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GoMoPa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2367
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Verfasst am: 24.Mai 2006 10:18 Titel: Spinne im Netz |
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Fast zu jedem Suchwort liefert Google eine WWW Seite, aber selbst Google kennt nicht das ganze Web.
Dass Google sich im Internet so gut auskennt, liegt an Googlebot. So heißt die automatische Surfsoftware, mit der Google das Internet permanent durchforstet. Alle Suchmaschinen nutzen solche Surf-Programme, die auch Spider, Webrobots oder kurz Bots genannt werden.
Wahllos steuern sie alle Webseiten an, deren sie habhaft werden können, vom kleinsten Forumseintrag bis zum Leitartikel. Stoßen sie beim Surfen auf einen Link zu einer neuen Webseite, besuchen sie auch diese und hangeln sich so wie eine Spinne von Seite zu Seite.
Auf diese Weise lernt die Suchmaschine das Internet Schritt für Schritt kennen. Und das immer wieder, denn Internetseiten werden verändert oder verschwinden und dies darf nicht verborgen bleiben. Umgekehrt bedeutet das: Seiten, die Googlebot noch nie besucht hat, findet man mit Google auch nicht! Dieser unentdeckte Teil des Webs ist womöglich viel größer als der, den Google kennt.
Mit angesteuerten Seiten geschieht dreierlei: Sie werden gespeichert und Google hinterlässt eine Kopie der Seite im hauseigenen Rechenzentrum. Google gibt jeder katalogisierten Seite eine Nummer und analysiert den auf der Web-Seite enthaltenen Text, aber auch andere Informationen wie Dateinamen von Bildern, den Seitentitel und die festgelegten Suchbegriffe. Daraus erstellt Google Schlagwörter, die in das Google-Verzeichnis eingearbeitet werden.
Startet nun ein Internetsurfer eine Suchabfrage, schaut Google in den Index, ob der Begriff vorhanden ist. Das ergibt meistens viele tausend Treffer - die nun nach Relevanz sortiert werden müssen, denn das Wichtigste soll in der Trefferliste ganz oben stehen.
Dazu nutzt Google ein Verfahren, das Pagerank heißt: Jede Internetseite wird vor allem danach bewertet, wie viele andere Seiten auf sie verweisen. Wie relevant die verweisenden Seiten sind, wird ebenfalls berücksichtigt. Insgesamt über 100 Faktoren spielen eine Rolle. Doch was genau wie viel zählt bei der Seitenbewertung, bleibt Googles Geschäfts- und letztlich auch Erfolgsgeheimnis!
Pagerank 10 ist übrigens das Maximalste was Google zu vergeben hat, ab Pagerank 5 werden Seiten im allgemeinen als wichtig und groß bezeichnet, Beginn der "Profiklasse". Ein Pagerank von 5 und höher ist für "Normalsterbliche" jedoch kaum zu erreichen! |
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GoMoPa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2367
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Verfasst am: 15.Jun 2006 8:16 Titel: |
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GOOGLE Vertrauenssache
Kann man dem Internet wirklich vertrauen? Oder besser gefragt: Kann man Google vertrauen? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen, je mehr verlockende kostenlose Dienstleistungen im World Wide Web auftauchen. Jetzt, aktuell, ist es, nach einer Textverarbeitung, eine erste Vorabversion einer Internet-Tabellenkalkulation von Google. Ausgeführt wird sie im Web-Browser des PC zu Hause oder in der Firma. Aber alle Daten sind - natürlich geschützt vor unbefugtem Zugriff - gespeichert auf Servern bei Google in den USA. Warum sollte man da noch Geld für ein Office-Paket ausgeben?
Vielleicht hilft es, den Begriff "kostenlos" in diesem Zusammenhang neu zu durchleuchten, um der Antwort näher zu kommen. Während Firmen wie Microsoft noch brav harte Währung verlangen, um ein Office-Paket mit Textverarbeitung und Excel-Tabellenkalkulation abzugeben, will Google angeblich nichts dafür. Na ja, außer ein paar Daten jedenfalls. Und die Einwilligung, diese auch verwenden zu dürfen. Das ist der Preis.
