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Machen diese Bausparverträge sinn?

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marielou
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Anmeldungsdatum: 12.10.2005
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 12.Okt 2005 11:10    Titel: Machen diese Bausparverträge sinn? Antworten mit Zitat

Hallo an alle,

ich habe bei meiner damaligen Hausbank zwei Bausparverträge abgeschlossen. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob alles so richtig war. Die Verträge erscheinen mir nicht gerade gut (im Vergleich zu anderen Bausparkassen).

Ich habe folgende Verträge:

1. Bausparvertrag Schwäbisch Hall
Tarifprogramm F
Sparzinssatz: 3,0 %
Vertragsbeginn: 14.08.95
Bausparsumme 25.564 €
Bewertungszahl per 04/05: 65,321
Regelsparbetrag: 127,82 €
Darlehnszinssatz: 6% (lt. Bank mit Darlehnsgebühren
bisher eingezahlte Bausparsumme: 32,5 %
wurde stillgelegt – hab keine Ahnung warum – vertraute meine Bankbereiter damals dummerweise blind

2. Bausparvertrag Schwäbisch Hall
Tarifprogramm A
Sparzinssatz: 2,0 %
Vertragsbeginn: 30.07.02
Bausparsumme: 50.000 €
Bewertungszahl per 04/05: 5,759 (was ist das?)
Regelsparbetrag: 250,-- €
Darlehnszinssatz: 5,12 – 5,15%
bisher eingezahlte Bausparsumme: 16,7 %

Natürlich jeweils mit 1 % Abschlussgebühr.

Meine Fragen:
Ist es sinnvoll, die Verträge so laufen zu lassen? Machte es Sinn, den ersten Vertrag stillzulegen? Gibt es bessere Alternativen, ohne dass ich viel damit kaputtmache? Was könnt ihr empfehlen?

Sicherlich möchte ich irgendwann ein Haus bauen (ich bin momentan 26,5 Jahre). Aber ich denke die Dahrlehnszinssätze sind nicht gerade der Renner?!

Für Anregungen vielen vielen Dank
Marie
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easycredit von der TeamBank
hyfi
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Anmeldungsdatum: 15.09.2005
Beiträge: 33
Wohnort: Mittweida (Sachsen)

BeitragVerfasst am: 25.Okt 2005 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

Empfehlung:

Den F-Tarif als reinen Sparvertrag nutzen, größten Teil der gewünschten Sparrate da hinein laufen lassen. Das Darlehen bei Zuteilung nicht annehmen, sondern darauf verzichten. Dann wird die bereits gezahlte Abschlussgebühr bei einem neuen Bausparvertrag angerechnet. Macht Sinn, weil es in einer Finanzierung später einen Bausparvertrag als Zinssicherungsinstrument für die Anschlussfinanzierung nach der ersten Zinsbindung geben sollte: Da kann man dann einen Großteil der Abschlußgebühr sparen.

Den größeren A-Tarif-BSV in die Variante A-Vierpromille oder A-Langzeit umstellen. Dann kann der als Finanzierungsbaustein bei einem späteren Hauskauf verwendet werden. Um den zuteilungsreif zu bekommen, einfach vor der geplanten Finanzierung dann aufzahlen, idealerweise aus dem F-Tarif-Vertrag.

Die Besparung auf dem A-Tarif einstellen oder kleiner halten als auf dem F-Tarif - das geht und stellt auch kein Problem dar. Grund: Auf dem F-Tarifvertrag gibt es höhere Zinsen.

Man kann auch aus beiden Verträgen Teilbausparverträge heraus teilen und so schon eher an sein Geld (optional mit Darlehen) herankommen.

Man muss sich auch nicht zwingend an die Regelbesparung halten. Durch die Regelbesparung wäre sichergestellt, das der Vertrag in ca. 8,5 Jahren zuteilungsreif wird. Höhere oder niedrigere Sparraten oder Einamleinzahlungen verändern den Verlauf des Wachstums der Bewertungszahl.

