betrieb pleite. In Brandenburg hat ein Unternehmer Konkurs anmelden müssen, weil ihn Kreditbetrüger um eine sechsstellige Summe prellten. Mit ihm sind nun auch seine 90 Angestellten dem rasanten sozialen Abstieg ausgeliefert.

"Das beginnt damit, daß Miete und Stromrechnungen nicht mehr gezahlt werden können, und endet häufig mit Obdachlosigkeit", kennt Sven Gärtner vom Arbeitskreis Neue Armut zahlreiche schicksalhafte Beispiele.

Der finanzielle Verlust vieler Geschädigter ist die eine Seite der miesen Machenschaften von Betrügern. Die sozialen Folgen die - weitaus schwerwiegendere - andere Seite. Ein besonders trauriges Kapitel stellt die Geschichte von Heidi Strauch dar, Inhaberin einer Gaststätte am Stadtrand von Guben. Seit Monaten geht ihr Umsatz zurück, die Gäste bleiben aus. Der Grund: Sie hat sich auf das sogenannte "Prolog-Spiel" der "Prolog Verwaltungs- und Vertriebsgesellschaft mbH Bochum" mit Sitz in Cottbus eingelassen. Eine Bekannte hatte sie für dieses "mathematische Anlagesystem" als ehrenamtliche Mitarbeiterin geworben.

Die Spielregeln: Jeder Teilnehmer muß 250 Mark einlegen und sollte nach einem Vierteljahr 1750 Mark erhalten, nach einem Jahr sogar das Doppelte. Um letzte Zweifel bei den Kunden zu zerstreuen, bescheinigen auf der Rückseite des Spelscheines die Prolog-Mitarbeiter, daß jeder, der innerhalb eines Jahres nichts gewinnt, seinen Einsatz zurückerhalte. Heidi Strauch glaubt an das Finanzwunder und fragt nicht, warum Menschen, die so leicht Geld vermehren können, überhaupt noch als Vermittler tätig sind. Sie kauft acht Spielscheine für 2000 Mark.

Viel schlimmer: Sie wirbt die gesamte Stammkundschaft ihrer Gaststätte ebenfalls an, etwa 100 Leute. Doch aus der wundersamen Geldvermehrung wird nichts, Prolog-Chef Klaus Kotzian vertröstet seine Kunden. Die Mitarbeiter hingegen setzt er unter Druck, weitere Spielscheine zu verkaufen. Heidi Strauch soll schließlich ihre Gaststätte verkaufen und nur noch für Prolog arbeiten. Sie weigert sich und wird gekündigt. Das ändert nichts an der Tatsache, daß ihre Gaststätten-Kunden - darunter viele Rentner, die ihr Erspartes im wahrsten Sinne des Wortes aufs Spiel setzten - immer unruhiger werden und auf ihr Geld warten. Geld, daß sie selbstverständlich niemals wiedersehen werden. Jeden Abend Ärger in der Gaststätte.

"Das ging sogar soweit, daß einer meiner Kunden mit 'ner Pistole drohte" berichtet Strauch. Inzwischen droht niemand mehr, denn es kommt niemand mehr in die Gaststätte von Heidi Strauch. Sie steht kurz vor der Pleite.

Das Verliererspektrum ist groß: Vom Bauhilfsarbeiter über Bankangestellte bis zum Universitätsprofessor - sie alle gehen unter beim Pokern mit gezinkten Karten auf dem privaten Kapitalmarkt. In den neuen Bundesländern sind vor allem klein- und mittelständische Betriebe betroffen, weil viele Banken kaum noch Investitionskredite vergeben.
"Eine Gerüstbaufirma aus Magdeburg wollte 900 000 Mark, eine große Brandenburger Regionalzeitung hat ebenfalls bei mir um einen Kredit nachgefragt" erzählt Ex-Vermittler Joseph Lachs.

Das Geschäft blüht, der graue Kapitalmarkt ist zum größten Teil unseriös.
"Das sind professionell arbeitende ehemalige Geschäftsleute aus der Bankenbranche, die mit weit verzweigten Firmenkonstruktionen eine schnelle Mark machen wollen", weiß der Berliner Rechtsanwalt Eckart Wähner.

Die Nachfrage ist schier unersättlich. Viele, die bereits einmal ausgenommen wurden, versuchen es ein zweites und drittes Mal. Viele denken sich: "So dumm bin ich nicht wieder". Und geraten ohne Umweg an den nächsten Betrüger.

"Ich habe Leute als Kunden gehabt", wundert sich Klaus Jäger, der Ex-Geschäftsführer bei Spreewald-Finanz, "die sind bereits dreimal auf die Nase gefallen, haben Beträge in fünfstelliger Höhe verloren und geben dennoch nicht auf."

Zu ihnen zählt Richard Vogel, der gescheiterte Jungunternehmer aus Sachsen. Seinen Betrieb mußte er inzwischen aufgeben, die drei Angestellten entlassen. Entmutigen läßt er sich trotzdem nicht.
"Künftig zahle ich aber erfolgsbezogen. Geld gibt es nur noch, wenn das Darlehen geflossen ist", meint der gute Mann gelernt zu haben.

Von Erfolg gekrönt sind inzwischen die Bemühungen von Andreas Brandt. Der Brandenburger hat einen Darlehensgeber auf dem privaten Kapitalmarkt gefunden, konnte den Handwerksbetrieb inzwischen übernehmen.

