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Sie soffen, feierten, übergaben sich, randalierten

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 1.Jun 2008 13:07    Titel: Sie soffen, feierten, übergaben sich, randalierten Antworten mit Zitat

Das ab heute geltende Alkoholverbot in Londons U-Bahn motivierte Tausende zu einer chaotischen Protest-Party in der Tube. Sechs Stationen mussten in der Nacht vorübergehend geschlossen werden.

Was als Spaßparty begann, endete im Chaos:

Tausende Fahrgäste haben in der Nacht zum Sonntag gegen das neue Alkoholverbot in der Londoner U-Bahn demonstriert. Sie feierten und tranken in Wagen und auf Bahnhöfen. Sechs Stationen, darunter die geschäftige Liverpool und Baker Street, mussten in der Nacht zu Sonntag zeitweise gesperrt werden, 17 Menschen wurden festgenommen, teilte die Polizei mit.

Nach Angaben von Augenzeugen kam es auch zu Prügeleien, viele Betrunkene übergaben sich in den überfüllten Wagen. Das Alkoholverbot in der "Tube" gilt von diesem Sonntag an. Die nicht genehmigte Party war über das Internet organisiert worden.

Laut Polizei blockierten rund 2000 Alkoholbefürworter die Bahnsteige an der Liverpool Street. Auch an anderen Stationen wurde es wegen der vorher angekündigten Partynacht extrem eng, Betrunkene fielen auf die Bahnsteige oder beschädigten die Wagen. Zahlreiche Polizisten sicherten die Bahnsteige.

Das "Saufverbot" ist eine der ersten Amtshandlungen des neuen Londoner Bürgermeisters, Boris Johnson. Der konservative Politiker will damit "asoziales Verhalten" unterbinden und für mehr Sicherheit sorgen. "Ich glaube fest, dass das Alkoholverbot in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine bessere Umgebung für alle Londoner schafft und dass wir durch das Verhindern von antisozialem Verhalten und sogenannten kleineren Vergehen auch die größere Kriminalität besser in den Griff bekommen", hatte Johnson zur Begründung gesagt.

Ab Sonntag sollen alle Passagiere, die in den öffentlichen Verkehrsmitteln trinken oder geöffnete Alkoholgefäße bei sich tragen, zum Verlassen der Züge gezwungen werden.

Die Bahnarbeitergewerkschaft warnte, dies setze die U-Bahn-Mitarbeiter einer noch größeren Gefahr aus. "Gewalt gegen U-Bahn-Mitarbeiter ist ohnehin schon ein Problem, vor allem von Seiten Betrunkener. Jetzt sollen unsere Leute auch noch auf sie zugehen und sie sogar aus den Zügen oder den Bahnhöfen werfen", sagte Gewerkschaftssekretär Bob Crow.
Quelle: cai/dpa/afp

Ach Deutschlandler, "Zivilen Ungehorsam" nennt man das..
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 21.Aug 2008 8:26    Titel: Antworten mit Zitat

Kollektives Rauschtrinken

Dass Jugendliche zusammentreffen, um sich in der Gruppe zu betrinken, ist nicht neu. Das Phänomen, das neuerdings auch in der Schweiz den spanischen Namen "Botellón" hat, überfordert vielerorts die Behörden.

Am Morgen des 19. Julis werden sich die Besucher gefragt haben, ob ein Tornado den Parc des Bastions in Genf heimgesucht habe. Am Tag nach der ersten organisierten "Botellón" hinterliessen die von Scherben und Abfall übersäten Rasen, Alleen und Treppen des Parks einen traurigen Eindruck.

Konsequenz davon: Die Behörden haben entschieden, die Pforten des Parks zu schliessen, um die für den 8. August programmierte zweite Ausgabe zu verhindern. Eine dritte ist bereits für den 22. August geplant. Am 23. soll eine in der Umgebung von Lausanne, am 29. in Zürich, am 30. August auf dem Bundesplatz in Bern über die Bühne gehen.

"Ein Fest veranstalten, ja, aber so nicht!", sagen die Behörden und suchen den Dialog mit den Organisatoren. Das Problem dabei ist allerdings, dass zu diesen kollektiven Besäufnissen spontan per Internet aufgerufen wird und niemand die Verantwortung übernehmen will.

"Wenn sich einige hundert, total betrunkene Personen in einem Park treffen, kann alles passieren, vor allem Negatives", sagt Yves Pedrazzini, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Soziologischen Laboratoriums der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne.

Laut Pedrazzini beinhaltet das Phänomen "Botellón" grundsätzlich nichts Neues. Es handle sich nur um eine aktuelle Form von sehr alten Berauschungs-Praktiken, die mit der Mythologie des Weins und des Alkohols verbunden waren.