Die Bewertungszahl ist ein Kriterium für die Zuteilungsreife bei Bausparverträgen - neben der Mindestbesparung. Sie sagt, grob gesprochen, aus, wieviel Geld Sie der Bauspargemeinschaft wie lange bereits zur Verfügung gestellt haben. Und nach einem bestimmten Quantum an "Zur-Verfügung-Stellen" von Geld Ihrerseits stellt Ihnen dann die Bausparkasse Geld in Form das Bauspardarlehen zur Verfügung. Oder entschädigt Sie mit einem Zinsaufschlag oder der Gebührenanrechnung bei Darlehensverzicht.

Alles geklärt? Ansonsten wenden Sie sich an Ihren Berater oder, falls der ein Schnarchsack ist (kommt vor...) mailen Sie einfach mal durch: michael.huefner[@]schwaebisch-hall.de
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 25.Okt 2005 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Über den Sinn und Unsinn eines Bausparvertrages wurden schon einige Worte verloren.
Grundsätzlich schlage ich vor, wenn der Wunsch eines Immobilienerwebs nicht gar so dringend ist (oder noch besser: unabhängig davon), den Bausparvertrag zu kündigen, die Vermittlungsgebühr als Lehrgeld zu akzeptieren, das Kapital zu entnehmen und einer soliden Geldanlage zuzuführen. Auf Dauer haben Sie deutlich mehr davon. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß Sie Ihr Kapital in deutlich kürzerer Zeit vermehren und deshalb einen geringeren Kredit benötigen, sollten Sie sich irgendwann einmal für den Immobilienerwerb interessieren. Betrachten Sie sich auch die Hypothekenzinsen der Banken im Verlauf der vergangenen Jahre und schließen Sie daraus, daß sich daran wohl kaum viel ändern wird. Dazu spricht die derzeitige Wirtschaft eine zu deutliche Sprache.

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hyfi
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Anmeldungsdatum: 15.09.2005
Beiträge: 33
Wohnort: Mittweida (Sachsen)

BeitragVerfasst am: 25.Okt 2005 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist natürlich korrekt, Alternativen gibt es immer. Hängt eben sehr von der jeweiligen Lebens- und Sachlage sowie -planung des Sparers/Anlegers ab.
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marielou
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Anmeldungsdatum: 12.10.2005
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 26.Okt 2005 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

hallo hyfi,

vielen Dank für die ausführliche Antwort!!

ich habe noch Fragen zu folgendem Absatz:

"Den größeren A-Tarif-BSV in die Variante A-Vierpromille oder A-Langzeit umstellen. Dann kann der als Finanzierungsbaustein bei einem späteren Hauskauf verwendet werden. Um den zuteilungsreif zu bekommen, einfach vor der geplanten Finanzierung dann aufzahlen, idealerweise aus dem F-Tarif-Vertrag."

Was für Kosten bzw. Nachteile entstehen mir bei einer Umstellung?
Was genau ist A-Vierpromille und A-Langzeit?
Soll ich die immerhin fast 10.000 € im Vertrag A lassen?

Vielen vielen Dank
marielou
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hyfi
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Anmeldungsdatum: 15.09.2005
Beiträge: 33
Wohnort: Mittweida (Sachsen)

BeitragVerfasst am: 26.Okt 2005 18:27    Titel: Antworten mit Zitat

Es gbt Tarife (F, A, jetzt neu Fuchs) und darin jeweils Tarifvarianten, die sich jeweils mehr oder weniger stark unterscheiden.

Die Varianten differieren am ehesten in den Bedingungen für die Darlehensphase: In der Variante Vierpromille ist die Mindest-Darlehensrate im Monat 4%o der Bausparsumme, im Falle der 50' € als 200,- €. In der Variante Langzeit liegt dieser bei 5%o, dafür ist der Zinssatz in der Darlehensphase etwas geringer. Sie wären in dieser Variante also schneller fertig mit der Darlehensrückzahlung und hätten insgesamt weniger an Zinsen bezahlt - für den Preis einer höheren Rate von dann 250,- €.

