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Vernon Newbie
Anmeldungsdatum: 20.05.2005 Beiträge: 31 Wohnort: Bonn
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Verfasst am: 23.Nov 2005 20:12 Titel: Internet aus der Gasleitung ... |
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Eine der seltsamsten Meldungen der letzten Zeit habe ich unter dem Titel "Internet aus der Gasleitung" gefunden. Was muss ich mir denn nun darunter vorstellen? Bekommt mein PC einen Gasanschluss und hat einen kleinen Brenner? Kann ich nicht ins Internet, während das Badewasser läuft? Muss ich an den Laptop eine Campinggasflasche anschrauben? Und überhaupt – sollte man nicht Elektrik von Gas fernhalten?
Tatsächlich geht es bei der Idee des US-Unternehmens Nethercomm darum, drahtlose Signale mit Breitband-Geschwindigkeit durch die Gasleitungen zu senden. Laut Nethercomm könnte man eine Übertragungsrate von 100 Megabit pro Sekunde erreichen. Billiger als die bekannte Breitband-Leitungen soll das System auch noch sein. Das lässt sich auch gut behaupten, denn getestet wurde das angekündigte System bisher noch nicht.
Experten sehen dieses Gasleitungs-Internet denn auch eher skeptisch. So erläutert Walter Leeb, Vorstand am Institut für Nachrichten- und Hochfrequenztechnik der TU Wien, dass zwar technisch nichts dagegen spricht, da sich die Funkwellen auch in Hohlleitern ausbreiten, es aber dennoch schwierig sei, da sich ja bei Gasleitungen der Durchmesser der Rohre sehr stark ändert. Bei metallischen Rohren sei es außerdem schwierig, Funkwellen verlustarm zu übertragen.
Nethercomm will für das System entsprechene Breitband-Sender und -Empfänger umbauen, um damit drahtlos Signale durch die Leitungen senden. Die Lieferung von Gas soll dabei nicht beeinträchtigt werden. Jetzt versucht man, die finanziellen Mittel für ein Pilotprojekt zusammenzubekommen, um zu beweisen, dass die Gasleitung mehr kann, als ein gerüttelt Maß feuergefährlicher Füllung zu transportieren.
Wenn ich mir überlege, dass es in einem Versuch vor einigen Jahren noch nicht einmal gelungen ist Glasfaserkabel in Gasrohren mitzuverlegen, weil die Sicherheits-Absperreinrichtungen im Weg waren, kann ich mir so ungefähr vorstellen, was bei dieser lustigen Idee herauskommt. Jeder Breitbandanschluss in der Wohnung müsste dann ja noch einmal sorgfältig abgedichtet werden. Und was passiert eigentlich, wenn irgendwo zu Reparatur- und Wartungszwecken das Gas abgestellt wird? Ist dann Schluss mit Internet und E-Mail?
Unser TÜV wird jedenfalls seine Freude an dieser explosiven Idee haben.
www.nethercomm.com |
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