"Es ist eine postmoderne Version des Winzerfests", meint Yves Pedrazzini, "aber hier ohne folkloristischen, kulturellen, sportlichen oder religiösen Vorwand. Anders als bei traditionellen Festen, Jahrmärkten oder beim Karneval, nennt Botellón das Kind beim Namen. Es geht einzig darum, sich zu betrinken."

Man komme sofort zum Wesentlichen, so der Soziologe. "Die traditionellen Riten verschwinden. Wir befinden uns in einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die vom Konsum geprägt ist. Die Konsumation muss schnell, ausgiebig und günstig sein."

Moralische Bedenken zu äussern, gehöre zwar nicht zu seiner Funktion, sagt Pedrazzini, trotzdem sei er beunruhigt zu sehen, wie schnell und wie viel die Knaben und Mädchen trinken, und zwar im Alter von 16 Jahren und manchmal auch weniger.

"Da entsteht ein öffentliches Gesundheitsproblem", sagt der Soziologe. "Heute trinken die Jugendlichen viel schneller, in viel grösseren Mengen und sie geben damit an. Es ist ein Spiel geworden, sich im öffentlichen Raum zu besaufen."

Ein einfaches Spiel: "Anfänglich gab es in Spanien, und vor allem in Barcelona wenigstens die Absicht, sich dafür eines besonders schönen öffentlichen Raumes zu bemächtigen, der als unberührbar galt", erklärt Pedrazzini.

Aber dieses Erfordernis ist den meisten Nachahmungen des Botellóns abhanden gekommen. "Wenn man aber ein Gesetz dagegen erlässt, könnte eine politische Reaktion daraus entstehen. Dann gingen die Leute hin, weil es verboten wäre."

Noch ist es nicht so weit.

Während die Behörden in der Romandie noch ziemlich ratlos scheinen, setzen jene in der Deutschschweiz bereits auf Repression, um ein Ausufern zu verhindern.

Jungendlichen über 18 Jahren ist es zwar erlaubt, Alkohol zu kaufen, aber sie dürfen ihn offiziell nicht an minderjährige Kollegen abgeben. Es ist zwar nicht einfach, die Einhaltung des Gesetzes zu überwachen, aber es gibt Kontrollen.

Die Stadt Chur, Hauptort des Kantons Graubünden, ist noch weiter gegangen, indem sie generell verboten hat, im öffentlichen Raum zwischen Mitternacht und 7 Uhr Alkohol zu trinken.

Obwohl Botellón sich zuerst entlang des Genfersees verbreitet hat, bevor die Sprachgrenze überschritten wurde, gibt es im Kanton Basel Landschaft bereits seit 1994 den sogenannten Harassenlauf von Münchenstein. Er wird bei Tageslicht durchgeführt und ist behördlich bewilligt.

Bei dem Lauf geht es darum, in Gruppen von zwei Personen eine Strecke von 10 km abzulaufen mit einer Harasse von 20 Halbliter-Flaschen Bier, die es vor der Ankunft leer zu trinken gilt. Für jene Teilnehmer, die trotzdem noch Durst verspürten, ist die Konsumation zusätzlicher Getränke während des Rennens erlaubt, hält das Reglement fest.

Bis zu 3000 Leute nehmen an dem "Rennen" teil, das jeweils am 1. Mai durchgeführt wird.

Die Idee stammt aus Deutschland. In Sachen Rauschtrinken, scheinen die Fantasien des Nordens jenen des Südens in nichts nachzustehen.
Quelle: M.Miseretz

    "Botellón" (Boteyon ausgesprochen) kommt vom spanischen Wort "botella" (Flasche). Das Phänomen ist Mitte der 1990er-Jahre in Spanien entstanden, aus der Gewohnheit, sich in den Städten während der Sommernächte zu begegnen, aber auch als Reaktion auf die hohen Preise für alkoholische Getränke in Bars und Discotheken.

    Es geht darum, sich in einem Park mit meist jungen Leuten zu treffen – das häufigste Alter liegt zwischen 16 und 24 Jahren - und schnell, viel und billig zu trinken. Jeder bringt die Früchte seines Einkaufs mit. Sehr im Trend liegen Cocktails oder andere Mixturen von starkem Alkohol und Limonaden.

    Eine Botellón wird spontan mit Aufrufen im Internet organisiert, zum Beispiel auf "Facebook" oder per SMS. Im Sommer 2004 haben die Makro-Botellónes in den spanischen Städten Zehntausende Jugendliche angezogen.