In der Sparphase sind beide Varianten grundlegend gleich, nur im sogenannten Bewertungszahlfaktor können sie voneinander abweichen. Der hat aber für Sie direkt keine Bedeutung, sondern sagt aus, um wieviel die Bewertungszahl steigen würde, wenn sie bereits X € an Guthabenszinsen erhalten haben. Um das mit Bestimmtheit sagen zu können, müsste man sich aber Ihre Vertragsnummer einmal genau anschauen.

Kosten sind mit einem Variantenwechsel nicht verbunden.

Nachteile nur in sofern, als dass die Bewertungszahl in der Variante Standard (die werden Sie vermutlich haben) schneller steigen würde als in den anderen Varianten. Das wäre aber nur bei einer Sofortaufzahlung (Sie packen sofort 50% der Bausparsumme in den Vertrag, um schnellstmöglich an das Darlehen zu kommen) spürbar.

Ob Sie die 10.000 € drinnen lassen oder nicht, hängt von Ihren zukünftigen Plänen ab. Sie haben folgende Möglichkeiten:

(1) BSV in einen 10' und einen 40' teilen, in den 10' das Guthaben einbuchen lassen und dann nur das Guthaben auszahlen lassen. Die restliche Bausparsumme können Sie stehen lassen und weiter besparen, Gebühren sind ja nun einmal bezahlt und weitere Kosten entstehen im Tarif A nicht.

(2) BSV in einen 20' und einen 30' teilen und sich den 20' mit Darlehen auszahlen lassen. Bis zu 10.000 € (entspricht der Bausparsumme 20') Bauspardarlehen bekommen Sie ohne Grundschulden und ohne Hausverpfändung, also auch als Mieter. Ziehen Sie hier auch die Tarifvariante Spezial in Betracht (8%o Tilgungsbeitrag monatlich, dafür nur 2,75% Zins).
Die restlichen 30' können Sie weiter stehen lassen und besparen für spätere Zwecke. Wenn Sie später kein Haus bauen und trotzdem weitere Darlehen nutzen wollen, müssten Sie noch einmal teilen (z.B. 30' -> 20' u. 10'), damit die Gesamt-Darlehenssumme nicht über 10.000 € steigt.
Beachten Sie bitte, dass das Bauspardarlehen offiziell für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden muss. Wohnwirtschaftlich ist aber ein weiter Begriff, Gärten und Satellitenschüsseln fallen zum Beispiel auch darunter.

(3) Sie lassen das angesparte Guthaben in dem Bausparvertrag. Da bekommen Sie dann weiterhin 2% Zinsen und können später auf ein höheres Bauspardarlehen zurückgreifen. Auch sind Ihnen diese Zinsen garantiert und durch eine Teilung kommen Sie jederzeit an Ihr Geld heran.

Die Vorteile des Bausparens sind zweierlei: Wenn Sie später einmal bauen wollen, haben Sie zum einen schon etwas Eigenkapital angesammelt und Sie haben Anspruch auf das Bauspardarlehen, welches ohne Meckern in den zweiten Rang oder dritten Rang geht, solange die Beleihungsgrenze eingehalten wird.

Zum zweiten, wenn Sie später einmal nicht bauen wollen, haben Sie einen Sparvertrag, der relativ ansehnlich im Vergleich zu machen Bankprodukten verzinst wird, dazu kommen die Förderungen wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage. In dem Fall wäre allerdings die Bausparsumme etwas zu hoch angesetzt und man hätte die Tarifvariante Rendite wählen sollen. In die kann man nämlich zur Zeit nachträglich leider nicht hinein wechseln.
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marielou
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Anmeldungsdatum: 12.10.2005
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 27.Okt 2005 9:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hyfi,

ich werde mich wahrscheinlich für die Variante entscheiden, den F-Tarif als Sparvertrag nutzen und vorerst in den A-Tarif nichts einzahlen. Den A-Tarif werde ich dann in einen anderen Tarif umwandeln.

