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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 26.Aug 2006 6:49 Titel: Astra-Verschlüsselung: Warnung vor Abzocke |
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Der Kabelverband FRK fürchtet mit der von SES Astra angekündigten Satelliten-Verschlüsselung digitaler Kanäle eine "Abzocke von Satelliten- wie auch Kabelkunden".
Mit der Verschlüsselung wollten Plattformbetreiber wie Kabel Deutschland, Astra oder TV-Konzerne eine direkte Kundenbeziehung zum Fernsehzuschauer erobern, um teure Mehrwertdienste zu vermarkten und den Programmwettbewerb in ein Oligopol zu verwandeln, zitierte eine FRK-Mitteilung am Nachmittag Verbandschef Heinz-Peter Labonte. Am Ende drohe auch ARD und ZDF, sich ebenfalls auf eine Verschlüsselung einlassen oder Reichweite zu verlieren, hieß es.
Für die Verbraucher bleibe zudem weniger Vielfalt an Programmen und frei wählbaren Endgeräten, da die Plattformbetreiber Spezifikationen für die Receiver vorgeben könnten, sagte Labonte. Generell sprach sich der Verband allerdings für die Verschlüsselung des direkten Satellitenempfangs aus.
"Allein schon, um die Satellitenhaushalte an den Urheberrechtentgelten zu beteiligen", hieß es in der Mitteilung. Entsprechend der technischen Kabelreichweite zahlten die Netzbetreiber ihren Anteil an der Satellitengebühr an die VG Media oder direkt an die TV-Sender. Der Kabelanschluss werde damit zwar erneut teurer, aber es sei dann eine Programmgebühr und kein Entgelt für eine vorhandene technische Dienstleistung mehr, hieß es weiter.
Unterdessen geistert seit gestern nachmittag ein Strategiepapier von SES Astra durch Internet-Foren. Darin heißt es unter anderem, dass die Programmanbieter und der Satellitenbetreiber mit maximal 20 Prozent "Dolphin"-Abonnenten bis 2008 rechnen. Einen kräftigen Schub bei der zahlungswilligen Kundschaft werde erst zwischen 2010 und 2012 erwartet - dann nämlich, wenn die analogen Sender abgeschaltet würden.
Der Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK) warnt vor der bevorstehenden Verschlüsselung von TV-Sendern. Fernsehanstalten wie ProSieben oder MTV würden besonders auf der kommenden Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin versuchen, die Zuseher mit falschen Informationen zu ködern. Die geplante Verschlüsselung der Sat-Programme sei nichts anderes als eine Abzocke von Zuschauern. "Die Entwicklung kann man wohl nicht mehr aufhalten. Aber ich sehe eine 50:50 Chance, dass sich das Kartellamt dagegen aussprechen wird", so ein FRK-Sprecher.
Kampf um Marktanteile
Die Befürworter der Verschlüsselung, wie Kabel Deutschland, Satellitenkonsortien und TV-Konzerne würden versuchen, die direkte Bindung zum Fernsehzuschauer zu erreichen, um in Zukunft teure Mehrwertdienste zu vermarkten. "Es geht hier schlichtweg um das Erzielen von Monopolstellungen, den Kampf um Marktanteile", so Labonte.
Weniger Vielfalt
Großinvestoren, die hauptsächlich aus den USA stammen, seien daran interessiert ihre Machtpositionen auszubauen und einen wettbewerbsintensiven Markt zu verhindern. Die Verschlüsselung bringt vor allem Nachteile für kleine sowie die öffentlich-rechtlichen Sender mit sich. Letztlich drohe auch ARD und ZDF, sich auf die Verschlüsselung einzulassen, um nicht an Reichweite zu verlieren. Für die Verbraucher bleibe am Ende weniger Vielfalt an Programmen und frei wählbaren Endgeräten, weil die Plattformbetreiber Spezifikationen für Receiver vorgeben können.
Verbreitung über Kabelanbieter
Der FRK fordert nun die Verschlüsselung für den direkten Satellitenempfang einzuführen, um die Satellitenhaushalte an den Urheberrechtentgelten zu beteiligen. Zudem soll die Weiterverbreitung in die Kabelnetze auch künftig Sache der Kabelnetzbetreiber bleiben, die für den Kunden alles entschlüsseln, was ankommt.
Gebührenerhöhung nicht zu verhindern
Der Verband schlägt ebenfalls vor, dass die Netzbetreiber entsprechend der technischen Reichweite ihren Anteil an der Satellitengebühr an die VG Media oder direkt an die Sender bezahlen. Es sei nicht mehr zu verhindern, dass es zu einer Gebührenerhöhung kommen wird, meint Labonte. Aber über das Kartellamt hoffe der FRK zumindest erreichen zu können, dass die Möglichkeit an der Kopfstelle zu verschlüsseln erhalten bleibt. Das Kartellamt habe sich auch in der Vergangenheit bereits gegen eine vertikale Konzentration von Programm und Kabelnetz ausgesprochen. |
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