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Ronald Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 781
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Verfasst am: 28.Dez 2005 11:48 Titel: Bet-Training für mehr Tore |
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Missionare in der Bundesliga: Geistlicher Beistand für Fußball-Profis, damit es auch hierzulande endlich mal mit der Hand Gottes klappt
Für die Profis der Fußball-Bundesliga bestand nicht nur Weihnachten die Gelegenheit zur Pflege der Besinnlichkeit. Vier Mönche aus Brasilien leisten den Kickern in der deutschen Eliteklasse schon seit geraumer Zeit geistlichen Beistand. »Profis sind die Helden der Jugendlichen und haben einen wahnsinnig großen Einfluß. Da muß man schauen, was wir zusammen tun können«, erläutert Bruder Jauri von den »Legionären Christi« das Engagement des Quartetts. Den Doppelpaß zwischen Fußball und Christenheit hat auch Papst Benedikt XVI. abgesegnet: »Er findet es klasse, daß wir selbst im Kloster Fußball spielen«.
Bruder Jauri ist einer von weltweit über 3000 »Legionären Christi«, die sich hauptsächlich für Jugendliche einsetzen. Der 25jährige, seine Ordensbrüder Patres Hubert und Clemes sowie Bruder Daniel kümmern sich speziell um das Seelenheil der deutschen Fußballprofis. Für Bruder Jauri ist Fußball damit unmittelbarer Bestandteil seines Mönch-Daseins: »Wenn ich beispielsweise mit Lukas Podolski rede, dann muß ich schon wissen, ob er am Tag vorher verloren oder gewonnen hat.«
Immer wieder sonntags tauscht Bruder Jauri seine Kutte gegen ein Sporttrikot, um selber gegen den Ball zu treten. »Schon als Junge war Fußball für mich einfach alles«, erzählt er. In seiner brasilianischen Heimat seien Fußball und Glaube ohnehin viel enger verknüpft, würden die Fußballer vor dem Spiel beten und in der Halbzeit die Bibel lesen. Daß das was bringt, hat man mehr als einmal gesehen. Trotzdem ist so etwas in Deutschland nicht üblich, wo zwar Autofahrer den Heiligen Georg ans Armaturenbrett kleben, vorm Elfmeterschießen aber keineswegs kurz mal in die Knie gehen. »Viele der brasilianischen Spieler haben Schwierigkeiten damit, daß der Glaube in Deutschland nicht so natürlich ist«, berichtet Bruder Jauri.
Der Geistliche und seine Ordensbrüder bieten sich den Stars als Gesprächspartner an, wobei die Profis nicht nur das letzte Foul beichten sollen. Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) unterstützt das Unterfangen. »Das ist eine gute Sache. Es wird keinem geschadet, und vielen nutzt es«, meint VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky.
Aus der Bundesliga erfahren die »Legionäre Christi« prominente Unterstützung. Die Dortmunder Nationalspieler Christoph Metzelder und Sebastian Kehl folgten einer Einladung zur Einweihung eines Internet-Cafes. Es gibt kleine Kapellen in Stadien wie zum Beispiel in der Schalker Veltins-Arena. Für die WM 2006 in Deutschland hat der Weltverband FIFA Religionsbeauftragte abgestellt, die das Feld für die Kapläne der WM bereiten sollen. Jeder Mannschaft, so ist es vorgesehen, soll beim WM-Turnier ein Seelsorger zugeteilt werden.
Matthias Jekosch (sid)/jW |
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