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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1187 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 6.Jan 2007 17:38 Titel: Whisky - Whiskey |
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Whisky (in Irland und in den USA überwiegend Whiskey) ist ein aus Getreide durch Fermentierung und Destillation gewonnenes alkoholisches Getränk. Das Wort Whisky, erstmalig 1736 erwähnt, leitet sich vom Schottisch-Gälischen ab und bedeutet Lebenswasser.
Whiskey aus Irland wird heute nur noch an wenigen Standorten hergestellt, da im Laufe der Zeit eine Zentralisierung durch Aufkäufe kleinerer Brennereien stattgefunden hat. Auch existieren in der Herstellung einige Unterschiede im Vergleich zu den schottischen Whiskys. So wird hier grundsätzlich nicht über Torffeuer getrocknet bzw. geräuchert, was zum gänzlichen Fehlen des für einige namhafte Scotch-Sorten typischen Rauchcharakters führt. Irischer Whisky schmeckt in der Regel also milder.
Darüber hinaus wird er dreifach destilliert und erhält wesentliche Geschmacksmerkmale zum einen durch das hier übliche Verschneiden (Blending) und zum anderen durch unterschiedliche Reifeprozesse in verschiedenartigen Fasstypen (Sherry-, Bourbon-, Portweinfässer). Allerdings beträgt auch in Irland die Mindestreifedauer drei Jahre. Neben dem traditionell verschnittenen Whisky, also den Vatted-Sorten (von engl. vat = Mischfass) produziert man in Irland zunehmend auch Single Malts, ihr Marktanteil ist jedoch nach wie vor vergleichsweise gering. Die USA sind die Heimat des Bourbon – aber auch anderer Whisk(e)y- Arten wie Corn, Rye und Tennessee. Von europäischen Experten oft eher etwas herablassend beurteilt, finden sich auch unter den amerikanischen Whiskys interessante Besonderheiten, die es zu entdecken gilt. Der klassische
Bourbon, der seinen Namen ursprünglich der französischen Königsfamilie verdankt, muss aus einer Maische gebrannt werden, die mit mindestens 51% aus Mais angesetzt wurde, in der Regel ist der Maisanteil jedoch wesentlich höher (65-75%). Ähnliches gilt für den so genannten Rye, also den Roggen-Whiskey, auch er muss zu wenigstens 51% aus Roggen bestehen, um diesen Namen tragen zu dürfen. Rye ist der ursprünglichere Whiskey der USA und wurde erst allmählich vom Bourbon verdrängt. Gemein ist allen amerikanischen Whiskey-Sorten, dass sie mindestens zwei Jahre in frischen Eichenfässern ruhen, deren Innenseiten zuvor mit Feuer behandelt wurden. Dieses Auskohlen bewirkt zum einen das Karamellisieren des vorhandenen Zuckeranteils im Holz, der gemeinsam mit der entstehenden Holzkohle dem Brand sein typisch würziges Aroma verleiht. Tennessee Whiskey wird zu mindestens 51% aus Mais und zu mindestens 20% aus Roggen, Weizen oder Gerste gewonnen. Vor der Fasslagerung wird er über eine drei Meter hohe Schicht aus Holzkohle gefiltert, um unerwünschte Araomastoffe zu entfernen.
Besteht die Maische zu 80% bis 100% aus Mais spricht man von einem Corn-Whiskey. Diese spezielle Art muss ebenfalls mindestens zwei Jahre lagern – dies kann aber auch in gebrauchten, unverkohlten Eichenfässern geschehen.
Auch aus Kanada kommen einige internationale Whiskymarken. In der vormaligen britischen Kronkolonie setzt man beim Maischegrundstoff überwiegend auf Roggen. Allerdings sind hier auch weitere Zusätze gestattet, wie zum Beispiel Sherry, Obstwein oder Fruchtsäfte – 180 Genuss wenn auch nur in geringen Mengen (bis zu 2 %). Im Gegensatz zu den amerikanischen oder schottischen Bränden sind kanadische Whiskys in der Regel blended, also Verschnitte aus mehreren Destillerien. Besonders beliebt sind sie vor allem in Cocktails, was sicherlich darauf schließen lässt, dass sie für Experten keine echte geschmacklichen Herausforderungen darstellen.
Auch in anderen Ländern produziert man inzwischen Whiskys, unter anderem auch in Japan, Österreich, Australien, Frankreich und der Schweiz – dort heißt es dann „Swissky“. Auch in Deutschland versucht man sich schon länger an der Whiskydestillation, der wohl bekannteste Vertreter dürfte die Marke „Racke Rauchzart“ sein, ein Grain Whisky aus Weizen und Gerstenmalz. Etwas ganz Besonderes ist der SLYERS, ein echter Single Malt Whisky aus dem oberbayerischen Schliersee.
