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Ausbildungsfinanzierung gesucht

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klaus1234
Newbie


Anmeldungsdatum: 02.03.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 1.Apr 2007 13:46    Titel: Ausbildungsfinanzierung gesucht Antworten mit Zitat

Hallo,

ich benötige dringend einen Ausbildungskredit.

Soeben habe ich das Auswahlverfahren für eine Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer bei Air Berlin bestanden. Dieses Auswahlverfahren gilt als der härteste Einstellungstest im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr bildet die Air Berlin nur 60 Flugzeugführer aus.

Mit dem erfolgreichen Bestehen ist ein Ausbildungsvertrag für eine zweijährige Ausbildung in der Air Berlin Flightschool verknüpft. Air Berlin beteiligt sich an den Ausbildungskosten von insgesamt 120.000 Euro mit 50 Prozent und bietet dem Flugschüler nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz in einem Air Berlin Cockpit an. Das bedeutet, dass der Flugschüler 60.000 Euro der Ausbildungskosten und seine Lebenshaltungsposten während der Ausbildung selber finanzieren muss.

Da ich leider über keinerlei finanzielle Reserven verfüge, suche ich nun zu diesem Zweck einen Ausbildungkredit. Die Lebenshaltungskosten würden über meine Familie abgedeckt werden. Ich benötige also "nur" die 60.000 Euro für die Ausbildungkosten selbst.

Nach der abgeschlossenen Ausbildung werde ich ein garantiertes jährliches Einkommen von 54.000 Euro erhalten.

Einen offiziellen Gehaltsrechner von Air Berlin gibt es auf der Webseite
http://www.airberlin.com/site/index.php?page=start.php&LANG=deu&all=1
-->Unternehmen -->Jobs -->Cockpit

Dieses Gehalt steigt jährlich. Nach ca. 4 Jahren erfolgt ein Upgrade zum Flugkapitän mit einem Jahresgehalt von ca. 70.000 Euro. Eine weitere Steigerung erfolgt dann wiederum jährlich.

Eine Rückzahlung des Kredites sollte also nach den zwei tilgungsfreien Ausbildungsjahren innerhalb von 10 Jahren kein Problem sein.

Alle erforderlichen Nachweise, inklusive Ausbildungsvertrag, Gehaltstabelle, persönlicher Auskunft usw. können selbstverständlich erbracht werden.

Allerdings habe ich folgendes Problem: Vor ca. drei Jahren war ich an einer Firmeninsolvenz in Deutschland beteiligt. Da es sich um eine Peronengesellschaft handelte, und ich die Verbindlichkeiten nicht privat tilgen konnte, musste ich auch privat Regelinsolvenz anmelden. Das Verfahren lief bisher ohne Probleme und wird mit Erteilung der Restschuldbefreiung in vier Jahren enden. Aber durch den dadurch entstandenen negativen Schufaeintrag werde ich in Deutschland bei keiner Bank einen Kredit erhalten. Außerdem verfüge ich über keine nennenswerten Bürgen oder Sicherheiten. Einzige Bürgin könnte meine Ehefrau sein, welche nach der Geburt unseres Kindes nur in Teilzeit arbeiten wird und ein monatliches Nettogehalt von ca. 1.500 Euro erhält. Als weitere Bürgin käme eventuell meine Mutter in betracht. Sie arbeitet als Tagesmutter für die Gemeinde und verdient ca. 1800 Euro netto monatlich. Meine Schwiegermutter würde auch Bürgen, verdient allerdings nur ca. 1.300 Euro netto. Sie wohnt allerdings mietfrei in ihrer schuldenfreien Eigentumswohnung, welche als Sicherheit allerdings nicht zur Verfügung steht.

Air Berlin selber bürgt leider nicht für den Kredit, deren Hausbank, die alle anderen Flugschüler finanziert, lehnt mich leider ab. Insolvenz ist eben ein absolutes Ausschlusskriterium für alle Banken.

Dabei berührt mich die Insolvenz eigentlich gar nicht mehr, die Wohlverhaltensperiode wird in vier Jahren mit Erteilung der Restschuldbefreiung beendet sein. Mein Verwalter steht auch voll auf meiner Seite, will jetzt versuchen, die Insolvenz mittels Finanzplan vorzeitig zu beenden, aber das dauert.

Derzeit arbeite ich in einem angesehenen Beruf bei einem großen deutschen Handelsunternehmen. Allerdings konnte ich seit der Insolvenz, durch die ich alles finanzielle verloren habe, eben leider keinerlei neue Reserven aufbauen.

