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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6453
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Verfasst am: 20.Okt 2007 9:42 Titel: Wie ein 72-Jähriger zum Räuber wurde |
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Gerade wurde der 67-jährige Opa-Bankräuber, auch Schießer genannt, zu zehn Jahren Haft verurteilt, nun wird sich demnächst das Gericht mit einem weiteren Opa-Ganoven beschäftigen müssen.
Erneut steht in München ein Täter im Seniorenalter vor Gericht. Die Polizei hat in der vergangenen Woche einen 72-jährigen Münchner verhaftet, der drei Schlecker-Drogeriemärkte mit einer scharfen Waffe überfallen hatte. "Dem hat offenbar die Rente nicht gereicht", sagt Raub-Kommissariatsleiter Erwin Pickl: "Wir werden uns generell in Zukunft mehr mit älteren Tätern auseinandersetzen müssen."
Der Täter ist gelernter Buchdruckermeister, 72 Jahre alt, verheiratet, und bei der Polizei bis dato ein völlig unbeschriebenes Blatt: "Ein schnurgerades Leben, er hat sich nie etwas zuschulden kommen lassen", wie Pickl, Erster Kriminalhauptkommissar, sagt.
Und auch jetzt, nach der Tat, sitze er bei den Vernehmungen völlig gefasst da, sei in vollem Umfang geständig und ganz ruhig: "Ein unscheinbarer Mann ohne Ecken und Kanten".
Und doch hat sich dieser Mann, wie er selbst erzählt habe, bei einem "großen Unbekannten in München" eine scharfe Waffe gekauft. Am 14. September marschierte er erstmals in einen Schlecker-Markt, eine Filiale in der Au, zielte mit der Pistole auf die Verkäuferin und entkam mit mehreren hundert Euro.
Das Geld reichte offenbar nicht lange, denn bereits am 21.September war er wieder unterwegs. Wieder ein Schlecker-Markt, diesmal an der Tegernseer Landstraße in Obergiesing, wieder dieselbe Vorgehensweise.
Den dritten Überfall registrierte die Polizei erneut in Obergiesing, am 7. Oktober in der Schlierseestraße. Erneut bei Schlecker. Der Drogeriemarkt hat viele Filialen, ist bekannt dafür, dass meist nur eine Angestellte im Laden steht - und dass es keine Videoüberwachung gibt.
Vergangene Woche, am 11.Oktober, ging die Rechnung allerdings nicht mehr auf: Der 72-Jährige betrat den Schlecker am Obergiesinger Alpenplatz. Dort hatte er, wie er später sagte, "ein ungutes Gefühl", verließ unverrichteter Dinge den Laden und wurde draußen von der Polizei verhaftet.
Bewaffneter Raubüberfall: Darauf stehen mindestens fünf Jahre Gefängnis. Was den Senior zu den Taten getrieben hat, das kann auch Pickl nicht ganz nachvollziehen.
Zwar habe das Ehepaar in getrennten Wohnungen gelebt, und der 72-Jährige sollte einen größeren Betrag für eine Auto-Reparatur zahlen. Aber mit einer berufstätigen Frau und gut 1500 Euro Rente sei er finanziell nicht so schlecht gestellt gewesen. Auch gebe es keine Hinweise auf Sucht oder kostspielige Hobbys. "Vielleicht", meint Pickl, "hat er auch gedacht, dass er in dem Alter nicht mehr viel zu verlieren hat".
Quelle: Susi Wimmer |
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