Ich habe nur noch eine Frage?

Sind A-Vierpromille oder A-Langzeit die einzigen Umwandelungsmöglichkeiten? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten?
Wie sind hier die effektiven Darlehnszinsen?

Ich lege eher größeren Wert darauf, dass die Darlehnszinsen niedriger sind und dafür die Rate höher!

Danke vorab
Marielou
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hyfi
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Anmeldungsdatum: 15.09.2005
Beiträge: 33
Wohnort: Mittweida (Sachsen)

BeitragVerfasst am: 27.Okt 2005 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

In dem Fall empfiehlt sich die Variante Spezial im Tarif A. Da haben Sie zwar 8%o der Bausparsumme als Tilgungsbeitrag pro Monat (bei 50' immerhin schon 400,-, bei Teilung und 20' Bausparsumme überschaubare 160,-), aber mit 2,75 % nom. p.a. bzw. 3,16 % eff. den günstigsten Zinssatz in dieser Tarifgeneration.

Die Tarifvariante innerhalb einer Tarifgeneration können Sie immerzu wechseln, so oft Sie wollen, dabei entstehen keine Kosten. Erst mit Darlehensbeantragung müssen Sie sich dann endgültig auf eine Variante festlegen.

Beachten Sie aber: Im Rahmen einer Finanzierung führt der Spezialtarif zu recht hohen monatlichen Belastungen. Hier wäre es eher empfehlenswert, die Tilgung des erstrangigen (Bank-) Darlehens höher anzusetzen. Da sparen Sie wahrscheinlich insgesamt mehr Zinsen ein, als Sie im Bauspardarlehen in den anderen Variante mehr zahlen. Das müsste man dann aber im Falle einer Finanzierung genau berechnen.

In einem solchen Fall (Sie möchten finanzieren und sind auch in der Lage, einen hohen monatlichen Betrag zu zahlen) rate ich alternativ, den "4%o" oder "Langzeit" zu wählen und dann freiwillig den höheren Tilgungsbeitrag des Spezial zu zahlen. Dadurch halten Sie sich die Möglichkeit offen, im Falle eines unvorhergesehenen Falles Ihre monatliche Belastung zu senken. Außer Ihr Arbeitsplatz ist verbeamtet oder Sie nutzen die Möglichkeit einer Kreditratenversicherung.

Vermeiden Sie möglichst, die Tarifgeneration (z.B. auch durch Erhöhung) zu wechseln. Der neue Fuchs-Tarif Spezial seit Oktober bietet zwar mit 1,95% nom. bzw. 2,34% eff. einen günstigeren Zinssatz für das Darlehen, gewährt Ihnen aber nur 1% Guthabenszins. Die Spanne zwischen GH- und DA-Zins ist bei dem neuen Tarif mit 0,95 (1,00 zu 1,95) für Sie etwas ungünstiger als bei Ihrem aktuellen mit 0,75 (2,00 zu 2,75). Außerdem würden Sie bei einem Tarifgenerationenwechsel durch einen sogenannten Tarifwechselbetrag so gestellt werden, als hätten Sie die 1%-Verzinsung von Vertragsbeginn an erhalten, d.h. Ihnen würde die Hälfte der bisher gezahlten Zinsen wieder abgezogen.

Neben den Varianten Standard (die Sie wahrscheinlich haben), Vierpromille, Langzeit und Spezial gibt es noch "Mindestsparguthaben 40%" und "Rendite". Beide sind aber z. Z. nur bei Neuabschluß wählbar, fallen in Ihrem Fall also als Alternativen aus.

MGH40% braucht für eine Zuteilung nur 40% der Bausparsumme als Ansparung, hat dafür aber einen höheren Tilgungsbeitrag.