Sieht irgendjemand noch irgendwelche Chancen für mich??? Ich stehe so kurz vor der Verwirklichung meines Lebenstraumes und der gesicherten Zukunft für mich und meine Familie. Von diesem Beruf träume ich schon seit meiner Kindheit und nun soll mir das wegen der Insolvenz nicht gelingen? Dabei bin ich in die Insolvenz nur geraten, weil ich vor vielen Jahren mal Fremdanteile der elterlichen Familie gekauft hatte, um sie komplett in Familienbesitz zu bringen.

Also schon mal DANKE für alle Hinweise und Tipps und sorry für den langen Text!

Klaus1234
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Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 1176

BeitragVerfasst am: 1.Apr 2007 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Bisher hat Air Berlin nur qualifizierendes Training für Berufspiloten angeboten.

In der Zeit in der man bei Lufthansa CPL(A)/IR erwirbt soll bei Airberlin schon eine Ausbildung zur Musterberechtigung enthalten sein.
Bei LH fliegt man bis zum CPL(A)/IR etwa 310 (!) Stunden und erhält gut ein Drittel mehr Theorieunterricht als nach JAR-FCL vorgeschrieben.
Es wird bei Airberlin mehr im Simulator und viel weniger im tatsächlichen Flugzeug ausgebildet werden. Aber viele Situationen sind nur unvollständig zu simulieren, sollte man zumindest einmal während der Ausbildung in der Realität erlebt haben.

Leider kommt es immer mehr in Mode, daß sich mehr (oder weniger) etablierte Flugschulen, hier TFC, mit Airlines zusammentun und sich quasi deren Etikett "aufpappen".
Man löhnt trotzdem in jeden Fall alles selbst (und oft noch mehr als anderswo üblich) und, anders als bei der LH, wird eine Übernahme nicht verbindlich zugesagt.
Von daher dürften die akzeptierten Bewerbungen deutlich höher ausfallen als anderswo, man will ja schließlich was verkaufen, nämlich eine Flugausbildung. Übernehmen braucht man die Aspiranten ja nicht.

Die Schulungskosten werden von Lufthansa komplett vorfinanziert. Das heißt, die Schulung kostet Sie zunächst einmal keinen Cent. Erst nach dem erfolgreichen Abschluss, wenn Sie einen Arbeitsvertrag von einer Lufthansa-Konzerngesellschaft erhalten, beginnen Sie mit der Rückzahlung Ihres Eigenanteils von 40.903 €. Dieser Anteil macht nur einen Bruchteil der tatsächlich entstehenden Kosten aus. Nach dem Start im Liniendienst können Sie fünf Monate Ihr volles Gehalt genießen, erst dann beginnen Sie die Rückzahlung Ihres Eigenanteils in monatlichen Raten von mindestens 255 €.

Bei lh-pilot.de steht:

"Sollten wir Ihnen innerhalb von fünf Jahren nach dem Ende der Schulung keinen Arbeitsvertrag in einem Lufthansa-Flugbetrieb anbieten können, müssen Sie den Eigenanteil nicht zurückzahlen. Gleiches gilt, wenn Sie wider Erwarten mit den Anforderungen nicht zurechtkommen oder aus gesundheitlichen Gründen Ihre Schulung abbrechen müssen."

Gegenwärtig ist eine vierstellige Anzahl von fertig ausgebildeten Piloten auf dem Markt verfügbar und dies ist auch ein Grund, warum Banken hier keine Finanzierung übernehmen - viel Erfolg also.
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klaus1234
Newbie


Anmeldungsdatum: 02.03.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 1.Apr 2007 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

...bei Air Berlin sieht die Situation schon etwas besser aus. Die Gesellschaft hat - und das ist nachweisbar - bis 2012 ca. 100 Flugzeuge fest geordert. Diese Flugzeuge müssen, damit sie sich rechnen, mit Crews besetzt werden. Dabei geht man von 5-6 Crews pro Flugzeug aus. Das ergibt also ca. 500-600 Copiloten in den nächsten 6 Jahren. Außerdem ist Air Berlin mit seinem Börsengang im letzten Jahr Verpflichtungen gegenüber tausenden von Aktionären eingegangen, dass die Flieger auch fliegen und Profit erwirtschaften. Der Bedarf an Piloten ist also bei der Airline definitiv da. Das Konzept der eigenen Flugschule ähnelt dem der Lufthansa sehr, da es ein in sich geschlossenes Ausbildungssystem ist, das zwar bei einer externen Flugschule stationiert ist, aber im wesentlichen von Air Berlin selber durchgeführt wird. Dem o.g. Bedarf an Piloten stehen nur 60 selber ausgebildete eigenen Flugschüler gegenüber. Da Air Berlin in diese Flugschüler definitiv Geld (in welcher Höhe auch immer) investiert, werden natürlich zuerst die eigenen Flugschüler eingestellt. Wenn mit der Airline alles so läuft wie geplant, ist damit eine quasi 100% Jobgarantie gegeben.