"Zu annehmbaren Kreditkonditionen", wie er meint: Der Jahreszins liegt immerhin nur bei 30 (!) Prozent. Eine Frage der Zeit, bis er dort wieder auftaucht, wo er schon einmal Hilfe gesucht hat: beim Arbeitskreis ,"Neue Armut" in Berlin. Diesmal allerdings liegt der Strick bereits fest angezogen um Brandts Hals. Er ist hoffnungslos verschuldet.
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Anmeldungsdatum: 29.10.2002
Beiträge: 21
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BeitragVerfasst am: 12.Nov 2002 18:37    Titel: Auch die Sparkassen Arbeiten mit unfairen Methoden Antworten mit Zitat

Ein fall aus unserer Praxis, Transportunternehmer möchte sich selbstständig machen, klar als seit Kind auf die Sparkasse eingeschworener Bürger geht es mit seinem wenig ersparten zu seiner Filiale und spricht mit seinem ach-so-vertrauten Finanzberater. Nach etlichen Fragen der Sicherheiten ( keine einzige nach Bussinesplan, etc.) gibt es für den Gründer erst einmal viel zu tun den man hat ihm gesagt ein Dta. oder Kfw Darlehen gibt es bei der Bank nicht das müsste er beantragen und mit diesen Unterlagen dann wieder Vorsprechen. Gesagt getan der Unternehmer kommt mit den Anträgen zurúck ............ nach einer weile erhälte er das sogenannte Existenzgründergeld , 35.000,- € gegen Sicherheiten und Verpfändungen von Guthaben in höhen von 28.000,-€ ( Die Bank hat aber auch eine 100% Bürgschaft von Dta.) desweiteren wird noch eine Kreditausfallversicherung verkauft. Effektiv kostet dieses ( güüüünstige ) Fördergeld nun 13,8 % p.a. . Bei anderen Banken gibt es teil-besicherte Kredite bereits für z.b. 7,2% p.a.Wir denken das das ein Abzocken von noch relativ unwissenden Jungunternehmern ist.

Manuel Casas
Euroconsulting t2t Asesoria de Transporte S.L.
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Goodman
*** Consulter ***


Anmeldungsdatum: 16.01.2002
Beiträge: 5415

BeitragVerfasst am: 8.Dez 2002 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Manuel,

was gedenken Sie und Ihr Unternehmen gegen diese Art Abzocke zu unternehmen?

Wie finanziert man sich in Spanien? Können Deutsche in Spanien auch Gelder vom Staat bekomen, als Firmengründer?

Man braucht für viele Sachen keinen Meisterbrief, könnte doch der deutsche Klemptneraltgeselle easy nach Mallorca gehen und da seine Brötchen verdienen. Sodann noch auf eigen Kappe.. Ist das alles möglich? Was meinen Sie?

Schönen Gruss nach Espana!
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Anmeldungsdatum: 29.10.2002
Beiträge: 21
Wohnort: aptdo. 155 E-29730 Rincon de la Victoria Málaga

BeitragVerfasst am: 9.Dez 2002 10:16    Titel: RE: Spanien Antworten mit Zitat

Hola David
1. Was soll man schon gegen diese Art der Kreditbearbeitung tun, ausser den Kreis der Clienten auf die möglichkeiten aufmerksam zu machen. Es ist nunmal so das auch eine Bank ein erfolgsorientiertes Unternehmen ist und dadurch daran gehalten ist, Gewinne zu erzielen. Moralisch kann man das sicher anders sehen und machen und manchem Existenzgründer aus finanzieler Sicht von dem Vorhaben abraten. Dann würde man aber kein Geschäft machen oder hätte wesentlich mehr an Beratungsaufwand. Das ist aber nicht der Geschäftsgegenstand einer Bank, desweiteren fehlen auch qualifizierte Mitarbeiter die eine sogenannte Gründerberatung machen können.

2. Auch in Spanien gibt es Förderprogramme vom Staat oder aus dem EU - Topf, die Wege diese zu Beantragen sind ähnlich der Deutschen ebenso sind diese Fördergelder limitiert. Auch als Deutscher kann man diese Förderungen erhalten, hierzu ist aber ein fester Wohn- oder Firmensitz in Spanien nötig. Bei anderen Finanzierungen sind die Bedingungen fast gleich ( Sicherheiten, etc. ) Vorteilhaft ist in Spanien das Banken bei Kreditvergaben positive Erfahrungen haben. Gerade im Bereich der Immobilienfinanzierung auch Gewerbeimmobilien.

3. Natürlich kann ein Deutscher nach Spanien gehen und je nach Berufszugangsverordnung in Spanien eine Selbstständigkeit beginnen.
Das kann in den verschiedensten Formen geschehen, ob als Autonomo( auf eigene Rechnung) oder bis zur S.A. ( AG). Aufgrund der relativ günstig zu Gründenden Form der Sociedad Limitada ( GmbH) sind die mehrzahl der Unternehmen in Spanien als S.L. eingetragen. Das Stammkapital liegt bei 3006,-€. Das S.L. Gesetz ist mit dem Deutschen zu vergleichen. Besonderheiten gibt es aber hinsichtlich der Steuern die in vielen Fällen günstiger sind. Auch kann man mit dieser Art von Gesellschaft Niederlassungen im Ausland betreiben diese sind allerdings dann im z.b. Deutschen Handelsregister einzutragen. Man kann aber auch Aufträge im Ausland ausführen.

Viele Grüsse aus Spanien
Manuel Casas
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