Diese Variante könnte man aber durch eine sogenannte Wahlzuteilung simulieren: Wenn die Bewertungszahl mindestens 44 beträgt (in Ihrem Fall steht sie erst bei rund 6, Sie müssten also dafür noch etwas warten oder einzahlen) kann man eine Darlehenszuteilung beantragen, auch wenn der BSV noch nicht zu 50%, aber mindestens zu 25% bespart ist. Das können Sie beliebig handhaben, also meinetwegen bei 40% Guthaben, bei 29% oder vielleicht bei 47%.

Dann steigt aber der monatliche Tilgungsbeitrag, bei einem Guthaben von z.B. 25% statt 50% ist er doppelt so hoch. Beispiel Variante Vierpromille: statt 4%o wären dann 8%o pro Monat fällig. Dafür erhalten Sie aber den anderthalbfachen Darlehensbetrag. Ob das Sinn macht, ist meist eine Einzelfallentscheidung.

Die Variante "Rendite" richtet sich an diejenigen, die nur sparen wollen. Hier ist der Zinssatz höher und bei Darlehensverzicht gibt es einen höheren Zinszuschlag. Natürlich könnte man auch hier das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen, nur wird das dann auch am höchsten verzinst.

Bausparen an sich ist ein weites Feld, ich denke, pauschale Vorurteile bringen wenig. Auf jeden Fall ist es eine Empfehlung als Zinssicherungsinstrument wert: Man hat sich den Anschlußzins für eine Finanzierung gesichert, gibt der dann aktuelle Marktzins eine bessere Figur ab, nimmt man statt der kompletten Bausparsumme eben nur das Guthaben mitsamt der höheren Verzinsung bei Darlehensverzicht. Natürlich ist es eine Wette auf die Zukunft: Sinken die Zinsen weiterhin, hätte man vielleicht mit einer alternativen Anlage mehr Rendite herausgeholt. Ob allerdings eine Bank kleinere Summen (also weniger als 50.000 € Darlehensbetrag) ohne Zuschläge finanziert, bleibt dahingestellt.

Es gilt wie überall im Leben: Wie man's macht, macht man's am Ende und nachträglich betrachtet meist doch verkehrt oder zumindest nicht optimal. Varianten gibts immer, und genau planen kann man nur weniges im Leben. Aber so, wie Sie es jetzt vorhaben, machen Sie aus dem bestehenden erst mal das Beste, soweit man das aus der Ferne erfassen kann.
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annova
Specialist


Anmeldungsdatum: 10.02.2005
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 27.Okt 2005 17:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo marielou,
Sie stellen die Frage ob Bausparen Sinn macht?
Browser gab Ihnen dazu den dezenten Hinweis, es macht keinen Sinn.
@hyfi, der sich bestens mit Bausparen auskennt(also damit sein Geld verdient) erklärt ihnen im Detail was Sie ändern können, innerhalb des Bausparens. Er geht also von der wesentlichen Frage weg. (Sinn oder Unsinn)
Lassen Sie es mich direkter sagen als Browser,
"Bausparen ist Unsinn(Punkt)".
Für Leute die Finanzmathematik beherrschen stellt sich nicht die Frage ob der Bauspartarif A besser ist als der Tarif X oder Y.
Das ist so, als ob sie im Misthaufen nach dem saubersten Strohalm suchen.
Liebe Grüße aus Karlsruhe
annova
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hyfi
Newbie


Anmeldungsdatum: 15.09.2005
Beiträge: 33
Wohnort: Mittweida (Sachsen)

BeitragVerfasst am: 27.Okt 2005 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe einmal das Forum durchsucht nach Begriffen wie "Bausparen", "Sinn", "Unsinn" sowie "Pro" und "Contra"; jeweils in verschiedenen Kombinationen.

Allerdings ist mir nirgends ein nachvollziehbares Beispiel aufgefallen, wo eben nicht nur unter Verweis auf eigene Erfahrungen, Meinungen oder die Finanzmathematik behauptet, sonder einfach mal knackig begründet wurde, warum Bausparen Sinn machen könnte oder warum es Blödsinn ist.