    Weil die Veranstaltungen regelmässig ausarten, Verwüstungen öffentlicher Anlagen und zahlreiche Jugendliche mit zum Teil schweren Alkoholvergiftungen hinterlassen, haben die Behörden mit immer strengeren Alkohol-Verkaufsverboten reagiert.

    In einigen Städten werden für die Teilnehmer eines Botellóns abgelegene Plätze mit Abfallcontainern und Toiletten zur Verfügung gestellt.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 12.Sep 2008 6:24    Titel: Antworten mit Zitat

Kurz vor Wiesnbeginn laufen Brauer, Wirte und Händler Sturm: Die Bundesregierung plant massive Maßnahmen gegen den Konsum von Alkohol jeglicher Art.

Ziel des vom Drogen- und Suchtrat entwickelten "nationalen Aktionsprogramms zur Alkoholprävention" ist es, den durchschnittlichen Konsum der Bevölkerung zu senken. Die einschlägigen Interessenverbände sehen darin jedoch keine Lösung des Missbrauchsproblems.

Bereits am 15. September sollen im Rahmen einer Anhörung in Berlin die Empfehlungen des Drogen- und Suchtrates für dieses Programm diskutiert werden. Vorgesehen ist darin, den derzeit durchschnittlichen Pro-Kopf-Konsum von Reinalkohol von rund zehn auf acht Liter im Jahr zu reduzieren. Um dies zu erreichen, soll die Promillegrenze von derzeit 0,5 schrittweise abgesenkt werden: auf zunächst 0,2 und dann, langfristig, auf null Promille.

Zudem soll jegliche Werbung für Alkohol ebenso wie Sponsoringmaßnahmen der Alkoholindustrie, zum Beispiel wie die der Paulaner-Brauerei für den FC Bayern oder auch für kleine Vereine auf dem Land, verboten werden.

Empfohlen wird außerdem, dass, wie auf den Zigarettenschachteln, sämtliche Behältnisse für alkoholische Getränke mit Warnhinweisen versehen werden müssen. Sollte die Bundesregierung dem folgen, müssten demnach künftig auch auf Wiesn-Maßkrügen entsprechende Aufschriften stehen.
Ferner ist davon auszugehen, dass nicht nur die Preise für Wein oder Schnaps, sondern auch fürs Bier hierzulande explodieren werden.

Denn der Drogenrat fordert eine "Harmonisierung" der Steuersätze für Alkohol auf EU-Ebene - was angesichts weitaus höherer Steuersätze beispielsweise in Norwegen (etwa 200 Euro pro Hektoliter Bier mehr als in Deutschland) nichts anderes bedeutet, als dass sämtliche alkoholischen Getränke hierzulande wesentlich teurer würden. Zudem sollen, ähnlich wie in Amerika, Verkaufsstellen und -zeiten für Alkohol reduziert werden.
Quelle: A.Becker
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 16.Sep 2008 13:28    Titel: Antworten mit Zitat

Beckstein findet Autofahren nach zwei Maß Bier ok

Zwei Liter Bier trinken und dann Autofahren – für Bayerns Ministerpräsident Beckstein (CSU) kein Problem, wenn der Alkohol nicht zu schnell getrunken wird.

Beckstein sagte, zwar müsse der Alkoholmissbrauch hart bekämpft werden, aber man dürfe nicht den Genuss eines Glases Bier oder Wein verteufeln. Der maßvolle Genuss von Bier und Wein gehört für ihn zur Kultur: "Wir brauchen keine prohibitionsähnlichen Maßnahmen, sondern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol. Und das muss jeder Erwachsene für sich selbst frei entscheiden können."

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat Beckstein für seine Aussage scharf kritisiert. „Ich frage mich, was ihn da geritten hat. Vermutlich hatte er gerade zwei Maß Bier getrunken, als er das gesagt hat“, monierte der GdP-Landesvorsitzende Harald Schneider.

Hintergrund von Becksteins Aussage: Am Montag fand in Berlin eine Anhörung zum „Nationalen Aktionsprogramm“ gegen den Alkoholkonsum mit Vertretern von Verbänden und des Bundes statt.

Der bayerische Gesundheitsminister Otmar Bernhard und Beckstein sprachen sich gegen die Empfehlungen des Drogen- und Suchtrates aus, wonach der Verkauf von alkoholischen Getränken beschränkt werden soll. Bayern lehnt außerdem ein umfassendes Werbe- und Sponsoringverbot, eine Senkung der Promilleobergrenze bei der Teilnahme am Straßenverkehr und weitere Steuererhöhungen auf Alkohol ab.
Quelle: Welt
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