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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1187 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 11.Jan 2007 10:15 Titel: Rhodri Philipps - von blauem Blut und blauen Augen |
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Ein bankrotter Investor ohne Furcht mit Adel
Ein britischer Adliger steht im Verdacht, das Nürnberger Traditionsunternehmen Hans Brochier ausgeschlachtet und so in die Pleite getrieben zu haben. Millionen Euro sind in dubiosen Kanälen verschwunden und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Schuld für den Bankrott jedoch, die trägt nicht nur der englische Finanzjongleur. Arbeitsplätze wurden durch Blauäugigkeit von Kommunalpolitikern leichtfertig aufs Spiel gesetzt.
Im Dezember 2004 macht Rhodri Philipps den Deal perfekt. Brochier geht an zwei Briefkastenfirmen, die Bromley Consulting in London und die Optional Systems mit Sitz auf den Seychellen. Deren Besitzer sind nicht zu ermitteln (gute Berater?!), die Firmen haften gerade mal mit einem britischen Pfund. Philipps selbst taucht nicht als Käufer auf. Für einen Euro wird der angeschlagene Rohr- und Anlagenspezialist Brochier schließlich verkauft, weil der neue Eigentümer auch die Schulden übernimmt.
Und trotzdem, es ist ein gutes Geschäft, denn die neuen Eigentümer bekommen elf Millionen Euro als Working-Capital-Guarantee mit auf den Weg. Damit soll der laufende Betrieb des Unternehmens gesichert werden. Doch gleich nach dem Kauf ziehen die neuen Besitzer das Geld ab, kaufen damit das kleine Chemieunternehmen LII Europe in Frankfurt.
Blaublütig, aber pleite
Um so erleichterter zeigen sich AGR-Verantwortliche, als der englische Adlige Brochier kaufen will. Über die Solvenz des Mannes aus England kümmert man sich offenbar wenig. Denn schon mit einer einfachen Internet-Recherche ist herauszufinden, dass der angeblich so finanzstarke Rhodri Philipps zum Zeitpunkt des Verkaufs bankrott ist. Erst Brochier macht ihn wieder flüssig. Denn mit der Firmenkreditkarte lässt er es sich gut gehen. Innerhalb weniger Tage gibt Philipps mehrere tausend Euro aus. So geht das anderthalb Jahre.
NRW-Ministerin ließ sich blenden
Möglich war das nur, weil in Deutschland niemand genau genug hinschaute. Auch Christa Thoben nicht, heute Wirtschaftsministerin in Nordrhein-Westfalen, damals Geschäftsführerin der kommunalen RVR (Ruhrverband) und zuständig für die Kontrolle des Brochier-Deals. Ihre Aufgabe sei es nicht gewesen, den Investor auf Seriosität zu überprüfen. Fest steht: Unter ihren Augen zog der Investor die elf Millionen Mitgift ungehindert aus dem Unternehmen ab. Und knapp 200 Arbeitsplätze sind in Gefahr. _________________ Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)
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hajos Newbie
Anmeldungsdatum: 08.02.2006 Beiträge: 4
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Verfasst am: 15.Jan 2007 9:47 Titel: |
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Hallo Spiritus Rector,
ich habe da eine Verständnisfrage: Wenn ein Nürnberger Traditionsunternehmen verkauft wird, wieso ist dann eine Behörde in Nordrhein-Westfalen für die Kontrolle dieses Deals zuständig? Nürnberg liegt doch in Franken (Bundesland Bayern). Habe ich da was übersehen?
mfg
hjscholl |
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