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Ronald Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 781
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Verfasst am: 20.Mai 2005 9:05 Titel: Was wäre, wenn ... |
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Wowereit wieder verfetten würde?
Sympathisch an Klaus Wowereit, dem Sonnenschein der Sozialdemokratie, ist: Er ist nie bei Arbeit ertappt worden. Er ist der Politiker, der zur Gesellschaft der prekären Beschäftigungsverhältnisse paßt. Wahrscheinlich hat er im Roten Rathaus nicht mal einen Schreibtisch, sondern loggt sich mit seinem Paßwort (es ist geheim und lautet »Wowi«) an einem Rechner im Großraumbüro ein. Wenn er »ins Kabinett« schlendert, also zu dem Palaver mit den PDS-Strategen Heidi, Harri und Tommi, sieht man ihm die Gier auf heißen Bohnenkaffe und Mürbeteigplätzchen an. Sein »Arbeits«-Prinzip: »Nicht alles selber machen«. Und wenn er dereinst abtritt, ist das Tätigkeitsfeld des »Regierenden« so zusammengeschrumpft, daß man es als Praktikantenstelle ausschreiben kann.
Manchmal fragt Bild tückisch »Was macht Wowereit heute?«, und dann denkt sich der Stab hektisch Termine aus (Essen mit dem Konsul von Burundi). Wofür andere mächtig durch die Akten ackern, das macht Wowereit eher hintenrum. Seine Stärke sind Beisetzungen mit allem Brimborium in der Gedächtniskirche. Als die überfällige Brigitte Mira verstarb, trauerte der Klaus, als habe er seine Mutter verloren. Und bei Harald Juhnke hätte er sich beinahe dazugelegt, denn die beiden sind quasi jemeinsam uffjewachsen.
Leider stirbt nicht jeden Monat jemand, vor allem selten aus dem Osten. Ersatzweise muß Wowereit Dagmar »Daggi« Frederic knuddeln. Sein Gehalt nennt er im engsten Freundeskreis »die Ekelprämie«. Nun hofft sein Büro, daß es mit Herbert Köfer (89) etwas Neues gibt, denn Wowereit würde so gern in der Gedächtniskirche erzählen, daß er als Kind immer »Neumann, zweimal klingeln« auf Radio DDR gehört hat!
Vorige Woche kam Wowereit mit der Nachricht raus, er habe – nach mancherlei mißglückten Versuchen – jetzt zehn Kilo »abgespeckt«. Dabei trat erstmals mit einem weit über die nächste Bundestagswahl reichenden Versprechen vor die Berlinerinnen und Berliner: Er werde dieses Gewicht halten. Und verkündete sein Programm: »Trennkost, Trennkost, Trennkost!«.
Das hat beim sozialistischen Koalitionspartner Unruhe ausgelöst. Denn die sogenannte Trennkost gilt als sicherstes Mittel, innerhalb kürzester Zeit mehr zu wiegen als vorher. Kann sich die ohnehin unbeliebte Koalition einen neuerlich verfetteten Regierenden noch leisten?
Bei der Trennkost müssen Kohlenhydrate und Eiweiß streng getrennt werden – Currywurst ohne Brot und umgekehrt! Der Erfinder der Methode, der Amerikaner Dr. Howard Hay, glaubte vor 70 Jahren, damit Krebs, Schizophrenie und Fußpilz heilen zu können – und vor allem die lästigen Flatulenzen, die auch Wowereit in Vier-Augen-Gesprächen mit Senator Flierl immer wieder heimgesucht haben. Man nimmt damit prima ab. Aber man hält es nicht durch. Vor allem nicht, wenn man ständig Partyhappen in sich reinfuttert oder sich in Peking Hundewelpe auf Naturreis servieren läßt und dafür die Aufhebung des Waffenembargos verspricht. Trennkost ist schon deshalb Quatsch, weil das erste menschliche Lebensmittel, die Muttermilch, ein herrlicher Coctail aus Kohlenhydraten, Eiweißen und dem Restalkohol der Mama ist – vom Grünkohl, dem Gemüse des eingeborenen Berliners, und von dicken Bohnen, Bananen und Käsekuchen ganz zu schweigen.
Also: Die Bild-Zeitung wird ihn in ein paar Wochen fett auf Seite 1 bringen – »Wowebreit«. Vor aller Welt wird er als Rückfall- und Triebtäter dastehen, ein Aspirant für Sicherungsverwahrung. Mit Wowereit ist es vorbei, da kann er begraben, wen er will.
Mathias Wedel / 20.05.2005 |
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