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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7645
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Verfasst am: 2.Aug 2007 20:12 Titel: Entsetzen in der Alpenrepublik |
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Die Armee der Schweiz muss womöglich ihre berühmte Soldatenklinge künftig aus China beziehen. Die Empörung ist riesig. Nun wollen einige aus dem Messer eine Waffe machen.
Die Nachricht traf das Land völlig unvorbereitet. Einen furchtbaren Satz sagte Anfang Juli ein Sprecher des Militärdepartements früh morgens im Radio: Die Schweizer Armee müsse den Auftrag zur Erneuerung des Soldatenmessers weltweit ausschreiben. Und, ja, Schweizer Soldaten würden künftig womöglich mit chinesischer Klinge das Land verteidigen.
Anschließend spielten sich Szenen ab, die an den Untergang der Swissair erinnerten. Das Telefon stand bei dem Messerhersteller Victorinox nicht mehr still, Berge von Post trafen ein und das Fernsehen eilte aufgeregt herbei. Der Tenor war stets der gleiche: nacktes Entsetzen. Ein urschweizerisches Symbol für Sicherheit und Autarkie war in Gefahr.
Wie konnte es dazu kommen? Der Auftrag für die Beschaffung des neuen Soldatenmessers 08 - es ersetzt Soldatenmesser 61 - ist mit 1,2 Millionen Schweizer Franken so voluminös, dass er nach den Richtlinien der Welthandelsorganisation WTO international ausgeschrieben werden muss. Wenn ein anderes Unternehmen ein Messer gleicher Qualität zu besseren Konditionen bauen würde, müsste es den Auftrag erhalten. Das sind die Regeln.
Bislang wünscht sich die Armee, dass die Schneideklinge des neuen Werkzeugs mit Wellenschliff versehen und arretierbar ist und mit einer Hand geöffnet werden kann. Zusätzlich sollen Kreuzkopfschraubenzieher, Holzsäge, Ahle und Dosenöffner vorhanden sein.
Die Arretierfunktion soll vor allem die innere Sicherheit des Messers erhöhen, in dem es das Verletzungrisiko verringert. Doch sie kann auch aggressiver gedeutet werden, hat der Schwyzer Rechtsanwalt Alois Kessler erkannt. "Sie macht das Messer zur Stichwaffe", sagt der frühere Oberst im Generalstab und Mitinitiant der Petition "Soldatensackmesser nur Swiss made!".
Der Clou: Für Stichwaffen gilt eine Sonderregelung: Sie können auch ohne internationale Ausschreibung beschafft werden. Die Gefahr aus Fernost wäre gebannt.
Möglicherweise unbeeindruckt von den Ständeräten aber schockiert vom Aufschrei der Öffentlichkeit teilte die Beschaffungsstelle der Schweizer Armee Armasuisse jetzt mit, dass die Spezifikationen des Messers nun doch noch nicht feststünden - und damit auch nicht das Beschaffungsverfahren.
Die Klassifikation als Stichwaffe käme Victorinox allerdings höchst ungelegen. Das Unternehmen, in der gesamten Debatte bislang nur als teilnehmender Beobachter aufgetreten, sieht das Messer als Multiwerkzeug und keinesfalls als Waffe. Selbst der Begriff Messer wird vermieden, erst recht seit dem 11. September 2001.
Victorinox zeigt sich betont gelassen - zu überzeugt ist man von Qualität und Preis der eigenen Produkte.
Die Firma ist ohnehin nicht auf den Auftrag angewiesen. Victorinox produziert täglich 55.000 Taschenmesser und Multiwerkzeuge und beliefert mehr als zehn Armeen. Der Schweizer Auftrag zur Lieferung von 65.000 Messern hätte lediglich die Größenordnung einer Tagesproduktion.
Der Imageverlust würde freilich schwerer wiegen. Für Victorinox - und auch für die Soldaten. Sackmesser 08, das ab dem Jahr 2009 verteilt werden wird, soll nicht mehr im Hosensack getragen werden, sondern in einem Gürteltäschchen. Die China-Rekruten wären mühelos auszumachen.
Quelle: SZ
Feldwerbung:
Das Bild eines Schweizer Offiziersmessers auf einer Gesamtfläche von mehr als 33.000 Quadratmetern. Es wurde im Jahr 2006 - von einem Schweizer Landwirt - mit GPS-Hilfe maßstabsgetreu auf das Feld übertragen. Eingesetzt wurden verschiedene Pflanzentypen und Farbe auf Milchbasis. Das Messer lag in der Einflugschneise des Münchner Flughafens: Es sollte von Passagieren aus der Luft gesehen werden.
Foto: ddp |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7645
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Verfasst am: 9.Sep 2008 7:41 Titel: |
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Die Patrioten können aufatmen:
Das neue Schweizer Armeemesser wird von der Victorinox AG im schwyzerischen Ibach produziert. Der Vertrag mit armasuisse wurde unterzeichnet. Er sieht die Lieferung von 75 000 Soldatenmessern für 1,38 Millionen Franken vor.
Die Abgabe an die Truppe erfolgt in der ersten Rekrutenschule 2009, wie armasuisse, das Beschaffungs-, Technologie- und Immobilienzentrum des VBS, mitteilte. Das Produkt von Vicorinox habe in der Nutzwertanalyse das beste Preis-/Leistungsverhältnis erbracht.
Aufgeschreckt durch Meldungen, wonach das Sackmesser im Ausland hergestellt werden könnte, hatte der inzwischen abgewählte CVP-Ständerat Alois Kessler im Sommer vergangegen Jahres die Petition "Soldatensackmesser nur swiss made!" lanciert.
Gemäss einem Übereinkommen der Welthandelsorganisation WTO müssten Beschaffungen ab 250 000 Franken international ausgeschrieben werden - Ausnahmen vorbehalten.
Laut armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert stellte sich jedoch bald heraus, dass nur wenige Anbieter über das technische Know how verfügen, um die gewünschte Qualität zu liefern. Zur Evaluation standen schliesslich sieben Anbieter aus dem In- und Ausland.
Das neue Soldatenmesser 08 löst das bisherige, 1961 eingeführte Messer ab. Die alte Version erfüllte die Anforderungen an Sicherheit und Technologie nicht mehr. So war zum Beispiel die Schneideklinge nicht arretierbar, und auch die Materialqualität entsprach nicht mehr den heutigen Standards.
Neben dem Messer selbst gehören - je nach Ausführung - zum Beispiel auch Schraubendreher, Schere, Nagelfeile, Holzsägen oder Korkenzieher dazu.
Das wahrscheinlich umfangreichste Schweizer Messer ist das 1345 Gramm schwere Messer Giant von Wenger. Es verfügt über 87 unterschiedliche Elemente mit 141 Funktionen. Zu den Standardwerkzeugen, die sich an der Front- bzw. Bodenbacke befinden, kommen u. a. Elemente wie Diodenlampe, Karabinerhaken, Laserpointer und Zigarrenschneider hinzu.
Es gibt inzwischen auch Schweizer Messer mit integriertem USB-Stick oder eingebautem MP3-Player. Mittlerweile gibt es auch Rettungsfunktionen, z. B. die Funktionen Frontscheibensäge, Scheibenzertrümmerer und Gurtschneider.
Quelle: sda |
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