Habe ich einfach nur das entsprechende Thema nicht gefunden? Mich würden wirklich mal die angesprochenen finanzmathematischen Hintergründe interessieren, die viele zu dem Schluß kommen lassen, "Bausparen ist doof". Immerhin habe ich inzwischen doch schon einige Finanzierungen gestaltet und bisher eigentlich keinen Nachteil gefunden, der nicht mit einigem Nachdenken ausgeschaltet werden konnte.

Könnte mir da jemand einen Link, ein Buch oder sonstiges empfehlen?
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 27.Okt 2005 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hyfi

Mir sind zwei BSK-Nebenberufler bekannt, die mittels BSK ihr eigenes Haus finanziert haben. Beide haben erst nach Problemen bei der Abzahlung Informationen bei Banken eingeholt und erfahren, daß sie dort Beträge zwischen 20.000,- - 40.000,- gegenüber einer BSK-Finanzierung eingespart hätten.
Ich kenne ehemalige hauptberufliche BSK-Vertreter, die nach einiger Zeit auch außerhalb der BSK-Schulungen Informationen eingeholt haben und danach bei ihren BSK kündigten.
Früher habe ich jede Baufinanzierung einer BSK mit einer anderen Finanzierungsweise getoppt.

Soviel zu meinen eigenen Erfahrungen.

Es gibt in Heilbronn einen eingetragenen Verein, der sich seit vielen Jahren mit der Baufinanzierung der Bausparkassen beschäftigt, der zahlreiche Negativ-Beispiele aufgelistet hat und dem Parlament bereits vor Jahren derartiges Material zugesandt hat, daß kurzfristig die Existenz der Bausparkassen auf dem Spiel stand. Aber die Lobby der BSK hat es erreicht, daß eine Stellungnahme dieser Seite in den Bericht einfließen mußte. Seit dieser Zeit liegt dieser Vorgang irgendwo in den Bundesakten.

Vor geraumer Zeit habe ich, wenn ich mich richtig entsinne, die Adresse dieses Vereins hier im Forum eingestellt. Leider ist mir der Name und die Adresse nicht im Gedächtnis. Sobald ich dsbzgl. etwas finden sollte, werde ich dies nachreichen.

hyfi
Sie können sich doch selbst überzeugen. Reichen Sie verschiedene Objekte, bei denen bereits ein Finanzierungsmodell einer BSK vorliegt, ein bei Banken, aber auch bei selbständigen Finanzmaklern (die kurioserweise oft noch günstiger sind (bekommen spezielle Konditionen) und lassen Sie sich überraschen.

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hyfi
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Anmeldungsdatum: 15.09.2005
Beiträge: 33
Wohnort: Mittweida (Sachsen)

BeitragVerfasst am: 27.Okt 2005 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe grad mal den Abend über selbst etwas nachgerechnet in meinem Baufiprogramm, an einem genau spezifizierten Fall: in 10 Jahren 150.000 € Volumen, vorher 200 € mtl. sparen, danach 900,- € Rate für die Finanzierung möglich.

Varianten:
  • Entweder 33.000,- angespart (3% AA und 7% Wertentwicklung auf die 200,-) und dann 117.000,- Darlehen oder
  • einen zuteilungsreifen 55' BSV mit etwa 24.500 € (200,- € auf 10 Jahre unter Verrechnung aller Gebühren und bei 1% Verzinsung, also praktisch nix) und 3,75% Darlehenszins plus 95.000 € Bankdarlehen


Stimmt, egal mit welchen zukünftigen (über deren gesamte Laufzeit konstanten) Zinssätzen für das Hypothekendarlehen ich da ran gegangen bin (habs mit zweieinhalb, fünf, sieben, neun Prozent versucht), immer schnitt das Bausparmodell schlechter ab. Eine reine Bausparfinanzierung mit einem 150' BSV und einer Vorfinanzierung in 10 Jahren wäre zwar auch möglich (zumindest solange der Zins bei weit unter 7,2% liegen würde). Dafür fände sich aber nur das Argument der absoluten Zinssicherheit.

