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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6405
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Verfasst am: 26.Sep 2006 8:27 Titel: Uwe Barschel - Ein Opfer im Iran-Gate? |
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Während kein Tag vergeht, ohne daß die US-Regierung vor der Aufrüstung des Iran warnt, werfen neue Indizien im Todesfall Uwe Barschel ein Schlaglicht auf illegale Waffenexporte an das Teheraner Regime durch die Administration von Präsident Ronald Reagan. 19 Jahre nach dem angeblichen Suizid des ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten fordert seine Witwe eine Neuaufnahme der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. »Da geht kein Weg dran vorbei«, sagte Freya Barschel dem Politmagazin Cicero (Oktoberausgabe).
Untermauert werden ihre Anschuldigungen durch ein Buch des ehemaligen Chefredakteurs der Wirtschaftswoche Wolfram Baentsch, das in den nächsten Tagen unter dem Titel »Der Doppelmord an Uwe Barschel« erscheint. Darin wird der Fall unter Verwendung bisher unbekannter Ermittlungsakten neu aufgerollt.
Die Chronologie der damaligen Ereignisse: Am 14. September 1987 erhebt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schwere Vorwürfe gegen den damaligen Kieler Ministerpräsidenten: Er habe über seinen Referenten Reiner Pfeiffer seinen SPD-Herausforderer Björn Engholm bespitzelt. Barschel muß zurücktreten. Als die Landes-CDU Anfang Oktober Barschel zur Niederlegung seines Abgeordnetenmandates auffordert, bricht dieser seinen Urlaub ab, um in den Parteigremien um seine Rehabilitierung zu kämpfen. Auf dem Rückflug von Gran Canaria landet er am 10. Oktober in Genf, wo er am nächsten Morgen in der Badewanne seines Hotelzimmers tot aufgefunden wird.
Seither gilt die offizielle These, daß Barschel in den Freitod ging, weil er sich seiner Schuld für die Spitzelaffäre bewußt war. Baentsch kann jedoch in seinem Buch das Bekennerschreiben eines Auftragskillers präsentieren, der den CDU-Politiker »im Auftrag der größten deutschen Partei« liquidiert haben will. »Details, die in dem Brief erwähnt sind, konnte nur der tatsächliche Mörder wissen, kein Trittbrettfahrer«, meinte Baentsch.
Außerdem referiert das Buch unterdrückte Ermittlungsergebnisse: Demnach waren in der Sterbenacht fremde Personen in Barschels Hotelzimmer gewesen, und im Blut des verstorbenen fanden sich Gifte, die »niemals von Selbstmördern oder Sterbehelfern eingesetzt worden« wären, weil sie entweder entsetzliche Schmerzen verursachen oder »schon seit Jahren« nicht mehr im Pharmahandel erhältlich waren, so Baentsch. Laut Freya Barschel mußte ihr Mann sterben, weil er zuviel wußte: »Wenn ich auspacke, wackelt Bonn«, soll er gesagt haben.
Baentsch vertritt die These, daß Barschel Kenntnis von geheimen Waffengeschäften der USA hatte – das sogenannte Iran-Gate. Der Mossad lieferte in den 80er Jahren im CIA-Auftrag über Dänemark Waffen in den Gottesstaat – im Gegenzug wurde mit dem Geld der Mullahs die antikommunistische Contra-Guerilla in Mittelamerika finanziert. Schleswig-Holsteins Häfen galten als Ausweichoption, auf Privatflughäfen im Land trainierte der Mossad iranische Piloten.
Barschel wollte das stoppen. Auch bei einem anderen Rüstungsdeal stellte er sich quer: der Lieferung deutscher U-Boote an das Apartheidregime in Südafrika, eingefädelt von Parteifreund Gerhard Stoltenberg. »Ich würde Helmut Kohl fragen: War es Mord aus Staatsräson?«, empörte sich Freya Barschel gegenüber Cicero. |
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