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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 31.März 2007 16:51 Titel: Sportzertifikate: Fußballwissen an der Börse nutzen |
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Jetzt wird die Börse wird zum Spielfeld für Sportwetten. Mit neuen Zertifikaten können sportbegeisterte Anleger allerlei Wetten auf jeden der 18 Bundesliga-Vereine abschließen und die Titel handeln. Die Risiken sind aber nicht zu unterschätzen.
Fußball und Börse passen einfach nicht zusammen. Dieser Eindruck entsteht unweigerlich beim Blick auf den Kursverlauf des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB). Seit dem Börsengang im Oktober 2000 ist die Aktie des ehemaligen Champions-League-Siegers von elf auf rund zwei Euro gefallen. Ein Verlust von mehr als 80 Prozent. Doch nun erhalten Anleger eine neue Chance, mit ihrem Fußballwissen auch an der Börse Geld zu verdienen.
Seit einigen Tagen bietet die Tradegate AG nämlich sogenannte Sportzertifikate zum Börsenhandel in Frankfurt und Berlin-Bremen an. Hier können fußballbegeisterte Investoren verschiedene Wetten auf jeden der 18 Bundesliga-Vereine abschließen.
Emittent dieser Papiere ist die Mitte 2006 gegründete Ex-tra Sportwetten AG aus Wien. Beide Firmen sind Tochtergesellschaften der börsennotierten Berliner Effektengesellschaft, die auch als Garantiegeber auftritt. Das ist wichtig, weil Zertifikate bekanntlich Schuldverschreibungen sind. Anders als bei Fonds ist das Anlegerkapital hier im Falle eines Konkurses des Emittenten nicht durch ein Sondervermögen geschützt. Anleger sollten deshalb immer auf eine möglichst hohe Bonität des Emittenten achten.
Bei den neuen Sportzertifikaten wird das zum Problem, weil sich die Berliner Effektengesellschaft bislang noch keiner Bonitätsprüfung durch eine Rating-Gesellschaft unterworfen hat. Das bedeutet zwar nicht zwangsläufig eine erhöhte Verlustgefahr für den Anleger, erschwert aber die seriöse Einschätzung des Emittentenrisikos.
In der Zertifikate-Branche läuten deshalb bereits die Alarmglocken. Denn der Konkurs eines Emittenten würde das in den vergangenen Jahren mühevoll aufgebaute Image der Zertifikate-Branche schwer erschüttern. Doch nicht nur deshalb ist das Deutsche Derivate Institut (DDI) alles andere als begeistert von der neuen Zertifikate-Variante. "Bei diesen Papieren ist überhaupt keine ordentliche Beratung durch die Banken möglich", sagt Dieter Lendle.
Der DDI-Vorsitzende verweist deshalb darauf, dass "die rechtliche Verbindlichkeit aufgrund des Wettcharakters zweifelhaft" ist. Mit anderen Worten: Wenn ein Kunde ein solches Sportzertifikat über seine Bankfiliale kauft und später seinen Verlust einklagt, stellt sich unweigerlich die Frage der Beraterhaftung. "Hier wird die Popularität des Labels Zertifikate ausgenutzt", beklagt Lendle.
Der Anbieter der umstrittenen Anlageform weist die Kritik scharf zurück. "Unsere Kunden sind die gleichen wie am Derivatemarkt. Zertifikate sind doch auch nur reine Zockerei", sagt Holger Timm, Vorstandschef von Tradegate, und zeichnet damit ein Bild, das scheinbar immer noch in vielen Köpfen haftet. Und daran trägt die Zertifikate-Industrie trotz aller Bemühungen auch eine gewisse Mitschuld. Denn während auf der einen Seite immer wieder auf die strikte Trennung zwischen zumeist konservativen Anlagezertifikaten und risikobehafteten Hebelprodukten hingewiesen wird, werden von einigen Emittenten hochspekulative Knock-out-Produkte weiterhin eifrig als "Zertifikat" klassifiziert.
Sportbegeisterte dürften sich derweil viel mehr für die Handelbarkeit dieser Sportzertifikate interessieren. Tradegate stellt während des Börsenhandels laufend An- und Verlaufskurse für die einzelnen Papiere, um den Kunden jederzeit den Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Dabei sollen sich die Kurse tendenziell an den Quoten anderer Wettanbieter orientieren.
Allerdings bieten diese gar nicht alle hier verfügbaren Wetten an, sodass die Frage bezüglich der Nachvollziehbarkeit von Kursbewegungen während der Laufzeit offenbleibt. Ein weiterer Knackpunkt sind die sogenannten Spreads, also die Differenz zwischen dem An- und dem Verkaufskurs. "Da müssen wir erst noch Erfahrungen sammeln", sagt Timm. Unabhängig davon drohen hier gerade zum Ende der Saison deutliche Ausweitungen, vor allem bei den als "Platzierungszertifikate" angebotenen Papieren. Bei denen orientiert sich die Auszahlung Ende Mai am Tabellenplatz des jeweiligen Vereins.