Hm. Prinzipiell teurer, wenn man es allein dafür einsetzt um Eigenkapital anzusparen. Hoffe mal, ich nehme mir jetzt kein Beispiel an Ihrem Bekannten. Morgen rechne ich mal die Einsatzmöglichkeiten bei einer Anschlußfinanzierung und bei Modernisierung durch. Mal schauen, wie es da aussieht.

Hatte bisher aber auch schon Modelle von der Fonds- u. Versicherungskonkurrenz gefunden, die noch schlechter abschneiden: Nennt sich dann Hypothekenvortilgung per KLV oder Fonds. Das fand ich dann wieder unter aller Sau ...
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Anmeldungsdatum: 17.11.2003
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 27.Okt 2005 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hyfi

Mit KLV hat's auch mal eine gute Zeit gegeben. War aber nur gut für denjenigen, der sich die etwas höheren monatlichen Raten + Beitrag für KLV leisten konnte. Wie man jetzt aber ersehen kann, mußten oder müssen sich alle Kunden dieser Fianzierungsweise um eine Umschuldung bemühen. Zum Glück hatte ich mich darauf nicht eingelassen, weil ich KLV's noch nie leiden konnte. Wer es sich nicht leisten kann, läßt Versicherungsgesellschaften grundsätzlich aus der Finanzierung draußen; außer selbstverständlich Risikoversicherung bei Todesfall.

Über Fonds sieht die Sache schon deutlich günstiger aus, aber nur dann, wenn man einen sehr guten Fondberater hat, der die richtige Balance herstellt. Risikoanlagen wären hier zu riskant.

Mir scheint, Sie betrachten Ihr Engagement noch ernsthaft. Vielleicht sollten Sie mal über berufliche Alternativen nachdenken. Es gibt auf dem Finanzmarkt interessante Möglichkeiten, bei denen es sich lohnen würde, sich näher damit zu beschäftigen.

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hyfi
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Anmeldungsdatum: 15.09.2005
Beiträge: 33
Wohnort: Mittweida (Sachsen)

BeitragVerfasst am: 27.Okt 2005 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, Offerten, sich beruflich zu verändern, bekommt man in der Branche ja von ziemlich vielen. Manchmal sogar von Kunden, die gerade bei der HMi angefangen haben und nun potente Verkäufer suchen

Ich bin eigentlich mit meinem Vertriebspartner bisher recht zufrieden, vor allem, was die Back-Office-Unterstützung angeht. Wenn ich vom Bausparen nicht mehr überzeugt sein sollte, dann verkaufe ich zukünftig eben nur noch Baufinanzierungen ohne BSV. Geht auch, man muss ja am Monatsende nur auf sein Geld kommen.

Irgendetwas ohne ernsthaftes Engagement anzugehen sollte man ja grundsätzlich immer vermeiden. Außerdem wär's ja langweilig, wenn man sich nicht auch mal rechts und links von seinem Aufgabengebiet ä paar Fakten anguckt.
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Et
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Anmeldungsdatum: 28.02.2003
Beiträge: 467
Wohnort: Bad Homburg

BeitragVerfasst am: 28.Okt 2005 10:25    Titel: Guckt´s du Antworten mit Zitat

http://verbraucherschutz.wtal.de/bauspardarlehen.htm
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annova
Specialist


Anmeldungsdatum: 10.02.2005
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 28.Okt 2005 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo @ ET,
Sie haben da einen guten Link angegeben, das wichtigste zum Bausparen wird hier in einfacher Weise dargestellt.Danke

Zu meinem oberen Beitrag zu diesem Thema möchte ich noch gerne ein "h" nachreichen, damit aus der Strohalm ein Strohhalm wird.

Grüße
annova
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