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Ronald Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 781
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Verfasst am: 10.Mai 2005 9:23 Titel: Eine Gastro-Kritik |
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Jede lesenswerte Zeitung druckt heute eine Gastro-Kritik, aber wo bleibt die Gast-Kritik? Die Weltwoche bat Kellner zu sagen, was sie denken, wenn sie ihre Kunden anlächeln. Da muss man doch einfach Trinkgeld hinlegen.
Das Personal eines erstklassigen Restaurants in Zürich erhält eines Tages die Warnung, ein besonders schwieriger Gast, «ein alter Nazi», sei im Anmarsch. Dass der rabiate Greis seine Wünsche jeweils quer durch den Saal brüllt (gelernt ist gelernt), kann die kampferprobte Servicebrigade nicht schrecken. Dass er sich «nur von Schweizern oder Deutschen» bedienen lassen will, lässt sich einrichten. Peinlich wird es hingegen, als er eine junge Serviertochter beim Tellereinsetzen (so der Fachausdruck für das Auftischen) auf den Hals küssen will. Peinlich nicht zuletzt für seine Frau, die neben ihm sitzt und die er «Mausezahn» nennt. Der eigens für ihn zubereitete Hauptgang: Taschenkrebs an einer Trüffelsauce, mundet ihm nicht. Er beordert den Küchenchef an den Tisch – und schüttet ihm die Sauce ins Gesicht. Das Happy End: Der Mann hat Hausverbot erhalten.
Sabrina, einen Sommer lang tätig im Zürcher Leitlokal für schöne Menschen mit einem Hang zu geweiteten Pupillen, wird diesen Stammgast nie vergessen: «Er bestellt ein Pferdefilet, ‹Was, so klein?, für 43 Franken?, wollen Sie mich verarschen? Ich komme jede Woche, so verjagt ihr die ganz guten Gäste›, und so weiter.» Beim Bezahlen habe er gesagt: «Das war jetzt so schlecht und teuer – von Ihnen würde ich mir nicht einmal mehr einen blasen lassen.»
Dem Mitarbeiter liegt jedoch daran festzuhalten: «Ich arbeite sehr gerne in diesem Gästesegment. Das ist Theater pur. Du bedienst Leute, die einen völlig anderen Realitätsbezug haben. Und nicht wenige haben aufgrund ihres geldgeprägten Lebens einen Knall.»
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=10857&CategoryID=73 |
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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 10.Mai 2005 15:05 Titel: |
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| ‹Was, so klein?, für 43 Franken?, wollen Sie mich verarschen? Ich komme jede Woche, so verjagt ihr die ganz guten Gäste›, und so weiter.» Beim Bezahlen habe er gesagt: «Das war jetzt so schlecht und teuer – von Ihnen würde ich mir nicht einmal mehr einen blasen lassen.» |
Och, für 43 Euro...
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