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jbg Pathfinder
Anmeldungsdatum: 23.04.2003 Beiträge: 430 Wohnort: Wuppertal
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Verfasst am: 15.Jun 2004 12:11 Titel: Der MLM-Beobachter |
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Der MLM-Beobachter (http://www.mlm-beobachter.de) wird ja hier oft angeführt, um darzustellen, wie negativ das MLM doch ist.
Sicherlich werden viele Networker diese Informationen als etwas unangenehm empfinden, stellen sie doch das "Weltbild" vom unermeßlichen Reichtum durch Network und die umgebenden Lebensbedingungen kritisch in Frage.
Wie gehe ich damit um?
Meine Einstellung ist, daß man das Network ruhig ausprobieren kann, sofern man diesen Punkt "Wohlstand durch Downlineaufbau" nicht überbewertet. Es kann passieren, muß aber nicht. Wer im Network als Einzelhändler Erfolg haben will, der kann als Übung auch ruhig mal im herkömmlichen Einzelhandel jobben gehen, um ein Gefühl für den Umgang mit Kunden zu bekommen. Da soll man sich nicht zu schade für sein.
Ich habe beispielsweise großen Respekt vor Leuten, die als Kellner im Gastronomiebereich tätig sind. Man muß freundlich bleiben, ganz gleich, wie unangenehm der Kunde auch ist. Auch im größten Streß muß jeder Kunde die richtige Rechnung erhalten, und gleichzeitig muß man auch noch diverse laufende Bestellungen im Kopf haben.
Während meiner Bundeswehrzeit habe ich einmal im Offizierskasino ausgeholfen, und seitdem weiß ich, daß das gar nicht einfach ist. Man muß sich während der kompletten Arbeitszeit stark konzentrieren, und wenn einem Fehler unterlaufen, dann zahlt man die Differenz aus der eigenen Tasche.
Zurück zum MLM-Beobachter:
Einer der Punkte, der als Kritik am MLM aufgeführt wird, ist, daß Leute dazu verleitet werden, teilweise sogar Schulden zu machen, um sich die Einkommensmöglichkeiten des MLM zu erschließen. Der Upline kann das natürlich ziemlich egal sein, für jeden, der kommt, gibt es Provision.
Nun ist das oft bei "normalen" Selbständigen eigentlich nicht anders. Man geht zur Bank, um Geld zur Geschäftsgründung zu beantragen, und muß dann von vorneherein berücksichtigen, daß da Kredite zurückzuzahlen sind.
Auch im MLM sollte das so sein. Man sollte sich nicht dazu verführen lassen, nur deswegen Geld zu investieren, damit es der Upline gut geht. Man kann zwar ohne Eigenkapital starten, aber dann hat man natürlich auch keine richtige Geschäftsausstattung.
Vorschlag: Man überlegt sich als erstes mal, welche Arbeitsmittel man sinnvollerweise nutzen möchte und was das kostet. Nicht unbedingt das blligste zugrunde legen, sondern lieber qualitativ hochwertige, flexible Sachen, die dazu beitragen, daß man auch nach außen einen ordentlichen Eindruck vermittelt.
Dann schaut man sich genau an, welche Provisionen beim Verkauf anfallen. Unter welchen Umständen gibt es irgendwelche Rabatte? Danach richtet es sich, wieviel man verkaufen muß, um die Kosten für seine Geschäftsausstattung wieder herauszubekommen.
Und dann muß man halt schauen, daß man die entsprechenden Umsätze zusammenbekommt. Außerdem muß man sich einen Zeitrahmen setzen. Selbstverständlich braucht jedes Geschäft eine Anlaufzeit, aber man darf auch nicht ewig irgendwelchen Träumen nachhängen.
Wenn man Network-Marketing nebenberuflich betreibt, reicht es als Ziel zunächst aus, die Geschäftsausstattung finanzieren zu können. Entstehen zusätzliche laufende Kosten, dann muß man die ebenfalls in der Kalkulation berücksichtigen.
Will man das hauptberuflich betreiben, so müssen zusätzlich die Lebenshaltungskosten beim Verkauf mit herausspringen, denn man übt ja keinen anderen Job aus.
Ich denke, wenn man sich grundsätzlich mit dieser Ansicht identifizieren kann, dann ist es auch in Ordnung, Downliner zu suchen, denen man diese Einstellung weitervermittelt.
Man kann Network-Marketing gerne bis an sein Lebensende betreiben, wenn man Spaß daran hat, aber man sollte immer darauf achten, daß Kosten und Nutzen im Einklang stehen, sonst nimmt einen die Umgebung nicht ernst. Außerdem sollte man sich dann ruhig selbst die Frage stellen, welchen Sinn eine Tätigkeit hat, die Gewinn bringen soll, wenn man keinen Gewinn erzielt.
Genauso darf keine Upline einem Networker Vorwürfe machen, der kein ausgewogenes Verhältnis hinbekommt und daher das Geschäft wieder aufgibt. Lieber sollte man den Geschäftsbetrieb des Downliners fördern, damit er den Spaß behält und dann im Gegenzug wieder Provisionen erwirtschaftet.
Auch hier gibt es allerdings eine Grenze. Man muß die Geldbeträge, die man in den Geschäftsaufbau der Downline steckt, ganz klar in Beziehung zu den Beträgen setzen, die einem der Geschäftsbetrieb der Downline dann als Provision erbringt. Es ist zwar nett und freundlich, aber ansonsten einfach nur unwirtschaftlich, mehr Geld in einen Downliner zu stecken, als er einbringt.
Fazit:
Wenn sowohl Upline als auch Downline einen auf Gewinn ausgerichteten Geschäftsbetrieb im Auge haben, der dem Endkunden möglichst einen Vorteil bietet (beispielsweise durch eine hohe Qualität der Produkte), und wenn man nicht mit der Ausnutzung irgendwelcher Träume spekuliert, dann ist Network-Marketing für mich in Ordnung.
Jürgen Böhme |
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CashDesign Insider
Anmeldungsdatum: 18.11.2004 Beiträge: 561 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 2.Dez 2004 19:42 Titel: |
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Sehr schön gesprochen, Herr Böhme.
So kann Networking Spaß machen. Wir liegen da vom Gedankengang nah beieinander.
Herzliche Grüße aus Sachsen.
Alexander Jobst _________________ Wenn es Sie am Knie friert und Ihr Hamster Brecht zitiert, tun se Senf drauf |
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