Vertrieben von der Destillerie Lantenhammer, entsteht dort seit 1999 ein recht exklusives Tröpfchen, das in einer limitierten Menge von derzeit 6.000 Flaschen auf den Markt kommt und nur über den ausgesuchten Fachhandel erhältlich ist.
Richtig Whisky trinken
Im Gegensatz zum Filmcowboy, der seinen Whisky am liebsten becherweise herunterstürzt, bevorzugt der Gentleman ein spezielles Procedere zum Verkosten der feinen Gerstenbrände. Hierfür werden zunächst einige Zutaten benötigt: etwas Weißbrot oder wahlweise englische Biskuits, einen Krug mit Wasser (natürlich ohne Kohlensäure) und ein passendes Glas. Hier eignet sich keineswegs der so genannte Tumbler, der geschliffene Glasbecher mit großem Durchmesser, den man traditionellerweise aus amerikanischen Filmen kennt. Eher sollte es schon ein spezielles Glas mit einem Stiel und einer engen Öffnung sein, ähnlich wie man es von guten Rotweinkelchen her kennt – allerdings in deutlich kleineren Dimensionen. In ihm soll sich das Aroma sammeln und konzentriert nach oben hin abgegeben werden. Ein Tumbler disqualifiziert sich hier bereits durch seinen dicken Boden, der – in der Hand gehalten – sehr schnell Wärme speichert und den Whiskey übermäßig erhitzt.
Der erste Schritt des Verkostens ist das Eingießen des Whiskys, etwa einen Finger breit. Nun kann in Ruhe die Farbe begutachtet werden, denn nicht zuletzt hier gibt es wesentliche Unterschiede, die jedoch mit steigender End-Segment begeben und Fassabfüllungen von bis zu 70% genießen möchten, muss per Hand verdünnt werden. Denn Alkoholwerte über 50% betäuben die Sinneszellen der Zunge und würden letztlich dazu führen, dass man von dem edlen Getränk nicht einmal die Hälfte schmeckt. Hier muss man als Anfänger unter Umständen ein wenig mit der Wassermenge experimentieren, bis man mit etwas Übung das perfekte Mischungsverhältnis erreicht.
Der Rest der Verkostung dürfte zumindest Weinkennern bereits geläufig sein. Zuerst kommt die Nase ins Glas, um mit den wesentlich feineren Sinneszellen des menschlichen Riechapparates das Aroma zu erschnüffeln.
Dann wird eine keine Menge Whisky aufgenommen und im Mund hin und her bewegt, um eine weitere Erwärmung, und damit die Expansion des Aromas zu ermöglichen. Zugleich sollte etwas Luft eingesaugt werden, die die Ausbreitung der schmeckbaren Moleküle verbessert. Zuletzt lässt man den Whisky nach hinten ablaufen und kann ihn dann schlukken, um den Abgang zu bewerten. Zwischen den einzelnen Proben sollte immer etwas Weißbrot verzehrt werden, um den Geschmack des vorausgegangenen Getränks zu neutralisieren.
Empfehlenswerte Marken
Geschmack ist bekanntlich Geschmackssache, daher lassen sich kaum allgemeingültige Empfehlungen aussprechen, die jedermanns Gusto treffen. Hier dennoch einige Whiskys, die es sich zu versuchen lohnt.
Schottland:
Besonders in Schottland gibt es so viele kleinere Brennereien und eine solch große Auswahl an Whiskys, dass man nur ansatzweise Tipps geben kann. Dennoch hier einige Versuche:
Talisker, Macallan, Bowmore, Lagavulin, Ardbeg, Laphroaig, Highland Park, Balvenie. Bekannt sind auch die Händlerabfüllungen von Gordon & MacPhail oder WM Cadenhead Ltd.. Bei Scotch gilt insgesamt die Losung: Probieren geht über Studieren.
Irland:
Die Blends Midleton Very Rare, Tullamore Dew, Inishowen oder die Single Malts Bushmills, Locke’s 8 Year Old, Red Breast
USA:
Elijah Craig, Wild Turkey, Blanton’s, Buffalo Trace oder Maker’s Mark –ein Kentucky Straight Bourbon Whisky (hier ohne E!), der unter Kennern als "einsame Spitze" gilt.
Kanada:
Black Velvet, Forty Creek Barrel Select, Tangle Ridge 10 Years
Japan:
Yamazaki Suntory (sprich: Santori), Nikka
Bleibt uns nicht mehr zu sagen als: PROST - und bedenken Sie, weniger ist oft mehr! _________________ Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)
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