Ob es diesen wert ist, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Vielleicht wird man ja nur beim nächtelangen Grübeln über komplizierte Berechnungen zusätzlich von Werbung für Kopfschmerztabletten genervt.
Aber problematisch ist, dass der Kunde mittlerweile nicht mehr weiß, welchen Preis er am Ende tatsächlich bezahlt. Das liegt daran, dass er den Wert der täglich wachsenden Masse der Daten, die er Jahr für Jahr bei der Mega-Suchmaschine hinterlässt, nicht mehr überblicken kann. Er zahlt sozusagen mit seinem digitalen Leben.
Natürlich sammeln auch andere Firmen und Organisationen Daten. Aber kein anderer Dienst hat im Internet eine solche Macht erlangt wie Google. Die längst zum Wissensintegrator und Datensammler mutierte Suchmaschine verbindet jedenfalls immer mehr ihrer Angebote mit einer Registrierung, einem Google-Account. Ob E-Mail-Service, Blog-Dienst (Online-Tagebücher), Google-Talk (Online-Chat), Terminkalender oder Desktop-Suche mit Indizierung mehrerer Computer - alles läuft und sammelt Daten unter einer einzigen Identität. Man müsste sie nur zusammenfügen.
Die Google-Toolbar überträgt Adressen von besuchten Seiten an Google-Server. Und die Tabellenkalkulation weiß, woran der Nutzer gerade arbeitet und gearbeitet hat. Abneigungen, Vorlieben, Lieblingsbeschäftigungen Interessengebiete - alles sorgfältig nachgezeichnet und abrufbereit.
In die Google-Fänge geraten sogar Nichtkunden. Wer auf eine Google-E-Mail antwortet, wird genauso behandelt wie der Google-Kunde, dessen Mail nach potenziellen Werbe-Schlüsselworten durchsucht wird.
All die Daten sind natürlich nicht für fremde Augen und unberechtigte Nutzung bestimmt. Google reklamiert für sich strenge Datenschutzrichtlinien. Aber was fremd ist und unberechtigt, unterliegt nicht allein der profitorientierten Börsengesellschaft Google. Spätestens seit der vom US-Justizministerium gerichtlich durchgesetzten Herausgabe von Hunderttausenden Suchanfragen von Google, Yahoo und MSN ist klar, dass die unvorstellbaren Datenberge längst enorme Begierden geweckt haben.
Und auch Google muss am Ende des Tages Geld mit seinen Datenbergen verdient haben. Heute geschieht dies ausschließlich über Werbung. Aber diese Abhängigkeit ist einfach zu groß für ein Unternehmen, das an der Börse so viel wert ist wie Deutsche Bank und Daimler-Chrysler zusammen.
Dann, wenn die übrige Konkurrenz weg ist, könnte Google irgendwann Schluss mit "kostenlos" machen und Gebühren für seine Dienste verlangen. Ein Geschäftssystem, das fatal an das alte von Microsoft erinnert. Am Ende des Browser-Krieges lag Pionier Netscape am Boden und Microsofts Internet-Explorer trat auf dem Rücken von Windows einen ungeahnten Siegeszug an. Erst kartellrechtliche Eingriffe in den USA und in Europa konnten Microsoft letztlich bändigen. Nun wird Microsoft mit seinem Erfolgsprodukt Office mit seiner einst eigenen Waffe von Google angegriffen, die die Kartellhüter Microsoft mühsam aus der Hand schlugen. Microsoft anzugreifen, hatten schon andere versucht. So gibt es zum Beispiel schon lange ein kostenloses "Open Office". Aber diese Produkte waren alle zu klein.
Der völlig unregulierte Gigant namens Google, der heute souverän 80 Prozent des Web-Suchmarktes beherrscht und einst mit dem Slogan "Tue nichts Böses"antrat, könnte es aber schaffen - wenn die Nutzer ihm das Vertrauen schenken, das sie dem Monopolisten Microsoft wegen der gleichen Methoden einst entzogen. Das ist es eigentlich, was man Google wohl nie verzeihen wird: dass man mal Mitleid mit Microsoft bekommen könnte. |
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