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Private Equity – alles Heuschrecken! Oder?

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GM&P Mod. Team
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
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BeitragVerfasst am: 12.Apr 2007 13:14    Titel: Private Equity – alles Heuschrecken! Oder? Antworten mit Zitat

Zitat:
„Der Unternehmer hat’s nicht einfach, wenn es um die Finanzierung seines Unternehmens geht“, schreibt Hartmut Wiethoff, geschäftsführender Gesellschafter der Pondea Equity Partners, einem Dortmunder Beratungshaus für mittelständische Finanzierungsberatung, in einem Newsletter des Bundesverbands Kapital für den Mittelstand. „Dabei will er eigentlich nur Geld, und das möglichst von seiner Bank.“ Das sei schon immer so gewesen. Finanzierung sei früher nicht so wichtig gewesen, im Vordergrund habe die Steueroptimierung gestanden. Entsprechend niedrig seien die Eigenkapitalquoten im Mittelstand.

„Unternehmen fehlt Eigenkapital“ zitiert Wiethoff das Handelsblatt, das beklagt habe, dass nur jeder vierte Mittelständler als ausreichend mit Eigenkapital versorgt gelten dürfe. Jeder dritte Betrieb verfüge demnach über weniger als 10 Prozent Eigenkapital. Die Konsequenz mangelnder Eigenkapitalausstattung sei eine hohe Anfälligkeit für wirtschaftliche Verschlechterungen. „Verständlich, wenn die Banken bei diesen Unternehmen auf die Kreditbremse treten“, so Wiethoff.

Um die Eigenkapitalquote zu verbessern und sich auch auf der Kreditseite wieder Luft zu verschaffen, könne die Aufnahme eines Finanzinvestors eine gute Finanzierungsoption sein, weiß Wiethoff. Diesem Beteiligungskapital, also Private Equity, stehe gerade die jüngere Unternehmergeneration grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Wesentliche Vorteile von Private Equity können aus seiner Sicht sein:

- Verbesserung der Eigenkapitalquote und des Rating

- Verbesserung der Kreditwürdigkeit und Kreditkonditionen

- Keine feste Ausschüttung auf das Beteiligungskapital

Verschiedene Studien würden belegen, dass ein Unternehmen mit einem fairen Private-Equity-Partner erheblich schneller wachsen könne als mit klassischer Kreditfinanzierung über Banken. Allerdings müsse der Unternehmer aufpassen, mit wem er sich „ins Bett lege“. „Für nicht-börsennotierte Mittelständler ist dies einfacher, als für börsennotierte“, so Wiethoff. „Im Fall der CeWe Color Holding AG beispielsweise verlangen die Finanzinvestoren aktuell eine hohe Sonderausschüttung, während die Hauptaktionäre und der Vorstand das Kapital für Wachstumszwecke und zur Eigenkapitalstärkung im Unternehmen halten wollen.“

Sonderausschüttungen prägen schlechtes Image

Diese Sonderausschüttungen seien es, die zum Begriff der „Heuschrecken“ geführt haben. Festbeißen, aussaugen, wegwerfen. Erst werde investiert, dann dem Unternehmen hohe Kredite aufgebürdet. Die Zinslast sei oft erdrückend. So schnell als möglich würden Sonderausschüttungen vorgenommen, das investierte Kapital fließe schnellstmöglich an die Investoren zurück. Das Unternehmen werde anschließend in Einzelunternehmen zerlegt und diese dann verkauft oder liquidiert.

„So kann es laufen, muss es aber nicht“, weiß Wiethoff. Es gebe auch Private-Equity-Investoren, die als Partner des Unternehmers agieren. „Sie investieren unter langfristigen Aspekten in das Unternehmen“, erklärt der Finanzierungs-Experte, „die Firma soll gesund wachsen und dadurch ihr Wert steigen.“ Das sei für Unternehmer wie Investoren eine „win-win“-Situation.

Natürlich würden auch diese Investoren den Unternehmensanteil nach einigen Jahren weiterverkaufen wollen. Aber das könne auch für den Unternehmer insgesamt der Einstieg in den Ausstieg und die Gelegenheit sein, den Wert seines Unternehmens für sich persönlich zumindest teilweise zu realisieren.

"Nestwärme" statt "Reibungshitze"

Auch in Sanierungsfällen könne ein Private-Equity-Investor hilfreich sein. „Gerade in dieser Situation heißt es realistisch zu bleiben und eigene Empfindlichkeiten zurück zu stellen“, so Wiethoff. Gegenüber einer Insolvenz sei der Finanzinvestor das kleinere Übel. Wichtig sei, dass die Mittelständler der Unternehmensfinanzierung einen höheren Stellenwert einräumen als bisher und sich den Finanzpartner und seine Verträge sehr gut anschauen. „Zu prüfen, wie der Investor in der Vergangenheit mit seinen Zielobjekten umgegangen ist, ist noch die kleinste Informationspflicht“, maht Wiethoff. Sonst könne sich nach einiger Zeit herausstellen, dass die empfundene „Nestwärme“ lediglich die Reibungshitze war, mit der man über den Tisch gezogen werde. (hh)

Quelle: FONDS professionell

Dr. Hartmut Wiethoff
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