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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1187 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 22.Dez 2006 9:54 Titel: Verkaufte Kredite - als Bankkunde fühlt man sich verarscht! |
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Stellen Sie sich vor, Sie investieren in den Bau einer gewerblichen Immobilie und nehmen dafür einen Kredit auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird Ihre Immobilie endlich vermietet. Plötzlich bekommen Sie die Mitteilung, dass Ihr Kredit ohne Ihr Wissen an einen amerikanischen Finanzinvestoren verkauft wurde. Sie sollen von nun an neun Prozent Zinsen zahlen. Das doppelte des Bisherigen. Dann wird Ihnen angetragen, einen Offenbarungseid zu leisten, obwohl Sie Ihren Zinszahlungsverpflichtungen regelmäßig und pünktlich nachgekommen sind.
Sie glauben, das kann nicht sein? Doch, denn derzeit werden Immobilienkredite häufig zu riesigen Paketen geschnürt an Investoren verkauft. Für 3,6 Milliarden Euro hat zum Beispiel der amerikanische Finanzinvestor Lone Star Kredite von der Hypo Real Estate Bank gekauft.
Die Interessenslage des Investors ist eindeutig: Er möchte die Kredite so schnell wie möglich in bares Geld wandeln und ist an dauerhaften Kundenbeziehungen eigentlich nicht interessiert. Gern werden dann plötzlich bis zu neun Prozent verlangt.
Das ist fast doppelt so viel wie der marktübliche Zinssatz und bewegt sich juristisch gesehen in einer Grauzone. Verkauft werden Kredite, die als notleidend oder hoch risikobehaftet eingestuft werden. Damit sind Kredite gemeint, in denen der Zahlungspflichtige seinen Verbindlichkeiten nicht nachkommt.
Hat die Bank versäumt, einen ehemals säumigen Zahler wieder in den gesunden Bereich einzustufen, weil dieser zwischenzeitlich genug finanzielle Mittel aufweist um die Kreditlinien zu bedienen, fällt man schnell in das Verkaufspaket der Bank. Für diese ist das natürlich ein willkommenes Geschäft: Sie verkauft ihr Risiko einfach, mitsamt den daran hängenden Bankkunden.
Wenn Sie oder Freunde davon betroffen sind, dann sollten Sie wissen, dass beim Kreditverkauf eine Datenübermittlung stattfindet. Der Betroffene muss darüber informiert werden, denn er hat ein Einspruchsrecht. Fehlt die Benachrichtigung, dann können sie die Bank wegen eines Verstoßes gegen das Bankgeheimnis belangen. Für so genannte gesunde Kredite droht diese Gefahr nicht, denn hier ist ein Verkauf nur in ganz besonderen Ausnahmefällen zulässig. SR _________________ Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)
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