Für den Deutschen Meister gibt es 100 Euro, für jeden Platz tiefer werden fünf Euro weniger ausgezahlt. Landet ein Verein also auf Rang 15, ist das entsprechende Papier am Saisonende genau 30 Euro wert. Die Zertifikate der drei Absteiger verfallen allerdings wertlos, sodass letztlich ein einziges Tor darüber entscheiden kann, ob der Anleger 30 Euro bekommt oder gar nichts. Diese Zertifikate werden kurz vor Fälligkeit wohl kaum zu attraktiven Konditionen handelbar sein.
Wie eng die Chancen und Risiken bei diesen Zertifikate-Wetten beieinanderliegen, zeigte sich bereits in den ersten Handelstagen. So verbuchte das Platzierungszertifikat auf den VFL Bochum übers Wochenende einen Kursanstieg von über 40 Prozent. Grund war der 2:0-Sieg über den Reviernachbarn Borussia Dortmund. Deren Zertifikat lag aus dem gleichen Grund am Montag knapp 30 Prozent unter der Freitagsnotierung. Für die BVB-Anhänger scheinen Fußball und Börse also tatsächlich nicht zusammenzupassen.
Quelle: Welt |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 15.Jun 2008 8:40 Titel: |
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Das Glücksspiel ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Menschheit. Auch die Deutschen sind ein Volk der Glücksjäger.
Jährlich setzen sie - mit steigender Tendenz - 7,5 Mrd. Euro ein, um bei staatlichen Glücksspielen im Lotto, Toto und bei Sportwetten zu Reichtum zu gelangen. Letztere sollen jetzt in Form von Zertifikaten hoffähig gemacht werden.
Ungeachtet aller desillusionierenden Wahrscheinlichkeitsrechnungen ist ein klarer Aufwärtstrend bei Glücksspielen zu konstatieren. Mit der Einführung von Sportzertifikaten an der Berliner Börse und auf der Handelsplattform Tradegate hat das Thema Sportwetten auch den Kapitalmarkt erreicht.
Dem spekulierenden Sportfreund bieten sich dadurch bessere Möglichkeiten, Risiken und Chancen zu steuern. Denn dass nur 50 Prozent des Einsatzes von staatlichen Lotteriegesellschaften in Form von Gewinnen wieder an die Zocker zurückfließt, demotiviert nicht. Durch die Aktivitäten privater Anbieter und das Interesse von Börsen ist der Markt beim Thema Sportwetten in Bewegung.
Abgeschlossene Wetten (gekaufte Zertifikate) können im Verlauf des Sportereignisses anhand verschiedener Faktoren (Form der Sportler, Verletzungen, Spielresultate) überdacht werden. Die Zertifikate können also über die Börse wieder verkauft werden. Bei traditionellen Sportwetten besteht der Nachteil, dass das Ende des Events abgewartet werden muss.
An der Berliner Börse werden 17 auf die Fußball-EM bezogene Sportzertifikate gehandelt. Sport- und Wettbegeisterte können in einem regulierten Markt auf Sportereignisse setzen, indem sie Sportwetten in Form von Zertifikaten kaufen und verkaufen.
Die Zertifikate wurden von der Extra Sportwetten AG in Wien - einer Tochter der Berliner Effektengesellschaft - emittiert. Bei "Meisterzertifikaten" erhält der Anleger eine Rückzahlung von 100 Euro, wenn das Team, auf das das Zertifikat emittiert wurde, Europameister wird. Anderenfalls verfallen die Zertifikate wertlos.
Neu ist das "Nicht-Deutschland-Zertifikat". Scheitert die DFB-Auswahl, kann der engagierte deutsche Fan das vor der Partie gegen Kroatien bei rund 80 Euro gehandelte Zertifikat als Trostpflaster sehen: Er erhält in diesem Fall 100 Euro. Gewinnt das deutsche Team, verfällt das Zertifikat wertlos.
Professionelle Wertpapierhändler nutzten die niedrigen Kurse der Außenseiter Russland und Rumänien zuletzt für den Einstieg, um von einem möglichen Kursanstieg der Zertifikate zu profitieren, der durch das Erreichen der Viertelfinalspiele dieser beiden Teams ausgelöst würde. "Wir haben unsere Handelsplattform auch während der Spiele eingeschaltet", heißt es bei Tradegate in Berlin. Während des Spiels Italien gegen Holland kam es innerhalb von Minuten zu einem starken Kursanstieg des Niederlande-Zertifikats und einem Verfall des Italien-Papiers.
"Wir wollen das Produkt Sportzertifikate etablieren und nutzen die EM als Marketingaktion", sagt Holger Timm, Vorstand der Berliner Effektengesellschaft. Große Pläne hat er im Hinblick auf die kommende Fußball-Bundesliga-Saison: "Hier sollte es allein wegen der langen Saison starkes Interesse geben." Wer dem deutschen Team den Turniersieg zutraut, musste vor dem Kroatien-Spiel für ein "Deutschland-Meisterzertifikat" übrigens rund 22,50 Euro zahlen.
Quelle: U.Rettberg
→ Von Zinsen und Toren
→ Wenn Ballacks Tore die Rendite diktieren
→ Börse: Zertifikate auf die Vereine der Fußballbundesliga |
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