Mir liegt bereits ein Ausbildungsvertrag vor, in dem das Typerating und das Airlinetraining mit mindestens 90 Blockstunden auf einer B737 oder A320 enthalten sind. Dies ist also auch bei den Kosten mit berücksichtigt. Alleine ein Typerating auf einem der eben genannten Typen kostet in einer freien Schule zwischen 20.000 und 30.000 Euro.

Ich kann dabei nicht erkennen, dass in diesem Vertrag mehr Simulatorstunden wie bei Lufthansa enthalten sein sollen. Außerdem sind Simulatoren heutzutage schon sehr realistische Ausbildungsinstrumente. Natürlich werden auch die per Gesetz vorgeschriebenen Stunden im "echten" Flieger während der Ausbildung abgeleistet. Jedenfalls wird genau nach den europäischen Luftfahrtgesetzen ausgebildet und man erhält eine weltweit gültige Lizenz.

Im übrigen würde es sehr wohl Banken geben, die mir einen Ausbildungskredit für die Air Berlin Flight School geben würden. Vor allem, wenn die Banken einen gewissen Bezug zur Fliegerei haben, wie zum Beispiel die Lufthansa Tochter Albatros oder eben die Air Berlin Hausbank Commerzbank, die ja durch den Börsengang relativ eng mit AB verbunden ist. Aber für alle dieser Banken ist meine Schufa leider das unbedingte k.o. Kriterium.

Natürlich wäre das Finanzierungsmodell der Lufthansa für mich eine sehr gute Alternative, aber für die Lufthansa bin ich zu alt. Außerdem bezahlt Air Berlin seinen Piloten zwar definitiv weniger Gehalt wie die Lufthansa, aber der Beruf ist auch bei Air Berlin immer noch einer der am besten bezahlten Jobs in Deutschland und man kann die 60.000 Euro Ausbildungsfinanzierung definitiv locker zurückzahlen. Außerdem habe ich durch die überstandene Insolvenz glücklicherweise auch keine übrigen Verbindlichkeiten mehr, die ich noch bedienen müsste.

Zum momentanen Überangebot an Piloten ist zu sagen, dass dies noch teilweise aus der gerade überstandenen, aus den Ereignissen um den 11.9. resultierenden Rezession in der Luftfahrt stammt. Es gibt bereits viele Aussagen von großen Airlines, dass bereits dringend neue Piloten gesucht werden, aber nicht mehr in vollem Umfang verfügbar sind. Denn alle großen Airlines wählen ihre Bewerber nach sehr strengen Maßstäben aus. In der Regel steht der Einstellung der so genannte "Pilotentest" bevor. Das ist ein mehrtägiges Assessment bei der deutschen Gesellschaft für Luft und Raumfahrt (DLR) oder ähnlichen Gutachtern, in dem die Bewerber intensivst auf ihre Geeignetheit für den Beruf und auf ihre Zugehörigkeit zur Airline getestet werden. Dabei spielen psychologische Faktoren, aber auch Psychomotorik, Stressbelastbarkeit, Teamfähigkeit usw. eine große Rolle. Erst nach Bestehen dieses Assessments stehen einem die Tore zu einer rennommierten Airline offen. Dieses Auswahlverfahren kann in der Regel bei jeder Airline nur einmal im Leben gemacht werden, bei Nichtbestehen ist man für immer für diese Airline gesperrt. An dieser Hürde scheitern viele der jetzt noch auf dem Arbeitsmarkt befindlichen Piloten leider und deshalb wird es immer sehr viele arbeitslose Piloten geben, die sich vorher für viel Geld eine teure Ausbildung selber finanziert haben. Das ist sehr tragisch, aber in meinem Fall ist es eben so, dass ich die Tür durch das bestandene Assessment bereit geöffnet habe und Air Berlin mich definitiv nimmt.

Klaus1234
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